HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 115 / 2004 vom 11.01.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


WIRTSCHAFTSMINISTERIUM UNTERSAGT VERÖFFENTLICHUNG

(rps) des neuen Entwurfs zu einer Amateurfunkverordnung. Obwohl das BMWA kurz vor Weihnachten den deutschen Amateurfunkverbänden den Text offiziell zugestellt und im Anschreiben nur den Gebühren-Anhang als nicht veröffentlicht bezeichnet hatte, untersagte der zuständige Referatsleiter am vergangenen Freitag sowohl dem DARC e.V. als auch der AGZ, den Entwurf weiterhin zum Download im Internet anzubieten. Er begründete dies damit, dass die Bundesregierung das alleinige Copyright des Textes besäße. Ob das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit hier allerdings bürgerfreundlich und transparent handelt, das ist doch sehr in Zweifel zu ziehen.

Ohne Anerkennung dieses rechtlichen Anspruchs haben wir den Text allein deshalb aus dem Netz genommen, um das Vertrauen zu stärken. Die Einspielung in die Packet-Radio-Mailboxen hingegen wollten wir aus Gründen der Struktur dieses Netzes und auch wegen amateurfunkrechtlicher Bestimmungen ? und nicht zuletzt wegen des Nürnberger Urteils ? nicht rückgängig machen. Die für uns kritischen Punkte des Verordnungsentwurfs können Sie inhaltlich jedoch aus unserer Stellungnahme entnehmen, für die wir das Copyright besitzen ? und die wir natürlich weiterhin anbieten.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass das Ministerium der AGZ e.V. vor Weihnachten mitteilte, dass "kein Bedarf für eine weitere Kommentierung" bestehe, während man dem RTA schrieb, man wäre "dankbar, rechtzeitig eine Stellungnahme zu erhalten". Beide Verbände sind beim Deutschen Bundestag allerdings gleichberechtigt als Interessenvertretung registriert. Übrigens, der DARC hat mittlerweile den Verordnungsentwurf ebenfalls aus dem Netz genommen.


RTA EINVERSTANDEN MIT NEUER AFUV ?

(rps) Am 28. Oktober letzten Jahres schlug der "Runde Tisch Amateurfunk" dem Ministerium vor, die Einsteigerklasse umzugestalten. Dabei sollen keine Ausbildungsrufzeichen und keine automatischen Stationen wie etwa Relaisfunkstellen mehr erlaubt sein. Der AGZ liegt das Schreiben vor. Es befindet sich auf dem Webserver des DARC und ist öffentlich zugänglich.

Die in der deutschen Amateurfunkgeschichte bisher einmalige Idee, eine Lizenzklasse ohne ein Antragsrecht auf Club-, Relais- und Ausbildungsrufzeichen zu schaffen, stammt demnach nicht vom BMWA, sondern von einer so genannten Interessenvertretung der Funkamateure. Der "Runde Tisch Amateurfunk" hat also das Copyright auf die Grundidee. Dass das Wirtschaftsministerium den Vorschlag zur Schaffung einer dritten ? zwischen den Klassen E und A anzusiedelnden ? Zeugnisklasse ablehnte, den Herabstufungsvorschlag jedoch übernahm ? und damit im Gesamtergebnis den heutigen Einsteigern bestehende Rechte nehmen möchte, das ist einfach nur Pech für den RTA.

Gestützt wird unsere Wertung durch die folgende Textpassage, die man einem aktuellen Brief des Ministeriums an den RTA entnehmen kann:

"Ihre Stellungnahme zu einem Entwurf der neuen Amateurfunkverordnung, die Sie mir mit den o.g. Schreiben übergeben hatten, habe ich auswerten lassen. Das Ergebnis ist in die aktuelle Fassung des Verordnungsentwurfs, den ich diesem Schreiben als Anlage beifüge, eingegangen."

Das Schreiben wurde diese Woche etwa 18 Stunden lang vom DARC e.V. öffentlich im Internet angeboten. Damit steht für die Inhaber eines Amateurfunkzeugnisses der Klasse 3 wohl fest, wer der inhaltliche Urheber der geplanten Beschneidung ihrer Rechte ist.


KROATIENS FUNKAMATEURE GEWINNEN 100 KHZ IM 40-METERBAND

(hfs) und profitieren als Erste in der IARU-Region 1 von der in Genf im Sommer beschlossenen Erweiterung des 40-Meterbandes. Zusätzlich können die 9A-Rufzeicheninhaber jetzt auch auf 70 MHz und 3400 MHz Betrieb machen.

Die neuen Regelungen traten bereits am 26. Dezember in Kraft. Seitdem können die kroatischen Funkamateure den Bandabschnitt 7100 bis 7200 kHz auf sekundärer Basis mit 1000 Watt PEP nutzen. Auf 4 Meter ? hier sind 70,0 bis 70,45 MHz zugelassen ? senden die Kroaten jetzt mit maximal 10 Watt und auf 3400 bis 3410 MHz mit 150 Watt. Kroatien hat jetzt nur noch zwei Lizenzklassen: Die mit Deutschland vergleichbare CEPT-konforme A-Klasse und eine Anfänger-Klasse.

Quelle: RSGB


KANADAS HAMS RISKIEREN 220-MHZ-BAND

(red) Die kanadische Regulierungsbehörde RAC bzw. das Radio Advisory Board of Canada (RABC) plant nach 18-monatiger Beobachtung des 220-MHz-Amateurfunkbandes die Umwidmung für den industriellen Mobilfunk.

Quelle: RSGB


NEUE ALLGEMEINGENEHMIGUNGEN IM HOBBYFUNK

(rps) In ihrem letzten Amtsblatt des Jahres 2003 ? es trägt die Nummer 25 ? hat die Regulierungsbehörde eine Vielzahl von neuen Allgemeingenehmigungen ausgesprochen ? unter anderem auch für das so genannte FreeNet bei 149 MHz, die LPDs im 433 MHz-Band des Amateurfunks und für PMR-446.

So dürfen die Frequenzen 149,025, 149,0375 und 149,050 MHz mit einer effektiven Strahlungsleistung von 0,5 Watt ERP bei einer Bandbreite von maximal 12,5 kHz genutzt werden, solange Handsprechfunkgeräte zum Einsatz kommen. Zwischen 446,00625 und 446,09375 MHz sind acht Kanäle festgelegt, die ebenfalls mit 0,5 Watt ERP und 12,5 kHz Bandbreite zur Verfügung stehen. Im 70 cm-ISM-Band sind weiterhin 10 mW ERP erlaubt; die Bandbreite ist hier nicht weiter eingeschränkt.

Folgendes ist neu: Die Nutzung der Frequenzen ist nicht an einen bestimmten technischen Standard gebunden. Das bedeutet, dass jegliches Gerät benutzt werden darf, solange die jeweiligen Auflagen eingehalten werden. Lediglich im Störungsfalle werden laut Amtsblatt Nr. 25/2003 die entsprechenden europäisch harmonisierten Normen heran gezogen. Das bedeutet konkret, dass man z.B. ein im Frequenzbereich erweitertes Amateurfunk-Handy im FreeNet-Bereich bei 149 MHz benutzen darf, solange nicht mehr als 500 mW effektive Leistung abgestrahlt werden und die belegte Bandbreite 12,5 kHz nicht überschreitet. Gleiches gilt für PMR-446.


SCHWARZFUNKER STÖRTE POLIZEIFUNK

(red) Die Polizei hat in Geesthacht in Schleswig-Holstein einen 18-jährigen mutmaßlichen Schwarzfunker ausgehoben. Dem jungen Mann wird vorgeworfen, er habe sich in den Polizeifunk eingemischt und fingierte Einsatzbefehle an Streifenwagen durchgegeben. In der Dachgeschosswohnung des Beschuldigten fanden die Beamten ein Polizeifunkgerät, das betriebsbereit an eine Antenne und die Stromversorgung angeschlossen war. Das Gerät wurde beschlagnahmt. Die Polizei war durch einen Hinweis aus der Bevölkerung auf die Spur des mutmaßlichen Schwarzfunkers gestoßen. Den 18-Jährigen erwartet jetzt ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Telekommunikationsgesetz.

Quelle: FM ? Das Funkmagazin


PMR-446 als "ARMBANDUHR"

(red) Der Funkgeräte-Anbieter Maas hat ein PMR-446-Funkgerät in Form einer Armbanduhr auf den Markt gebracht. Das 70 x 45 x 20 mm kleine Gerät trägt die Bezeichnung "TTI PMR-200". Es verfügt über die üblichen acht Kanäle, eine ausklappbare 27 mm lange Antenne, CTCSS, Vox, Suchlauf und Anschlüsse für Mikrofon, Lautsprecher und Ladegerät. Die Stromversorgung erfolgt durch einen eingebauten Lithium-Ionen-Akku. Über die Sendeleistung werden keine Angaben gemacht.

Quelle: FM ? Das Funkmagazin


HEUTE ZUM GUTEN SCHLUSS: DER "LEIDARTIKEL"

(hfs) Die neue E-Klasse steht vor weiteren Kosten. Sie soll bei praktischem Betrieb an einer Clubstation zukünftig eine FUNKPRAXIS-Gebühr von 10 Euro pro Contest zahlen. Zur Vereinfachung zieht die RegTP die Gesamtkosten innerhalb eines Quartals pauschal beim IARU-Vertreter ein.

Es ist also wichtig, dass die E-Klasse VOR der Aufnahme des Contests zuerst die 10 Euro FUNKPRAXIS-Gebühr zahlt. Größere Contestgruppen sollen schon Kartenlesegeräte angeschafft haben. Zur Gegenfinanzierung sollen die Clubbeiträge der führenden Amateurfunkverbände in Deutschland ab Mitte 2004 um 0,8 Prozentpunkte gesenkt werden.

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Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.