HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 40 / 2002 vom 28.07.2002


Liebe XYLs, YLs, SWLs und OMs !


In Anlehnung an das TV bieten wir Ihnen für zwei Sommerpausen-Wochen die Serie

BEST OF HamRadio 2day

an. Hier kommen die spannendsten oder auch eklatantesten Vorgänge des letzten halben Jahres. Viel Spaß damit.


Aus HamRadio 2day Nr. 13

Wir befassen uns heute mit rechtlichen Aspekten rund um die Funkdienste. Die politische Auseinandersetzung im Amateurfunkdienst Deutschlands nimmt skurrile Formen an. Eine im Convers-D formulierte Empfehlung eines Funkamateurs - er ist gleichzeitig Bediensteter einer Polizeibehörde -, Meinungsgegnern die Scheiben einzuwerfen, wurde von einem realen Scheibenbruch - 8mm Sicherheitsglas - bei einem Funkamateur begleitet.

Rufzeichenmissbrauch im deutschen Amateurfunkdienst ist zum Volkssport geworden. Die Staatsanwaltschaften, die mit dem Thema befasst sind, scheitern an der Kooperationsbereitschaft der Reg TP. Sie vertritt den Rechtsstandpunkt, dass eine Verfolgung der Verantwortlichen nicht Erfolg versprechend und auch durch das AfuG-97 nicht gedeckt sei.

Bei anderen Funkdiensten, besonders beim nichtöffentlichen beweglichen Landfunk, greift die Reg TP rigoros zu Mitteln, die in jüngsten richterlichen Entscheidungen gerügt wurden. So ist es z.B. nicht rechtsstaatlich, wenn die Behörde OHNE richterlichen Beschluss Hausdurchsuchungen durchführt oder diese mit der nicht zutreffenden Vortäuschung von "Gefahr im Verzug" erzwingt.

In einem anhängigen Verfahren wegen Kinderpornographie im Amateurfunknetz kommt es jetzt zu Reaktionen einer Staatsanwaltschaft, die diesbezüglich Besserung erhoffen lassen.

Betrachtet man diese Vorgänge mit etwas Distanz, dann drängt sich der Verdacht auf, dass die Mitarbeiterstruktur der Reg TP im Außendienst gegenüber nicht organisierten Funkamateuren und anderen Funkdiensten ihre Kompetenz überschreiten, gegenüber organisierten Funkamateuren aber wesentlich vorsichtiger handeln.


Aus HamRadio 2day Nr. 14 - IM FOCUS

in der Ausgabe vom 11.11.2001 wird berichtet, dass die Funkamateure Mitte der 80er als Rekrutierungsmasse sowohl in der DDR als auch in der BRD erkannt wurden. Weitergehende Recherchen bestätigen, dass das kein Redakteurswitz war, sondern dass gerade im Westen ein Netz von informellen Mitarbeitern bereits auf der Ebene der Funkamateure bestand. Auch Buchautor Hubertus Knabe dokumentierte bereits früher, dass zusätzlich die oberen Führungsebenen der Amateurfunkvereine unterwandert werden sollten.


Aus HamRadio 2day Nr. 16 - DJ2NL

Fritz Kirchner ist tot. Er war Kritiker des DARC als Institution und Förderer des Amateurfunkdienstes. Unvergessen ist seine Rettungsaktion 1994 während der Podiumsdiskussion in Solingen, als er Dr. Horst Ellgering "rettete", der sich anlässlich der politischen Gründung des AFuG-97 total verhaspelte. Fritz verwechselte den Amateurfunk nie mit Vereinsfunk. Wir bitten um eine kurze Schweigeminute.


Aus HamRadio 2day Nr. 20 - NÜRNBERG

rumort mal wieder. Dass Sysops wie DF2AU es mit der Wahrheit nicht sehr genau nehmen, zeigt seine Mail, in der er die Rubrik AGZ als gelöscht postuliert. Sie ist es allerdings nicht, dafür sind aber AGZ-Rufzeichen von der Nutzung der Mailbox DB0FC-1 komplett ausgesperrt. DF2AU geht es mal wieder nicht um Rubriken-Pflege, sondern um Rufzeichensperrung.

Derart handelnde Sysops kreieren ohne Not ein Menetekel, wenn sie gerade zum jetzigen Zeitpunkt die vollständige Umsetzung des Nürnberger Urteils provozieren. Das hätte für alle Funkamateure die negative Folge, dass die Koordination von Relais und Digipeatern in einer staatlichen Verordnung keine Berechtigung mehr fände und dass jeder Funkamateur auf den dann ehemals koordinierten Frequenzen privatrechtliche Zusatzeinrichtungen unbemannt installieren könnte. Auch die AGZ e.V. wäre damit nicht sehr glücklich.

Das Landgericht Nürnberg hat das grundgesetzliche Recht am persönlichen Eigentum derart hoch aufgehängt, dass es nur zwei Alternativen in der kommenden novellierten Amateurfunkverordnung gibt: Detailregulierung bis hin zum Betrieb der Mailbox; oder aber vollständige Liberalität und Deregulierung.


Aus HamRadio 2day Nr. 22 - POLIZEIFUNKER

wollen ihr eigenes FUNKNETZ. Digitale TETRA-Netze sind der HIT, GSM-kompatibel und Bluetooth-fähig. Das TETRAPOL-NET soll abhörsicher verschlüsselt sein, hat eine Zugangskodierung und wird derzeit in der Region Aachen grenzüberschreitend von den Sicherheitsbehörden in Belgien, den Niederlanden und Deutschland getestet. Ich empfehle SYSOP-DL, sich mit dieser Technik ausführlich zu befassen (aus DIE WELT, 13.3.2002).


Aus HamRadio 2day Nr. 23 - CW FOR EVER

lautet der Wahlspruch der AGZ e.V. - zwar als Betriebsart, aber nicht als Zugangskriterium zur Nutzung der Kurzwelle. Am 18.März 2002 konnte die AGZ e.V. auf eine erfolgreiche Lobbyarbeit zurückblicken. Erneut und diesmal abschließend bestätigte die Nationale Gruppe als höchstes Beratungsgremium des Wirtschaftsministers für die WRC-2003, den heutigen Artikel S.25.5 der VO-Funk - Praktische Prüfung von Morsetelegrafie - nicht mehr zu unterstützen. Die Mitglieder der Nationalen Gruppe verwarfen das Votum


7-MHZ-ERWEITERUNG KOMMT!

Die Nationale Gruppe unterstützte einen Zweistufenplan, der gemeinsam von den Funkamateuren, dem Rundfunk und dem Bundesverteidigungsministerium ausgearbeitet wurde. Möglichst schnell sollen nach 2003 weitere 100 kHz bei 7,1 MHz dazukommen, die mit militärischen Funkanwendungen geteilt werden müssen. Einige Jahre später sollen dann erneut 100 kHz hinzu kommen. Der Rundfunk rutscht jeweils in der Frequenz nach oben. Somit könnten Funkamateure dann international harmonisiert von 7,0 bis 7,3 MHz Funkbetrieb machen - eine wirklich schöne Sache!


Vy 73,

Hermann
DL1EEC


Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung von Funkamateuren und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.