HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 10 / 2001 vom 23.12.2001




Liebe XYLs, YLs, SWLs und OMs,

die Kommunikation per Mailbox in Packet Radio oder per WinLink-KW-Netz ist DANK vieler Sysops weltweit zum Standard geworden. Für viele, die häufiger unterwegs sind, ist es heute kein Problem mehr, aus jedem Winkel der Erde QRV zu werden.

In Europa kommt man mit einem Organizer, dem beinharten Baycom-Modem, Baycom 1.6 und einer Handfunke bestens aus. Zum Beispiel kommt man in Wien - Hotel Wilhelminenberg - mit 200 mW INDOOR ohne Probleme ins PR-Netz. Wenn Sie sich dann noch bei einem KW-Gateway einloggen, können Sie ohne Probleme sich mit einem Ham in ZS verbinden.

Im außereuropäischen Ausland kommen Sie mit Packet-Radio nicht weit. Dort müssen Sie schon via KW aktiv sein. Praktikabel sind Geräte wie IC-706 oder TS-50. Ideal ist - um alle Betriebsarten abwickeln zu können - ein PTC-2E und ein Organizer. Für SSTV allerdings brauchen Sie mindestens einen Libretto als Rechner. Schaltnetzteile sind heute leicht und billig; als Antenne haben sich verkürzte Mehrband-Drahtdipole oder anpassbare Balkoneas bewährt. Insgesamt kommen Sie inklusive Antennenkabel auf 6,5 kg. Computer, TRX und PTC empfehle ich ohne Batterie und Mike dem Handgepäck, der Rest kann in die Koffer. Ich persönlich werde im März nächsten Jahres es auch mal mit dem FT-817 probieren; mal sehen, ob es mit 5 Watt geht.

Die Sonnenseite der Mailboxsysteme hat auch ihre Schatten. Ich vermisse - besonders in Packet-Radio und Pactor - mittlerweile das individuelle QSO. In Packet-Radio hat sich der Convers-Mode allerdings zu einem Ersatz entwickelt; auf KW PSK31. Gerade mit PSK31 hat sich ein Standard entwickelt, der typisch für HamRadio ist. Mit einem Rechner und einer Soundkarte kommt man an weltweite Verbindungen, die selbst von einem durchschnittlichen CW-Anwender nicht mehr erreicht werden. Wer Hamradio als Kommunikation versteht, dem ist PSK31 sehr zu empfehlen.

Bei der derzeitigen prosperierenden Ausweitung der Betriebsarten - dank Soundkarte - ist der IARU-Vertreter in Deutschland gefragt, sich für die Modes-Segment-Neuordnung der Amateurfunkbänder einzusetzen. Bislang hatte man den Betriebsartengruppen CW und Fonie ihre Abschnitte zugeteilt. Zwischenzeitlich sind es aber nicht mehr ZWEI Gruppen, sondern mehr als 20!

Zunehmend ärgerlich sind die automatischen Mailbox-Stationen - obwohl wir den Sysops DANKE sagen wollen -, weil sie über individuelle QSOs hinwegradieren. Hinzu kommen aber noch die WEEKEND-Conteste, in denen besonders Telegrafie-Stationen ihre Bandrechte weidlich ausleben.

Demnach könnte man eine DREITEILUNG anstreben:

INDIVIDUAL - MAILBOX - CONTEST.

Innerhalb dieser Bereiche kann man dann noch in ANALOG und DIGITAL teilen. Eine derartige Struktur fördert die Entwirrung und vermeidet QRM. Es gibt keinen plausiblen Grund, warum einzelne Betriebsarten bevorrechtigt sein sollten. Die Frage nach dem Reinhören

"QRG in USE ?"

steht doch bei allen Hams über allen anderen Gesetzen?

Wenn Sie etwas mehr über die Denkweise der Funkamateure zum KW-Zugang erfahren möchten, empfehle ich Ihnen das Auslesen der Beiträge vieler bekannter Rufzeicheninhaber in der Newsgroup

de.comm.ham.

Ihr Provider stellt Ihnen meist unter dem Kennwort NEWSGROUP ein automatisches DOWNLOAD zusammen mit dem E-Mail-Reader zu Verfügung. Was den Umgangston dort allerdings angeht? Na, da können Sie auch im conversD Channel Zero bleiben.

Zum Schluss noch wichtige Funkwetterdaten von DK0WCY:

22.12.2001 0615 UTC KIEL:

sunactactiv=activ
magfield=quiet
relative sunspots=215
flux=234
a=11
aurora=normal

Ihnen allen und Ihren Familien schöne Feiertage.

Vy 73
Hermann
DL1EEC