HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 62 / 2002 vom 29.12.2002

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


J A H R E S R Ü C K B L I C K    2 0 0 2

JANUAR

IN FINNLAND
ist das Prüfungstempo bei der CW-Prüfung auf 25 Zeichen pro Minute gesenkt worden.

IM FOCUS
in der Ausgabe vom 11.11.2001 wird berichtet, dass die Funkamateure Mitte der 80er als Rekrutierungsmasse sowohl in der DDR als auch in der BRD erkannt wurden. Weitergehende Recherchen bestätigen, dass das kein Redakteurswitz war, sondern dass gerade im Westen ein Netz von informellen Mitarbeitern bereits auf der Ebene der Funkamateure bestand.

IN PORTUGAL
dürfen Funkamateure ohne Prüfung in Morsetelegraphie bereits seit 1995 auf den klassischen Kurzwellenbändern mit 750 Watt senden.

FEBRUAR

DJ2NL
Fritz Kirchner ist tot. Er war Kritiker des DARC als Institution und Förderer des Amateurfunkdienstes. Unvergessen ist seine Rettungsaktion 1994 während der Podiumsdiskussion in Solingen, als er Dr. Horst Ellgering "rettete", der sich anlässlich der politischen Gründung des AFuG-97 total verhaspelte. Fritz verwechselte den Amateurfunk nie mit Vereinsfunk.

SIND REPEATER
grundsätzlich von Rundsprüchen freizuhalten, werde ich oft gefragt. Ich konnte nirgendwo - weder in der alten DV-AFuG noch in der aktuellen AFuV einen Hinweis finden, der etwas über den Inhalt einer Aussendung über einen Repeater aussagt. Es ist auch legitim, auf der Ausgabe eines Repeaters zu senden, wenn dieser außer Betrieb genommen wurde.

BANDPLÄNE
privater Vereine haben keine Chance, zum Regelwerk in der AFuV oder dem AFuG zu werden. Sie sind vielmehr als Regelwerke anzusehen, die sich die Funkamateure selbst geben; sie sind nicht verpflichtend. Es wäre also denkbar, dass die AGZ e.V. auch einen Bandplan kommuniziert, der alle Amateurfunkbänder lediglich in "AUTOMATISCH" und "INDIVIDUELL" teilt.

AMATEURFUNKGERÄTE IN KRAFTFAHRZEUGEN
führen tatsächlich zu Betriebseinschränkungen. Die AGZ e.V. hatte sich vor kurzem an das Bundesverkehrsministerium gewandt, um den Erlaubnisrahmen abzuklären. Sie erhielt diese Woche eine für Funkamateure unangenehme Antwort. Demnach sind die EMV-Vorschriften des Paragraphen 55a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) in Verbindung mit mehreren europäischen Richtlinien im Wortlaut und ohne Ausnahme anzuwenden.

MÄRZ

POLIZEIFUNKER
wollen ihr eigenes FUNKNETZ. Digitale TETRA-Netze sind der HIT, GSM-kompatibel und Bluetooth-fähig. Das TETRAPOL-NET soll abhörsicher verschlüsselt sein, hat eine Zugangskodierung und wird derzeit in der Region Aachen grenzüberschreitend von den Sicherheitsbehörden in Belgien, den Niederlanden und Deutschland getestet.

CW FOR EVER
lautet der Wahlspruch der AGZ e.V. - zwar als Betriebsart, aber nicht als Zugangskriterium zur Nutzung der Kurzwelle. Am 18. März 2002 konnte die AGZ e.V. auf eine erfolgreiche Lobbyarbeit zurückblicken. Erneut und diesmal abschließend bestätigte die Nationale Gruppe als höchstes Beratungsgremium des Wirtschaftsministers für die WRC-2003, den heutigen Artikel S25.5 der VO-Funk - Praktische Prüfung von Morsetelegrafie - nicht mehr zu unterstützen.

7-MHZ-ERWEITERUNG KOMMT!
Die Nationale Gruppe unterstützte einen Zweistufenplan, der gemeinsam von den Funkamateuren, dem Rundfunk und dem Bundesverteidigungsministerium ausgearbeitet wurde. Möglichst schnell sollen nach 2003 weitere 100 kHz bei 7,1 MHz dazukommen, die mit militärischen Funkanwendungen geteilt werden müssen. Einige Jahre später sollen dann erneut 100 kHz hinzu kommen. Der Rundfunk rutscht jeweils in der Frequenz nach oben. Somit könnten Funkamateure dann international harmonisiert von 7,0 bis 7,3 MHz Funkbetrieb machen - eine wirklich schöne Sache!

APRIL

DEUTSCHLANDs IARU-VERTRETER
zettelt in San Marino zur IARU REGION 1-Konferenz im November 2002 eine Meuterei an. Die deutsche IARU-Vertretung befürwortet die Beibehaltung der CW-Prüfung neuerlich als probates Mittel, um "10-Stunden-Lizenzen" auf Kurzwelle zu verhindern.

DAS SCHRECKGESPENST
"Amateurfunk-Antennen bei Eigentumswohnungen" könnte der Vergangenheit angehören. Keine Einstimmigkeit ist bei Wohneigentumsanlagen notwendig, wenn ein Funkamateur eine Antennenanlage am Gemeinschaftsgut errichten will. Das Oberlandesgericht Köln entschied am 12. Januar 2001 unter dem Aktenzeichen 16 Wx 156/00, zu lesen in der Zeitschrift "Wohneigentum in der Verwalterpraxis", Gruppe 2, Heft 1/2002, dass zum Abschluss eines Mietvertrags mit einem Mobilfunkbetreiber zwecks Aufbau von Antennen und einer Basisstation nur die einfache Mehrheit der Eigentümer notwendig ist, und keine Einstimmigkeit.

MAI

MUSTERPROZESSE GEGEN VERFÜGUNG 306/97 GESCHEITERT
Die von Rechtsanwalt Boyke Dettmers, DJ4KD, im Namen von 500 Funkamateuren gegen die RegTP geführten Klagen mit dem Ziel der Aufhebung der Verfügung 306/97 des ehemaligen BMPT sind vom Verwaltungsgericht Köln abgewiesen worden. Die Kosten der Verfahren tragen die Kläger. Gleiches dürfte für die vom DARC geführten Klagen gelten.

WEGWERFVERBOT
Ab dem Jahre 2006 soll es verboten sein, ausgediente Funkgeräte und andere elektronische Geräte einfach in den Hausmüll zu werfen. Die Geräte müssen dann an den Händler oder ein Entsorgungsunternehmen zurückgegeben und von denen fachgerecht recycelt werden. Dies sieht der Entwurf einer Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft vor, der am 10.04.2002 vom Europäischen Parlament angenommen wurde.

POLITTREFF IN WERL: SPD-VERTRETER KÜNDIGT ENDE DES AFUG AN
Der Polittreff am 10.5.2002 war von 49 Funkamateuren besucht: DAS war keine repräsentative Mehrheit aus einem Einzugsgebiet, das gut 8.000 Funkamateure umfasst. Die klassischen Probleme der Funkamateure wie - EMV/U, Reg TP und PLC - wurden den Politikern aus der Sicht der Funkamateure dargestellt; der SPD-Vertreter Eike Hovermann punktete durch eine exzellente Fachkenntnis auffällig oft. Zum Thema PLC sagte er, dass die Amateurfunkverbände schon immer eingebunden gewesen wären und dass die Präsenz der Amateurfunk-Vertreter wohl nicht professionell genug war.

DER SCHOCKER
des Abends kam aus den Reihen der SPD. Zitat Eike HOVERMANN: Die Funkamateure sollen sich darauf einstellen, dass sie innerhalb von Bemühungen der Europäischen Kommission, die Frequenzpolitik an sich zu ziehen, demnächst unter dem TKG angesiedelt werden; ihr eigenständiges Amateurfunkgesetz durch europäische Vorgaben also verlieren werden. Hovermann unterstrich nochmals, dass die Funkamateure sich eine bessere Lobbyarbeit leisten müssen. Qualifizierte Präsenz vor Ort in Berlin und vor allem Brüssel sei ein absolutes MUSS!

EIN SKANDAL
ist das Urteil des Amtsgerichts Stuttgart gegen einen lizenzierten Funkamateur, der einen frei verkäuflichen und legal erworbenen Scanner-Empfänger mit CE-Kennzeichnung kurz nach dem Kauf vor den Stuttgarter Messehallen auf öffentlichen Wegen eingeschaltet hatte, um das neue Gerät auszuprobieren. Der Scanner wurde von der Polizei konfisziert und der Funkamateur wegen Abhören des Flugfunks zu 400 Euro Geldstrafe verurteilt.

MACHEN SIE MAL ECHOLINK!
Das Windows-basierte Programm dazu finden Sie unter

http://www.synergenics.com/el/

Es ist schnell runtergeladen, ausgepackt und installiert. Nach der Rufzeichen-Registrierung warten Sie einige Stunden, bis Sie freigeschaltet sind. Danach können Sie via Internet (Stichwort "Voice-over-IP") z.B. mit einem amerikanischen Mobilisten in Texas per Luftschnittstelle ein QSO über den dortigen Repeater machen. Sie müssen lediglich am Mikrofon-Eingang ihrer Soundkarte ein preiswertes Mikrofon oder einen Headset anschließen.

JUNI

50 MHZ: SONDERGENEHMIGUNG BLEIBT BEI ÄNDERUNGEN
Ab sofort ermöglicht es die RegTP den Inhabern einer 50 MHz-Sondergenehmigung, bei geändertem Standort, Telefonnummer oder Rufzeichen die Genehmigung zu behalten. Erforderlich ist hierzu ein formloser schriftlicher Antrag mit Angabe der eingetretenen persönlichen Veränderungen, der an die Außenstelle Mülheim/Ruhr der Regulierungsbehörde zu richten ist.

SCHWEIZER FUNKAMATEURE STIMMEN GEGEN CW-PRÜFUNG
In einer Urabstimmung haben sich die Mitglieder des schweizer Amateurfunkverbands USKA mit 62 zu 38 Prozent für die Abschaffung der CW-Prüfung ausgesprochen. Die Wahlbeteiligung betrug 18,5 Prozent. Die USKA wird das Votum ihrer Mitglieder entsprechend bei der IARU vertreten.

DARC UNTERSTÜTZT AGZ-VORSCHLAG VOM JULI 2001
und fordert nun ebenfalls via RTA den Zugang zum 10-Meter-Amateurfunkband für die Genehmigungsklasse 2. Den wirklich konsequenten Schritt traute sich aber Hans-Jörg Unglaub - im Gegensatz zur AGZ - nicht zu: Die Nutzungserlaubnis auch für die Klasse 3 und das in der Frequenz uneingeschränkte ganze 10m-Band.

DIE HAMRADIO 2002
in Friedrichshafen war DIE Gelegenheit, mit uns zu diskutieren und sich über den Amateurfunkdienst nach der WRC-2003 zu informieren.

VERFAHREN EINGESTELLT
Das Amtsgericht Bonn hat am 20.06.2002 ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren gegen einen Kölner Funkamateur mangels Beweisen eingestellt. Vorgeworfen wurde ihm das unerlaubte Senden im sog. Freenet-Bereich bei 149 MHz mit einem Amateurfunk-Transceiver.

Aktenzeichen: 71 OWi 608 / 01

JULI

WICHTIGE BOTSCHAFTEN VON JÖRG SANDER - VIZEPRÄSIDENT DER REGTP
In seiner Eröffnungsrede zur HAM RADIO 2002 sagte Jörg Sander in seiner Eigenschaft als Vizepräsident der Regulierungsbehörde unter anderem:

  • Die Morsetelegrafie-Prüfung wird definitiv nächstes Jahr fallen.
  • Die WRC-03 steht und ihre Durchführung ist gesichert - sowohl mit Termin und Ort, als auch hinsichtlich der Tagesordnung.
  • Die deutsche Amateurfunk-Zeugnisklasse 3 muss CEPT-fähig gemacht werden.
  • Die RegTP ist keine Amateurfunkpolizei. Es wird keine Routinekontrollen der Amateurfunkfrequenzen durch seine Behörde mehr geben, selbst wenn die Amateurfunkverbände dies fordern. Die RegTP wird auch in Zukunft keine Kontrollen von Inhalten der Aussendungen vornehmen - dies weder im Amateurfunk, noch bei kommerziellen Senderbetreibern.
  • Die Eigenständigkeit des Amateurfunks muss erhalten bleiben.

Hinsichtlich einer vertrauensvollen Zusammenarbeit der Funkamateure mit seiner Behörde will Jörg Sander persönlich beim Wort genommen werden.

NUR NOCH MIT SCHLIPS UND KRAGEN
zur HAM RADIO? Denn das neue Zuhause der HAM RADIO 2003 ist piekfein. Das Flair der neuen Hallen ist ein kleineres Spiegelbild der neuen Messe München - klar gegliedert in den Farben Hellgrau, Blau und Edelstahl. Der neue Flohmarkt findet auf 10.000 Quadratmeter unter EINEM Dach in Halle 1 statt: unter einer Holzkonstruktion, die in Europa einmalig ist. Ob der vollständige Verlust der Campingmöglichkeiten innerhalb des Messegeländes für den Zuspruch abträglich oder sogar für das Gesamtimage der HAM RADIO positiv sein wird, werden die Besucher 2003 mit den Füssen abstimmen.

BMWI LEHNT 28 MHZ FÜR DIE KLASSEN 2 UND 3 AB
Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Bitte verschiedener Amateurfunkverbände um Öffnung des 28 MHz-Bandes für die Zeugnisklassen 2 und 3 grundsätzlich abgelehnt.

DL0DL VERSTÖSST GEGEN DAS AFUG
Innerhalb der Deutschland-Rundsprüche des DARC e.V. und auch in einer Sondermeldung im Packetnetz bittet die DARC Verlags-GmbH unter dem Call DL0DL gleich mehrfach wegen technischer Schwierigkeiten ihre Anzeigenkunden um die Wiederholung der elektronisch aufgegebenen Kleinanzeigen. Das ist ein eklatanter Verstoß gegen das Verbot der gewerblich-wirtschaftlichen Nutzung des Amateurfunks.

AUGUST

DER FREQUENZKLAU GEHT UM
Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) beabsichtigt auf Drängen der Industrie, zusätzlich zum 13-cm-Amateurfunkband bei 2400 MHz nun auch das 6 cm-Band mit digitalen drahtlosen Netzen (das sind WLAN und HIPERLAN) zu belegen. Konkret wird der Bereich 5650 bis 5725 MHz mit bis zu einem Watt EIRP betroffen sein, wo unter anderem empfindliche Schmalband-Anwendungen stattfinden.

SCHLECHTE PRESSE FÜR FUNKAMATEURE
Ein Funkamateur aus Moers wurde am 31. Juli dieses Jahres zu acht Monaten Haft auf Bewährung und 1000 Euro Geldbusse verurteilt. Mehrere Funkamateure hatten gegen ihn unter anderem wegen antisemitischer Äußerungen, die er auf Amateurfunkfrequenzen getätigt haben soll, Anzeige erstattet.

HOCHWASSER IN DL
Die sintflutartigen Regenfälle und die Hochwasser führenden Flüsse haben in Sachsen, Teilen des übrigen Deutschlands und in Europa zahlreichen Menschen ihr Hab und Gut gekostet. Hilfsorganisationen, Medien und Politik rufen zu Spenden auf.

DER GLÄSERNE ANTENNENMAST
Unter dem Deckmantel der "Versachlichung" gibt die Reg TP im Internet eine Standortdatenbank heraus, die ALLE Antennenstandorte in der Bundesrepublik Deutschland enthalten soll, allerdings - zur Zeit - ohne die Amateurfunkstellen.

BRÜSSEL
Europa kommt tatsächlich. Die Europäische Kommission richtete Anfang August eine Gruppe für Frequenzpolitik und eine Gruppe Europäischer Regulierungsstellen ein. Die Gruppe für Frequenzpolitik berät und unterstützt die Kommission in Fragen der Frequenzpolitik und der Koordinierung der politischen Ansätze sowie gegebenenfalls in Bezug auf harmonisierte Bedingungen hinsichtlich der Verfügbarkeit und der effizienten Nutzung des Frequenzspektrums.

DIE REGTP VERÖFFENTLICHT DEN FRAGEN- UND ANTWORTENKATALOG
für die Zeugnisklassen 1 und 2. In ihrem Amtsblatt vom 21. August 2002 bietet die Regulierungsbehörde den neuen Fragen- und Antwortenkatalog zur Bestellung an.

AM 1. JANUAR WIRD ES SOWEIT SEIN ...
... denn dann tritt die BEMFV für alle Funkamateure in Deutschland in Kraft - für neue Lizenzen wird sie bereits in wenigen Tagen gelten, denn ihre Veröffentlichung steht unmittelbar bevor.

MOBILFUNK NUR NOCH MIT DEM "e-ZEICHEN"
Ab dem 1. Oktober 2002 dürfen nur noch solche Mobilfunkgeräte in Kraftfahrzeuge eingebaut und während der Fahrt betrieben werden, die mit einem "e-Zeichen" gekennzeichnet sind. Dies ist in der europäischen Richtlinie 95/54/EG ("KFZ-Richtlinie") festgelegt.

SEPTEMBER

RWE WIRFT DAS PLC-HANDTUCH
Eine gute Nachricht für den Amateurfunk: Der Energieversorgungskonzern RWE stellt am 30. September seine Powerline-Aktivitäten ein. Dies bestätigte ein Sprecher des Essener Unternehmens. Als Grund für die Einstellung des Powerline-Angebots nennt RWE "unvorhersehbare technische Entwicklungen". Im vergangenen Jahr seien mehr Frequenzbänder für sicherheitsrelevante Dienste reserviert worden als angenommen, damit seien für die Powerline-Technologie keine genügend großen Frequenzblöcke mehr verfügbar. Auch technische Probleme mit den Powerline-Modems der Schweizer Firma Ascom sollen die Powerline-Einführung erschwert haben - genauso wie die deutliche Überschätzung der zu erwartenden Kundennachfrage.

JIM HAYNIE, W5JBP, PRÄSIDENT DER ARRL
sagte anlässlich des ersten Jahrestages zum 11. September 2001, dass der Amateurfunkdienst frei von kommerziellen Interessen zu bleiben habe. Ebenso tritt er für eine bessere Vorbereitung des Amateurfunks auf die Notfallkommunikation ein.

IARU BEKLAGT MITGLIEDERSCHWUND IN DER REGION 1
Sinkende Mitgliederzahlen in den nationalen Verbänden sind ein schwerwiegendes Problem, sagt der IARU-Region-1-Vorsitzende Lou van de Nadort in seinem Leitartikel des Juni-Newsletters für die Region 1. Er sagt, dass die Mitglieder des Exekutivkomitees der IARU die Besorgnis teilen, dass in vielen Mitgliedsclubs nicht alles zum Besten steht.

OKTOBER

Die Zahl 50 ist bei periodischen Ereignissen etwas besonderes. Für die AGZ e.V. bedeutet sie, dass zum 50. Mal HamRadio 2day produziert und ausgesendet wird. Waren es am Anfang noch Informationen, die auf den Zuhörer eher den Eindruck einer Selbstdarstellung der Schreiber machten, sind es heute handfeste Informationen aus allen Bereichen des Amateurfunkdienstes, die gerne gehört und weiterverarbeitet werden. Dabei sind sowohl der Teil Technik als der Teil Recht ausgewogen vertreten. Auf die nächsten 50 Aussendungen!

GEFAHR FÜR DAS 70-CM-AMATEURFUNK-BAND
durch einen neuen Satellitenfunkdienst? Die südafrikanische Amateurfunkvereinigung SARL warnt öffentlich vor einer möglichen Gefahr für das 70-cm-Amateurfunkband: Für einen neuen Satellitendienst zur Erderkundung mit dem Namen "Earth Exploration Satellite Service" oder kurz EESS soll auf der nächsten Weltfunkkonferenz im Jahre 2003 ein 6 MHz breites Segment im Frequenzbereich 420 bis 470 MHz international bereit gestellt werden. Das geht aus einem entsprechenden Antrag an die WRC-2003 hervor.

AUCH NIEDERLÄNDISCHE VERWALTUNG GEGEN CW
Am 12. und 13. Oktober fand in den Niederlanden der "Dag van de Amateur" statt. Auf dieser wichtigen nationalen Amateurfunk- Veranstaltung teilte die niederländische Telekommunikationsbehörde nicht nur mit, dass sie fest davon ausgeht, dass die Morsetelegraphie-Prüfung auf der WRC-03 nächstes Jahr fällt, sondern auch, dass die Niederlande danach sofort und umgehend diese Prüfung abschaffen und den Inhabern der CEPT-Klasse 2 ohne weitere oder zusätzliche Prüfungsanfoderungen den vollen Zugriff auf alle Kurzwellenfrequenzen erlauben werden.

FRANZÖSISCHE FUNKAMATEURE STIMMEN GEGEN CW
Jean Dumur, F5GJZ, Präsident des französischen Amateurfunkvereins REF-UNION, berichtet anlässlich der im November anstehenden IARU-Region-1-Tagung in San Marino über den Ausgang der französischen CW-Umfrage. Insgesamt wurden 2057 Voten von den Mitgliedern abgegeben.

DER EINBAU VON FUNKGERÄTEN INS AUTO
ist seit dem 1. Oktober ein Dauerbrenner, der uns noch etwas begleiten wird. Die Kennzeichnung von zulässigen Funkgeräten mit dem e-Zeichen ist eine Sache, die Hinweise in den Bedienungs- und Betriebsanleitungen der Automobilhersteller eine andere - und beide müssen zugleich erfüllt sein. Wenn die Bedienungsanleitung für ein Kraftfahrzeug KEINE Genehmigung erteilt und Sie auch KEINE Einzel-Zusage des Herstellers haben, dann nützt auch die Kennzeichnung oder Zertifizierung des Funkgerätes mit einem e-Zeichen absolut NICHTS:

Sie dürfen dann KEIN Funkgerät einbauen.

NOVEMBER

FUNKEN AUF BESUCH NIE MEHR OHNE UNTERSCHRIFT
Nimmt man die RegTP ernst, dann müssen Sie schon heute die Benutzung einer jeden fremden ortsfesten Amateurfunkstelle, die mehr als 10 Watt EIRP macht, deren eigentlichen Betreiber gegenüber mit Ihrer Unterschrift quittieren - und damit die Sicherheitsverantwortung nach der BEMFV voll und ganz übernehmen, solange Sie auf die Taste drücken.

DGB-CHEF FORDERT AUFLÖSUNG DER REGTP
Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschafts-Bundes (DGB), Michael Sommer, hat vorgeschlagen, die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post aufzulösen.

URTEIL GEGEN VERFÜGUNG 306/97 NICHT RECHTSKRÄFTIG
Das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln in Sachen BMPT-Verfügung 306/97 vom April dieses Jahres ist bisher nicht rechtskräftig geworden. Rechtsanwalt Boyke Dettmers, DJ4KD, hat mittlerweile dagegen Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster eingelegt. Wir erinnern uns, dass das Kölner Gericht die Verfügung 306/97 als einen rein internen Behördenvorgang gewertet hatte, der für den Funkamateur keine Verbindlichkeit hat.

DEZEMBER

GÖTTERDÄMMERUNG IN MAINZ
Prof. Werner Wiesbeck und Dr. Alexander Herschlein vom Institut für Höchstfrequenztechnik und Elektronik der Universität Karlsruhe stellten eine neue Studie zur vereinfachten rechnerischen Behandlung von Sicherheitsabständen im reaktiven Nahfeld von Amateurfunkantennen vor. Die ganztätige Veranstaltung fand bei der RegTP in Mainz statt und stieß auf ein reges Interesse von mehr als 100 eingeladenen Teilnehmern. Die Regulierungsbehörde stellte als Auftraggeber der Studie einleitend klar, dass die Gewährleistung des Personenschutzes und die Wahl der hierzu verwendeten Verfahren und Mittel allein beim einzelnen Funkamateur liegt. Er muss mit seiner Unterschrift im Anzeigeverfahren rechtsverbindlich bestätigen, dass der Personenschutz tatsächlich gewährleistet wird und dass er sich dessen versichert hat.

VERTEIDIGUNGSMINISTERIUM UNTERSTÜTZT NEUE 50 MHZ-INITIATIVE DER AGZ
Zwölfeinhalb Jahre Testbetrieb auf 50 MHz sind lang genug, um über eine allgemeine Freigabe in DL zu entscheiden - meinen wir in der AGZ, zumal uns Störungen anderer Funkdienste durch Funkamateure in all diesen Jahren nicht bekannt geworden sind. Wir haben uns an den wichtigsten Primärnutzer dieses Bandes gewandt - an das Militär - und dort einen ausführlichen Vorschlag zur zukünftigen Nutzung durch alle Inhaber der Genehmigungsklassen 1 und 2 vorgelegt, der in Leistung und Sendearten deutlich über die heutigen Auflagen der Sondergenehmigungen hinaus geht. Das Bundesverteidigungsministerium unterstützt in seiner Antwort an die AGZ die vorgeschlagene gemeinsame Nutzung von Frequenzbereichen durch Funkamateure und militärische Funkstellen, natürlich soweit der Betrieb letzterer gewährleistet bleibt.

FREQUENZNUTZUNGS-GEBÜHREN ERNEUT OHNE RECHTSGRUNDLAGE?
Der Deutsche Aero-Club hat ein Rechtsgutachten erstellen lassen, aus dem sich schwerwiegende Zweifel an der Rechtmäßigkeit der auch im Amateurfunk bald zu erwartenden Gebührenbescheide für die Frequenznutzung im Jahre 2002 ergeben. Der Club empfiehlt seinen Mitgliedern Widerspruch und Klage.

NACH 28 JAHREN
verlässt PA0LOU die IARU Region 1. So lange führte Lou diese Region allumfassend. Bis zum 31.12.2002 bringt er sein Wissen noch ein, bis der neue Nachfolger im Amt sein wird.

Das, liebe Zuhörer, war unser Jahresrückblick 2002.

Vy 73
Hermann, DL1EEC


EIN GUTES NEUES JAHR
wünschen Ihnen
die Mitglieder der AGZ,
die Redaktion von HamRadio 2day und
die Autoren dieses Rundspruchs.

 

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung von Funkamateuren und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.