HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 108 / 2003 vom 23.11.2003

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


MINISTERIUM LEHNT FORDERUNGEN DES RTA AB

(rps) Wir berichteten: Der "Runde Tisch Amateurfunk" hatte vor wenigen Wochen im Namen aller deutschen Funkamateure vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit gefordert, dass auch nach dem Wegfall der Morsetelegrafieprüfung ihr Bestehen am Rufzeichen erkennbar bleiben soll. Konkret hätte dies bedeutet, dass Inhaber der Zeugnisklasse 2 nach der geplanten Zusammenlegung mit Klasse 1 auch in Zukunft keine Rufzeichen zugeteilt bekämen, die mit DF, DH, DJ, DK oder DL beginnen. Das Ministerium hat dieses Ersuchen nun klar abgelehnt. Dazu ein Zitat aus dem Brief von Referatsleiter Dr. Tettenborn an den RTA:

"Jetzt, wo endlich das Ziel erreicht ist, um das seit etwa zehn Jahren gerungen wurde, nämlich nachgewiesene Morsetelegrafiekenntnisse als Vorraussetzung für die Nutzung von Kurzwellen-Frequenzbändern abzuschaffen, wäre es kontraproduktiv, das nicht auch entsprechend umzusetzen. Dies muss dann konsequent auch für Ihren Vorschlag gelten, Funkamateuren, die eine Morsetelegrafieprüfung erfolgreich absolviert haben, ein besonderes Rufzeichen zuzuteilen. Es wäre zwar ein kleines Zugeständnis an die CW-Verfechter, wie Sie schreiben, würde aber meines Erachtens gleichzeitig eine Diskriminierung der anderen Funkamateure bedeuten, weil eben die o.g. Voraussetzung nicht mehr erforderlich ist, aber über das Rufzeichen zu erkennen wäre, ob Jemand Morsetelegrafiekenntnisse besitzt oder nicht".

Auch den RTA-Vorschlag, eine dritte Zeugnisklasse zu schaffen, lehnte das BMWA ab. Damit hat sich das Ministerium in vollem Umfang dem diesbezüglichen Standpunkt der AGZ angeschlossen, der in unserem Statement zu einer neuen Struktur der Zeugnisklassen vom 7. November dieses Jahres enthalten ist.

Weiter können wir dem Schreiben des Ministeriums entnehmen, dass Hans-Jörg Unglaub, DL4EBK, mittlerweile auch seinen Rücktritt vom Amt des Vorsitzenden des "Runden Tisches Amateurfunk" erklärt hat.

Quelle: www.darc.de kurz vor dem Plattencrash


ZWERGENAUFSTAND

(hfs) Am Montag der vergangenen Woche berichteten Ralf Klingler, DL6RK, und Bernhard Klauke, DL6XB, in Packet-Radio und im Internet über die Anzeige von Jörg Sander, DF3OJ, bei der RegTP. Er zeigte angeblich an, dass die Strahlungsleistungen der Relaiskette um DB0FT (Feldberg/Taunus) unerlaubt hoch seien.

Im Anschluss an diesen banalen Vorgang entwickelte sich als Protesthaltung eine gemeinschaftliche Relaisabschaltung, die allerdings mehrheitlich nur von solchen Sysops verfolgt wurde, deren besondere Funkstellen untereinander vernetzt sind.

Grundsätzlich sind die Betreiber der Fonie- und Multifunktionsrelais selbst an ihrer Situation schuld, denn sie haben sich FREIWILLIG einer Deckelung ihrer Strahlungsleistung auf 15 Watt unterworfen, der sie sich laut Amateurfunkgesetz gar nicht unterwerfen müssen. Wenn sie in den Antragsformularen des DARC e.V. sich aber freiwillig begrenzen und den Zuteilungsakt der Behörde bestandskräftig werden lassen, dann müssen sie eben damit leben und nicht klammheimlich mehr Output machen, was DF3OJ am Missverhältnis zwischen Hörreichweite und Sendereichweite wohl leicht erkennen konnte.

Zu dem Sinn oder Unsinn eines Warnstreiks durch Abschaltung schrieb Hermann Böhm, DK6XH, sehr richtig:

"Zurück zu den aktuellen Relaisabschaltungen in Hessen, Hamburg und Niedersachsen. Auch ich wurde angeschrieben, werde mich allerdings nicht mit dieser Abschaltaktion solidarisieren, auch wenn diese auf Bayern ausgedehnt werden sollte. Solche Maßnahmen wirbeln nur Staub auf, sind aber letztlich unserer Sache nicht dienlich. Irgendwann werden die abgeschalteten Relaisfunkstellen wieder in Betrieb gehen, aber es wird sich nichts verändert haben."

Genau so kam es und seit Freitag sind sie alle wieder in der Luft. Nicht die Störer sind das Problem der Repeater, sondern diejenigen User, die Störer provozieren und bestätigen sowie diejenigen verantwortlichen Funkamateure einer "besonderen" Amateurfunkstelle, die diese nur aus eigener Eitelkeit betreiben anstatt für die Gemeinschaft der Funkamateure.


GLÜCKWUNSCH ZUM FREQUENZNUTZUNGSPLAN

(rps) oder: Endlich hat der Amateurfunk richtige Frequenzzuteilungen. Nach sieben langen Jahren des Wartens ? so lange schon gibt es das Telekommunikationsgesetz TKG ? war es nun diese Woche soweit: Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post veröffentlichte am Mittwoch im aktuellen Amtsblatt den vollständigen Frequenznutzungsplan. Es handelt sich hierbei um eine Gesamtübersicht über alle Frequenznutzungen im Frequenzbereich von 9 kHz bis 275 GHz in der Bundesrepublik Deutschland. Auf insgesamt 622 Seiten findet sich alles, was derzeit Funkfrequenzen nutzt.

Für den Amateurfunk sind ? im Gegensatz zu den anderen Funknutzungen ? lediglich die Frequenzbereiche aufgelistet. Diese sind uns gemäss Paragraf 3 Absatz 5 des Amateurfunkgesetzes nun endlich rechtlich sauber zugeteilt. Bezüglich der technischen und betrieblichen Rahmenbedingungen wird jedoch auf die Amateurfunkverordnung verwiesen. Eine erste Sichtung hat ergeben, dass wider Erwarten der Frequenzbereich 1890 bis 2000 kHz im 160-Meterband nicht mehr für den Amateurfunk vorgesehen ist. In den neuen Bundesländern stehen diese Frequenzen seit 1990 zur Verfügung ? und sie sind auch mit 10 Watt Senderleistung im Entwurf zu einer neuen Amateurfunkverordnung vom letzten Februar noch enthalten. Da der Frequenznutzungsplan seit letzten Mittwoch gilt, stellt sich nun die Frage, ob das Senden zwischen 1890 und 2000 kHz seit wenigen Tagen illegal ist.

Für 50 MHz sieht der Plan keine allgemeine, sondern eine "besondere Zuteilung der RegTP" vor. Das lässt nichts Gutes für die angestrebte generelle Freigabe des 6-Meterbandes erwarten. Wie lange die Regulierungsbehörde allerdings die nun schon bald 14 Jahre lang andauernde Begünstigung nur eines sehr kleinen Bruchteils der Funkamateure durch Sondergenehmigungen rechtlich durchhalten kann, das sei dahin gestellt.

Exemplare des Frequenznutzungsplans können bestellt werden bei der

Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
Stichwort: Frequenznutzungsplan
Postfach 8001
53105 Bonn

Telefax 0228-14-6125

Auf den Internetseiten der RegTP findet sich der Frequenznutzungsplan in einer PDF-Version, die weder das Drucken, noch das Kopieren von Text erlaubt.

Ach ja, und auch die LPDs mitten in unserem 70 cm-Band haben jetzt ihre eigene Frequenzzuteilung: als "allgemeine Funkanwendung geringer Reichweite". Sie fallen nun eindeutig nicht mehr unter den Begriff ISM.


HOHES BUSSGELD FÜR SCHARLATANERIE

(red) Die amerikanische Federal Trade Commission FTC berichtet, dass zwei Firmen aus New York eingewilligt haben, im Rahmen einer Anklage durch die US-Behörden 85.000 Dollar Bußgeld zu zahlen. Die Firmen behaupteten in der Werbung, ihre Geräte blockierten die angeblich schädliche elektromagnetische Strahlung von Mobiltelefonen.

Laut FTC hatten die Verteidiger der Firmen vorgebracht, die Wirksamkeit der Geräte sei durch Studien bedeutender europäischer Universitäten anerkannt. Die FTC wies diese Behauptungen als falsch und unbegründet zurück. Zusätzlich zum Bußgeld dürfen die beiden Unternehmen gemäss der Vereinbarung mit der FTC von ihrem Produkt nicht mehr behaupten, dass es Strahlung reduziere oder gegen elektromagnetische Energie abschirme, sofern diese Behauptung nicht wahr ist und sie dafür keine kompetenten und verlässlichen wissenschaftlichen Beweise erbringen können.

Quelle: http://rcrnews.com/ und Forschungsgemeinschaft Funk


DA BELLTE DER FALSCHE !

(hfs) Fritz Markert, DM2BLE, war in meinem Beitrag aus HamRadio 2day Folge 107 wirklich nicht aufgerufen, über seine Einkünfte aus seiner Beratungstätigkeit zu berichten. Wieviel Fritz Markert für seine Beratungen nimmt und wieviele Spenden er bekommt, interessiert mich keineswegs, sondern höchstens den Leser seiner Einkommensteuererklärung.

Es ging in meinem Beitrag darum, Funkamateuren nahe zu bringen, ihre Funkstation so zu betreiben, wie sie sie angezeigt haben ? oder sie so anzuzeigen, wie sie sie unter maximalen Bedingungen betreiben wollen und aufgrund der lokalen Umgebung betreiben können. Dadurch besitzt man im Kollisionsfall grundsätzlich die besseren Karten, besonders wenn man in Ballungsgebieten seine Amateurfunkanlage betreibt.

SO EINFACH KANN BERATUNG SEIN !

Vy 73
Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.