HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 35 / 2002 vom 16.06.2002


Liebe XYLs, YLs, SWLs und OMs !


DIE BEMFV

steht am kommenden Freitag, dem 21.6.2002 in der 777. Sitzung des Bundesrates zur Verabschiedung an. Die AGZ hat beim Bundesrat nochmals schriftlich gegen verschiedene Punkte protestiert und Änderungen vorgeschlagen. Lesen Sie dazu unsere Website

www.agz-ev.de

Grundtenor des Gesetzgebers ist und bleibt, dass die Funkamateure keinerlei Sonderstatus mehr haben sollen und sich allen Auflagen zusammen mit den kommerziellen Anwendern unterwerfen müssen, lediglich auf die kostenpflichtige Standortbescheinigung wird bei einem ausschließlich von einem einzelnen Funkamateur genutzten Standort zugunsten eines reinen Anzeigeverfahrens verzichtet. Gemeinsam mit anderen genutzte Standorte sollen nun endgültig in vollem Umfang bescheinigungspflichtig werden - und dies bei jeder technischen Änderung der Anlage; hier konnten sich die Funkamateure keinen Millimeter durchsetzen.

Außerdem verlangt der Bundesrat zusätzlich die Einbindung der Umwelt- bzw. Immissionsschutzbehörden und die Aufstellung einer Art Strahlenkataster für die Bundesrepublik mit dem Recht auf Information und Einsichtnahme für jeden Bürger. Auch soll der Funkamateur im Anzeigeverfahren die Art der Nutzung seiner Nachbargrundstücke aufführen.


DIE EINSPRÜCHE DER AGZ

gegen Textpassagen der entsprechenden Bundesratsdrucksache vom 14.6.2002 präsentiere ich Ihnen nun auszugsweise. Autor ist Dr. Ralph P. Schorn.

Pflicht zur Angabe der Nutzung von Nachbargrundstücken:

Ein Funkamateur hat als Privatperson, die sich nicht gewerblich-wirtschaftlich betätigt, keine Möglichkeit, die tatsächliche Nutzung von Nachbargrundstücken ohne weiteres in Erfahrung zu bringen. Aus einer rein visuellen Beurteilung des äußeren Erscheinungsbildes kann nicht rechtsverbindlich auf die Grundstücksnutzung geschlossen werden - immerhin definieren Sie hier eine neue Rechtspflicht für den Funkamateur.

Weitere entstehende Kosten in nicht unerheblicher Höhe im Rahmen der dann notwendigen Einsichtnahme in die Daten der Kataster- oder Bauplanungsämter lehnen wir für den Amateurfunkdienst ab, weil es unter anderem sowieso keine Rechtsgrundlage gibt, dem Funkamateur z.B. im Falle einer direkt benachbarten Schule strengere Grenzwerte aufzuerlegen.

[...]

Einvernehmen mit Immissionsschutzbehörden:

Wir weisen darauf hin, dass Immissionsschutzbehörden für Amateurfunkstellen keine Zuständigkeit besitzen. Das Bundesimmissionsschutzgesetz nimmt nicht-gewerblich/wirtschaftliche Vorgänge und Aktivitäten ausdrücklich aus. Hierzu zählt gemäss Paragraf 2 AFuG jeder Funkamateur mit seinen Sendeanlagen. Der von Ihnen vorgeschlagene zusätzliche Satz für Paragraf 14 BEMFV ist entsprechend so zu formulieren, dass Amateurfunkstellen hier ausgenommen sind und bleiben. Analoges gilt für den Vorschlag, das konkrete Verfahren der Standortbescheinigung im Einvernehmen mit den Immissionsschutzbehörden festzulegen. Durch eine Rechtsverordnung kann keine neue Behördenzuständigkeit geschaffen werden.

WEITER IM THEMA: AUS DEM RUNDSPRUCH DES AUSTRALISCHEN AMATEURFUNKVERBANDS WIA

vom 16. Juni 2002 zitiere ich die neuen australischen EMVU-Bestimmungen, die ab dem 1.7.2002 dort auch im Amateurfunk gelten:

Entweder

- Keine Anntenne darf zukünftig mit durchschnittlich mehr als
100 Watt Ausgangsleistung gespeist werden

oder

- Jede Antenne muss mindestens 10 m über Grund montiert sein
und darf dabei nicht mehr als durchschnittlich 3200 Watt effektiv abstrahlen.

Für alle anderen Sendestationen - auch Amateurfunkstellen - gilt, dass diese auf gesetzlich vorgeschriebene Bestimmungen in Hinsicht auf elektromagnetische Abstrahlungen behördlich überprüft werden, sowie diesbezüglich eine nachprüfbare Dokumentation besitzen müssen.

DAS hört sich sehr nach der Forderung der AGZ aus 1995 an. Damals schlugen wir dem DARC-Vorstand vor, auf die provokativen 750 Watt für alle zu verzichten und dafür einen Freifahrschein mit 100 Watt ohne Anzeigeverfahren zu fordern sowie höhere Leistungen einzelgenehmigungspflichtig zu machen. DJ8OT proklamierte im Gegensatz dazu aber auf einer Distriktsversammlung das RECHT AUF 750 WATT JEDERZEIT UND ÜBERALL und erklärte EMVU zum Blödsinn und Vehikel zur Profilierung Einzelner. Wir sind gerade im Begriff, die Quittung hierfür zu bekommen.


DIE WRC-2003

wird nach dem Rückzug Venezuelas höchstwahrscheinlich mit einer Woche Verspätung nun in Genf stattfinden. Dies ist zwar noch nicht offiziell bestätigt und beschlossen, aber aus gut unterrichteten Kreisen zum Sachstand mit Datum 12.6.2002 zu erfahren.


SCHWEIZER FUNKAMATEURE STIMMEN GEGEN CW-PRÜFUNG

In einer Urabstimmung haben sich die Mitglieder des schweizer Amateurfunkverbands USKA mit 62 zu 38 Prozent für die Abschaffung der CW-Prüfung ausgesprochen. Die Wahlbeteiligung betrug 18,5 Prozent.

Außerdem sprachen sich die schweizer Funkamateure mit sehr großer Mehrheit für den Erhalt der CW-Subbänder auf Kurzwelle und für den Ersatz der CW-Prüfung durch aktuelle Inhalte - wie z.B. elektromagnetische Umweltverträglichkeit - aus.

Die USKA wird das Votum ihrer Mitglieder entsprechend bei der IARU vertreten. Für mehr Informationen besuchen Sie die Website der USKA

www.uska.ch


DARC UNTERSTÜTZT AGZ-VORSCHLAG VOM JULI 2001

und fordert nun ebenfalls via RTA den Zugang zum 10-Meter-Amateurfunkband für die Genehmigungsklasse 2. Den wirklich konsequenten Schritt traute sich aber Hans-Jörg Unglaub - im Gegensatz zur AGZ - nicht zu: Die Nutzungserlaubnis auch für die Klasse 3 und das in der Frequenz uneingeschränkte ganze 10m-Band.

"A Geschmäckle" hat diese bisher nur im Internet veröffentlichte grundsätzlich lobenswerte Aktion des DARC insoweit, als dass sie weder zu dessen CW-Umfrage-Ergebnis vom 18.3.2002 noch zu dessen Verhalten in der IARU passt.

Lesen Sie dazu auszugsweise aus der WEBSITE

www.darc.de

[...]

Gemäss Amtsblattmitteilung Nr. 268 vom 28.05.2002 hat die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post die Sendeart SSB im CB-Funk auf 27 MHz freigegeben. Für die Nutzung dieser Sendeart im CB-Funk ist eine Einzelfrequenzzuteilung erforderlich, die von der örtlich zuständigen RegTP-Außenstelle auf Antrag erteilt wird. Die Frequenzzuteilungen für den CB-Funk sind an gewisse weitere betriebliche und technische Bedingungen geknüpft. Grundsätzlich soll dem CB-Funk ermöglicht werden, in einer Erprobungsphase neue Funkanwendungen zu testen.

Wir sehen hierin eine deutliche Benachteiligung unserer Zeugnisklasse 2, der der Frequenzbereich 28 bis 29,7 MHz nicht zugewiesen ist und die deshalb in diesem 10 m Band keine Studien bzw. Experimente durchführen kann. Wir bitten Sie daher, über eine vergleichbare Regelung für den Amateurfunk im Frequenzbereich 28 bis 29,7 MHz ggf. unter Einschaltung der RegTP zu beraten.

Nationale und internationale Bestimmungen oder Empfehlungen existieren hierfür unseres Wissens genauso wenig wie für den prüfungsfreien Jedermannsfunk.

Wir könnten uns vorstellen, der Amateurfunkzeugnisklasse 2 eine Zuteilung des Frequenzbereichs 28,6 MHz bis 29,7 MHz mit einer Sendeleistung bis zu 100 Watt zuzubilligen.

[...]

Autor: Hans-Jörg Unglaub


DIE HAMRADIO 2002

in Friedrichshafen ist DIE Gelegenheit, mit uns zu diskutieren und sich über den Amateurfunkdienst nach der WRC-2003 zu informieren. Wir erwarten Sie auf der HAMRADIO 2002 am Stand 813 in Halle 8.


FUNKWETTER-DATEN

aus KIEL vom 15. Juni 2002 10h00 MESZ

Forecast sunactactiv = eruptive
Forecast magfield = quiet
Relative sunspots = 126
Flux = 133
A = 10
K = 2
Aurora = NO (normal)

Vy 73,

Hermann
DL1EEC


Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung von Funkamateuren und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.