HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 102 / 2003 vom 12.10.2003

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


LEITARTIKEL

(hfs) Da duldet die RegTP die gewerblichen Anzeigen des DARC e.V., seiner GmbH und von befreundeten Vereinen innerhalb der drahtlosen Amateurfunkmedien unter dem Amateurfunkgesetz; sie duldet die Verkaufsanzeigen eines ihrer führenden Mitarbeiter innerhalb eines Distriktsrundspruchs auf Amateurfunk-Frequenzen; sie sieht sich außerstande, gegen mehrfach angezeigten Rufzeichenmissbrauch vorzugehen und sie duldet blauäugig, dass 80 Prozent der Funkamateure in Deutschland nur maximal 10 Watt isotrope Strahlungsleistung machen. Auf der anderen Seite jagt die Regulierungsbehörde Scanner-Besitzer, CB-Funker und Freenet-Freunde wie einen "Staatsfeind Nummer Eins".

Beleuchtet man einmal die Mitarbeiter, dann wird man herausfinden, dass im Funkbereich die Mehrzahl der investigativen Tätigkeiten der RegTP von Personen durchgeführt werden, die gleichzeitig im Privatleben Funkamateure und Mitglieder von DARC und VFDB sind.

Es wird wohl endlich Zeit, dass die Personalverantwortlichen bei der Regulierungsbehörde intensiv nachschauen, welche Mitarbeiter ständig im Gewissenskonflikt mit ihrer privaten Freizeitgestaltung stehen. Vielleicht hören dann auch die blamablen Auftritte diverser RegTP-Mitarbeiter vor deutschen Gerichten auf, wenn diese Mitarbeiter keine Funkamateure mehr sind.

Hermann, DL1EEC


DAS ZWEIGETEILTE MASS DER REGTP

(red) Der Programmierer einer Software zur elektromagnetischen Umweltverträglichkeit im Amateurfunk hatte im September letzten Jahres dem zuständigen Fachreferat der Regulierungsbehörde in Mainz die simple Frage gestellt, ob man Berechnungen und Anzeigen von Funkamateuren gemäss BEMFV akzeptiere, die mit besagter Software erstellt werden. Die RegTP antwortete politisch korrekt, dass man keinerlei Bewertungen aussprechen werde, und dies gelte für jedwede Software und für jedwede Dokumentation; wir berichteten in Hamradio 2day 49/2002 unter der Überschrift "keine Schützenhilfe". Damit war der Vorgang erledigt und er blieb im Detail als vertraulicher Briefwechsel nur dem Programmierer und der Regulierungsbehörde bekannt.

Um so verwunderlicher ist die Tatsache, dass diese Woche - also über ein Jahr später - auf dem 40-Meterband und in der Internet-Newsgroup de.comm.ham das Gerücht aufkam, "die RegTP habe die Software abgelehnt", und es sei durch die AGZ der Versuch unternommen worden, "sie als einzig zugelassenes Programm durchzudrücken". Beides ist nachweislich falsch: Es gibt nämlich keine behördlichen Bewertungen, also auch keine Ablehnung - und was andere Programmautoren machen, das ist allein deren Sache.

Wieso enthält dann aber z.B. die Nahfeld-Software "FS3D" von Heiner Bischof, DK9BW, die Aussage, die Benutzbarkeit des Programms sei mit der RegTP in Mainz abgesprochen und Funkamateure mögen sich bei ihrer BEMFV-Anzeige darauf beziehen? Angeblich gibt es doch keine Bewertungen und Absprachen - für niemanden, oder doch, aber nur für Linientreue? Wir bleiben dran, und es bleibt spannend.


NEUES VON DER CEPT

(rps) Die wohlbekannten Bezeichnungen "CEPT-1" und "CEPT-2" werden schon bald der Vergangenheit angehören. Eine Arbeitsgruppe der CEPT hat nämlich den Entwurf einer Neufassung des für Auslandsaufenthalte von Funkamateuren wichtigen Dokuments T/R 61-01 erarbeitet, der nur noch eine einzige, nämlich "die" CEPT-Lizenz, kennt. Die im Dokument T/R 61-02 zugrunde liegenden harmonisierten Prüfungsinhalte - Stichwort HAREC - wurden nun nach den Beschlüssen der WRC-03 überarbeitet - und enthalten den Punkt "praktische Kenntnisse in Morsetelegraphie" nicht mehr.

Eine weitere Neuerung der CEPT-Regelung wird der Wegfall der bisherigen Beschränkung auf portablen und mobilen Funkbetrieb sein. Man wird in Zukunft auch ganz offiziell von festen Standorten aus in den CEPT-Staaten Amateurfunkbetrieb machen können - und dies bis zu drei Monate lang. Damit wird eine bereits lange geübte Praxis legalisiert.

Die europäische Harmonisierung einer Einsteiger-Lizenzklasse gestaltet sich hingegen sehr schwierig. Obwohl zwar erste detaillierte Vorschläge auf dem Tisch liegen - unter anderem von der deutschen Regulierungsbehörde -, ist der Diskussionsbedarf derart groß, dass man dieses Thema aus Zeitgründen nicht zum Bestandteil der nun anstehenden Novellierung anlässlich des Wegfalls der CW-Prüfung machen will. Mit dem Inkrafttreten der neuen CEPT-Regelung ist bereits sehr kurzfristig in den nächsten Wochen zu rechnen.


KEINE AMTSBLATTVERFÜGUNG ZU KLASSE 2

(rps) Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat der AGZ diese Woche mitgeteilt, dass sie - ganz im Gegensatz zur Ankündigung in der Presseerklärung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit - nicht beabsichtigt, zur Freigabe der Kurzwelle für Funkamateure der Klasse 2 eine Amtsblattverfügung heraus zu geben. Die RegTP meint, dass alles gesagt sei und dass es keinen Handlungsbedarf für weitergehende Regelungen gibt. Dem kann man sich nicht ganz verschließen.

Statt dessen konzentriere man sich auf die Zusammenarbeit mit dem Ministerium bei der Neufassung der Amateurfunkverordnung. Wesentlicher Teil der Novellierung wird die Zusammenlegung der Zeugnisklassen 1 und 2 zu einer gemeinsamen Lizenzklasse ohne Morsetelegrafieprüfung sein. Damit werden die bevorstehenden Änderungen des CEPT-Abkommens in deutsches Recht umgesetzt.


DIE ARRL SPRICHT TACHELES

(red) bezüglich Powerline Communication (PLC) und bezeichnet diese Technik als "Breitband-Nirwana". Der amerikanische Amateurfunkclub greift in diesem Zusammenhang die Vorschläge der FCC-Kommissarin Kathleen Q. Abernathy ungewöhnlich scharf an. Frau Abernathy warb am 22. September in Virginia vital für die Vorzüge von PLC. Im Namen von 155.000 Mitgliedern bezichtigte ARRL Chief Executive Officer David Sumner, K1ZZ, Frau Abernathy der Inkompetenz.

Quelle: ARRL


EINE NEUE KNOPPIX-CD FÜR DEN AMATEURFUNK

(red) hat der Funkamateur Hubert Fink, DG7MGY, herausgebracht. "Knoppix" ist ein Linux-Programmpaket, das ohne Installation direkt von der CD läuft. Es verändert auf dem Rechner keine Daten und eignet sich deshalb besonders für Anwender, die nur einmal kurz in die Linux-Welt "hineinschnuppern" möchten, wir berichteten.

Die neue Amateurfunk-Knoppix-CD enthält insgesamt 24 Amateurfunk-Programme, darunter Software für die Betriebsarten Fax, SSTV, Packet Radio und PSK31, Logbuchprogramme, APRS-Software, Programme für die Antennenberechnung, Sattracking und Locatorbestimmung sowie einen Schaltplan-Editor. Weitere Informationen zur Amateurfunk-Knoppix-CD sowie weiterführende Links zu diesem Thema gibt's auf der Homepage von DG7MGY unter hubert.fink.bei.t-online.de/knoppix.html.

Quelle: FM - Das Funkmagazin


ÖSTERREICH ENTWIRFT NOVELLE

(red) einer neuen Amateurfunkverordnung. Der österreichische Amateurfunkclub OEVSV hat erfolgreich daran gearbeitet, die Ergebnisse der WRC-03 von der Obersten Fernmeldebehörde in nationales Recht umsetzen zu lassen. Als ersten Schritt in diese Richtung kann der nun vorliegende Entwurf zur Novelle der Amateurfunk-Verordnung gesehen werden. Das Vorblatt, der Entwurf an sich und die Erläuterungen dazu sind im Download-Bereich der OEVSV-Website zu finden.

Quelle: www.oevsv.at

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Hermann, DL1EEC

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