HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 51 / 2002 vom 13.10.2002


"IHR EMAIL-ANHANG ENTHÄLT VIREN"

lautet die Alarmmeldung meines Virenscanners bei der Zuschrift eines Absenders, der die Adresse "Dieter.DL2BQD@arcormail.de" benutzte. Mein freundlicher Hinweis, dass die unter dem Interesse weckenden Titel "PLC" zugestellte E-Mail im anhängenden Dokument einen Virus enthalte, kam als unzustellbar zurück. Es handelt sich also offenbar wieder um eine Fälschung der Identität; in diesem Fall neuerlich - vermutlich - um einen Funkamateur.

Ich empfehle Ihnen, wenn Sie sich öffentlich und kritisch mit dem Amateurfunkdienst auseinandersetzen, sich zu schützen, Ihre Antiviren-Software auf dem aktuellen Stand zu halten und sie auch wirklich beim Download zu aktivieren. Auch ein regelmäßiges Einspielen der Updates und Security-Patches des Betriebssystems ist unverzichtbar, wenn Sie sich im Amateurfunk öffentlich engagieren.


RUFZEICHENMISSBRAUCH

ist keine Straftat und noch nicht einmal eine Ordnungswidrigkeit, aber er kennzeichnet den desolaten Zustand des Amateurfunkdienstes insgesamt und die Position seiner Sozialstruktur. Und eben diese macht uns bei Behördenvertretern zunehmend zu schaffen. Wenn sich die Delegierten der WRC-2003 nächstes Jahr in Genf treffen werden, dann müssen sich die Vertreter der deutschen Verwaltung bestimmt einige Bemerkungen dazu anhören.

Mitglieder und Sympathisanten der deutschen Interessenvertretung in der IARU, die vermeintlich etwas Gutes für diesen Verein tun wollen und dann aber zu Rufzeichenmissbrauch, Relaisabschaltungen, anonymen Beleidigungen und Trägerdrücken greifen, schaden diesem auf der politischen Ebene gewaltig - und zwar national und international. Die Zustände in Deutschland bleiben dank der guten Kommunikationstechniken eben nicht verborgen.


REGTP: MELDEN SIE RUFZEICHENMISSBRAUCH !

Die Regulierungsbehörde kann Rufzeichenmissbrauch zwar offenbar immer noch nicht aufklären oder gar ahnden - dazu das folgende brandaktuelle Zitat:

"Während unserer Beobachtungszeiten konnte der von Ihnen gemeldete Rufzeichenmissbrauch nicht mehr festgestellt werden. Nachträglich konnten wir nur noch Ihre Angaben bestätigen, aber nicht den Verursacher ermitteln."

Jedoch ruft die Behörde in demselben Schreiben dazu auf, Rufzeichenmissbrauch zu melden:

"Bitte melden Sie eventuelle neuere Rufzeichenmissbräuche bzw. Störungsmeldungen in Zukunft direkt an unsere zuständigen Annahmestellen (0180 3232323)."

Nehmen wir dies wörtlich. Melden wir also in Zukunft jeden Rufzeichenmissbrauch sofort unter der Telefonnummer

0180-3232323.


DIE WRC-2003 IN GENF

steht, aber noch nicht der Wegfall der CW-Prüfung als Zugangsvoraussetzung zur Kurzwelle. Die zuständige CEPT-Arbeitsgruppe hatte im Mai 2002 - only to please Russia - eine wachsweiche neue Formulierung eingebracht, die es Mitgliedsstaaten erlauben würde, CW als Zugangshürde zum Amateurfunkdienst weiterhin zuzulassen - in eigener Entscheidung.

Dieses textliche Konstrukt ist insoweit widersprüchlich, weil es die praktische Prüfung nicht zulässt und weil in ihm keine Grenzfrequenz mehr definiert wird. Die Konsequenz wäre, dass entweder alle zukünftigen Funkamateure CW nachweisen müssen, bevor sie auf den Bändern - auch oberhalb von 30 MHz - Betrieb machen können, oder niemand - oder es wäre in die willkürliche Entscheidung eines jeden Landes gestellt, doch noch eine Grenze zu setzen, die aber dann überall verschieden sein kann. Die AGZ e.V. hat dazu am 8. Oktober 2002 der Nationalen Gruppe die folgende Stellungnahme zukommen lassen:

Die AGZ e.V. unterstützt nicht den aktuell bei CEPT-PT4 diskutierten Vorschlag, RR-Artikel 25.5 wie folgt zu fassen:

MOD EUR/1.7.1/6 25.5

Administrations shall determine whether or not a person seeking a license to operate an amateur station shall prove that he is able to send and receive correctly texts in Morse code signals.

Statt dessen treten wir für die ersatzlose Streichung von RR 25.5 ein (SUP).

Begründung:

Schon allein der vorgesehene Verweis auf ITU-R M.1544 in RR-Artikel MOD 25.6 erlaubt es den Verwaltungen, Prüfungsinhalte für die Teilnahme am Amateurfunkdienst derart eigenständig festzulegen, dass auch Kenntnisse in Morsetelegraphie grundsätzlich in Frage kommen können. Die Tatsache, dass ITU-R M.1544 nicht per Referenz eingebunden werden soll, erhöht den Grad der Flexibilität und Eigenständigkeit weiter. Obiger Formulierungsvorschlag für RR 25.5 bringt inhaltlich daher nichts neues; er ist redundant und systematisch unnötig. Wir lehnen ferner die Hervorhebung und explizite Nennung einer einzigen unter vielen anderen prinzipiell gleichberechtigten Sendearten ab. Hierfür gibt es keinen Sachgrund.

Wir merken an, dass der aktuelle Textvorschlag für RR MOD 25.5 weder eine Frequenzgrenze enthält, noch die Möglichkeit einer manuellen Prüfung thematisiert. Damit wäre weder eine Rechtsgrundlage für den Zugang zu bestimmten Frequenzen (z.B. Kurzwelle), noch die Verbindlichkeit einer praktischen Prüfung aus RR 25.5 mehr direkt herleitbar, wie das bisher der Fall ist.

Wir betonen, dass sich die "Nationale Gruppe" zur Vorbereitung der WRC-03 bereits zwei Mal - nämlich am 17.09.2001 und am 18.03.2002 - jeweils mit großer Mehrheit gegen die Beibehaltung der Morsetelegraphieprüfung im Amateurfunk ausgesprochen hat. Die praktische Umsetzung dieser Entscheidung der deutschen Telekommunikationsverwaltung in nationales Recht wird vom aktuell diskutierten CEPT-PT4-Entwurfstext für RR MOD 25.5 in vollem Umfang ermöglicht und gedeckt.


DIE DRINGEND NOTWENDIGE ERWEITERUNG des 40m-BANDES

ist offensichtlich bei CEPT und ITU in trockenen Tüchern! Am Rande des Treffens am 8. Oktober 2002, an dem auch Vertreter der AGZ und des DARC teilnahmen, konnte man erkennen, dass nach der WRC-2003 die Kurzwellen-Funkamateure schon sehr schnell 100 kHz mehr Platz haben werden - später kommen dann noch einmal weitere 100 kHz - schlimmstenfalls geteilt mit anderen Funkdiensten.


DIE FUNKWETTER-DATEN AUS KIEL
vom 12. Oktober 2002 08h00 UTC

Forecast sunact = eruptive
Forecast magfield = quiet
Relative sunspots = 178
Flux = 179
A = 7
K = 1
Forecast Aurora = No (normal)

Vy 73,

Hermann
DL1EEC


Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung von Funkamateuren und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.