HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 127 / 2004 vom 04.04.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


DIE NOVELLIERTE VERORDNUNG ZUM AMATEURFUNKGESETZ

(hfs) ist noch immer nicht an die zu beteiligenden Ressorts weitergeleitet, obwohl das schon für den 20. Januar angekündigt war. Wie Dr. Tettenborn vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit in einem Gespräch mit der Redaktion von HamRadio 2day bestätigte, will man die neue AFuV textlich und juristisch so gestalten, dass sie dem Amateurfunkgesetz aus dem Jahr 1997 als Ermächtigungsgrundlage wirklich standhält: eine sehr lobenswerte Verfahrensweise, die seitens der AGZ schon immer gefordert wurde. Hoffen wir, dass das Ergebnis der "Redakteure" den Zielsetzungen auch gerecht wird.


AUS GEGEBENEM ANLASS: WIE NUTZT MAN EINE CLUBSTATION ?

(rps) Eigentlich ist doch klar, was eine Clubstation ist ? oder doch nicht? Schauen wir einmal genauer in die Texte: Das Rufzeichen wird einem Funkamateur zugeteilt, der vom Leiter einer Amateurfunkvereinigung der RegTP gegenüber benannt wird. Mitglieder der Vereinigung dürfen die Clubstation mit benutzen; sie müssen dabei das Clubrufzeichen verwenden. Nur so macht ein Clubcall überhaupt einen Sinn. Hinsichtlich möglicher Standorte ist die Clubstation anderen Amateurfunkstellen absolut gleich gestellt. Es findet sich nirgends ein Verbot, Clubstationen an mehreren ortsfesten Standorten gleichzeitig oder auch mobil und portabel zu betreiben. Im Gegensatz zum Ausbildungsfunkbetrieb wird auch nicht verlangt, dass der Funkverkehr in persönlicher Anwesenheit des Rufzeicheninhabers stattzufinden hat.

Konkret kann also der Verantwortliche einer Clubstation der Regulierungsbehörde mehrere ortsfeste Standorte mitteilen ? z.B. das Clubheim, das Contestgelände und zusätzlich einige Adressen von Mitgliedern. Hier darf nun auch ohne den Verantwortlichen Funkbetrieb gemacht werden ? auch zeitgleich unter demselben Rufzeichen. Ansonsten dürfte der bedauernswerte Verantwortliche bei einem 48-Stunden-Contest nämlich kein Auge mehr zu machen, in Urlaub fahren wäre fortan verboten ? und für DA0HQ und den Weltmeistertitel wäre es wohl das Ende.

Alles selbstverständlich, das machen wir doch schon immer ? warum bringen die das in HamRadio 2day, meinen Sie? Weit gefehlt: Es gibt beamtete Funkamateure und Funkamateurinnen, die das ganz anders sehen. Mit diesem Beitrag dürften nun wohl einige Irritationen und Informationsdefizite ausgeräumt sein.


ERNEUT VERFAHREN GEGEN FUNKAMATEUR EINGESTELLT

(red) Am 21. Juli 2003 verurteilte das Amtsgericht Bonn einen Funkamateur zu einer Geldbusse von 300 Euro, weil er gemeinsam mit einem anderen Funkfreund während eines Fielddays vorsätzlich mit einem Amateurfunkgerät auf der Frequenz 27,615 MHz ohne eine Zuteilung gesendet haben soll, wir berichteten. Zur Entscheidung stand ein Bußgeldbescheid der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post.

Das Amtsgericht Bonn verurteilte damals den Funkamateur aufgrund der unter Eid abgegebenen Aussage eines Messbeamten der RegTP, wonach der Funkamateur beim Zugriff die Tat spontan gestanden haben soll. Der Funkamateur bestritt dies allerdings heftig. Die Verurteilung wegen vorsätzlicher anstatt fahrlässiger Begehung wurde damit begründet, dass er als Funkamateur mit abgelegter Prüfung hätte wissen müssen, dass er auf dieser Frequenz nicht senden darf.

Das Oberlandesgericht Köln hatte bereits am 20. Januar 2004 das Urteil unter dem Aktenzeichen Ss 484/03 aufgehoben und zur erneuten Verhandlung an das Amtsgericht Bonn zurück verwiesen, weil das Amtsgericht ohne vorausgehenden rechtlichen Hinweis vorsätzliches Handeln angenommen und die angebliche Spontanäußerung des Funkamateurs in den Urteilsgründen fehlerhaft wiedergegeben habe.

Nachdem für die neue Hauptverhandlung nun weitere Zeugen geladen wurden und der Verteidiger das Gericht auf die anstehende und entscheidungserhebliche Aussage-gegen-Aussage-Problematik hinwies, hob das Amtsgericht Bonn am 28. März den bereits anberaumten Termin unter dem Aktenzeichen 73 Owi 241/03 auf und stellte das Verfahren auf Kosten der Staatskasse ein.

Mitgeteilt von: Rechtsanwalt Michael Riedel, Köln.


BUNDESRAT LEHNT TKG-ENTWURF AB

(red) Der Bundesrat hat am Freitag erwartungsgemäß mit 13 zu 3 Stimmen den Entwurf für ein neues Telekommunikationsgesetz unter anderem wegen seiner weitreichenden Datenschutzregelungen abgelehnt. Nun wird sich der Vermittlungsausschuss zwischen Bundesrat und Bundestag mit dem Gesetz beschäftigen.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar warnte den Bundesrat davor, die Vorratsdatenspeicherung für Verkehrsdaten mit der Novelle des TKG einzuführen. Er appellierte an die Länder, den Datenschutz bei den Überwachungsmaßnahmen nicht aufzugeben. Für Schaar bewahrt der aktuelle Gesetzentwurf das informationelle Selbstbestimmungsrecht der Nutzer von Telekommunikationsdiensten.

Der Bundesrat fordert hingegen eine sechsmonatige Vorratsdatenspeicherung für Verkehrsdaten. Schaar warnt, dass damit "höchst sensible und vom Fernmeldegeheimnis des Grundgesetzes geschützte Daten standardmäßig, das heißt auch ohne einen konkreten Anlass, für künftige Strafverfolgungsmaßnahmen gespeichert werden müssen."

Die Verkehrsdaten sollen nach dem Willen der Länder von Unternehmen auch ohne richterliche Anordnung an Ermittler herausgeben werden. Auch bei Prepaid-Produkten sollen die Anbieter Kundendaten erheben und für Abfragen durch Behörden bereitstellen. Dies, so Schaar, widerspreche europäischen Vorgaben.

Quelle: Heise Online


ECHOLINK AUF 144,975 MHZ

(hfs) Als die Redaktion von HamRadio 2day vor mehr als einem Jahr ECHOLINK bekannt machte, waren es knapp 20 deutsche Stationen, die sich "trauten". Heute sind mehr als 110 Stationen täglich als Link oder Repeater aktiv.

Dank der Arbeiten im DARC e.V. ist auf 144,975 MHz eine QRG "frei gebaggert", die als Meeting Point fungieren soll. Funkamateure, die dort direkte QSOs fahren, sollten sich ihrer weltweiten Präsenz bewusst sein: Sie sind eine der Visitenkarten des Deutschen Amateurfunks.

Es wäre auch angebracht, wenn die Nutzer dieser Frequenz sich ihren "schnellen Daumen" abgewöhnen könnten. Sie verpassen sonst ? bedingt durch die "Busy-Schaltung" ? interessante weltweite QSOs.


ESA-RAUMSONDE ROSETTA GEHÖRT

(red) Am 2. März wurde ROSETTA auf ihren langen Weg ins Weltall geschickt, und erneut wurde im Amateurfunk die Gelegenheit wahrgenommen, Signale von einer Raumsonde zu empfangen. Freddy de Guchteneire, ON6UG, hat die Träger- und Daten-Signale am 20. März mit dem 20-m-Spiegel der AMSAT Phase 5A-Bodenstation in der Sternwarte Bochum sehr stark empfangen. Die Raumsonde war zu diesem Zeitpunkt etwa 5,8 Millionen Kilometer entfernt.

Es geht auch einfacher, wie Peter Griebel, EA8BFK bzw. DJ9PC, auf Fuerteventura auf den Kanarischen Inseln in IL38BO bewiesen hat. Mit seinem 1-m-Offsetspiegel und einer 5 1/2-Windungen-Helix konnte er Rosetta am 19. März um 08:48 UTC empfangen. Die Frequenz ist 8421,79 MHz minus Dopplershift. Die Entfernung zur Raumsonde war zu diesem Zeitpunkt 5,5 Millionen Kilometer.

Auch Charles Suckling, G3WDG, hat mit seinen 3-m-Spiegel ähnliche Ergebnisse erzielt. Er hat den Spiegel in die "mehr oder weniger richtige Richtung" gedreht und konnte sofort etwas hören. Rosetta bietet demnach zur Zeit täglich eine starke Mikrowellen-Bake für viele Stunden lang an. Die größte Entfernung wird Ende August 2004 mit 77 Millionen Kilometern erreicht sein. Im März 2005 wird die Sonde dann wieder zurück zu uns kommen, um durch den Vorbeiflug an der Erde in deren Gravitationsfeld neuen Schwung und eine höhere Geschwindigkeit für ihre eigentlichen Aufgaben zu bekommen: die Untersuchung zweier Asteroiden im nahen Vorbeiflug und mittels ihres Landers Philae.

Da in Zukunft immer öfter Raumsonden zu hören sein werden, ist es empfehlenswert, sich im Amateurfunk auf den Empfang der Signale im 8,4-GHz-Band einzurichten.

Quelle: AMSAT DL


ZUM EUROPAEISCHEN SPRINT-CONTEST

(red) sind alle Funkamateure eingeladen. Er findet am 10. April in SSB und am 17. April in CW auf 20, 40 und 80 Meter jeweils von 15:00 UTC bis 18:59 UTC statt. Mehr dazu finden Sie auf der Homepage der RSGB.

Quelle: RSGB


ZUM GUTEN SCHLUSS: OSTER-QSO-PARTY DES BCC

(red) Der Bavarian Contest Club ? BCC ? veranstaltet zu Ostern seine QSO-Party. Es gibt keine besonderen Regeln, es ist einfach nur eine Gelegenheit, mit jedermann QSOs zu fahren. Die Verbindungen zählen allerdings beim WABCC-Diplom anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Vereins. Weitere Details und Informationen erhalten Sie bei Irina Wend, DL8DYL. Sie erreichen sie per Email:

dl8dyl@gmx.de


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Hermann, DL1EEC

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