HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 103 / 2003 vom 19.10.2003

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


BISCHOFS FS3D-SOFTWARE

(hfs) ist seitens der RegTP doch nicht zertifiziert. Laut Schreiben der RegTP vom 16. Oktober erhielt Herr Bischof für seine Software FS3D seitens der RegTP nie eine qualitative Bewertung; es gibt auch keine Absprache mit der Behörde. Eine diesbezügliche schriftliche Information ist auch ihm diese Woche aus Mainz zugegangen.

Die RegTP vertritt die Ansicht, dass alleine der Anzeigende Verantwortung dafür trägt, wie und mit welchen rechnerischen Hilfsmitteln er seine Werte erstellt und dokumentiert. Die Behörde ist der Meinung, dass ihre angebotenen Hilfsmittel in Form der bekannten "Anleitung" und der Wiesbeck-Studie dazu voll ausreichend seien. Die Regulierungsbehörde begrüßt es aber, dass darüber hinaus von Dritten Hilfsmittel zur Berechnung der erforderlichen Sicherheitsabstände angeboten werden.


REGTP ERLÄUTERT MINDESTANFORDERUNGEN FÜR BEMFV-ANZEIGEN

(red) Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post erklärt den Funkamateuren seit neuestem im Internet, wie sie sich die zeichnerische Darstellung von kontrollierbarem Bereich und Sicherheitsabstand bei den nach BEMFV vorgeschriebenen Anzeigen von ortsfesten Standorten vorstellt. Dies sind nun die Mindestanforderungen der RegTP:

  • Für die Darstellung ist keine offizielle Karte und auch kein Auszug aus dem Bebauungs- oder Nutzungsplan erforderlich. Es reicht aus, wenn eine selbst gefertigte Skizze eingereicht wird.

  • Zur Nachvollziehbarkeit ist es erforderlich, dass diese Skizze maßstäblich ist.

  • Die Grenze des kontrollierbaren Bereichs muss maßstäblich eingezeichnet sein. Wenn der kontrollierbare Bereich "dreidimensional" ist, z.B. wenn er in einer gewissen Höhe über Grund größer als in Erdbodennähe ist, so muss dies erläutert sein.

  • Bei rechnerischer Ermittlung muss der größte standortbezogene Sicherheitsabstand in die Skizze eingezeichnet werden und er darf nicht über die Grenze des kontrollierbaren Bereichs hinausreichen.

  • Auch bei messtechnischer Ermittlung ist der standortbezogene Sicherheitsabstand zeichnerisch darzustellen. Die gewählten Messpunkte sind dazu in der Skizze so miteinander zu verbinden, dass der durch Messung überprüfte Bereich innerhalb des kontrollierbaren Bereichs erkennbar ist.

  • Die Nutzung der umliegenden Grundstücke muss in der eingereichten Skizze nicht angegeben sein. Die Angabe der Nutzung erfolgt statt dessen in demjenigen Lageplan, der im Rahmen des Anzeigeverfahrens bei der ortsfesten Amateurfunkanlage bereitzuhalten ist.

Mit diesen nachvollziehbaren Forderungen begibt sich die Regulierungsbehörde wieder auf den Boden der Realität. Jüngste Eskapaden wie z.B. das geforderte messtechnische Auffinden von Orten mit genau erreichten Grenzfeldstärken oder das Zurückweisen der dritten Raumdimension bzw. die Reduzierung auf einen einzigen eindimensionalen Sicherheitsabstand gehören damit der Vergangenheit an. Die entsprechenden Kommentare der AGZ e.V. und anderer Verbände haben sich also gelohnt. Sie finden diese Hinweise im Original im Internet der RegTP.


ENTWURF DES NEUEN TKG VERABSCHIEDET

(red) Das Bundeskabinett hat diese Woche den angekündigten Entwurf eines neuen Telekommunikationsgesetzes verabschiedet. Das neue Gesetz ist erforderlich geworden, weil das derzeit geltende nicht den rechtlichen Anforderungen der Europäischen Union entspricht. Mit dem neuen TKG sollen insgesamt fünf europäische Richtlinien verspätet in deutsches Recht umgesetzt werden.

Der umstrittene "Abhörparagraf" wird beibehalten und es ist unsere von Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit bereits akzeptiere Änderung vom Kabinett offenbar abgelehnt worden. Damit bleibt es in unserer Sicht dabei, dass bei Inkrafttreten des neuen TKG niemand mehr ohne Amateurfunkgenehmigung Amateurfunk legal abhören darf; er beginge eine Straftat. Wir werden nächste Woche detailliert über die Hintergründe berichten.


NACHGELEGT: AMATEURFUNK-TRANSCEIVER IM CB-FUNK

(rps) Das Interesse ist groß: Viele Anfragen erreichten uns wegen der nun grundsätzlich möglichen Benutzung von Amateurfunkgeräten auf den 27 MHz-CB-Funkfrequenzen - mit der Bitte um weiter gehende Klarstellung. Was ist wirklich wichtig? Zunächst einmal natürlich die klare Einhaltung der in Amtsblattverfügung 41/2003 der RegTP vorgeschriebenen technischen Werte. Stellvertretend seien unter anderem eine maximale Senderleistung von 4 Watt und eine FM-Kanalbandbreite von nur 10 kHz bei höchstens 2 kHz Hub genannt.

Ziemlich kritisch ist die verlangte Oberwellenunterdrückung in den Rundfunkbereichen. Hier dürfen maximal 4 Nanowatt entsprechend -54 dBm aus dem Sender kommen, was eine Absenkung von immerhin stolzen 90 dB bedeutet. Dafür sind handelsübliche Amateurfunktransceiver mit CE-Zeichen einfach nicht ausgelegt, weil die zugrunde liegende harmonisierte ETSI-Norm unterhalb von 1 GHz durchgehend lediglich -36 dBm entsprechend 250 Nanowatt verlangt. Unsere eigenen Messungen bestätigen dies. Man braucht in Folge zwingend ein zusätzliches Tiefpassfilter am Senderausgang. Einfach drauf los senden geht also nicht; man muss vorher schon etwas tun - am besten messen.

Wichtig ist auch, dass für Funkgeräte, die nicht auf Amateurfunkfrequenzen betrieben werden, die Bestimmungen des Gesetzes über die elektromagnetische Verträglichkeit von Geräten (EMVG) und die des Gesetzes über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen (FTEG) gelten - und zwar in vollem Unfang und ohne die Erleichterungen und ohne die Experimentierfreiheit, die es für Funkamateure gibt. Derjenige, der ein Amateurfunkgerät im CB-Funk verwenden will, muss überprüfen und im Rahmen eines Konformitätsbewertungsverfahrens dokumentieren, dass sein Gerät den entsprechenden harmonisierten Standards entspricht. Dabei ist eine so genannte "benannte Stelle" zu beteiligen und der Transceiver mit einem CE-Zeichen zu versehen.

Wie man durch messtechnische "Fernerkundung" ermitteln kann, ob ein Gerät, das alle vorgeschriebenen technischen Parameter einhält, diese "höheren Weihen" auch tatsächlich besitzt, dazu ist uns bisher allerdings nichts eingefallen. Auf der gleichen - satirischen - Ebene ist die Pflicht zu einer teuren Standortbescheinigung zu sehen, die auch dann notwendig wird, wenn auf 27 MHz nur ein klein wenig mehr als 10 Watt effektive isotrope Strahlungsleistung anfällt und gleichzeitig der CB-funkende Funkamateur auf 28 MHz in seiner Anzeige nach Paragraf 9 BEMFV nachgewiesen hat, dass er mit derselben Antenne und demselben Sender 750 Watt Leistung fahren darf ... Nun ja, man merkt es: Wir sind halt in Deutschland.


TELEKOM WEHRT SICH GEGEN ÜBERWACHUNGSSTAAT

(red) Die Deutsche Telekom fühlt sich bei der Telekommunikationsüberwachung von den Strafverfolgungsbehörden übermäßig in Anspruch genommen. Der Konzern beklagt vor allem, dass der Hunger der Ermittler nach den heiß begehrten Verbindungsdaten stark zugenommen und verfassungswidrige Auswüchse erreicht habe.

Die Verhältnismäßigkeit und die Grundrechtsverträglichkeit der geforderten Eingriffe sei nicht mehr gewahrt. "Allein die Anordnung massenhafter Zielwahlsuchläufe bei Straftaten von allenfalls mittlerer Schwere hat ganz große Ausmaße angenommen", ärgert sich Bernd Köbele, Leiter der Abteilung "Staatliche Sicherheitssonderauflagen" des Konzerns.

Quelle: Heise Newsticker


ARRL RUFT GEGEN PLC AUF

(red) Der amerikanische Amateurfunkverband ARRL ruft alle Funkamateure weltweit auf, sich gegen Powerline Communication (PLC) fachlich und sachlich aufzulehnen. Es gilt, auf breiter Basis aufzuklären, dass PLC geeignet ist, den allgemeinen Rundfunkempfang mittels der produzierten Interferenzen empfindlich zu beeinträchtigen.

Quelle: www.arrl.org


AUCH PAPUA NEU GUINEA

(red) hat jetzt den Kurzwellen-Zugang gelockert und fordert keine CW-Kenntnisse mehr. Wie Rick - P29KFS - berichtet, sind damit etwa 30 bis 40 Funkamateure auf der Kurzwelle in der Luft.

Quelle: www.rsgb.org


DCF77 ALS FRÜHWARNSYSTEM

(red) der Bevölkerung. Die Zentralstelle für Zivilschutz (ZfZ) lässt derzeit prüfen, inwieweit man Software für die DCF77-Empfänger derart gestalten kann, dass damit die freie Kapazität der Funkuhrempfänger genutzt werden kann, um die Bevölkerung jederzeit effektiv alarmieren zu können. Mehr dazu erfahren Sie unter

www.bevoelkerungswarnung.de


TERRESTRISCHES DIGITALFERNSEHEN

(red) kommt ab Sommer 2004 in Nordrhein-Westfalen; die Tage der analogen terrestrischen Sender sind also gezählt. Es empfiehlt sich demnach, in terrestrische analoge Systeme nichts mehr zu investieren. Die Antennenanlage können Sie jedoch beibehalten; es kommen dieselben Frequenzen zum Einsatz. Bei der Anschaffung eines neuen Fernsehgerätes sollten Sie aber auf jeden Fall schon heute auf einen digitalen Empfänger Wert legen.

Quelle: Remscheider Generalanzeiger 16.10.2003


LESERBRIEF

(red) DK8CM schreibt uns:

"Werte Kollegen,

durch eure letzten 'ganz anderen Rundsprüche' wurde ich schonungslos, aber korrekt über unsere derzeitige Situation informiert. Weil es deutsche Großkonzerne sind, die sich in Sachen PLC engagieren, seid Ihr die einzigen, die sich noch was Kritisches dazu veröffentlichen trauen.

In dieser relativ isolierten Lage brauchen wir dringend Verbündete. Diese können nach Lage der Dinge nur in betroffenen Kurzwellendiensten liegen, weil letztere zukünftig mit einem beträchtlichen Ausfall an Hörern rechnen müssen. Diese europäischen und außereuropäischen Großsendeanstalten können wohl mehr Einfluss auf die gefährliche Situation ausüben als Blunatal. Dafür wäre nun aber höchste Zeit, weil in wenigen Tagen die schicksalsschwere Brüsseler Veranstaltung ansteht. Besten Dank für eure Arbeit und viel Erfolg weiterhin!

Es grüßt
Bert Mayer - DK 8 CM"

Bert fragt, ob er HamRadio 2day auch auf Kurzwelle hören kann. HamRadio 2day hören Sie sonntags um 10:45 Ortszeit auf 3680 kHz und um 11:30 Ortszeit in der Nähe von 7060 kHz.

Vy 73
Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.