HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 63 / 2003 vom 05.01.2003

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


ZUM JAHRESBEGINN 2003

(wvg) Wir befinden uns am Anfang eines neuen Jahres. Es werden Vorsätze gefasst, alles besser zu machen. Ob es gelingt, HamRadio 2day zu verbessern, überlassen wir Ihrem Urteil. Hören Sie herein und lassen Sie uns Ihre Meinung zu dem Gesagten wissen. Kritik macht uns sattelfester.

Vergangene Woche befasste sich der Rundspruch überwiegend mit dem Rückblick auf Meldungen aus dem Amateurfunkbereich des Jahres 2002. Keine dieser Meldungen hatte zu Schlagzeilen oder gar Aufmachern in den Tageszeitungen geführt. Ist das ein Indiz für die Bedeutungslosigkeit des Amateurfunkdienstes heutzutage?

Ja und nein.

Ja, denn der Amateurfunkdienst ist ein kleines Feld all jener Felder, die von uns Menschen aus reiner Neigung betrieben werden. Nein, denn der Amateurfunkdienst ist eines der wenigen Felder, die dabei nicht in erster Linie dem Konsum dienen, sondern der Entwicklung neuer Technologien, und dabei haben die Entwickler nicht einmal in erster Linie den persönlichen wirtschaftlichen Erfolg im Auge. Eine seltene Erscheinung in der heutigen Zeit.

Ein wenig können wir alle dazu beitragen, die vermutete Bedeutungslosigkeit des Amateurfunkdienstes zu mindern. Nutzen wir die Entwicklungen der neuen Technologien im Bereich der HF-Anwendungen, damit sie einer breiteren Öffentlichkeit bekannt werden. Das sollte der Vorsatz aller Funkamateure für 2003 sein.

Ich wünsche Ihnen im Namen der AGZ dabei und für alle anderen Vorhaben ein gutes Gelingen.

vy 73 de
Wolfgang, DL5EDA
Vorsitzender der AGZ e.V.


KATERSTIMMUNG I

(hfs) nenne ich die "organisierte" Trägerdrückerei gegen HamRadio 2day Nummer 62 am vergangenen Sonntag, speziell auf dem 70cm-Relais Düsseldorf. Ob sich DF1QM des Inhalts seines Geleitworts vom Ersten Weihnachtstag bewusst wurde? Mit der Abschaltung des 2m-Relais Duisburg - auch als DB0WW bekannt - zur Zeit des AGZ-Rundspruchs wurden die von ihm als Chaoten gescholtenen Funkamateure regelrecht nach Düsseldorf getrieben.

Oder machte sich DF1QM nur diejenigen zunutze, die er sonst verteufelt?


KATERSTIMMUNG II

(hfs) hätte ich am 1. Januar 2003 bekommen können. Am oberen Ende des 2-Meter-Bandes hörte ich gegen 20 Uhr Lokalzeit ziemliche "Überschläge" und fand auf 146,025 MHz fröhliches Amateurfunkgeplaudere. Auffällig war ein "Funker" mit dem Namen UWE (Rufzeichen ist der Redaktion bekannt), der diese Treff-QRG mit X1 bezeichnete und sich für hinterher auf dem Relais Bergheim verabredete.

Eine sofortige telefonische Nachfrage beim RegTP-Funkmessdienst Regional West - Hotline 02845-9600 - verursachte bei dem diensthabenden Beamten (Name ist der Redaktion bekannt) eine fatale Reaktion. Er sagte sinngemäß:

  1. Seitdem die CB-Funker Amateurfunk machen, ist alles schlechter, und
  2. seitdem die CW-Prüfung weggefallen ist, sei alles noch viel schlechter.
  3. Auf Relais Duisburg sei es ja noch schlimmer als auf 146,025 MHz.
  4. Man reagiere seitens RegTP auf illegale Frequenznutzung nur noch, wenn sich der rechtmäßige Frequenzbesitzer beschwere. Das sei aber hier nicht der Fall.
  5. Funkamateure seien ja nur Hobbyfunker und die würden "eh überall rumfunken". Das wäre schließlich bekannt. Er bezog sich hier auch explizit auf die Frequenzen bei 6,5 MHz, auf das sog. "45-Meter-Band".

Wenn das das Image der Funkamateure in DL ist, dann haben wir die letzten 54 Jahre etwas falsch gemacht. Auch scheint mir das Informationsniveau der RegTP-Mitarbeiter (Stichwort: "die CW-Prüfung ist bereits weggefallen") arg dürftig: Da sie bis heute bekanntlich nicht weggefallen ist, kann das jedenfalls nicht der Grund für das beklagte Niveau sein. Und politisch ist die indirekte Ermunterung durch die RegTP zum Schwarzsenden auf vermeintlich freien Frequenzen schlicht ein Skandal und ein Fiasko: Sie torpediert jede Frequenzordnung, zu deren Sicherstellung die Behörde eigentlich im Rahmen der Überwachung gesetzlich verpflichtet ist.

Wir werden diesen Vorgang dokumentiert den Verantwortlichen bei RegTP und BMWA vorlegen.


AFUG-97: DAS MASS ALLER DINGE - AUCH BEIM PERSONENSCHUTZ

(rps) Was Funkamateure zur Sicherstellung des Personenschutzes beachten und tun müssen, das regelt das für alle Belange des Amateurfunkdienstes zunächst vorrangig zuständige Amateurfunkgesetz in Paragraf 7 Absatz 3 in Form einer "drittschützenden Norm":

"Paragraf 7: Schutzanforderungen

(3) Der Funkamateur hat der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post vor Betriebsaufnahme die Berechnungsunterlagen und die ergänzenden Messprotokolle für die ungünstigste Antennenkonfiguration seiner Amateurfunkstelle vorzulegen. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post stellt auf Antrag eine Standortbescheinigung aus. Paragraf 12 des Gesetzes über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen findet insoweit Anwendung."

Wer lesen kann, der lese: Hier steht verbindlich, dass der Funkamateur zuerst grundsätzlich rechnen muss. Messungen können dagegen nur ergänzend sein, nie aber eigenständig. Hier steht auch ebenso verbindlich, dass der Funkamateur die Berechnungsunterlagen der RegTP vorzulegen - und nicht etwa lediglich zu Hause "zur Verfügung zu halten" hat, wie die BEMFV es formuliert.

Messerscharf analysiert bedeutet das, dass die BEMFV in diesen Punkten für den Funkamateur gar nicht bindend sein kann, weil diese Rechtspflichten im übergeordneten Gesetz namens AFuG eindeutig, aber eben anders geregelt sind. Die BEMFV kann also weder auf eine Berechnung, noch auf das Vorlegen der eigentlichen Berechnungsunterlagen verzichten! Beides aber ist der Fall. Wir kommen auf das Thema und die Konsequenzen zu gegebener Zeit zurück.


DEN MACHERN DER BEMFV,

(hfs) die deren Ermächtigungsgrundlage in Paragraf 7 AFuG schlicht vergessen oder ignoriert haben, will ich deswegen ins Stammbuch schreiben:

"Wer in diesen Zeiten nicht verwirrt ist,
hat vielleicht keinen richtigen Durchblick."

Quelle: H. Kormann

P.S.: Warum diese Kritik, die uns nur mehr Arbeit aufbürdet, werden Sie fragen. Ganz einfach: Geschützt werden soll der Nachbar, nicht wir selbst. Und wenn die Rechtsgrundlagen dazu fehlerhaft sind, und wenn wir deshalb unseren gesetzlichen Pflichten nicht im vollen vorgeschriebenen Umfang nachkommen, dann kann der Schuss für uns im Konfliktfall gewaltig nach hinten los gehen!


LESERBRIEFE

Christian Schaffeld schreibt uns:

"zunächst einmal möchte ich Euch zu Euren wirklich informativen und gelungenen Rundsprüchen gratulieren. Hier wird wirklich in kompakter Form alles Wissenswerte auf den Punkt gebracht. Zu dem Thema Echolink stellt sich mir die Frage ob ich als Klasse 3 Amateur diese Technik nutzen darf ?"

(rps) Hallo Christian,

vielen Dank für die Mail. Nach unserer Rechtsauffassung gelten die Beschränkungen der Frequenznutzung bei Klasse 2 und 3 nur für dasjenige Gerät, das der Funkamateur SELBST betreibt, das also zu seiner EIGENEN Amateurfunkstelle gehört. Installationen, die sich irgendwo anders befinden, und die fernbedient werden, gehören nicht zur eigenen Amateurfunkstelle - und nur hiervon spricht das AFuG. In dieser Sicht handelt der Klasse-3-OM solange korrekt, wie er selbst mit seiner eigenen Stationen nur auf 144 und 430 MHz bleibt. Echolink ist unter dieser Randbedingung voll nutzbar für Klasse 3.

DH0GHU schrieb uns:

"Ich hab's kapiert: In Wirklichkeit seid ihr eine Art 'Sat1 Wochenshow' oder 'RTL Freitagnacht News'".

(hfs) Wenn wir mit HamRadio 2day diesen Stellenwert erreicht haben, ist das doch ein Glas Schampus wert!

Ursus Naef aus der Schweiz schreibt:

"Sehr geehrter Herr Schulze, noch bin ich dran und hoffe die HB9 Lizenz (2) zu schaffen. Stieß per Zufall auf die Seiten von AGZ. Können Sie mir mitteilen, was an der Konferenz, ich glaube in San Marino....) beschlossen wurde? Bleibt die CW-Prüfung oder wird der alte Hut abgeschafft? Bei uns fließen die Mitteilungen eher spärlich. Ich finde Eure Seite super."

DK8OK schrieb uns:

"SSB als eine Betriebsart ist älter, als mancher denkt! Schon 1915 wurde die Einseitenband-Technik erfunden, bereits 1923 fand die erste Transatlantik-Übertragung in SSB statt. Es dauert bis 1947, dass der Amateurfunk diese Betriebsart aufnahm."


NEUE VARIANTE DES YAHA-VIRUS

(hfs) Der im Juni entdeckte Mail-Wurm "Yaha" verbreitet sich in einer neuen Variante. Win32/Yaha.K zeichnet sich durch die gleichen Schadroutinen aus; er versucht, Antiviren-Software auszuhebeln und hängt sich so in das Windows-System, dass er vor dem Start einer jeden EXE-Datei ausgeführt wird. Antiviren-Hersteller raten Anwendern, ihre Virensignaturen zu aktualisieren, da die neue Variante nicht unbedingt von alten Signaturdateien erkannt wird. Also - schützen Sie sich, Viren werden auch zwischen Funkamateuren ausgetauscht.

Quelle: Heise-News-Ticker


DIGITAL RADIO MONDIALE: SOFTWARE JETZT LIEFERBAR

Die lang angekündigte DRM-Software des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) kann man seit dem 31. Dezember 2002 über die DRM-Website beziehen:

http://www.drmrx.org/purchase.php

Sie kostet 60 Euro und ist 12 MB schwer. Sie läuft unter Windows 9x, ME, NT und 2000. Man benötigt eine Standard-Soundkarte und einen speziell präparierten Empfänger mit einem 12 kHz-ZF-Ausgang.


Vy 73
Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung von Funkamateuren und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.