HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 83 / 2003 vom 25.05.2003

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


GASTKOMMENTAR

(hb) Die Zukunft beginnt heute - und dazu bedarf es unserer Zukunftsfähigkeit, um zukunftsträchtige Initiativen auf den Weg bringen zu können. Wenn in der mittleren und älteren Generation der Wille zu gesellschaftlichem Engagement in Vereinen und Organisationen vorhanden ist, woran liegt es, dass er bei den Jüngeren offensichtlich immer mehr nachlässt?

Verjüngung heißt daher das Zauberwort, und dieser Prozess muss ganz schnell in Gang kommen. Dies erforderte freilich von etlichen alten Vereinsfunktionären: Loslassen! Sich lösen von in vielen Jahren vielleicht ganz lieb gewordenen Posten und Platz machen für die Jungen. Das müsste ja nicht gleich ein endgültiger Rückzug sein, mancher könnte als Berater oder Mentor des Nachrückers sogar wertvolle Hilfe sein. Etwa wie man ja auch seine eigenen Kinder los lässt, wenn die Zeit dafür reif ist.

Den 25- bis 45-jährigen wäre durchaus zuzutrauen, notwendige und seit langem überfällige umfassende Reformen so schnell und wirkungsvoll durchzuziehen, so dass sie gar keine Zeit fänden, selber zu Sesselklebern zu mutieren, um dann ebenfalls durch Aussitzen zu verhindern, dass die Zukunft wirklich heute beginnen kann. Und wenn sie die Sache richtig anpacken, würden sie ganz automatisch die Voraussetzungen dafür schaffen, dass der Verein oder die Organisation, für die sie Verantwortung übernommen haben, von jungen Menschen wieder besser angenommen wird, als dies derzeit der Fall ist. Weil sie ganz einfach an der Jugend näher dran sind.

Wird jedoch wie bisher weiter gewurstelt, mit großen Worten und kleinen Taten, so braucht sich eigentlich niemand mehr über die Zukunft von Tante-Emma-Vereinen Sorgen zu machen. Die Alternative zu dieser Vision kann eigentlich nur sein: Ja, die Zukunft beginnt heute - wobei aber nicht der Weg das Ziel ist, auch nicht schöne Worte, sondern das Anpacken, das Machen und schließlich der Erfolg.

73 de Hermann, DK6XH


AMATEURFUNK HÖREN KÜNFTIG EINE STRAFTAT?

(rps) Sie haben richtig gehört: Geht es nach dem Willen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, dann soll das Abhören des Amateurfunks durch Nicht-Funkamateure zukünftig unter Strafandrohung verboten sein - es drohen konkret bis zu zwei Jahre Gefängnis und Geldstrafen. Absicht - oder ein Versehen? Wir wissen es nicht.

Nein, wir haben nicht den ersten April, sondern den Referenten-Entwurf für ein neues Telekommunikationsgesetz vor uns liegen. Der so genannte Abhör-Paragraf 86 des TKG soll geändert werden, und die vorgesehene Änderung erlaubt das Abhören von Funkaussendungen nur noch für diese drei Fälle:

- Die Aussendung ist für den Betreiber des Empfängers bestimmt,
- die Aussendung ist für die Allgemeinheit bestimmt, oder
- die Aussendung ist für einen unbestimmten Personenkreis bestimmt.

Alles das trifft für den SWL nicht zu: Eine Amateurfunkaussendung ist nie für ihn selbst bestimmt, sondern immer nur für die am QSO beteiligten Funkamateure. Amateurfunk ist auch nicht an die Allgemeinheit gerichtet, denn schließlich ist der Amateurfunkdienst laut Amateurfunkgesetz ein Funkdienst, den Funkamateure lediglich untereinander ausüben. Auch ist der Personenkreis keinesfalls unbestimmt, denn teilnehmen können nur Funkamateure, und deren Kreis ist durch die notwendige staatliche Genehmigung eben sehr gut und genau bestimmbar.

Wie ist es heute? Heute darf gehört werden, was für ein Gerät bestimmt ist. Und Amateurfunk hören darf mit einem Amateurfunkgerät eben jeder, jedenfalls noch. Mit der neuen Personen-Bezogenheit wäre dies vorbei.

Zukünftig wäre nicht nur das private Abhören des Amateurfunks eine Straftat, sondern ebenso jegliches öffentliches Vorführen von Amateurfunk, z.B. auf Messen, Ausstellungen, Lehrgängen und anderen Veranstaltungen. Auch die Ehefrau ohne Genehmigung und die Kinder müssten streng genommen das Zimmer verlassen, wenn der Funkamateur Amateurfunk auch nur hört. Werbung für den Amateurfunk könnte so nicht mehr gemacht werden; die praktische Ausbildung im Amateurfunk wäre nachhaltig behindert. Die Ausgabe von Hörerrufzeichen durch Amateurunkvereine würde genauso eine Aufforderung zur Straftat darstellen, wie das öffentliche Ausschreiben von Hörer-Wettbewerben. Die Zustellung einer SWL-QSL-Karte wäre das schriftliche Eingeständnis einer Straftat und der Abdruck von Log-Auszügen in Zeitschriften ein Verstoß gegen das Mitteilungsverbot. Die Konsequenzen sind schlicht absurd und stehen im eklatanten Widerspruch zur Praxis der letzten Jahrzehnte. Der Amateurfunk stünde in der Schmuddelecke. Ein Stück von Franz Kafka?

Pikant wird die Angelegenheit zusätzlich dadurch, dass Paragraf 86 des neuen TKG-Entwurfs - im Gegensatz zu heute - das Abhören des CB-Funks, des FreeNets bei 149 MHz, von LPDs bei 433 MHz und von PMR bei 446 MHz durchaus jedermann erlaubt - und zwar unabhängig von der dazu verwendeten Anlage: Denn diese Aussendungen richten sich - zumindest dem Grunde nach - an die Allgemeinheit, weil sie auf allgemein genehmigten Frequenzzuteilungen beruhen und der Teilnehmerkreis in Folge tatsächlich unbestimmt ist. Der Funkamateur dürfte also mit seinen Empfängern nun den CB-Funk abhören, ohne sich dafür ein CB-Funkgerät anschaffen zu müssen.

Die AGZ wird sich politisch gegen diesen Unsinn zur Wehr setzen.


FUNKAMATEURE WENDEN SICH GEGEN INNOVATION

(hfs) DL1YBL - Joachim Berns - hat den vernetzten Betrieb seiner FM-Relaisfunkstellen DB0LR und DB0FT vorübergehend aufgehoben und den von DB0UR und DB0TB für immer außer Betrieb genommen. Hinzu kommen zur Zeit auch noch Standortprobleme auf dem Kahlen Asten, so dass DB0LR zusätzlich ganz abgeschaltet wurde.

Den Grund für die Abschaltung von Bielefeld - DB0TB - und Hohe Mark - DB0UR - sehen Betreiber und Benutzer darin, dass ein vorher sehr ruhiges Relais (DB0TB) durch die Verlinkung nun plötzlich stark frequentiert war, was als störend empfunden wurde. Lokale Benutzer konnten angeblich nicht mehr "durchlaufen" lassen, da einfach immer jemand dort sprach. Die Gretchenfragen sind jetzt: "Was ist eigentlich der Sinn des Amateurfunks?" und "brauchen wir in dem Fall noch eine Koordination von Relaisfunkstellen?"

Quelle: www.db0ur.de


AGZ e.V. AUF HAMRADIO WIEDER PRÄSENT

(wvg) Die AGZ e.V. wird mit voller Standbesatzung auf der Hamradio 2003 in Friedrichshafen vertreten sein. Treffpunkt ist für Mitglieder, Freunde und Kritiker der AGZ e.V. der

Stand A2-120

in der Halle A2 auf dem neuen Messegelände. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


KURZBERICHT VON DER HAMVENTION

(red) Für viele ist die Hamvention 2003 vorbei. Der Flohmarkt brachte herausragende Verkaufs-Tage; die Händler waren sehr zufrieden. Offensichtlich haben die Preise für Kurzwellen-Transceiver nachgegeben und das Angebot an "Schrott" war stark rückläufig. Ein wenig störend war der kräftige Regen; man sah mehr Regenschirme als Antennen.

Insgesamt gab es in den Hallen etwas mehr gähnende Leere als die Jahre davor, und die Organisation der Workshops und Vorträge war verwirrender. Icom and Ten-Tec zeigten ihre neuen Transceiver, wobei Icom nicht nur die Zahl der Anzeigeinstrumente verdoppelte, sondern anscheinend auch den Preis.

Das SWODXA-Dinner im Crown Royal Hotel war gut besucht. Auffällig war aber, dass die DXer aus Übersee fast gänzlich fehlten. Die wirtschaftliche Lage und die Angst vor dem Fliegen hinterlassen eben deutlich ihre Spuren. Dennoch: Die Hamvention war wie immer eine großartige Gelegenheit, Leute zu treffen.

Quelle QRZ.COM


DIE REF

(red) das französische Pendant zum DARC, hält ihre Jahres-Hauptversammlung vom 30. Mai bis 1. Juni 2003 im Kongress-Palast in Pau ab. Dazu sagt Jean Dumur - F5GZJ - Präsident der REF-UNION u.a.:

"Die WRC-03 in Genf ist ein entscheidender Einschnitt in den Amateurfunk, indem die CW-Prüfung der Ausbildung junger Funkamateure nicht mehr im Weg steht."

Ansonsten sieht die Agenda mehr nach einem "Damen-Programm" aus, denn nach einer Arbeitstagung.

Quelle: REF


BLITZLICHTER

(red) PROF. CHRISTIAN DOPPLER
würde dieses Jahr seinen 200. Geburtstag feiern. Besuchen Sie die Gedenkstätte in Salzburg.

FRANKFURT/ODER
ist vom 1. Mai bis zum 27. Juli 2003 der Standort der polnischen Sonderstation HF750F anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt.

Quelle: OE1FGW

Vy 73
Hermann, DL1EEC

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