HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 59 / 2002 vom 08.12.2002

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


EIN PARADOXON ?

(hfs) Ohne "wenn und aber" stehe ich zum Schutz von Personen in elektromagnetischen Feldern. Ohne "wenn und aber" haben wir bei unserem wissenschaftlich-technischen Anspruch mit Selbstbau-Rechten nachzuweisen, dass wir mit elektromagnetischen Feldern umgehen können. Ohne "wenn und aber" haben wir unsere Sendestationen sozialverträglich zu organisieren und auf nachbarschaftlichen Frieden zu achten.

Ohne "wenn und aber" haben aber auch Staat und Gesellschaft nachzuweisen, dass Gefahr tatsächlich im Verzug ist und ideologischen Wirrköpfen Tür und Tor zu schließen. Ohne "wenn und aber" ist unser Gemeinwesen verpflichtet, im Falle einer realen Gefahr für Leib und Leben die dazu gehörende Werbung zu stoppen. Und dieser Pflicht wird bei Tabakwarenkonsum nicht nachgekommen, obwohl die Zahl der Lungenkrebstoten und die Kosten für das Gesundheitssystem äußert real sind. Ohne "wenn und aber" hat sich daher die Bundesrepublik Deutschland ihrer von RegTP und Prof. Wiesbeck vorgebrachten Argumente beraubt, wenn sie die Werbung für Tabakwaren als einziger EU-Staat weiterhin ungerügt geschehen lassen und vor dem Europäischen Gerichtshof sogar erklagen will. Muss man ebenfalls bei der BEMFV finanzielle Interessen vermuten - genau wie bei der staatlichen Schützenhilfe für die Tabak-Industrie?

Die Glaubwürdigkeit des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, der RegTP, der DIN/VDE-0848 Teil 3-1 und schlussendlich der BEMFV bleiben in diesem Licht seitens des Gesetzgebers beim Bürger vollends auf der Strecke.


WIESBECK-STUDIE IN KURZFORM VERÖFFENTLICHT

(rps) Seit letztem Freitag, den 6. Dezember 2002 ist eine Kurzfassung der neuen Wiesbeck-Studie auf dem Webserver der Regulierungsbehörde zu finden unter

http://www.regtp.de/

und hier unter "Technische Regulierung Telekommunikation", "EMVU", "Selbsterklärung Amateurfunk" und "Vereinfachtes Verfahren zur Bestimmung der Schutzabstände bei Amateurfunkanlagen". Die genaue URL lautet zur Zeit:

http://www.regtp.de/imperia/md/content/tech_reg_t/emvu/wiesbeck.pdf


TIPP ZUR SELBST-ANZEIGE

(rps) Uns erreichte per Email der folgende Rat eines Rechtsexperten: Unter die an die RegTP einzusendenden Anzeige-Blätter sollte man unbedingt diese folgenden drei Buchstaben setzen: "u. ü. V." Sie bedeuten: "unter üblichem Vorbehalt". Die RegTP sei rechtlich verpflichtet, Dokumente mit diesem Vermerk, der die Anwendung eigener Rechtsmittel offen hält, anzunehmen.


LESERBRIEFE

Hallo lieber Hermann, wie immer war Euer Rundspruch interessant und informativ. Ich habe mir die Freiheit genommen und den Bundesrechnungshof über die Teilnahme des RegTP-Mitarbeiters, finanziert durch die RegTP, informiert. Welche Kosten für die Teilnahme von Herrn Wilhelm entstanden sind, kann ich Euch für einen Eurer nächsten Rundsprüche u.U. mitteilen. Denn ich habe gebeten, mich darüber zu informieren.

vy 73 de ...

(der Name ist der Redaktion bekannt).

Hallo, ihr beiden Rundspruch-Macher! Schon auf der Hamvention in Dayton wurde die Amateurfunk-DRM-Adaption von Demeure/Thales vorgestellt. Die sehr instruktive PowerPoint-Präsentation (leider fast 3 MB) ist unter folgender Adresse erklickbar:

http://www.tapr.org/tapr/dv/digital_voice_forum_dayton_2002_demeure1.pdf

Die Darmstädter Entwicklung

http://www.tu-darmstadt.de/fb/et/uet/drm.html

arbeitet, nach allem was ich bisher daraus gelesen habe, mit 10 kHz Bandbreite - scheint also "nur" (trotzdem: Respekt!) eine Soundcard-Adaption des Rundfunk-DRM zu sein. Doug Smith schickte mir noch eine E-Mail, die mehr oder weniger zum Inhalt hat, dass er die Sache zunächst mal in QEX abhandeln möchte und dann "hinausgeht in alle Welt". Am Ende wird es die Software sicherlich kostenlos geben. Ob am Anfang Thales oder Ten-Tec (US-Vertrieb?) dafür Geld sehen will oder das DRM-Konsortium generell mit Lizenzgebühren abgefunden werden will, steht noch in den Sternen. Ich bemühe mich gerade bei Thales darum, in die Beta-User-Liste hineinzurutschen.

Interessant jedenfalls, dass alle Gedankenspiele der AGZ hinsichtlich DRM kräftig verrissen wurden. Und nun, da sie realisiert sind, hat es plötzlich jeder gewusst, und es ist auch ganz dolle. Das aber ist ein mehr gruppendynamisches als technisches Problem. Ich bin jetzt erst mal unterwegs und freue mich schon auf einen "spitzen" Rundspruch. 73 de Nils.


JEMAND SCHREIBT UNTER DEM RUFZEICHEN DK7JZ

in Packet Radio:

Da hat mir die AGZ mit ihrem sogenannten Rundspruch 58 den Wind aus den Segeln genommen. Die Aktualität und Sachlichkeit ist diesmal anerkennenswert. Auch das muss gesagt werden. Um nicht als Gewendeter zu gelten erlaube ich mir doch noch eine Spitze.

"Wäre es nicht schöner, wenn dieser RSP andere Autoren hätte"?

Danke, "Anke" !


FLATTERBÄNDER

(rps) fordert der DARC e.V. zukünftig von seinen Mitgliedern, die einen Fieldday durchführen wollen. Zitat aus einer Vereinbarung, die ohne Beteiligung anderer Vereine mit der RegTP getroffen wurde:

"Wird ein Fieldday kurzfristig geplant, d.h. maximal sieben Tage vor dem Stattfinden, so ist die Selbstanzeige nicht erforderlich. Jedoch muss sicher gestellt sein, dass alle Grenzwerte ordnungsgemäß eingehalten werden. Auch müssen die entsprechenden Mittel bereit gehalten werden, die den Betreiber in die Lage versetzen, die Sicherheitsabstände vor Ort zu berechnen und zu dokumentieren. ... Ggf. muss der kontrollierbare Bereich kenntlich gemacht werden, z.B. durch ein rot-weißes Kunststoffband".

Wird dieselbe Außenaktivität längerfristig als sieben Tage geplant, so ist eine Anzeige des Standorts nach BEMFV erforderlich, meinen jedenfalls DARC und RegTP. Wo sie allerdings die Rechtsgrundlage für diese doch recht eigenwillige Interpretation von Sicherheit hernehmen, ist uns in der AGZ unklar. Da wir dies weder in Gesetzes-, noch in Verordnungstexten finden können, gehen wir nicht von einer Verbindlichkeit für alle Funkamateure in Deutschland aus.


MOBBING

(hfs) betreibt ein DARC-Ortsverbands-Vorsitzender gegen ein Mitglied der AGZ e.V., welches gleichzeitig Mitglied des DARC e.V. ist, indem er unser Mitglied massiv zum Austritt drängt. Die diesen Rundspruch mitlesenden Funktionäre des DARC sind gebeten, ihren Distriktvorsitzenden "Golf" einmal dazu zu befragen - schließlich hat ein jeder das Recht, die Vereine, denen er angehören möchte, ganz alleine zu bestimmen.


DRM AUF KURZWELLE

(hfs) nimmt nach der Veröffentlichung durch die AGZ immer weiteren Raum ein. Neben England und der Schweiz widmet die Zeitschrift "Funkamateur" nun mehr als zwei Seiten diesem Thema. Auch die "Funk" schreibt dazu intensiv. Die Redaktion von HamRadio 2day bedankt sich bei allen Autoren für die Aufnahme des Themas.


DIE ARRL

(hfs) zum Beispiel berichtet brandaktuell über das erste transatlantische digitale Kurzwellen-QSO. Die Radiopionier-Firmen Ten-Tec and Thales haben mit HamRadio-Rigs auf Kurzwelle transatlantische QSOs in DRM bereits vollzogen. Doug Smith, KF6DX, und Didier Chulot, F5MJN, tauschten Rapporte während einer Verbindung am 22. November 2002 zwischen Paris und Sevierville, USA aus.


DEUTSCHE WELLE FÜHRT DRM IM REGELBETRIEB EIN

(rps/dw) Die Deutsche Welle wird ab Juni 2003 Sendungen in digitaler Kurzwelle im Regelbetrieb ausstrahlen. Das teilte der Intendant des deutschen Auslandsrundfunks, Erik Bettermann, anlässlich einer Konferenz von Vertretern des Konsortiums Digital Radio Mondiale (DRM) aus Osteuropa am 3. Dezember 2002 in Köln mit. Bettermann sagte, der Hörfunk im Lang-, Mittel- und Kurzwellenbereich werde durch die digitale Ausstrahlung von Sendungen weltweit revolutioniert: Die digitale Kurzwelle werde sich der Audioqualität von UKW annähern, störende Empfangseffekte wie Interferenzen, Rauschen und Schwankungen des Empfangssignals seien dann nicht mehr bemerkbar. Dies könne eine Voraussetzung für "die Renaissance des Hörfunks in aller Welt" sein.


AUCH DER BAYERISCHE RUNDFUNK

(rps) plant die Einführung von DRM: Bereits am kommenden 1. Januar sollen die Kurzwellensendungen - trotz erheblichem Protest von europaweit mobilen Hören - vom Standort Ismaning auf 6085 kHz eingestellt werden, um später auf dieser Frequenz in DRM qrv zu werden.


SONDERSTATION ERINNERT AN PEARL HARBOR

(hfs) W2W ist von Baltimore, Maryland, aus am 7. und 8. Dezember qrv. Man erinnert damit an den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg gegen Japan.


DEN FUNKWETTERBERICHT

von DK0WCY haben wir zum Vorteil des Informationsumfangs von HamRadio 2day ohne Frist abgesetzt. Sollten Sie diese Informationen weiterhin benötigen, lassen Sie es uns bitte wissen. Sie finden diese Daten ansonsten jederzeit im Internet unter

http://www.dk0wcy.de/

Vy 73,

Hermann
DL1EEC


Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung von Funkamateuren und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.