HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 75 / 2003 vom 30.03.2003

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


LEITARTIKEL

(hfs) Brauchen wir noch Rundsprüche? In den Zeiten der Informationsdichte und deren Vielfältigkeit höre ich oft, dass die Rundsprüche im Amateurfunkdienst ausgedient haben sollen. Die Verarmung eines der ältesten Rundsprüche in Deutschland deutet wohl darauf hin.

Ich meine aber, dass Rundsprüche sich ausschließlich an die Allgemeinheit - also an die Öffentlichkeit im eigentlichen Sinn - wenden und auch so aufbereitet sein sollen, dass sie eine Werbung FÜR den Amateurfunkdienst darstellen - also schlicht Öffentlichkeitsarbeit sind. Schließlich sind genug Scanner verkauft worden und Internet kann jeder lesen - auch Nicht-Funkamateure.

Wer das nicht verinnerlicht, der zeigt seine wahre Intention lediglich zum Vereinsfunk, nicht aber zur Erhaltung des Amateurfunkdienstes im allgemeinen und für alle.


50 MHZ-INITIATIVE DER AGZ: REGTP ANTWORTET

(rps) Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post steht der Anfang Februar gestarteten Initiative der AGZ zur Ausweitung des 50 MHz-Bandes in Deutschland nicht ablehnend gegenüber. Ein entsprechendes Schreiben ging uns diese Woche aus Bonn zu. Man bereite gegenwärtig die "Einleitung eines Verfahrens zur Beteiligung der Öffentlichkeit" vor, das die Kommentierung der 460 Teilentwürfe zum nun endlich kommenden Frequenznutzungsplan zum Ziel habe. Die Vorstellungen der AGZ betreffend 50 MHz sollen dort einfließen.

Die RegTP weist allerdings zu Recht darauf hin, dass der Frequenznutzungsplan nach den Vorgaben der Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung aufzustellen ist. Hier ist der Amateurfunk einerseits sowohl auf die untere Grenzfrequenz von 50,08 MHz als auch auf 25 Watt Leistung begrenzt, andererseits aber bereits für alle Funkamateure mit sekundärer Nutzung vorgesehen. Allerdings wird hier bemerkenswerter Weise nicht der Begriff "Strahlungsleistung" benutzt, sondern der Begriff "Spitzenleistung" ohne weitere Einschränkung verwendet. Die Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung würde also ohne jede Änderung 25 Watt Senderausgangsleistung erlauben, was an einer 4-Element-Yagi schon gute 100 Watt ERP ergibt.

Für die Änderung der Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung ist nicht die RegTP, sondern das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit zuständig - ja genau: dasjenige Ministerium, das die AGZ wegen 50 MHz an die RegTP und den Frequenznutzungsplan verwiesen hat ... eine wirklich gute Zusammenarbeit staatlicher Einrichtungen. Wir bleiben dran.


DIE NEUE AFUV - HEUTE: CLUBSTATIONEN UND RUFZEICHEN

(rps) Clubrufzeichen sind "weitere Rufzeichen" im Sinne des Amateurfunkgesetzes. Während der Inhaber mit seinem eigenen personengebundenen Call jederzeit portablen und mobilen Betrieb machen darf, soll dies nun für Clubstationen eingeschränkt werden. Es heißt dazu im Entwurf zur neuen Amateurfunkverordnung:

"Das vorübergehende Betreiben einer Amateurfunk-Klubstation an einem anderen Standort ist der zuständigen Außenstelle der Regulierungsbehörde unter Angabe des Standortes vorher anzuzeigen."

"Anzeigen" heißt nicht "beantragen" oder um Genehmigung nachsuchen. Untersagt werden kann der nicht-stationäre Betrieb also keinesfalls; es ist nur der beabsichtigte Standort mitzuteilen - mehr nicht, notfalls am Wochenende eine Minute vorher per Fax. Welchen Sinn hat also diese Bestimmung? In unserer Sicht überhaupt keinen: Es handelt sich um eine überflüssige bürokratische Hürde, die in der Behörde zu unsinniger Arbeitsbelastung von Mitarbeitern führt - und damit zu vermeidbaren Kosten für den Steuerzahler. So etwas ist in der heutigen wirtschaftlichen Lage nicht mehr vermittelbar. Im Sinne eines schlanken Staates und unter den Vorgaben des Bundesrechnungshofes gehört dieser Absatz schlicht ersatzlos gestrichen - übrigens genauso, wie der Passus

"Mit einem Rufzeichen darf nicht zeitgleich von verschiedenen Standorten aus am Amateurfunkdienst teilgenommen werden."

Mit einem Individualcall gelingt einem das mangels Beinlänge sowieso nicht, und warum sollen Mitglieder eines Clubs mit ihrem Gemeinschaftsrufzeichen nicht von verschiedenen Standorten aus gleichzeitig QRV sein? Will die Regulierungsbehörde dadurch mehr Geld einnehmen, weil zusätzliche Rufzeichen beantragt werden müssen? Wir werten diesen Vorschlag, der Missbrauch sowieso nicht verhindern kann, als überflüssiges Wiehern des Amtsschimmels, der ein liberales und schlankes Gesetz in sein Gegenteil verkehren will. Soweit für heute - nächste Woche geht's weiter.


DIE MITGLIEDERVERSAMMLUNG

(rps) der AGZ e.V. fand am gestrigen 29. März in Solingen in einem altbergischen Traditionslokal statt. Vorsitzender Wolfgang van Gels, DL5EDA, konnte fast 50 Prozent der Mitglieder begrüßen. Die Anwesenden sprachen dem Vorstand ihr Vertrauen für die erfolgreiche Führung des Vereins im vergangenen Jahr aus. Alleine in den letzten zwei Wochen konnten fünf neue Mitglieder aufgenommen werden, darunter zwei lizenzierte YLs. Wesentliches Ergebnis der Sitzung ist der Beschluss, in Zukunft den verbilligten Bezug einer bekannten Amateurfunkzeitschrift im Rahmen der Mitgliedschaft anzubieten. Die Beitragsordnung wurde entsprechend geändert. Ferner wurde beschlossen, an der Hamradio 2003 in Friedrichshafen teilzunehmen und den AGZ-Digipeater in Remscheid finanziell zu unterstützen und vor allem technisch weiter auszubauen. Wichtige Zukunftspläne des Vereins sind die Lobbyarbeit für eine europäische Amateurfunkgesetzgebung und die Fortführung der Information von Funkamateuren und Öffentlichkeit durch den erfolgreichen Rundspruch "HamRadio 2day".


WENIG FINGERSPITZENGEFÜHL

(hfs) zeigt KB6SSN, indem er einen Contest promotet, der anlässlich des Einsatzes der USS Hornet und 16 B-25-Bombern während des Zweiten Weltkriegs ausgeschrieben wurde. In Anbetracht der Wirren derzeit in Nahost wäre meines Erachtens etwas mehr politische Zurückhaltung geboten


FREQUENZREGULIERUNG BLEIBT INNOVATIONS-MOTOR

(hfs) Das sagte sinngemäß der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post - Matthias Kurth - am 18. März bei der Vorstellung eines neuen Strategie-Papiers. Das Strategiepapier der RegTP enthält u. a. Eckpunkte zur Realisierung einer effizienten und diskriminierungsfreien Frequenzregulierung. Aufgabe der "Strategischen Aspekte zur Frequenzregulierung der RegTP" sei es, so Matthias Kurth, "bereits im Vorfeld formeller Anhörungen nationaler und internationaler Regulierungsgremien im Rahmen eines Gesamtkonzepts einen Überblick über ausgewählte Bereiche der Frequenzregulierung zu geben". Die RegTP strebt nach Kurths Aussage ein größeres Maß an Flexibilität bei der Frequenznutzung an.

"Das Frequenzspektrum ist knapp und kostbar, es gibt fast immer mehr Anfragen und Wünsche als wir befriedigen können. Umso wichtiger ist es, das verfügbare Spektrum nicht auf Vorrat und auf bloße Nutzungsabsichten hin zuzuteilen. Effiziente Nutzung bedeutet, dass die volkswirtschaftlich bedeutsamsten und erfolgreichsten Nutzungsmodelle gefördert werden. Da letztlich der Markt über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, muss die RegTP auf veränderte technische, aber auch veränderte Nachfragebedingungen reagieren können", sagte Kurth. Hoffen wir, dass davon auch vieles im Amateurfunkdienst umgesetzt wird und nicht eine Worthülse bleibt.

Quelle: RegTP


KONSOLIDIERUNG UND NEUE IMPULSE

(hfs) "Die Konsolidierung in den TK-Märkten hat sich im Jahr 2002 fortgesetzt", sagte Matthias Kurth, Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, bei der Vorstellung des Jahresberichts 2002 seiner Behörde in Bonn. Unter anderem konstatierte er:

"Die Erweiterung des Frequenzspektrums für WLAN im 5 GHz-Bereich und der in diesem Jahr bevorstehende UMTS-Netz- und Dienstestart werden die innovativen Impulse im deutschen TK-Markt weiter verstärken".

Hoffen wir, dass die Lobbyarbeit der aktivsten Amateurfunkvereine in DL die Frequenzressourcen für den Funkamateur langfristig sichert, besonders was die hochfrequenten Bänder oberhalb von 1 GHz anbelangt.

Quelle: RegTP


MOBILITÄT AUF DEM LOGENPLATZ

(hfs) Wer es leid ist, den FT-817 mit viel Peripherie rumzuschleppen, der kann jetzt mit 2,3 kg Gewicht das gesamte Leistungsspektrum mit sich rumtragen und trotzdem mit 100 Watt auf KW und 6 m Betrieb machen - in DL zur Zeit natürlich nur mit 25 Watt ERP und mit Sondergenehmigung. Auf 2 Meter geht's mit 50 Watt und auf 70 cm mit 20 Watt in die Luft - also ein wahrer Luftikus für unterwegs. "FT-857" heißt die kleine "Kiste". Sie soll demnächst in Deutschland in den Markt gebracht werden. Lassen wir uns überraschen.


ZUM GUTEN SCHLUSS

Vergessen Sie nicht, Ihre Uhren und Rechnersysteme um eine Stunde vorzustellen, wenn dies nicht schon diverse Automatiken für Sie erledigt haben.


Vy 73
Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.