HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 130 / 2004 vom 25.04.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


LEITARTIKEL

(hfs) Hört man dem sogenannten OM "Waldheini" Sonntag nachmittags auf der Nordhelle oder Montag morgens auf dem Weg zur Arbeit zu, so ist die sonntägliche "Rundspruchschlacht" meist Thema Nummer EINS. Ganz vorne in den Diskussionen steht der Wunsch nach Harmonie und gleichgerichteter Aktivität.

Das kann aber doch nur bedeuten, dass die "Pfründe" des Amateurfunkdienstes gesichert werden sollen. Dazu passt aber ganz sicher nicht der oft an die AGZ herangetragene Wunsch, mit der Regulierungsbehörde besonders "servil" umzugehen. Die RegTP ist – das dürfen wir mehr als Staatsbürger denn als Funkamateur so verstehen – eine Institution zum Wohle der Kommunikation und des Amateurfunkdienstes. Ihre Aufgabe ist es nicht, gleichberechtigte Funkteilnehmer mit zweierlei Maß und nicht reproduzierbaren Messmethoden zu maßregeln.

Wer versucht, die AGZ e.V. am seriösen Aufzeigen von Schwachstellen zu hindern, der handelt nicht für den Amateurfunkdienst, sondern gegen ihn.

Hermann, DL1EEC


DAS AMSAT-DL SYMPOSIUM

(hfs) findet in Absprache mit den Organisatoren in diesem Jahr am Sitz der AMSAT-DL in Marburg an der Lahn statt. Der Vorstand hat sich dazu entschlossen, um die Besichtigung des im Bau befindlichen P3E-Satelliten im Integrationsraum von AMSAT-DL möglich zu machen. Neben dem formellen Teil der Mitgliederversammlung ist auch ein Vortragsprogramm mit Themenschwerpunkt P3E in Vorbereitung. Der Besuch der Veranstaltung steht, wie schon beim Symposium, auch Nichtmitgliedern offen.

Termin: Samstag, 8. Mai 2004, ab 10:30 Uhr
Ort: Ernst-Giller-Strasse 20, 35039 Marburg

Quelle: AMSAT-DL


DER ERFINDER DES WWW

(red/rga) erhält als Erster den neu gestifteten Millennium-Technologiepreis. Der 48-jährige Physiker Tim Berners-Lee erhält ihn für seine bahnbrechende Leistung bei der Entwicklung des World Wide Web als "den" Standard im Internet schlechthin. Wie die Jury mitteilte, soll der Preis alle zwei Jahre vergeben werden. Er ist mit einer Million Euro dotiert.


W4AN IST SILENT KEY

(red) Der bekannte Contester Bill Fisher, W4AN (ex KM9P) aus Alpharetta, Georgia verstarb am 4. April gänzlich unerwartet. Er wurde gerade einmal 41 Jahre alt. Bill war ein engagierter Funkamateur mit vielen Rankings und Top-Positionen in den Contestlistings. Fisher und sein Freund John Laney, K4BAI, erreichten 1996 in San Fransisco den silbernen World Radiosport Team Award. Beide beteiligten sich auch am WRTC-02 in Finnland unter dem Rufzeichen OJ3D.

Quelle: ARRL


NEUES TKG UMSTRITTEN

(red) Das neue Telekommunikationsgesetz wird voraussichtlich am 5. Mai im Vermittlungsausschuss behandelt. Das TKG war am 12. März von Deutschen Bundestag verabschiedet worden. Der Bundesrat hatte am 2. April seine Zustimmung allerdings verweigert und das Gesetz an den Vermittlungsausschuss überwiesen.

Bemerkenswert ist die Forderung des Bundesrates nach "unbeschränkter Erfassung auch nichtöffentlicher Telekommunikationsbetreiber zur Bereitstellung von Überwachungsmöglichkeiten". Bisher sollte diese Regelung nur für Betreiber gelten, die Telekommunikationsdienste für die Öffentlichkeit erbringen und über mindestens 1000 Teilnehmer verfügen. Die Betreiber – nun also auch z.B. größere Firmen und Institute – sollen unter anderem verpflichtet werden, "auf eigene Kosten technische Einrichtungen zur Umsetzung gesetzlich vorgesehener Maßnahmen zur Überwachung der Telekommunikation vorzuhalten".

Durch die neuerlichen umfangreichen Änderungswünsche des Bundesrates verzögert sich die Fertigstellung des Gesetzes abermals. Die Regierung hatte gehofft, dass das Gesetz noch vor der parlamentarischen Sommerpause in Kraft tritt. Ob dieser Termin nun gehalten werden kann, ist ungewiss.

Quelle: FM – Das Funkmagazin


EU-KOMMISSION: DEUTSCHLAND SCHON WIEDER ANGEKLAGT

(red) Weil es die Bundesrepublik Deutschland nicht fertiggebracht hat, europäische Richtlinien in einem neuen Telekommunikationsgesetz rechtzeitig umzusetzen, wird sie demnächst auf der Anklagebank des Europäischen Gerichtshofes sitzen.

Die Europäische Kommission hat diese Woche beschlossen, gegen Deutschland und fünf weitere Länder – nämlich gegen Belgien, Griechenland, Frankreich, Luxemburg und die Niederlande – vor dem Europäischen Gerichtshof Klage zu erheben. Die Kommission wirft diesen Ländern vor, vier europäische Richtlinien zur Telekommunikation bisher nicht in nationales Recht umgesetzt zu haben. In den Richtlinien geht es um die Zuständigkeiten und Befugnisse der nationalen Regulierungsbehörden, vereinfachte Rahmenbedingungen für die Bereitstellung und den Betrieb von Telekommunikationsdiensten, Voraussetzungen für den Wettbewerb der Telekommunikationsanbieter untereinander und die Sicherung von Grundleistungen für die Bürger.

Ein negativer Ausgang dieses Verfahrens könnte unter anderem Schadenersatzansprüche der von den Verzögerungen betroffenen Unternehmen gegen die Bundesrepublik Deutschland zur Folge haben. Eine Pressemitteilung der EU-Kommission sowie weiterführende Links sind im Internet unter

http://europa.eu.int/rapid/start/cgi/guesten.ksh?p_action.gettxt=gt&doc=IP/04/510|0|RAPID&lg=DE

zu finden.

Quelle: FM – Das Funkmagazin


30 JAHRE AMSAT-DL

(red) In diesem Jahr soll das 30-jährige Bestehen der AMSAT-DL gefeiert werden. Neben der Mitgliederversammlung im Mai ist dazu eine besondere Festveranstaltung für den Herbst in Vorbereitung. Dazu wird für Samstag, den 25. September, unter die 20-m-Parabolantenne der Sternwarte Bochum eingeladen. Bekanntlich soll diese Antenne Kommandostation für die P5A-Marsmission der AMSAT-DL werden. Neben einem Rückblick auf 30 Jahre AMSAT-DL und die verwirklichten Projekte und Forschungsarbeiten sind Vorträge zum aktuellen Stand der P3E- und insbesondere der P5A-Mission geplant.

Da am 25. September sowohl der Mars als auch der Saturn in den Tagesstunden über dem Horizont stehen, ist ein Empfang der verschiedenen Marsorbiter und der Saturnsonde Cassini mit dem großen Spiegel vorgesehen. Wenn möglich, möchte AMSAT-DL auch den Empfang der Marssonden mit einer kleineren Anlage demonstrieren. Bitte merken Sie sich den 25. September 2004 schon einmal vor.

Quelle: AMSAT-DL


ZUM SCHLUSS: ABGEBLITZT

(red) Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in Ansbach wies in zweiter Instanz einen Eilantrag gegen den Betrieb von Mobilfunkantennen ab. Eine Wohnungsbesitzerin aus München ist damit mit ihrem Kampf gegen eine Basisstation auf einem Nachbarhaus vorerst gescheitert. Nach der am vergangenen Dienstag bekannt gewordenen Entscheidung sind keine Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften – etwa zum Gesundheitsschutz – erkennbar. Das Aktenzeichen lautet 21 CS 03.1053.

In Ansbach standen noch weitere Entscheidungen an: Ein Mobilfunkanbieter darf weiterhin einen Sendemast neben einem Kindergarten in Fürth betreiben. Eine entsprechende Klage der Stadt Fürth gegen das Unternehmen hat am Donnerstag das Verwaltungsgericht Ansbach zurückgewiesen. Das Aktenzeichen lautet AN 5 K 03.01040. Solange die Mobilfunkanlagen die gesetzlich geltenden Grenzwerte nicht überschritten, könnten Kommunen die Standortgenehmigungen für solche Antennen nicht verweigern, urteilte das Gericht. Die Stadt sieht durch den Sendemast in der Nachbarschaft des Kindergartens die Gesundheit von Kindern und Betreuern in Gefahr.

Auch zwei weitere Klagen gegen Mobilfunkmasten lehnte das Gericht ab. Es sei allein Sache des Gesetzgebers, Konsequenzen aus angeblich neuen Erkenntnissen über die Gefährlichkeit von Mobilfunkstrahlung zu ziehen und neue Grenzwerte festzulegen, betonte das Gericht.

Quelle: Informationszentrum Mobilfunk


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Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.