HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 24 / 2002 vom 31.03.2002




Liebe XYLs, YLs, SWLs und OMs !


FROHE OSTERN

wünscht Ihnen und Ihren Familien die Redaktion von HamRadio 2day.


EIN ESSAY ZUR LOBBYARBEIT

im Amateurfunkdienst will ich zu Ostern versuchen. Nicht die Behörde ist der Böse Bube gegen die Funkamateure, sondern die Historie und die Zäsur anlässlich des Inkrafttretens des AfuG-97. Es waren meist Funkamateure, die die Positionen im BAPT und BMPT besetzt hielten und es waren meist VFDB-Standorte, die die Repeater, später auch Digipeater, beherbergten; meist auch noch zum Nulltarif. Die Funkamateure hatten es früher nie nötig, fachfremde Beamte zu motivieren: Die Behörde bestand ja aus Fachleuten, will sagen aus Funkamateuren und Club-Kollegen.

Mit der Privatisierung der Postdienste und mit der Änderung der Personalstrukturen wurden teils schlagartig und teils schleichend die Kommunikationslinien durchtrennt. Es kam eine Zeit, in der die Vertreter der Funkamateure mit der Brechstange versuchten, sich die Behörde gefügig zu machen. Und das ging mächtig in die Hose.

Die verlorenen Gefechte erschienen in der Gestalt der Verfügung 306/97, von S6 und der missratenen Amtsblattverfügung zu automatischen Amateurfunk-Stationen - und nun neuerlich in der Verhaltensstruktur der Reg TP und des BMWi in Form der BEMFV. Letztere wird uns noch gehöriges Kopfzerbrechen machen.


LOBBYARBEIT

hatten die meisten Funkamateure immer schon mit POLITIK verwechselt und glaubten bis zum Solinger Symposium im Jahre 1994, dass Amateurfunk-POLITIK verboten sei. Die AGZ mahnte dort bereits die Kommunikation mit den Politikern und Behördenvertretern an und lernte in den letzten sechs Jahren das, was dem DARC leider bis heute schmerzlich abgeht. Es ist eher so, dass bedingt durch die erhebliche Bedeutung des DARC seine schwache Lobby-Fähigkeit den gesamten Amateurfunkdienst in seinem gesellschaftlichen Umfeld im Ansehen nach unten zieht.


NOCH EINMAL: AN DIE LEINE LEGEN

will das BMWi die Funkamateure mittels der BEMFV - das ist die Abkürzung für "Verordnung über das Nachweisverfahren zur Begrenzung elektromagnetischer Felder". Zwischenzeitlich hat die AGZ ihre Stellungnahme abgegeben, die Sie unter

www.agz-ev.de

nachlesen können. Diese Verordnung lässt nur noch INDIVIDUELLEN Funkamateuren auf eigener Immobilie mit Abstand zum Nachbarn freien Spielraum. Antennen auf gemieteten Wohnungen oder Top-QTHs gemeinsam mit kommerziellen Diensten am selben Standort werden für Funkamateure nicht mehr bezahlbar sein.

Die 1994 bis 1996 von der AGZ und Teilen des DARC geforderte flächendeckende EMVU-Ausbildung von Funkamateuren, die freiwillige Beschränkung auf 100 Watt OUT und die ebenfalls flächendeckende Abgabe der Selbsterklärungen hätten diesen Kelch mit Sicherheit an uns vorbeigehen lassen, wenn man den Vordenkern DC5JQ, DL1EEC, DL9JT, DJ5JE und DL5EDA 1996 gefolgt wäre.


DIE JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG DER AGZ

bestätigte am 23. März 2002 den alten Vorstand für weitere zwei Jahre im Amt. Besonderen Dank hat die AGZ Dr. Ralph Schorn, DC5JQ, ausgesprochen, der neben seinem internationalen beruflichen Engagement den Grossteil der Lobbyarbeit für die AGZ schulterte. Gastgeber der Versammlung war Carsten Gabriel, DM1CG. Auch an ihn herzlichen Dank.


DIE SOMMERZEIT

ist wieder da. Vergessen Sie bitte nicht, Ihre Uhren um eine Stunde VORZUSTELLEN.


Zum Schluss noch aktuelle Funkwetterdaten von DK0WCY:

30. März 2002
05h00 UTC
KIEL:
Forecast sunactactiv=eruptive
Forecast magfield=quiet
Relative sunspots=144
Flux=176
A=8
Aurora=NO (normal)

Ihnen allen eine erfolgreiche Woche.

Vy 73,

Hermann
DL1EEC