HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 122 / 2004 vom 29.02.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


HÄFNER GEWINNT ARBEITSGERICHTSPROZESS GEGEN DARC E.V.

(red) Gut acht Monate nach seiner fristlosen Kündigung als Geschäftsführer des Deutschen Amateur-Radio-Clubs in Baunatal hat das Arbeitsgericht in Kassel am 25. Februar den Hinauswurf des 53-jährigen Bernd Häfner für unwirksam erklärt. Wie Häfner diese Woche mitteilte, hielt das Gericht die vom DARC erhobenen Vorwürfe nicht für einen ausreichenden Kündigungsgrund.

Wie Häfner jetzt erklärte, ging es um Satzungsfragen: Seit rund drei Jahren könnten in den Vorstand statt der eigentlich vorgesehenen drei Mitglieder auch sechs gewählt werden ? vorausgesetzt, das werde bei der vorangehenden Mitgliederversammlung beschlossen. Der Streit habe sich daran entzündet, dass bei einer Versammlung entgegen dem Willen des Vorstands kein entsprechender Antrag gestellt worden sei, sagte Häfner. Woraus ihm als dem für das Zusammenstellen der Tagesordnung zuständigen Geschäftsführer ein Vorwurf gemacht wurde, der in der fristlosen Kündigung gipfelte. Häfner wiederum wies in der Gerichtsverhandlung darauf hin, dass er eine gute Erfolgsbilanz vorlegen könne: So sei unter seiner Geschäftsführung der schuldenfreie Immobilienbesitz des Vereins verdoppelt und die Höhe der Rücklagen verzehnfacht worden.

Das Urteil mit dem Aktenzeichen 9/1 Ca 358/03 ist noch nicht rechtskräftig, da der unterlegenen Partei die Anrufung der nächsten Instanz offen steht. Der DARC hat bislang keine Stellungnahme abgegeben.

Quelle: Hessische Niedersächsische Allgemeine


ÖSTERREICH ÖFFNET DIE KURZWELLE

(rps) Am 25. Februar hat Österreich seine Amateurfunkverordnung geändert. Wichtigster Punkt: Die bisherigen UKW-Genehmigungen der Klasse 2 sind nun auch in der Alpenrepublik zur Bewilligungsklasse 1 mit Kurzwellenzugang aufgewertet worden. Inhaber einer CEPT-konformen Genehmigung anderer Staaten dürfen ebenfalls ab sofort in OE auf die Kurzwelle ? dabei werden sogar die bis letztes Jahr noch unterschiedenen CEPT-Klassen 1 und 2 ausdrücklich als der Bewilligungsklasse 1 gleichwertig aufgeführt: Es bedarf bei Klasse 2 also keines Neueintrags in die Lizenzurkunde des Heimatlandes. Herzlichen Glückwunsch und willkommen im Club!


STEHT DIE REGTP VOR DEM OUTSOURCING ?

(red) Die Bundestagsfraktion der FDP hat eine so genannte "Kleine Anfrage" an die Bundesregierung gerichtet. Es geht dabei um die vom FTEG verlangte messtechnische Überprüfung von Funkanlagen und Telekommunikationsendgeräten in eigenen Messlabors der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post im Rahmen der Marktüberwachung. Dies soll sicher stellen, dass die im Markt zum Verkauf bereit gehaltenen Geräte die europäisch harmonisierten Normen und weitere rechtliche Vorschriften einhalten.

Die FDP-Abgeordneten möchten unter anderem konkret wissen, wie hoch die Investitions- und Betriebskosten für die Messlabors der RegTP sind, ob private Labors die Prüfungen nicht effizienter und kostengünstiger durchführen können und ob der Bundesrechnungshof die Beschaffungskosten der RegTP überprüft. Allgemeine Stossrichtung der Freien Demokraten ist die Verlagerung staatlicher Aufgaben auf private Unternehmen. Schließlich braucht man nur einmal einen kurzen Blick in die Gebührenverordnungen für diverse Amtshandlungen zu werfen: Bei einen Behörden-Stundensatz für einen Ingenieur in Höhe von 240,17 Euro ist die private Wirtschaft mit Sicherheit konkurrenzfähiger.

Wir werden Sie über die Antwort der Bundesregierung informieren, sobald sie uns vorliegt.

Quelle: www.fdp-fraktion.de und FM ? Das Funkmagazin


SELBSTERKLÄRUNG NICHT IN GEFAHR

(rps) Aktuellen Spekulationen in den Amateurfunkmedien, die so genannte "Selbsterklärung" im Rahmen der BEMFV sei aufgrund des sehr geringen Prozentsatzes von abgegebenen Anzeigen in Gefahr, zugunsten einer Standortbescheinigung abgeschafft zu werden, ist eine klare Absage zu erteilen: Das Amateurfunkgesetz nämlich verlangt die Vorlage von Berechnungsunterlagen und von ergänzenden Messprotokollen für die ungünstigste Antennenkonfiguration einer Amateurfunkstelle durch niemand anderes als durch den Funkamateur selbst. Das nachrangige FTEG und dessen wiederum nachrangige BEMFV werden durch Paragraf 7 Absatz 3 AFuG derart eingeschränkt, dass der Verordnungsgeber ein ansonsten wie auch immer aussehendes Verfahren so zu gestalten hat, dass der Funkamateur in jedem Fall selbst und eigenverantwortlich tätig werden muss.

Ohne Änderung des Amateurfunkgesetzes kann das heutige Anzeigeverfahren in Eigenverantwortung also nicht auf dem Verordnungswege abgeschafft werden ? und auch bei einer entsprechenden Gesetzesänderung wäre zu prüfen, ob das Ziel des AFuG ? nämlich einen liberalen wissenschaftlich orientieren Experimentalfunkdienst zu garantieren ? nicht verletzt wird.


eQSL QSO PARTY SPRING 2004

(rps) Der bekannte Internet-basierte QSL-Server eQSL.cc veranstaltet seinen ersten weltweiten Contest. Man erfährt sofort online, wie viele Punkte man erreicht hat, wenn das Log elektronisch hoch geladen wird. Hier die Details: Der Wettbewerb findet statt am 17. April 2004 von 00:00 UTC bis 23:59 UTC auf den klassischen Kurzwellenbändern 160 Meter, 80 Meter, 40 Meter, 20 Meter, 15 Meter und 10 Meter. Jeder lizenzierte Funkamateur darf teilnehmen und alle Betriebsarten sind erlaubt. Für eine Phonieverbindung gibt es 2 Punkte, für CW gibt es 4 Punkte und für digitale und bildgebende Verfahren gibt es jeweils 6 Punkte.

Ferner sind Bonuspunkte vorgesehen: Und zwar 150 Stück für einen Kontakt mit dem Manager von eQSL.cc ? das ist N5UP, 100 Punkte für Verbindungen mit einem Mitglied des Advisory Boards, 10 Punkte für Kontakte mit einem Funkamateur, der sich eQSL.cc gegenüber durch Kopie seiner Lizenzurkunde autorisiert hat ? und schließlich erhält man gleich 200 Zusatzpunkte, wenn man sich selbst durch seine Lizenzurkunde ausgewiesen hat. Multiplikatoren erhält man auch ? und zwar für jedes gearbeitete Land und für jeden gearbeiteten amerikanischen Bundesstaat.

Der Gesamtgewinner und die Gewinner in diversen Kategorien, die sich in der verwendeten Senderleistung unterscheiden, werden auf der diesjährigen Hamvention in Dayton/Ohio bekannt gegeben.

Quelle: www.eqsl.cc


FALLSTRICK RELOADED: DIE ANLAGE 1 ZUR DV-AFUG 1985

(hfs/rps) Uns liegt ein verbindliches amtliches Schreiben vom 11. Februar vor, wonach die Regulierungsbehörde die Anlage 1 zur DV-AFuG 1985 für jeden Funkamateur als gültig ansieht ? und zwar insgesamt und ohne Einschränkung. Demnach hätten die Relaisfunkstellen in Deutschland ? bzw. deren Betreiber ? gleich mehrere schwerwiegende Probleme:

  1. Relaisfunkstellen dürften nur von Amateurfunkvereinigungen betrieben werden. Das bedeutet, dass alle automatischen Stationen, die auf ein Individualrufzeichen zugelassen wurden, jederzeit kassiert werden könnten ? das allerdings sind mit Abstand die meisten, wenn nicht sogar alle: Schließlich verlangt das Amateurfunkgesetz dies so.

  2. Relaisfunkstellen dürften mit ihrem Rufzeichen nur in einem einzigen Band arbeiten. Für ein zweites Band wäre ein weiteres Rufzeichen zuzuteilen. Mehr noch: Relaisfunkstellen dürfen entweder bei 144 MHz oder bei 430 MHz betrieben werden und nirgendwo sonst. Damit wären alle Relaisfunkstellen nicht genehmigungsfähig, die z.B. im 10 Meterband oder auf 23 cm arbeiten.

  3. Die Relaisfunkstelle müsste mit einem Rufton ? hier geht auch ein Subaudioton ? geöffnet werden können. Danach müsse sie trägergesteuert weiterarbeiten. Die maximale Länge einer reinen Trägeraussendung betrage fünf Sekunden; danach müsse der Sender abschalten, wenn auf der Eingabe kein Nutzsignal mehr ansteht.

  4. Der verantwortliche Funkamateur soll alleine definieren können, was ein Missbrauch seiner Relaisfunkstelle ist.

  5. Jedwede Vernetzung von Relaisfunkstellen sei unzulässig. Damit dürften die Strecken DB0LR-DB0FT, Köterberg-Hamburg, diverse 10 m-Sprachrepeater-Links und vielleicht das gesamte Packet-Radio-Netz in seiner heutigen Struktur QRT anmelden.

Offensichtlich handhaben z.B. die Betreiber der Relaisfunkstellen DB0UR, DB0LR und DB0VR die Anlage 1 der alten DV-AFuG 1985 so, dass sie für die Nutzer Auflagen definieren, sich selbst aber diesen Auflagen selektiv entziehen wollen.

Ob die ominöse Anlage 1 allerdings wirklich gilt, das sei dahin gestellt. Es gibt jedenfalls ganz erhebliche Zweifel, ob sie mit übergeordnetem Recht vereinbar ist. Unverständlich ist, warum der Verordnungsgeber diese absolut nicht mehr in die Zeit passenden Regelungen Ende 1997 noch ausdrücklich als gültig deklariert hat. Immerhin hätte man hier die Möglichkeit gehabt, es besser zu machen.


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln; erstens durch Nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.

Quelle: Konfuzius

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Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.