HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 119 / 2004 vom 08.02.2004

Redaktion: Till Uhde, DL9JT


ZUSÄTZLICHE ABSTRAHLUNG

(red) HamRadio 2day hören Sie heute noch zusätzlich aus EA8 ? Gran Canaria ? zu folgenden Zeiten und Frequenzen in Fonie:

um 12:00 MEZ auf 14 300 kHz,
um 12:15 MEZ auf 21 300 kHz,
um 12:30 MEZ auf 28 300 kHz und
um 23:00 MEZ auf 7 090 kHz.


FUNKERKRIEG: DIE UKW-TAGUNG WEINHEIM

(rps) Die Konfrontation geht weiter ? wir berichteten letzte Woche darüber: Gleich zwei Vereine wollen dieses Jahr die traditionsreiche UKW-Tagung ausrichten: der ATW e.V. und der Ortsverband Weinheim des DARC, A20. Die Stadt Weinheim hat nun entschieden, allein dem letztes Jahr neu aus der Taufe gehobenen ATW den Zuschlag zu geben. Wesentlicher Grund sei die Tatsache, dass der ATW der Stadt finanziell mehr als das doppelte angeboten habe als A20. Außerdem passe der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, wo die Tagung wieder stattfinden soll, der vom ATW genannte Termin 28. und 29. August aus organisatorischen Gründen besser. Hiermit ist A20 natürlich nicht einverstanden und ruft nun zu Protesten gegen den Bürgermeister auf. Aufgeben will man auf gar keinen Fall.

In der Lokalpresse waren diese Woche die Vorgänge um die UKW-Tagung ziemlich präsent. Vor allem der DARC-Distrikt Baden und die Baunataler Geschäftsstelle kamen schlecht weg: Vom Vorwurf der Inkompetenz bis hin zu rechtlich angeblich nicht gedeckten Briefen des Distriktsvorsitzenden Baden war alles dabei. Viel schmutzige Wäsche und offen ausgetragene Vereinsmeierei vom feinsten: Der Amateurfunk hätte wirklich eine bessere Öffentlichkeitsarbeit verdient als diesen "Funkerkrieg". Es bleibt spannend ? und wir bleiben dran.


EWIGER FRÜHLING

(hfs) ist auf Gran Canaria, auch wenn die Kurzwellen-PA ihren Geist aufgab. Der altgediente TS-830 stand erst am 1. Februar abends wieder zur Verfügung. Somit musste HamRadio 2day am letzten Sonntag von EA8 ausfallen ? sorry.

Die Ausbreitungsbedingungen nach DL sind dieses Jahr schlechter als die vergangenen Jahre; sichere Pactor-Verbindungen gehen allerdings während der Dämmerungsstunden auf 40 Meter via DA5UBM ins deutsche Packet-Radio-Netz. Auffallend ist die sinkende Zahl von Partnern in der Betriebsart Pactor, die ein individuelles QSO machen können oder wollen. Dafür quellen nun die Bänder in den PSK31-Bandabschnitten über. Hoffentlich programmiert niemand dafür ein Mailbox-Verfahren ...

Spannend waren diese Woche SSTV-Verbindungen nach Brasilien und nach DL. Ein ganz besonderes SSB-Schmankerl war Hannelore Warnecke als 9Y4/DH5JR. Sie schimpfte auf der Kurzwelle wie ein Rohrspatz auf CU-Stationen, die sie angeblich bei ihren Contest-QSOs ? nur mit DL-Stationen ? massiv störten. Der Vereinsfunk lies mal wieder kräftig grüßen.

Hermann
EA8/DL1EEC


PLC ESKALIERT

(rps) in Österreich. Die Auseinandersetzung zwischen den Betreibern von Powerline-Systemen und Funknutzern gewinnt in unserem Nachbarland deutlich an Schärfe. Der Linzer Stromversorger und PLC-Betreiber Linzstrom will nun gegen den österreichischen Amateurfunkverband OEVSV und seinen Präsidenten Michael Zwingl eine Klage wegen Kreditgefährdung ? in Deutschland heißt das "Geschäftsschädigung" ? anstrengen, wie Anwälte des Unternehmens diese Woche mitteilten.

Die Streitigkeiten zwischen Funkamateuren und PLC-Nutzern begannen bereits kurz nach den ersten Tests der neuen Technik. PLC benutzt den Kurzwellenbereich in mehreren Blöcken zwischen 4 und 21 MHz, wobei das Signal in den wichtigsten Amateurbändern abgesenkt ist. Allerdings sind Stromleitungen unsymmetrisch und nicht geschirmt, so dass das Datensignal frei abgestrahlt wird, was natürlich für Störungen sorgt ? und dies nicht nur in den Amateurfunkbändern, sondern auch in den Rundfunkbereichen. Die Diskussionen drehen sich nun um die Heftigkeit dieser Störungen. Laut Berichten von Funkamateuren überdecken die Störsignale selbst noch die stärksten Rundfunkstationen im Kurzwellenbereich. Die Stromversorger hingegen streiten dies rundweg ab.

Nun will die österreichische Fernmeldebehörde neue Messwerte aus Linz veröffentlichen. Offenbar sind die Werte den Kontrahenten bereits bekannt; allerdings unterscheidet sich die Interpretation so sehr, dass man geneigt ist, an unterschiedliche Messungen zu glauben. Laut OEVSV sind die zuletzt festgestellten Messwerte für die Störstrahlung niedriger geworden, lägen aber immer noch um 20 bis 30 dB über dem Basispegel. Das würde einen Anstieg des natürlich vorhandenen Rauschteppichs um den Faktor 100 bis 1000 bedeuten: ausreichend, um selbst starke Sender zu überdecken.

Die Linzstrom AG beharrt indessen darauf, dass die von ihr eingesetzte Technik allen rechtlichen und technischen Anforderungen genüge und dass die Veröffentlichungen des OEVSV nicht den Tatsachen entsprächen. Das Messergebnis der österreichischen Fernmeldebehörde sei für die Linzstrom "außerordentlich gut" ausgefallen.

Quelle: Heise Newsticker


ERFOLG FÜR DIE AGZ: AMATEURFUNK HÖREN WIRD NICHT VERBOTEN

(rps) Wir berichteten: Die von der Bundesregierung geplante Neufassung des so genannten Abhörparagrafen im Telekommunikationsgesetz hätte dazu geführt, dass das Hören von Amateurfunk zukünftig eine Straftat wäre, falls man keine Amateurfunkgenehmigung besitzt. Allein allgemein genehmigte Anwendungen wie CB-Funk und FreeNet wären noch für jedermann empfangbar. Auch die im neuen AFuV-Entwurf vorgesehene allgemeine Erlaubnis hätte diese strafrechtliche Norm auf Gesetzesebene nicht einfach aufheben können. Der SWL mit DE-Call ein Krimineller und Hörerlogs in Zeitschriften öffentlich zugegebene Straftaten?

Nachdem sich in der ersten Lesung des neuen TKG im Bundestag Mitte Januar immer noch nichts am Wortlaut des Paragrafen geändert hatte, ist die AGZ e.V. an die zuständigen parlamentarischen Gremien in Berlin heran getreten und hat erneut eine Änderung eingefordert: Wir wollen, dass auch in Zukunft jedermann Amateurfunk legal hören darf ? und dies ohne jeden rechtlichen Zweifel und ohne jeden Interpretationsspielraum.

Friedrich Merz, DK7DQ, als Bundestagsabgeordneter unter anderem Mitglied des zuständigen Ausschusses für Wirtschaft und Arbeit, teilte der AGZ diese Woche mit, dass aufgrund unserer Intervention eine neue Formulierung des Abhörparagrafen gefunden werden soll, die unserem Einwand Rechnung trägt. Das daraufhin von Merz angesprochene Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit informierte uns, dass man unseren ursprünglichen Lösungsvorschlag jetzt gegenüber dem Bundestagsausschuss unterstützen werde. Er sieht vor, Aussendungen, die für Funkamateure im Sinne des Amateurfunkgesetzes bestimmt sind, explizit vom Abhörverbot im neuen Paragraf 87 TKG auszunehmen.


AMATEURFUNK-PRÜFUNGEN AUF DER HAM RADIO

(tu) Die Regulierungsbehörde veranstaltet während der diesjährigen HAM RADIO in Friedrichshafen Prüfungen zur Erlangung von Amateurfunkzeugnissen der Klassen 2 und 3. Für die Veranstaltung am Samstag, dem 26. Juni 2004 um 14 Uhr stehen nur begrenzt Plätze zur Verfügung. Auch wenn die RegTP Anmeldungen noch am Stand entgegennimmt, ist eine frühzeitige Anmeldung bei der Außenstelle Freiburg sinnvoll. Weitere Informationen und Anmeldeformulare sind im Internet unter www.regtp.de erhältlich. Die Teilnehmer erhalten nach bestandener Prüfung das Amateurfunkzeugnis; die Rufzeichenzuteilung erfolgt wenige Arbeitstage später durch die zuständige RegTP-Aussenstelle.

Quelle: www.funkamateur.de


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Till, DL9JT


Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.