HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 117 / 2004 vom 25.01.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


LEITARTIKEL: ARRL GOES AGZ

(hfs) könnte man glauben, wenn man die aktuelle Homepage des amerikanischen Amateurfunkverbandes liest. Dessen Vorschlag zu einer neuen Entry-Level-License fordert nämlich, dass die US-Einsteiger nahezu alle Frequenzen benutzen und alle Betriebsarten machen dürfen, nur der Output ist auf Kurzwelle auf 100 Watt und auf UKW auf praxisnahe 50 Watt limitiert. Eine Morsetelegrafieprüfung gibt es natürlich nicht ? und die ziemlich einfache schriftliche Prüfung der "New Novice Class" besteht lediglich aus ganzen 25 Fragen. So soll der Amateurfunk in den USA wieder attraktiv gemacht werden ? fit für das 21. Jahrhundert.

Auch wenn Eigenlob stinken soll ? hier ist es angebracht: Die AGZ hatte bereits 1995 diese "Black-Box-Klasse" gefordert und wurde unter anderem auch deswegen aus dem DARC heraus geekelt. Im Herbst 2003 wiederholten wir die Forderung, den Einsteigern auch in Deutschland Kurzwellenfrequenzen zuzuteilen ? um damit eine wirkliche Einsteigerklasse zu schaffen, die den Namen auch verdient und die sich mit dem Ausland messen kann.

Statt dessen schlug der DARC 1998 die heutige doch ziemlich eingeschränkte und nicht wirklich attraktive Klasse 3 vor, die er dann in seinem RTA-Statement vom letzten Oktober fallen ließ und noch mehr kastrieren wollte, um schließlich am 16. Januar nach einem Aufschrei der eigenen Klasse-3-Mitglieder wieder zurück zu rudern: eine echte "Erfolgsstory", wie sie DL derzeit viele vorzuweisen hat.

An einer anderen Stelle hat die ARRL offensichtlich vom DARC abgeschrieben, denn man will als höchste Klasse die "Extra Class" mit einem CW-Nachweis von 25 Zeichen pro Minute beibehalten. Dies soll sich allerdings lediglich in wenigen exklusiv nur dieser Klasse in den USA zugewiesenen Frequenzen niederschlagen, die allesamt in den Telegrafiesegmenten auf Kurzwelle liegen. Ich bin gespannt, ob die US-Regulierungsbehörde FCC diesem Vorschlag folgen kann, nachdem die WRC-03 gelaufen ist.

Hermann, DL1EEC


TRANSPARENZ

(red) zeigte die Regulierungsbehörde am 23. Januar. Im Internet bietet sie ab sofort für Jedermann die Möglichkeit an, sich für jeden Ort und jede Strasse in der Bundesrepublik über die Belastung durch elektromagnetische Felder zu informieren.

Mit der diese Woche in Betrieb gegangenen interaktiven Datenbank mit kartografischer Darstellung informiert die RegTP die Öffentlichkeit über alle ortsfesten Funkanlagen, die zum Betrieb eine Standortbescheinigung benötigen. Darüber hinaus sind Orte aufgeführt, an denen durch Messungen der elektromagnetischen Feldstärke des gesamten Funkfrequenzspektrums überprüft wurde, ob und in welchem Maß die Grenzwerte zum Schutz von Personen in elektromagnetischen Feldern eingehalten werden. "Die EMF-Datenbank der RegTP hat zum Ziel, mehr Transparenz über elektromagnetische Felder, die von Funkanlagen ausgehen, für die Öffentlichkeit zu bieten", erklärte Präsident Matthias Kurth in Bonn auf einer Pressekonferenz. Ortsfeste Amateurfunkstellen sind nicht in die Datenbank integriert, da sie keine Standortbescheinigung benötigen. Sie finden die Datenbank im Internet unter der Adresse

http://emf.regtp.de/

Quelle: RegTP


OBERLANDESGERICHT KÖLN HEBT URTEIL GEGEN FUNKAMATEUR AUF

(rps) Am 21. Juli 2003 verurteilte das Amtsgericht Bonn einen Funkamateur zu einer Geldbusse von 300 Euro, weil er gemeinsam mit einem anderen Funkfreund während eines Fielddays vorsätzlich mit einem Amateurfunkgerät auf der Frequenz 27,615 MHz gesendet haben soll. Zur Entscheidung stand ein Bußgeldbescheid der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Dem Funkamateur wurde vorgeworfen, fahrlässig eine Frequenz ohne Zuteilung benutzt zu haben.

Das Amtsgericht Bonn verurteilte den Funkamateur aufgrund der unter Eid abgegebenen Aussage eines Messbeamten der RegTP, wonach der Funkamateur beim Zugriff die Tat spontan gestanden haben soll, was er jedoch heftig bestritt. Die Verurteilung wegen vorsätzlicher anstatt fahrlässiger Begehung wurde damit begründet, dass er als Funkamateur mit abgelegter Prüfung hätte wissen müssen, dass er auf dieser Frequenz nicht senden darf.

Das Oberlandesgericht Köln hat das Urteil nun jedoch aufgehoben und zur erneuten Verhandlung an das Amtsgericht Bonn zurück verwiesen. Das Amtsgericht habe ohne vorausgehenden rechtlichen Hinweis Vorsätzlichkeit im Urteil angenommen und die angebliche Spontanäußerung des Funkamateurs in den Urteilsgründen fehlerhaft wiedergegeben.

Das Urteil von 20. Januar 2004 hat das Aktenzeichen Ss 484/03 OLG Köln. Mitgeteilt von: Rechtsanwalt Michael Riedel, Köln.


CB-FUNK IM 70 CM-AMATEURFUNKBAND

(rps) wird es schon bald in der Schweiz geben. Die Hobbyfunker benutzten dort bis Ende letzten Jahres neben 27 MHz auch Frequenzen bei 934 MHz. Diese wurden ihnen zum 1. Januar entzogen und einer anderen Verwendung zugeführt. Der schweizer Amateurfunkverband USKA und die dortige Regulierungsbehörde BAKOM haben nun zugestimmt, dass die Frequenzen 430,025 und 430,050 MHz mit einer maximalen Senderleistung von 2,5 Watt lediglich zum Zweck der Punkt-zu-Punktverbindung bei der Vernetzung von Packet-Radio-Knoten im CB-Funk verwendet werden dürfen. Der eigentliche Zugang zu diesem Netz hat allerdings nur auf 27 MHz zu erfolgen. Wir finden, dies ist ein vorbildliches Miteinander, denn schließlich kommen die meisten neuen Funkamateure aus den Reihen des Hobbyfunks ? und eine Imageverbesserung kann dem Amateurfunk nicht schaden.

Quelle: USKA


FREISPRUCH ? TROTZ EINGESPEICHERTER POLIZEIFUNKFREQUENZEN

(rps) Das Oberlandesgericht Hamm hat am 18. Dezember letzten Jahres einen Essener Funkamateur und Polizeireporter von dem Vorwurf der versuchten Strafvereitelung freigesprochen, nachdem das Landgericht Essen ihn zuvor verurteilt, jedoch wegen Abhörens des Polizeifunks freigesprochen hatte. Die Staatsanwaltschaft warf dem Funkamateur vor, er habe mit einem Scannerempfänger den Polizeifunk abgehört und die so erlangten Informationen an Dritte zum Zweck einer Strafvereitelung weiter gegeben. Schon das Landgericht konnte allerdings nicht feststellen, ob und wann er den Polizeifunk tatsächlich abgehört hat.

In der Revisionsentscheidung des Oberlandesgerichts wird ausgeführt, dass der Angeklagte, der passionierter Funker sei, zwar über diverse Geräte verfüge, die technisch den Polizeifunk abhören können. Das Gericht sei auch davon überzeugt, dass er davon tatsächlich Gebrauch gemacht habe, zumal er selbst das gelegentliche Abhören des lokalen Polizeifunks eingeräumt habe. Hinzu komme, dass der Sachverständige überzeugend ausgeführt habe, dass die auf den Geräten des Angeklagten vorgefundenen Sonderkanäle von Sicherheitsbehörden nicht beim Durchscannen automatisch abgespeichert worden sein könnten, sondern dass hier eine absichtliche Speicherung erfolgt sei. Wer sich dieser Mühe einer systematischen Speicherung unterziehe, der höre diese Frequenzen auch ab.

Allein aus der Tatsache, dass der Angeklagte technisch in der Lage dazu war, den Polizeifunk abzuhören ? so das Oberlandesgericht ?, könne aber noch nicht abgeleitet werden, dass der Angeklagte davon wirklich Gebrauch gemacht hat.

Damit steht nun auf der Ebene eines Oberlandesgerichts fest, dass das bloße Vorfinden eines Empfängers mit eingespeicherten Polizeifunkfrequenzen nicht ausreicht, um jemanden wegen unerlaubten Abhörens nach Paragraf 86 TKG zu verurteilen. Somit dürfen Geräte mit dieser Begründung nun nicht einmal mehr beschlagnahmt werden, z.B. wenn die RegTP zufällig im Shack einen Scanner findet, der "verbotene" Frequenzen im Speicher hat.

Das Urteil von 18. Dezember 2003 hat das Aktenzeichen 3 Ss 625/03 OLG Hamm. Mitgeteilt von: Rechtsanwalt Michael Riedel, Köln.


URLAUBSZEIT

(hfs) ist angesagt. HamRadio 2day hören Sie am 1. und am 8. Februar traditionell in dieser Jahreszeit zusätzlich aus EA8 ? Gran Canaria ? zu folgenden Zeiten und Frequenzen in Fonie:

um 12:00 MEZ auf 14 300 kHz,
um 12:15 MEZ auf 21 300 kHz,
um 12:30 MEZ auf 28 300 kHz und ? neu ?
um 23:00 MEZ auf 7 090 kHz.

Das Rig ist ein IC-706 mit 100 Watt Ausgangsleistung an einem Vierband-Drahtdipol. Auf der Datenseite stehen ein Libretto und ein PTC-2E zur Verfügung.

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Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.