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Vereinsgeschichte

Die Anfänge

Die Geburtsstunde der AGZ schlug in einer Versammlung des DARC-Distriktes Nordrhein in Düsseldorf im November 1994. Seinerzeit stand ein Punkt auf der Tagesordnung, in dem es um das Selbstverständnis des Amateurfunkdienstes und um seine zukünftigen Inhalte ging. Der damalige Distriktsvorsitzende Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ, wollte ein Meinungsbild zu diesen Fragen von der Versammlung bekommen. Aus Mangel an Zeit regten einige Ortsverbandsvorsitzende an, eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, die sich hiermit beschäftigt. Diesem Wunsch kam DC5JQ Anfang Januar 1995 nach und berief etwa zehn Mitglieder des Distriktes in die "Arbeitsgemeinschaft Zukunft Amateurfunkdienst", oder kurz AGZ. Die AGZ hatte sich damals zwei zentrale Aufgaben gesetzt: Die Erarbeitung von Konzepten und Vorschlägen zur langfristigen Sicherung des Amateurfunkdienstes - und die Verbesserung der Information der Mitglieder.

Die Verbesserung der Information der Mitglieder des Distriktes

Es entstanden so etliche Statements zu aktuellen und wichtigen Themen wie EMV, EMVU und LPD-Thematik. Sehr aktiv und erfolgreich arbeitete die AGZ an der Kommentierung des Entwurfs zum neuen Amateurfunkgesetz im Herbst 1995 mit. Regelmäßig berichtete die AGZ der Distriktsversammlung Nordrhein. Anerkennung fand sie jedoch vor allem beim Vorstand des DARC e.V.: Der Vorsitzende des DARC bezeichnete die AGZ sinngemäß als "vielleicht die wichtigste neue Initiative des Jahres 1995". Die AGZ war fest integriert in den DARC.

Probleme

Nach der Veröffentlichung des sogenannten "LPD-Statements" im Februar 1996 kam es zu einer plötzlichen Kehrtwendung: Deutliche Zerwürfnisse mit dem DARC bereiteten Probleme. Einige Mitglieder der AGZ distanzierten sich vom Inhalt des Statements. Anstatt den Dialog zu suchen und auf einer sachlichen Ebene zu bleiben, traten sie demonstrativ aus der AGZ aus. Nun beurteilte auch der Vorstand des DARC die AGZ plötzlich völlig anders: Begeisterte Zustimmung im Jahre 1995 schlug um in vehemente Ablehnung in 1996. Die Gründe können wir bis heute nicht nachvollziehen. Schließlich führte die Diskussion um die AGZ zur Abwahl des Distriktsvorstands Nordrhein im April 1996. Der mehrheitliche Wunsch der Ortsverbandsvorsitzenden, jede Veröffentlichung der AGZ vorher durch die Distriktsversammlung genehmigen zu lassen, konnte im Sinne einer effizienten Arbeit weder vom damaligen Distriktsvorsitzenden noch von den Mitgliedern der AGZ akzeptiert werden. Der neu gewählte Distriktsvorsitzende DJ8OT verbot schließlich im Mai 1996 der AGZ, sich mit dem Distrikt Nordrhein zu identifizieren und löste die Arbeitsgruppe damit de facto auf.

Neubeginn

Die Arbeit machte den ehemaligen Mitgliedern der AGZ Spaß. Sie entschlossen sich allesamt weiterzumachen. Nach intensiven vereinsrechtlichen Vorbereitungen wurde die AGZ am 10. August 1996 in Solingen als eigenständiger eingetragener Verein neu gegründet. Die AGZ möchte interessierten Funkamateuren bundesweit die Möglichkeit geben, in einem kleinen flexiblen Verein Konzepte zur Zukunftssicherung des Amateurfunkdienstes zu erarbeiten. Die demotivierenden Nachteile einer trägen mehrfach-hierarchischen Entscheidungsstruktur gibt es bei uns nicht. Von zentraler Bedeutung sind Arbeitsgruppen, die zeitlich befristet aktuelle Problemstellungen unabhängig bearbeiten. Mitglieder der AGZ haben das Recht, aus sich selbst heraus diese Gruppen spontan zu bilden. Die Erarbeitung und Veröffentlichung von Ergebnissen erfolgt unbeeinflußt von Vorstand und Mitgliederversammlung der AGZ e.V. Damit diese Struktur bundesweit funktioniert, haben wir ein erfolgreiches Instrument der "alten" AGZ übernommen: Die elektronische Kommunikation mittels Telefonmailbox und E-Mail. Die Schwerpunkte der AGZ liegen also klar auf konzeptionellem Gebiet. Wir sind kein Dienstleistungs- oder Betriebsartenclub. Wir arbeiten an Inhalten für die Zukunft unseres Funkdienstes, und dies bundesweit und thematisch umfassend.

Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ, im September 1996