HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 56 / 2002 vom 17.11.2002

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


NEWS-FLASH AUS SAN MARINO

Peter Halpin, PE1MHO, No Code International National Chapter Chairman Niederlande, informierte die AGZ "online" über die IARU-Region 1-Konferenz in San Marino. Uns interessierte nicht, wann die Delegierten auf Kaffeefahrt gingen. Wir wollten wissen, wie die Abstimmung zur CW-Prüfung lief. Hier der Bericht von Peter Halpin:

Meine Herren,

hier eine druckfrische Info zur IARU-Abstimmung "KURZWELLEN-ZUGANG" mit oder ohne CW. Das Ergebnis:

Alle anwesenden IARU-Region 1-Mitglieder - außer dem DARC und einem ungenannten Verein - stimmten für den Telegraphie-freien Zugang zur Kurzwelle. Bei dem ungenannten Mitglied handelt es sich vermutlich um Russland.

Interessant ist auch, dass der Vorsitzende der RSGB - Bob Whelan - jetzt auch neuer Vorsitzender des Komitees für Funkregulierungsfragen der Region 1 ist. Hans Blondeel-Timmerman wurde Vorsitzender des Komitees für Außenbeziehungen. Beide stehen für einen progressiven Reformkurs im Amateurfunkdienst - dies ist eine gute Nachricht.

Soweit Peter, PE1MHO.

Auch die IARU-Region 1 steht nun also fast geschlossen für die ersatzlose Streichung der CW-Prüfung. Ich meine, dass die beiden mit "Nein" stimmenden Mitgliedsclubs trotz ihres Vetos dieses überwältigende Votum - auch der als arm titulierten Länder - nun nicht mehr ignorieren können. Umdenken ist angesagt - vor allem in Deutschland.


HF-AMIGO-AFFÄRCHEN IN SAN MARINO ?

Waren es vorige Woche noch acht Delegierte unter der Führung von DJ8CY, die anlässlich der IARU-Tagung in San Marino den DARC e.V. vertreten sollten, so wuchs die tatsächliche Delegationsstärke nun plötzlich auf zehn Mitglieder an.

Neu im Team ist unter anderem Rainer Wilhelm, DH7RW. Dazu wäre nichts anzumerken, wenn er nicht ein vornehmlich mit Amateurfunk befasster Mitarbeiter der RegTP und stellvertretender Delegierter der Regulierungsbehörde im Arbeitskreis 2 der "Nationalen Gruppe" zur Vorbereitung der WRC-03 wäre. Ich meine, dies ist eine sehr "unglückliche" Einladung.


REGTP GIBT WLAN-FREQUENZEN IM 5,7 GHZ-AMATEURBAND FREI

Diese Woche hat die Regulierungsbehörde eine Allgemeinzuteilung von Frequenzen in den Bereichen 5,15 bis 5,35 GHz und 5,47 bis 5,725 GHz für WLAN-Anwendungen zur drahtlosen Vernetzung von Computern gemäss der Norm IEEE 802.11a veröffentlicht. Wir berichteten bereits am 4. August dieses Jahres. Grundlage ist die Amtsblatt-Verfügung Nr. 35/2002. Die neuen Geräte erlauben eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 54 MBit pro Sekunde innerhalb der Nahbereichs-Funknetzwerke. Nachhaltig negativ betroffen von dieser Entscheidung ist das 6 cm-Amateurfunkband, zumal effektive Strahlungsleistungen von bis zu einem Watt zur Anwendung kommen und zudem noch Outdoor-Betrieb erlaubt ist.

Die Verfügung weist ausdrücklich darauf hin, dass die von jedermann ohne besondere Genehmigung nutzbaren Frequenzbereiche mit anderen Anwendern - z.B. mit uns Funkamateuren - gemeinsam benutzt werden. Dabei dürfen die anderen Nutzer, die einen Primär- oder Sekundärstatus haben, durch WLAN nicht gestört werden. WLAN selbst hingegen muss Störungen durch die anderen Funkdienste hinnehmen. Wie jedoch dieses für uns eigentlich sehr positive Recht gegenüber einem Unternehmen oder einer Bank, die ein großes WLAN für ihre Mitarbeiter errichtet, in der Praxis durchzusetzen ist, das erscheint uns allerdings mehr als rätselhaft. Man muss dazu wohl einen sehr langen juristischen Atem und genügend finanzielle Rücklagen haben.

Selbstredend hat die Regulierungsbehörde die Eingaben der Amateurfunkverbände gegen die WLAN-Allgemeinzuteilung in Bausch und Bogen verworfen, genau wie die Stellungnahmen fast aller Einsender. Wieder stellt sich die Frage, warum diese Bundesbehörde ihre Bürger und die Industrie eigentlich überhaupt noch öffentlich befragt, wenn das Resultat schon vorher fest steht.

Nachzulesen ist die Amtsblatt-Verfügung unter
http://www.regtp.de/imperia/md/content/reg_tele/frequenznutzung/vfg35_02.pdf


EINE GELDSTRAFE HAGELTE ES

wegen Missachtung des Funkverbots im Flugzeug. Das Landgericht Düsseldorf hat einen Geschäftsmann zu einer Geldstrafe von 1260 Euro verurteilt, weil er an Bord eines Flugzeugs sein Handy benutzt hatte und dadurch möglicherweise sich und die anderen Fluggäste in eine lebensgefährliche Situation brachte.

Beim Landeanflug auf den Flughafen Düsseldorf war eine Maschine der Luftfahrtgesellschaft LTU plötzlich kurzzeitig ins Trudeln geraten. Unmittelbar vor diesem Zwischenfall hatte der Beschuldigte an Bord der Maschine trotz ausdrücklichen Verbots sein Handy eingeschaltet. Einer beherzten Stewardess gelang es, dem Mann das Handy zu entreißen und den Akku zu entfernen.

Das Amtsgericht Düsseldorf verurteilte den Geschäftsmann zu einer Geldstrafe von 3600 Euro. Dieser ging daraufhin in Berufung. Das Landgericht Düsseldorf reduzierte die Strafe auf 1260 Euro. Das Gericht begründete sein mildes Urteil damit, dass der Angeklagte geständig und nicht vorbestraft sei. Auch sei letztlich nicht erwiesen, dass sein Handy der Auslöser für die gefährliche Situation gewesen sei.

Quelle: www.funkmagazin.de


DGB-CHEF FORDERT AUFLÖSUNG DER REG TP

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschafts-Bundes (DGB), Michael Sommer, hat vorgeschlagen, die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post aufzulösen.

Anlässlich einer Demonstration gegen den Arbeitsstellenabbau bei der Deutschen Telekom am 6.11. in Düsseldorf erklärte Sommer, dass die RegTP "ihre Hausaufgaben gemacht" habe und deshalb aufgelöst werden könne. Die Regelung, dass sich die Deutsche Telekom ihre Preise von der RegTP genehmigen lassen muss, solle aufgehoben werden. Die verbleibenden wettbewerbsrechtlichen Kontrollaufgaben könne das Bundeskartellamt übernehmen.

Die Konkurrenten der Deutschen Telekom sind über diesen Vorschlag empört. Ein Sprecher erklärte, dass die Forderung des DGB-Chefs "Unsinn" sei. Kein einziger Experte sehe eine Notwendigkeit zur Auflösung der RegTP. Nicht einmal die Deutsche Telekom selbst habe eine solche Forderung erhoben.

Die RegTP ist neben der Marktregulierung im Telekommunikationsbereich auch für die Zuteilung und Überwachung von Funkfrequenzen verantwortlich. Völlig unklar ist, in welchen Zuständigkeitsbereich die Frequenzverwaltung bei einer Auflösung der RegTP fallen würde.

Quelle: www.funkmagazin.de


INDIVIDUELLE QSOS STERBEN

K8CPA berichtet von seinen ersten Gehversuchen mit einem PK-900 auf 20m. Er hörte fast ausschließlich PSK31, ein wenig RTTY und MFSK16. Er hörte dann in das Pactor-Segment und fand dort nur Mailboxbetrieb. Er stellt die berechtigte Frage, ob es dort eigentlich noch "HUMAN OPERATORS" gäbe.

K8CPA ist auf 14080 oder 14110 kHz in Mark QRV und bittet um fleißiges CQ-Rufen; er wird unter Garantie antworten.

Aus QRZ.com


FUNKAMATEUR IN GAMBIA ERMORDET

Während seines Besuches in Gambia wurde Ron Ford, G3NKO, ermordet. Er hatte vor Ort ein eigenes Anwesen mit Funkmöglichkeit. Ron fand seine letzte Ruhe am 11.11.2002 in England.

Aus www.rsgb.org


LESERBRIEFE

sind immer herzlich willkommen. DC1LAP schreibt uns zum Bericht über die Amateurfunk-Sendung des "WDR-Computerclubs Praxis" vom 26. Oktober:

Da habt ihr genau meine Meinung wieder gegeben. Das war ja wirklich peinlich, ich habe dann auch umgeschaltet, so wird es wohl nichts mit der Nachwuchsgewinnung bei den Jugendlichen. Macht weiter so mit eurem Rundspruch; mir gefällt er gut!

73 de DC1LAP


ZUM SCHLUSS
Funkwetter-Daten aus Kiel

vom 16. November 2002 09h00 UTC

Forecast sunact = active
Forecast magfield = active conds expected
Relative sunspots = 185
Flux = 198
A = 8
Next expected K = 2
Forecast Aurora = No (normal)

Vy 73,

Hermann
DL1EEC


Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung von Funkamateuren und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.