HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 125 / 2004 vom 21.03.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


LEITARTIKEL: INFORMATION IST EINE HOLSCHULD !

(wvg) Wissen ist Macht, eine Binsenweisheit. Und wer will nicht mächtig sein? Mächtig im Sinne von "in der Lage sein, qualifiziert mitreden, mitgestalten zu können".

Hörer und Leser des AGZ-Rundspruchs am Sonntag gehören sicher dazu, denn sie informieren sich regelmäßig über das, was den Amateurfunkdienst betrifft, was innerhalb seiner Strukturen läuft und was am Rande geschieht; sie können die Meinungsbildung auf diesen Feldern vorantreiben.

Natürlich nehmen wir von HamRadio 2day nicht für uns in Anspruch, alles zu wissen und alles richtig zu machen. Aber wir nehmen für unser Produkt in Anspruch, dass es unter Nutzung des Amateurfunkdienstes interessierten Zuhörern zugänglich ist. Wir tun unsererseits alles technisch Mögliche, diesen Anspruch zu erfüllen.

Wer also mächtig im Sinne des eingangs gesagten sein will, darf es sich nicht gefallen lassen, von Dritten am Abholen von Informationen gehindert zu werden.

Vy 73 de

Wolfgang, DL5EDA
Vorsitzender der AGZ e.V.


KONFLIKT: WIRTSCHAFT GEGEN FUNKDIENSTE

(red) Am kommenden Dienstag, den 23. März berichtet das WDR-Fernsehen um 21 Uhr in seiner Sendung Q21 über Powerline Communication – PLC. Anhand des Beispiels eines Rundfunkhörers aus Mannheim wird unter dem Titel "Internet kontra Radio" gezeigt, wie sich Kurzwellenfunk und eine gleichzeitige PLC-Nutzung gegenseitig nahezu ausschließen. Dabei erstmals im deutschen Fernsehen: Aufnahmen der nationalen Katastrophenschutzübung 2003 in Österreich, bei der eine Funkstation in Linz an der Donau die Teilnahme aufgrund von PLC-Störungen abbrechen musste.

Der Konflikt ist klar: Auf der einen Seite stehen wirtschaftliche und nutzerorientierte Vorteile, und auf der anderen Seite die beschädigten Interessen von Kurzwellenhörern, Funkamateuren, des Katastrophenschutzes und anderer sicherheitsrelevanter Funkdienste. Was kann sich die Gesellschaft leisten? Argumente pro und kontra PLC wie gesagt am 23. März um 21 Uhr im Westdeutschen Fernsehen.

Quelle: Thomas Kamp, DF5JL


JETZT SCHON DREI LÄNDER IM ERWEITERTEN 40-METERBAND

(hfs) Vom 1. April an werden insgesamt bereits drei Länder – nämlich Kroatien, Norwegen und San Marino – auf dem erweiterten 40-Meterband zwischen 7000 und 7200 kHz legal in der Luft sein. Die Zuteilung des neuen Abschnitts 7100 bis 7200 kHz erfolgt auf sekundärer Basis. Primärnutzer ist der Rundfunk.


FUNKEN IM AUSLAND – DIE CEPT HAT AKTUALISIERT

(rps) Dass ein deutscher Klasse 2-Inhaber in Deutschland auf die Kurzwelle darf, das ist klar. Was aber ist mit ihm im Ausland? Die Urlaubssaison naht schließlich mit Riesenschritten. Hier gibt es offenbar Verwirrung. Wir haben für Sie recherchiert. Die CEPT-Regelungen haben sich mittlerweile nämlich geändert: so die Empfehlung T/R 61-01 im Oktober 2003 und T/R 61-02 erst kürzlich im Februar 2004. Die wesentlichen Änderungen sind der Wegfall der Morsetelegraphieprüfung und – damit zusammenhängend – die Zusammenlegung der bisherigen Klassen 1 und 2. Es gibt jetzt nur noch eine einzige "CEPT Radio Amateur Licence", die Telegraphie nicht mehr als Prüfungsinhalt ausweist.

Das ist aber nicht alles: Diejenigen Staaten, die das CEPT-Abkommen im Amateurfunk anwenden, müssen natürlich erklären, welche ihrer nationalen Genehmigungsklassen der CEPT-Lizenz entsprechen. Im Anhang Nr. 2 der Empfehlung T/R 61-02 findet man seit Februar für Deutschland, dass unsere Zeugnisklassen 1 und 2 in gleicher Weise CEPT-fähig sind.

Oft wird uns die Frage gestellt: "Muss ich als Klasse 2-Amateur etwas in meine Genehmigungsurkunde eintragen lassen, um im Ausland auf Kurzwelle funken zu dürfen?"

Seit wenigen Wochen ist die Antwort einfach: Da unsere Klasse 2 jetzt ganz offiziell dem CEPT-Standard entspricht, bedarf es dies in meiner Sicht nicht, denn Klasse 2 steht ja schon auf der Urkunde; und die "CEPT Radio Amateur Licence" umfasst auch den Sendebetrieb unterhalb von 30 MHz, jedenfalls grundsätzlich. Vorrangig sind nämlich nationale Regelungen im Ausland, was z.B. die konkret zugewiesenen Frequenzen und die erlaubten Senderleistungen angelangt. Man sollte sich also schon vorher genau erkundigen, was im Urlaubsland alles erlaubt ist – und was nicht.

Sie finden die aktuelle Version der CEPT-Empfehlungen in englischer Sprache im Internet-Angebot des European Radiocommunications Office unter www.ero.dk – und auch auf der Website der AGZ e.V. unter der Navigation "Recht / Gesetze und Vorschriften / CEPT".


DOCH KEINE GATEWAYS FÜR KLASSE 3 ?

(rps) Es stelle angeblich keinen Verstoß gegen die Betriebsrechte der Klasse 3 dar, wenn Inhaber dieser Zeugnisklasse auf 2 m oder 70 cm senden und das Signal von einem Crossbandrelais oder einem Satelliten z.B. auf 10 m umgesetzt wird, so lautete im Februar die Meldung in einem Rundspruch eines anderen deutschen Amateurfunkvereins. Wir wollten es genauer wissen und baten die Regulierungsbehörde um eine Stellungnahme. Diese liegt nun vor. Hier die wichtigsten Sätze im Zitat:

Ein Funkamateur mit einer Rufzeichenzuteilung der Klasse 3 darf nur auf den für diese Klasse ausgewiesenen Frequenzen die zugestandenen Betriebsrechte ausüben. Eine "berechtigte Person", die Signale eines Klasse 3-Inhabers auf Frequenzen außerhalb der zugewiesenen Segmente umsetzt, ist im Amateurfunkgesetz und der aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnung nicht definiert.

Man kann dies wohl kaum als Bestätigung der erwähnten Rundspruchmeldung werten. Strittig ist und bleibt offenbar, wie der Begriff der "Nutzung einer Frequenz" auszulegen ist. Versteht man unter Nutzung nämlich, wie das neue Telekommunikationsgesetz dies definiert, schlicht das Senden, so nutzt der Klasse 3-Funkamateur selbst ohne Zweifel das 10-Meterband nicht, auch wenn seine Aussendungen von anderen dorthin umgesetzt werden.

Ungeklärt bleibt damit leider auch weiterhin, ob die allgegenwärtige und seit Jahren praktizierte Umsetzung von Packet-Radio-Aussendungen der Zeugnisklasse 3 in das 23 cm-Band einen Verstoß gegen die gewährten Betriebsrechte darstellt. Schade, dass die Regulierungsbehörde hier ziemlich unbeweglich ist.


SCHON VERGESSEN ?

(hfs) Sie möchten im 20-Meterband einen allgemeinen Anruf starten. Sie finden eine Frequenz, die offensichtlich nicht belegt ist. Wie gehen Sie vor? Die vorgegebenen möglichen Antworten – darunter auch die richtige Lösung – auf die Prüfungsfrage BI125 stehen im Fragenkatalog der Regulierungsbehörde.

Im Amateurfunk gilt: Wer zuerst auf einer Frequenz ist, dem "gehört" die Frequenz. Sie können dort so lange Funkbetrieb machen, wie Sie wollen. Niemand kann sich eine Frequenz reservieren. Wenn Sie sich also mit einem anderen Funkamateur für eine bestimmte Zeit auf einer bestimmten Frequenz verabreden, könnte diese besetzt sein. Dann müssen Sie ausweichen (QSY machen). Machen Sie mindestens soweit QSY, wie die Bandbreite des Signals ist, für SSB also mindestens drei Kilohertz.

Ich bin sicher, dass einige Funkamateure und auch Sysops von Repeatern und Gateways nochmals die Schulbank drücken müssen.


WER HAT ANGST VORM BÖSEN WOLF

(hfs) möchten auch Sie sich manchmal fragen? Wir – die Redakteure von HamRadio 2day – bestimmt nicht. In den Amtsstuben der RegTP in Mainz füllt ein beamteter Funkamateur zur Zeit Aktenordner mit Dossiers über die Aussendungen von HamRadio 2day. Die "Störmeldungen" haben alle zum Inhalt, dass die HamRadio 2day-Aussendungen angeblich andere Individual-QSOs "plattmachen". Schwerpunkte seien dabei Wiesbaden – DB0VA – und Kahler Asten – DB0LR.

Auf die Nachfrage, wie das denn funktionieren könne, wenn die angeblich "gestörten" in unmittelbarer Nähe direkt unter dem Relais säßen und die Rundspruchstation 150 km weiter weg, folgte ein betretenes "dazu-kann-ich-jetzt-nichts-sagen"-Schweigen.

Ich hatte unlängst bereits festgehalten, dass offensichtlich die biochemische Störung in den Köpfen einiger weniger Relais-Protagonisten zu einem neuen Dualismus elektromagnetischer Wellen mutiert.

Hermann, DL1EEC


ZUM GUTEN SCHLUSS: BITTE QRG FREIHALTEN

(hfs) Bitte denken Sie daran, die Frequenzen 145,200 MHz und 145,800 MHz für Kontakte mit der Internationalen Raumstation ISS freizuhalten.


Vy 73
Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.