HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 67 / 2003 vom 02.02.2003

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


LEITARTIKEL

(rps/hfs) Wir berichteten bereits letzte Woche: Boyke Dettmers' Klage gegen die Verfügung 306/97 ist endgültig vor dem Oberverwaltungsgericht Münster gescheitert - und damit auch die anderen etwa 500 bisher beim Verwaltungsgericht Köln lediglich zurück gestellten Einzelklagen von Funkamateuren.

Der Einsatz dieser OMs für unsere gemeinsame Sache ist zu loben; dies ist in der heutigen Gesellschaft selten. Wir haben die Sache selbst gewonnen: Die Verfügung 306 hat für uns Funkamateure nie gegolten. Gegen etwas, was uns nie betroffen hat, kann man aber nicht klagen - und daher gingen die Prozesse aus rein formalen Gründen verloren und die Kosten wurden den Klägern auferlegt. Das war vorher nicht abzusehen: Die Regulierungsbehörde und ihre Vorgänger haben jahrzehntelang ganz selbstverständlich ihre Amtsblattverfügungen für verbindlich gehalten - und vor allem auch so gegen Funkamateure gehandelt, indem sie z.B. Leistungsbeschränkungen aussprachen. Die Klagen schafften also dringend notwendige Klarheit.

Die Kläger müssen nun jeweils 311 Euro an den Anwalt zahlen. Diese vordergründig "verlorenen" Kosten sind jedoch bei genauem Hinsehen und bei genauer Inspektion der Urteilsbegründungen sehr gut angelegt, was eventuell anstehende juristische Auseinandersetzungen um die BEMFV anbelangt: Die Klagen sind ja "nur" formal gescheitert, nicht aber in der Sache selbst - und die BEMFV war nicht beklagt. Demnächst mehr zu diesem brisanten Zukunftsthema.

In der Sache bedeutet dies für den einzelnen Funkamateur, dass er seine Leistungsgrenzen innerhalb des AFuG-97, der dazugehörenden AFuV und - vor allem - der noch gültigen Teile der alten DV-AFuG unbeschadet der Verfügung 306/97 ausschöpfen kann. Sollte die RegTP auf die Idee kommen, sich mit einem Funkamateur anzulegen, riskiert sie den Untergang der BEMFV.

Die Gemeinschaft der Kurzwellenamateure sollte nun unabhängig von Vereinsmitgliedschaften überlegen, wie sie mit den 500 Betroffenen Solidarität üben kann - auf Kurzwelle sind schließlich mehr als 500 OMs und YLs mit mehr als 10 Watt QRV.


AGZ NIMMT STELLUNG ZUR VSIFUNK

(rps) Die AGZ e.V. hat vergangene Woche gegenüber dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit den Entwurf der "Verordnung zum Schutz von zu Sicherheitszwecken verwendeten Empfangs- oder Sendefunkgeräten" - auch VSiFunk genannt - kommentiert. Wir sind der Meinung, dass die Bundesregierung PLC mittels einer Art "Verdrängungsreaktion" in die 57 Prozent ungeschützten Frequenzbereiche auf Kurzwelle treibt, also auch in die Amateurfunkbänder, wo der Störpegel mittelfristig deutlich steigen wird. Eine wesentliche Eigenschaft der VSiFunk ist, dass sie in den 43 Prozent geschützten Bereichen der RegTP das Recht einräumt, vorsorglich tätig zu werden, während der Funkamateur sich in jedem einzelnen Störfall mit dem allgemeinen EMV-Recht und deutlich schlechteren EMV-Normen mühsam und kostenaufwändig wehren muss.

Die vollständige Stellungnahme finden Sie auf unserer Website: Wir fordern die Einbeziehung auch der Amateurfunkbereiche in die Liste der geschützten Frequenzen; schließlich steht der Amateurfunk wegen seiner wissenschaftlichen Orientierung unter dem besonderen Schutz des Staates bzw. des Grundgesetzes und schließlich hat er Sicherheits-ähnliche Aufgaben im Not- und Katastrophenfall.


NATIONALE GRUPPE ZEMENTIERT CW-LINIE ZUR WRC-03

(rps) Am vergangenen Montag, dem 27. Januar tagte in Bonn wieder die Nationale Gruppe zur Vorbereitung der Weltfunkkonferenz, die vom 9. Juni bis zum 4. Juli dieses Jahres in Genf stattfindet. Interessantestes Highlight der Sitzung war, dass der DARC nun endlich - wie es im Protokoll heißt - "widerwillig" zustimmt, dass die Pflicht zur Morsetelegrafieprüfung zukünftig wegfallen soll. Atmosphärisch ist aus den internationalen Gremien zu berichten, dass Russland keine Chance mehr sieht, seine Pro-CW-Position in der CEPT durchzusetzen, und dass auch außerhalb Europas praktisch alle wichtigen Telekommunikationsverwaltungen das Ende der CW-Prüfung unterstützen: so etwa kürzlich Brasilien, Kanada und Uruguay in der amerikanischen länderübergreifenden Organisation CITEL, und auch die asiatische Vereinigung der Telekommunikationsverwaltungen APT - hier allen voran Korea - hat sich so festgelegt.


SCHWEIZER CB-FUNKER IM 70-CM-AMATEURFUNK-BAND

(hfs) Das Schweizer Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) hat den Vorschlag gemacht, für CB-Datenfunk-Linkstrecken möglicherweise zwei bis drei Kanäle im 70-cm-Amateurfunkband zur Verfügung zu stellen. Dies meldet der Fachjournalist Henning Gajek unter Berufung auf die Schweizer CB-Vereinigung SCBO.

Dieser Meldung zufolge ist angedacht, die neuen 70-cm-CB-Datenfunkkanäle koordiniert nur an eingetragene Funk-Vereine zu vergeben. Die Kanäle sollen nur für Linkstrecken genutzt werden. Eine Freigabe für Jedermann ist nicht vorgesehen. Die Koordination der Kanäle sowie die Vergabemodalitäten sind noch unklar.

Bisher haben die Schweizer CB-Datenfunker ihre Linkstrecken vorwiegend im 933 MHz-Bereich betrieben, der in der Schweiz für Jedermannfunkzwecke freigegeben ist. Die Genehmigungen für diesen Frequenzbereich laufen jedoch am 31.12.2003 aus.

Quelle: www.funkmagazin.de


DER FÜNFTE WELTWEITE IARU HSCW-WORKSHOP

(hfs) findet vom 4. bis zum 8. Mai 2003 in der Nähe von Minsk im Olympic Sports Complex "Raubichi" statt. Dazu sind alle IARU-Mitgliedsverbände herzlich eingeladen. Weitere Informationen gibt es unter

http://hst2003.osto.by/

Quelle: Vladimir Sidorov, EU1SA


AMATEURFUNK IN DER HISTORIE BEWAHREN

(hfs) Sowohl im aktuellen Editorial der Zeitschrift "Funkamateur" als auch auf der Homepage www.qsl.at empfinden die Autoren, dass man sich sehr wohl mit der Entwicklung des Amateurfunks auch in weniger demokratisch angehauchten Staaten oder Zeiten auseinandersetzen solle. Das internationale Kuratorium QSL COLLECTION ist, so die offizielle Bezeichnung, ein Dokumentationsarchiv zur Erforschung der Geschichte des Funkwesens und der elektronischen Medien - beheimatet in Wien, tätig weltweit, unterstützt von vielen Funkfreunden und ihren Verbänden bzw. Institutionen. Der FUNKAMATEUR war tätiger Förderer der ersten Stunde und ist es bis heute geblieben.

Quelle: Wolf Harranth, OE1WHC


LZ1KIS IST FÜR PACKET RADIO TOT

(hfs) Offensichtlich wurde den Sysops dort bewusst, welchen Unfug sie zuließen. Aber nicht die dortigen Sysops sind zu schelten - sie haben hervorragende technische und innovative Arbeit geleistet -, sondern die nach außen sich honorig gebenden Rufzeichenmissbraucher, die die Anonymität schamlos ausnutzen und so den ehrlichen Funkamateuren eine Experimentiermöglichkeit nahmen. Wer seriöse - mit Passwort und Registrierung ausgestatte - Gateways finden möchte, der kontaktiere

http://www.ampr-gates.net/frame_d.htm

oder

http://www.savin.org/gateways/


HAMRADIO 2DAY AUS EA8

(hfs) Sie hören uns auch nächste Woche am 9. Februar 2003 (das ist HamRadio 2day Nr. 68) auf zusätzlichen Kurzwellenfrequenzen von den Kanarischen Inseln:

Zeit QRG
11:00 MEZ 14 340 kHz
11:15 MEZ 21 340 kHz
11:30 MEZ 28 340 kHz


Vy 73
Hermann, EA8/DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung von Funkamateuren und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.