HamRadio 2day
Text Audio

HamRadio 2day

Ausgabe 121 / 2004 vom 22.02.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


FALLSTRICK: DIE ANLAGE 1 ZUR DV-AFUG 1987

(hfs) Funkamateure, die keinen besonderen Schutz durch die deutschen Amateurfunkverbände oder durch deutsche Funkverwaltungsgremien genießen, sollten die An1age 1 zur DV-AFuG 1987 nochmals genau studieren: Wort für Wort. Sie enthält nämlich Auflagen, gegen die Sie als Funkamateur – ohne sich dessen bewusst zu werden – in der täglichen Funkpraxis verstoßen könnten – speziell, wenn Sie eine Relaisfunkstelle betreiben. Und: Die Anlage ist noch in vollem Umfang gültig!

Hilfreich dabei ist die RegTP allerdings nicht, denn sie bietet diese Anlage 1 auf ihrer Homepage erst gar nicht an. Trotzdem bezieht sie sich in Verwaltungsakten und amtlichen Schreiben darauf: ganz offensichtlich aber nur dann, wenn es ihr selbst in den Kram passt. Wir sagen Ihnen, wo Sie diese – dem 1997er Amateurfunkgesetz diametral entgegen stehende – noch gültige Anlage 1 zur alten DV-AFuG 1987 finden, nämlich unter:

www.amateurradio.uni-halle.de

oder direkt bei uns.


LANDGERICHT STUTTGART: VERFAHREN GEGEN SCANNER-BESITZER EINGESTELLT


(rps) Nachdem das Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt im März 2003 den Benutzer eines Scanner-Empfängers wegen Verstoßes gegen den so genannten "Abhörparagrafen" des Telekommunikationsgesetzes in Tateinheit mit Nötigung mittels einer Waffe zu einer Geldstrafe von 2100 Euro verurteilt hatte, wurde das Verfahren diese Woche vom Landgericht Stuttgart als Berufungsinstanz eingestellt.

Der Scanner wurde im Oktober 2001 anlässlich einer Polizeikontrolle auf offener Strasse sichergestellt. Der Beschuldigte trug das Gerät in der Jackentasche und hatte einen Ohrhörer angeschlossen. Bei der anschließenden Überprüfung stellte sich heraus, dass in dem Gerät neben Rundfunkfrequenzen auch Betriebs-, Sondereinsatz- und Datenfunkfrequenzen der Landespolizeidirektion gespeichert waren. In der fünfstündigen Verhandlung, zu der auch ein Mitarbeiter der Regulierungsbehörde als Sachverständiger geladen war, konnte nicht festgestellt werden, wer die fast 700 Frequenzen in das Gerät eingespeichert und ob der Betroffene selbst tatsächlich den Polizeifunk abgehört hat.

Nachdem die Vorsitzende Richterin eine Presseerklärung der AGZ e.V. aus dem Jahre 2000 förmlich zum Gegenstand der Verhandlung machte – hier wurde berichtet, dass ein ähnliches Verfahren mit einer Einstellung endete –, wurde mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft auch dieses Verfahren eingestellt. Der Beschuldigte erhält seinen hochwertigen Scanner zurück und muss an eine gemeinnützige Einrichtung 150 Euro zahlen. Die Kosten des Verfahrens und ein Drittel der notwendigen Auslagen für die Verteidigung werden von der Staatskasse getragen. Das Aktenzeichen lautet: 41 Ns 134 Js 87141/01.

Mitgeteilt von Rechtsanwalt Michael Riedel, DG2KAR, Köln.


AMSAT OSCAR 40 SCHWEIGT

(red) trotzdem das Radioteleskop des "Parkes Observatoriums" mitlauscht. Bei den Versuchen, Amsat Oscar 40 wieder zum Leben zu erwecken, hat die Amsat prominente Hilfe von diesem astronomischen Institut in Australien erhalten.

Das Radioteleskop hat einen Durchmesser von 64 Metern und seine System-Rauschtemperatur liegt bei etwa 25 K. Es wurde ein 4 MHz breites Segment mit einer Mittenfrequenz von 1097 MHz mittels aufwändiger Technik abgesucht, um dort den Lokal-Oszillator des L1-Empfängers zu finden. Ein Bereich von etwa +/– 20 kHz um die tatsächliche LO-Frequenz wurde noch genauer untersucht. Insgesamt wurden drei Stunden gebraucht, um die Anlage für Amsat Oscar 40 einsatzbereit zu machen und nach ihm zu suchen. Leider wurde nichts gefunden, was auf ein Signal des Amateurfunk-Satelliten hindeutet. Vermutet wird ein Ausfall der Energieversorgung.

Quelle: Amsat-DL


EINE LEGENDE MACHTE SK

(red) SGC-Mitgründer Pierre Goral, KI7UA – bekannt vor allem durch seine Smartuner-Serie, verstarb am 12. Februar. Er führte die Firma SGC Inc. seit 1971 und wurde 67 Jahre alt. Die Abkürzung SGC erinnert an Don Stoner und Pierre Goral, die ursprünglich unter Stoner-Goral Communications firmierten, um später dann das Unternehmen SGC zu nennen.

Quelle: ARRL


REGTP-JAHRESBERICHT 2003: ERSTMALS RÜCKGANG IM AMATEURFUNK

(red) Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat am 11. Februar ihren Jahresbericht 2003 veröffentlicht. Dort finden sich unter anderem interessante Daten zum Amateurfunk: Am 31. Dezember 2003 gab es in Deutschland 78.307 Funkamateure mit einem Individualrufzeichen. Das sind 1268 Personen weniger als am Stichtag 30. November 2000. Damit haben wir zum erstem Mal in der Geschichte der Bundesrepublik einen Rückgang der absoluten Anzahl von Funkamateuren zu beklagen.

Zur Zeit haben wir 42.010 Funkamateure mit dem Amateurfunkzeugnis der Klasse 1, 30.887 mit einem der Klasse 2 und 5410 mit einem Zeugnis der Klasse 3. In allen Klassen zusammen genommen besitzen lediglich 871 Personen ein Ausbildungsrufzeichen – immerhin ein Anstieg um 195 Calls. Klasse 1 verlor etwa 2 Prozent, Klasse 2 verlor 8 Prozent und Klasse 3 legte um stolze 37 Prozent zu. Der RegTP-Jahresbericht 2003 kann im Internet unter

www.regtp.de/imperia/md/content/aktuelles/jb2003.pdf

geladen werden Der CB-Funk und andere "Jedermann-Funkanwendungen" werden in dem 139 Seiten umfassenden Bericht nicht erwähnt.

Quelle: RegTP


POWERLINE BEI MANNHEIMER MVV AUF DER KIPPE

(red) In der kommenden Woche wird der Aufsichtsrat des Mannheimer Energieversorgers MVV endgültig über die Zukunft des Powerline-Angebots entscheiden. Das bestätigte MVV-Sprecher Roland Kress gegenüber heise online. Eigentlich hätte das Gremium bereits diese Woche über einen Vorschlag des Vorstands entscheiden sollen; aus Zeitgründen sei die Abstimmung aber verschoben worden. Zuletzt hatte MVV die Zukunft des Projektes für den Breitband-Internetzugang von der Lieferung der richtigen Technik des Modemherstellers Main.net aus Israel abhängig gemacht. "Das hat funktioniert, wir haben die Technik jetzt", sagte Kress. Nun stehe noch die Entscheidung über die wirtschaftliche Machbarkeit aus.

Nach Schätzungen von Branchenkennern hat das Powerline-Engagement den Mannheimer Betreiber bislang etwa 30 Millionen Euro gekostet. Grosse Konkurrenten wie E-ON und RWE hatten ihre Powerline-Aktivitäten in den vergangenen zwei Jahren aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.

Quelle: heise online


5 MHZ-AKTIVITÄTS-NACHMITTAG GEPLANT

(red) Nachdem im Sommer 2003 sowohl die USA, als auch Großbritannien einige Frequenzen im 60-Meterband für Funkamateure freigemacht hatten, folgte Finnland im Januar 2004 mit einer Sondergenehmigung für Klubstationen. In Norwegen ist 60-Meter-Betrieb für Funkamateure nur im Rahmen des Notfunks erlaubt, in Kanada und Deutschland gibt es einige wenige Sondergenehmigungen auf Versuchsfunkbasis: In Deutschland z.B. sendet die Funkwetter-Bake DK0WCY unter dem Nicht-Amateurfunkrufzeichen DRA5 auf 5195 kHz.

Für kommenden Samstag, den 28. Februar 2004 ist nun ab 13:30 UTC unter finnischer Regie ein so genannter "5 MHz-Aktivitäts-Nachmittag" geplant, bei dem Kontakte zwischen Finnland, Großbritannien und später auch den USA hergestellt werden sollen. Für alle 60-Meter-Aussendungen gilt, dass sie – entgegen den Amateurfunk-Gewohnheiten – im oberen Seitenband stattfinden müssen. Hier sind einige Frequenzen, die von den sendenden Amateuren genau eingehalten werden müssen:

5403,5 kHz in den USA und Großbritannien,
5398,5 kHz in Großbritannien und Finnland, und
5371,5 kHz in den USA und Finnland.

Für deutsche Funkamateure, die hier nicht senden dürfen, kann dieser Nachmittag dennoch von Interesse sein: So können vielleicht Cross-Band-Kontakte hergestellt werden. Genauere Informationen zu 60 Meter sind auf der Homepage der Clubstation DK0UNI der Universität Bonn zu finden unter

www.dk0uni.uni-bonn.de

Vielen Dank an Dennis, DC1RBI/OZ0RBI, für diese Information.


LESERBRIEFE

DO9ST, Thomas, schrieb uns:

Ich muss schon sagen, wenn man den AGZ- und den DARC-Rundspruch liest, treffen Welten gegeneinander. Ihr habt eben doch die interessantesten Berichte: Meinen Glückwunsch.

DC4ZS, Arnulf, meinte:

Ich höre meistens sonntags den AGZ-Rundspruch via DB0VA. Ich finde Eure Infos recht gut. Leider müssen einige Funkamateure entweder stören oder schräge Bemerkungen los lassen. Das finde ich nicht gut, man kann sich doch überall informieren. Und wer den Rundspruch nicht hören will, kann ja wohl so lange abschalten. Macht so weiter, es gibt ja nach dem Rundspruch keinen Bestätigungsverkehr, aber hiermit bestätige ich das regelmäßige hören bzw. lesen des AGZ-Rundspruchs.

SWL Wolfgang Fink dankt schließlich:

Hey zusammen, bedanke mich für den heutigen Rundspruch! Gruß Wolfgang.


ZUM GUTEN SCHLUSS

(red) All unsere endgültigen Beschlüsse werden in einem Geisteszustand gefasst, der nicht anhalten wird.

Quelle: Marcel Proust

Vy 73
Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.