HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 07/ 2001 vom 02.12.2001




Liebe SWLs, YLs, XYLs und OMs,

"Gemeinsam in die Zukunft mit freiem Amateurfunk" schrieb Funkamateur Ekki Plicht in der Newsgroup de.comm.ham zur Zukunft des Amateurfunkdienstes in DL und führte weiter aus:

"Die psycho-sozialen Konsequenzen sind für unser Hobby und unsere Gesellschaft insgesamt nurmehr als verheerend zu bezeichnen. Folgen sind frustrierte Relaisträgerdrücker, Abstimmer auf der DXfrequenz, "DX?"-Geber, Selbstmörder oder gar der Wechsel in den Journalistenberuf."

Seine gesamte Anmerkung zeigt die Sackgasse, in der der Amateurfunkdienst derzeit eingekeilt feststeckt. Jeder von uns - ob in der Opposition oder als Protagonist - steht doch vor einem Scherbenhaufen. Platinistas beschimpfen die NON-CWisten als Trottel und ehemalige CB-Funker. Den upgrade-wütigen CEPT-2-Lizenzen wird das erstrebenswerte Treppchen CW-Prüfung genommen und somit ist CEPT-1 für sie ohne CW auch nichts mehr wert.

Die Funkamateure in Deutschland müssen endlich entscheiden, ob sie einen Eliteclub mit 2000-3000 Mitgliedern bilden oder ob sie den Gesetzesauftrag des AFuG 97 umsetzen wollen. Das hieße dann entweder 1000 DM Jahresbeitrag und man ist unter sich oder im anderen Fall ein Breiten-Hamradio mit seinen sich heute abzeichnenden Rand- und Sozialerscheinungen einer freiheitlichen demokratischen Gesellschaft. Offensichtlich passen wir in EINEM einzigen Club nicht mehr zusammen. Horst Ellgerings 1994er Bedenken gehen mit später Saat derzeit sprießend auf.

Statt sich mit Behörden und Lobby-Vertretern zu "kloppen", sollte die zahlenmäßig größte Vertretung der Funkamateure in Deutschland doch endlich mal ein Stimmungsbild abfragen, damit sie wissen, wo sie hin wollen, um darauf aufbauend ihre Entscheidung zu treffen und danach der Behörde verbindlich vorzutragen.

Wie wir Ihnen in HamRadio 2day 06-2001 bereits berichteten, möchte die Russische Föderation innerhalb der ITU die Entscheidung von Guatemala in Zusammenarbeit mit dem IARU-Vertreter in Deutschland kippen. Ich frage mich, wie sich die Vertretungen der überwiegenden Anzahl der Funkamateure der Region 1 vor der Sitzung in Guatemala abgestimmt haben? Wenn man das vorher nicht verabredet hat, kann man seine Beauftragten doch nicht anschließend rücklings absägen. In jedem Fall hat die Nationale Gruppe Deutschlands letzte Woche neuerlich den IARU-Vertreter angewiesen, seine Abstimmungsprobleme intern unter dem IARU-Label auszutragen und nicht innerhalb der Nationalen Gruppe. Sachlich sieht es in der Russischen Föderation jetzt so aus, dass der russische ITU-Verteter während der WRC-2003 neue Mehrheiten suchen muss, die für die Beibehaltung von CW als Zugangsvoraussetzung für die KW-Nutzung stimmen. Es bleibt also spannend bis zur letzten Minute!

HamRadio 2day möchte Sie über die amateurfunkpolitische Landschaft in DL informieren und Ihnen Anregungen geben, in Ihrem Umfeld nachzuhaken, zu hinterfragen und somit Amateurfunk von der Basis her zu ermöglichen.

Erste kleine Sprossungen konnte ich diese Woche dem PR-Netz in DL entnehmen. Am Jahrestag des SYSOP-DL-Streikes - November 2000 - fragte ein OM, was der Streik damals gebracht hatte. Die Antwort des damals neben Tom verantwortlichen Promoters DK2GO ist mehr als unbefriedigend: ES BRACHTE NICHTS: KEIN ERGEBNIS!

Noch nicht mal das Nürnberger Urteil fand in seinen Überlegungen Eingang, obwohl SYSOP-DL als ANWALT von DB0BOX fungierte.

Wir werden also abwarten müssen, wie und wann die Behörde unter der Leitung des BMWi ihren Vorschlag zu einer neuen AFuV unter Berücksichtigung des Nürnberger Urteils aus 3/2001 zur Diskussion präsentieren wird.

Wegen der emotionalen Ausuferungen und der Indiskretionen innerhalb der SYSOP-DL-Gruppe VOR dem November letzten Jahres hatte die Behörde sich erbeten, keine Abstimmungen mit SYSOP-DL im Vorfeld zuzulassen. Warten wir eben, bis die Vorlage des BMWi da ist. Wie üblich werden Sie von HamRadio 2day schnell und allumfassend informiert werden.


Gute Zeit, gd DX und

mit freundlichen Grüßen
Hermann
DL1EEC