HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 66 / 2003 vom 26.01.2003

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


KONTROLLIERBARER BEREICH FALSCH VERSTANDEN

(rps) Funkamateure haben offenbar ein seltsames Rechtsverständnis: In den digitalen Medien des Amateurfunks wurde vergangene Woche doch ernsthaft vorgeschlagen, nachbarliche Grundstücke sowie Räume, die man selber nicht gemietet hat - wie z.B. Dachböden -, mit Videokameras und Bewegungsmeldern permanent zu überwachen. Man erhofft sich dadurch die legale Überschreitung der Feldstärke-Grenzwerte der BEMFV, wo man es eigentlich nicht darf - jedenfalls, solange man niemanden auf dem Monitor sieht oder der Bewegungsmelder sich nicht meldet.

Leider - oder Gott sei Dank - gibt es einschlägige Urteile mit dem Tenor, dass jegliche Video- und sonstige Überwachung an der eigenen Grundstücksgrenze bzw. an den eigenen vier Wänden zu enden hat. Es ist eben nicht erlaubt, die Kamera rund um die Uhr auf Nachbars Garten zu richten. Es wirft wieder einmal ein höchst dubioses Licht auf den Amateurfunk, wenn man allen Ernstes die Gesundheit des Nachbarn justament dadurch schützen will, dass man sein Persönlichkeitsrecht und seine Privatsphäre verletzt. Das Pikante daran jedoch ist, dass angeblich einige Funkamateure die Verwendung dieser an Geheimdienste erinnernden "Technik" bereits in ihrer Selbstanzeige der RegTP mitgeteilt haben - und diese habe es angeblich bisher nicht beanstandet ...

Aber - wir haben eine Lösung für diese Leute anzubieten: Schließen Sie einfach mit Ihrem Nachbarn einen Vertrag, der Ihnen die Video-Überwachung seines Grundstücks erlaubt - schließlich sei Ihr Hobby derart gefährlich, dass Sie nur so seine gesundheitliche Gefährdung beim Sonnenbad im Garten verhindern könnten ...


ZEICHNERISCHE DARSTELLUNG FALSCH VERSTANDEN

(hfs) Vielerorts wurden eingereichte Lagepläne von Außenstellen der RegTP beanstandet und an Funkamateure zurückgesandt. Oftmals fehlten schlichtweg der einzuzeichnende kontrollierbare Bereich, die Sicherheitsabstände und der Ergänzungsbereich. Sehr viele Eingaben scheitern aber nicht am Funkamateur, sondern an der RegTP, die der Meinung ist, dass der Sicherheitsabstand auf die zweidimensionale Schnittebene herunter projiziert werden solle. Dabei würde z.B. bei einer Masthöhe von 6 m aus einem echten kugelförmigen Sicherheitsabstand von 8 m ein auf Null Meter Höhe projizierter "Sicherheitsabstand" von nur etwa 5 m. Daraufhin argumentiert dann der RegTP-Sachbearbeiter mit dem Kommentar:

"Mit 5 m Abstand können sie keinen Betrieb auf 40 m machen."

weil angeblich 5 Meter bei 7 MHz bereits im Nahfeld liegen und 8 Meter nicht. Die RegTP will es offenbar nicht berechnet haben - sie will es gezeichnet haben. Also Leute packt Euer altes Geodreieck und Eure Mathe-Kenntnisse wieder aus, denn sie akzeptieren offenbar keine Zeichnungen, wo die Beamten selber mittels der Anwendung elementarer Beziehungen in rechtwinkligen Dreiecken (Stichwort Pythagoras) Abstände erkennen müssen, sondern sie verlangen die Draufsicht am Erdboden und zwei rechtwinklige Seitenansichten, alles natürlich bemaßt.

Ebenfalls verstehen einige Sachbearbeiter der RegTP offenbar nicht, dass es den "einen" Sicherheitsabstand physikalisch gar nicht gibt und dass der Sicherheitsbereich statt dessen ein oft komplex gestaltetes dreidimensionales Volumen ist, dessen zweidimensionale zeichnerische Darstellung am Erdboden nicht gelingen kann; die Stichworte lauten hier: Rotationskörper und Kegelschnitte.

Offensichtlich mausert sich die Durchführung der BEMFV
zu einer erweiterten Pisa-Studie.

Gute Beispiele von Lageplänen finden Sie unter www.darc.de, allerdings vorwiegend auf der Basis von Messungen - nicht von Berechnungen, also im UKW-Bereich kaum anwendbar - und nur für Mitglieder.


KLAGE GEGEN VERFÜGUNG 306/97 ENDGÜLTIG GESCHEITERT

(rps) Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die Berufung von Rechtsanwalt Boyke Dettmers, DJ4KD, in Sachen "Verfügung 306" nicht zur Entscheidung zugelassen und damit das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln vom April letzten Jahres in vollem Umfang bestätigt. Der Beschluss vom Dezember 2002 ist unanfechtbar. Damit steht nun endgültig fest, dass diese Amtsblattverfügung - und mit hoher Wahrscheinlichkeit eine jede derart gestrickte Verfügung - keine Verbindlichkeit für den Funkamateur besitzt und nur eine behörden-interne Funktion hat. Außerdem hat das OVG Münster klar gestellt, dass die Verfügung 306/97 des damaligen BMPT durch die BEMFV überholt und gegenstandslos ist. Eine ausdrückliche Aufhebung durch die RegTP sei daher nicht erforderlich.

Quelle: RA Boyke Dettmers, DJ4KD


10 PROZENT ZUWACHS IN UK

(hfs) Mit 6000 neuen Lizenzen im Jahr 2002 hatte das Vereinigte Königreich einen Zuwachs von 10%. Auch in USA - so berichtet Bill Pasternak, WA6ITF - erhöhte sich die Zahl der Funkamateure um 2200 auf 682591. Das ist gegenüber einem Verlust von 816 Lizenzen in 2001 ein sehr gutes Ergebnis. Seit der Senkung der Hemmschwelle CW hatten sich zusätzliche 4082 Funkamateure zur Extra-Klasse entschlossen. Ein klarer Sieg für die RICHTIGE Entscheidung, CW als Zugangsvoraussetzung zur KW zunächst zu entschärfen und schließlich abzuschaffen.

Quelle: RSGB


VIDEOCLIPS

(hfs) über Powerline-Störungen sind im Internet abrufbar. Funkamateure des Österreichischen Versuchssender-Verbandes (OeVSV) haben zwei Videofilme gedreht, in denen gezeigt wird, welche Störungen "Powerline Communication" (Datenübertragung auf Stromleitungen, PLC) bei anderen Funkanwendern verursacht. Die Aufnahmen entstanden in Fulpmes (Südtirol) und in Linz an der Donau. In beiden Orten sind zur Zeit Powerline-Netze in Betrieb. Für das Netz in Fulpmes werden Geräte der Firma Ascom verwendet; das Netz in Linz arbeitet mit Powerline-Technik der Firma Main.net. Die beiden Videofilme können unter

www.qsl.net/dl5qe/plc_fulp.wmv und www.qsl.net/dl5qe/plc_vide.rm

abgerufen werden. Weitere Infos unter:

www.muenster.de/~dl5qe/plc099.htm

Technischer Hinweis: Für das Abspielen der Videos ist der Windows Media Player bzw. der RealPlayer erforderlich.

QUELLE: www.funkmagazin.de


HAMRADIO 2DAY AUS EA8

Sie hören uns am 2. Februar 2003 (HamRadio 2day Nr. 67) und am 9. Februar 2003 (Nr. 68) auf zusätzlichen Kurzwellenfrequenzen von den Kanarischen Inseln:

Zeit QRG
11:00 MEZ 14 340 kHz
11:15 MEZ 21 340 kHz
11:30 MEZ 28 340 kHz

LESERBRIEF

Frank schreibt:

Hallo an das HamRadio 2day-Team!

Neben dem DARC-Rundspruch am Donnerstag (Pflichtlektüre eines DARCisten wie mich(?)) lese ich seit einigen Monaten regelmäßig Sonntags HamRadio 2day. Und ich muss sagen es ist eine wirkliche Bereicherung für den Amateurfunk heutzutage (2day)! Hier wird nichts wiederholt was der "Andere" schon "vorgekaut" hat, sondern in zeitgemäß lockerer Form werden neue und interessante News präsentiert Macht weiter so!!!

Vy 73 de Frank DG5HO


Vy 73
Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung von Funkamateuren und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.