HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 132 / 2004 vom 09.05.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


LEITARTIKEL

(hfs) Da feiert im neuen Telekommunikationsgesetz wilhelminisches Gedankengut fröhliche Urständ – und man übersieht dabei, dass im Zuge der fortschreitenden drahtlosen Vernetzung der Gesellschaft mittels Consumer Products die Regulierungsbehörde das alles gar nicht mehr praktisch kontrollieren kann. Hinzu kommt, dass momentan die RegTP auch seitens ihres Geräteparks augenscheinlich gar nicht mehr in der Lage ist, gerichtsverwertbar zu messen.

Gerade in diesem Regelungsbereich des TKG sieht man deutlich, dass der Gesetzgeber nur noch um seiner selbst willen Gesetzestexte macht, die weder ziel-, noch praxisorientiert sind.

Hermann, DL1EEC


NEUES TKG AB SOMMER 2004

(hfs) Überraschend schnell haben sich die Mitglieder des Vermittlungsausschusses auf einen Kompromiss zum neuen Telekommunikationsgesetz geeinigt. Somit wird das neue TKG voraussichtlich schon im Sommer dieses Jahres in Kraft treten. Bereits im März war dieses Gesetz vom Bundestag verabschiedet worden. Der Bundesrat – die Ländervertretung – hatte jedoch die Zustimmung verweigert und das Gesetz an den Vermittlungsausschuss überwiesen.

Mit dem neuen TKG sollen in erster Linie mehrere europäische Richtlinien in deutsches Recht umgesetzt werden. Die meisten Änderungen betreffen Anbieter gewerblicher Telekommunikationsdienstleistungen. Unverändert bleibt der Grundsatz, dass jede Frequenznutzung einer Frequenzzuteilung bedarf. Die Frequenzzuteilungen werden jedoch auf Drängen der EU im Regelfall in Form von Allgemeinzuteilungen vergeben. Nur wenn eine Allgemeinzuteilung nicht möglich ist, sollen Frequenzen individuell zugeteilt werden.

Das neue TKG sieht auch weiterhin grundsätzlich die Erhebung von Frequenznutzungsbeiträgen vor. Das Gesetz enthält zudem weit reichende Regelungen, die die Befugnisse der RegTP bei Ermittlungen und bei der Beschlagnahme von Beweismitteln festlegen. Auch das so genannte "Abhörverbot", das wegen seiner unklaren Formulierung im bisherigen TKG bei Juristen umstritten ist, wurde in das neue Gesetz übernommen. Das Abhören des Amateurfunks wird darin jedoch explizit jedermann erlaubt. An dieser "neuen Sichtbarkeit" des Amateurfunks war die AGZ maßgeblich beteiligt.

Das neue Telekommunikationsgesetz soll nach den Vorstellungen der Bundesregierung am 14. Mai vom Bundestag verabschiedet werden und nach seiner Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am 1. Juli in Kraft treten.

Quellen: FM – Das Funkmagazin und AGZ


DIE NEUE AFUV – WIE GEHT'S WEITER ?

(rps) Mit Zustimmung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit hat die AGZ mittlerweile den neuen Entwurf der Amateurfunkverordnung im Internet veröffentlicht. Auch unsere Stellungnahme gegenüber dem BMWA ist im Netz und in Packet Radio verfügbar. Wir haben unsere Bedenken dabei im wesentlichen auf zwei tragende und für uns wichtige Argumente beschränkt: nämlich auf die in unserer Sicht nicht gegebene gesetzliche Grundlage für die extrem weit reichenden Eingriffe in die Rechte der Funkamateure beim Betrieb fernbedienter und automatisch arbeitender Amateurfunkstellen und auf die im Amtsblatt der Regulierungsbehörde prinzipiell nicht machbare Vorgabe von Pflichten und Einschränkungen.

Viel wird sich wohl im jetzigen Stadium nicht mehr ändern lassen – dies ließ uns der zuständige Referatsleiter diese Woche in einem kurzen Antwortschreiben wissen. Er versprach aber immerhin die Prüfung unserer Argumente.

Wie geht es nun weiter? Der Verordnungsentwurf liegt bereits dem Bundesjustizministerium zur Ressortabstimmung bzw. zur Bescheinigung der Rechtsförmlichkeit vor – allerdings ohne Änderungen und ohne Berücksichtigung von Eingaben der Amateurfunkverbände. Danach kann dann die Unterschrift von Minister Clement und die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt und damit das Inkrafttreten angegangen werden – wenn die Juristen nichts dagegen haben ...


ARRL FEIERT 90. GEBURTSTAG

(hfs) Am 18. Mai wird die ARRL 90 Jahre alt: herzlichen Glückwunsch! 1914 gegründet, entwickelte sich die ARRL – die American Radio Relay League – zu einem 156.000 Mitglieder zählenden Mikrokosmos der amerikanischen Amateurfunkgemeinschaft. Sie reflektiert nicht nur die Verpflichtung für die Vertretung der amerikanischen Funkamateure; vielmehr sieht sie ihren Fokus in der Repräsentanz als offizielle Lobbyvertretung des Amateurfunks in den USA schlechthin.

Ihre Arbeit in den Fachgremien von FCC, ITU und IARU unterstreicht diese Bedeutung und ist von öffentlichem Interesse. Die ARRL sieht sich im Wettbewerb mit anderen Funkdiensten und möchte ihren Frequenzanteil ebenfalls ausbauen. Die Zukunft der ARRL ist auch die Zukunft des Amateurfunkdienstes schlechthin.

Quelle: AG4YO


NEUE STRATEGIE GEGEN ELEKTROSMOG

(red) Die rasante Verbreitung von Mobilfunksystemen und WLANs weckt vielfach Befürchtungen vor einer unkontrollierten Zunahme der Belastung durch elektromagnetische Felder. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung haben deshalb die führenden Vertreter der Hochfrequenztechnik in der Bundesrepublik untersucht, ob ein solcher Anstieg vermeidbar ist. In dem jetzt veröffentlichten Abschlussbericht namens "miniWatt" kommen sie zum Ergebnis, dass sich mit alternativen Funksystemen und unter Ausschöpfung der technischen Möglichkeiten auch künftig die elektromagnetische Exposition der Bevölkerung im Mittel auf dem heutigen Niveau halten lässt.

Für manche überraschend, sieht die Studie das größte Potenzial zur Senkung der Strahlungsbelastung bei der Rundfunk- und Fernsehverteilung. Würden diese Verteilnetze aus wenigen Sendestationen mit großräumigen Versorgungsgebieten ähnlich kleinzellig aufgebaut wie die Mobilfunknetze, ließen sich die Spitzenexpositionen in Sendernähe, die oft bis an die Strahlenschutzgrenzwerte reichen, drastisch reduzieren. "Grundsätzlich wären in diesem Bereich Verbesserungen auf ein Tausendstel bis ein Zehntausendstel der heutigen Sendeleistungen möglich", erklärt miniWatt-Projektleiter Professor Dr. Werner Wiesbeck vom Institut für Höchstfrequenztechnik und Elektronik der Universität Karlsruhe.

So strahlt der Sender auf dem Fernsehturm am Berliner Alexanderplatz beispielsweise mit 200 Kilowatt. Eine Mobilfunk-Basisstation kommt jedoch mit etwa 20 Watt aus. Die Sendeleistungen von WLANs und von Nahbereichsfunksystemen wie Bluetooth oder Ultrawideband sind mit 0,1 Watt und weniger als 0,01 Watt sogar um Größenordnungen niedriger. In einem kleinzelligen Rundfunknetz, das die Standorte von Mobilfunk-Basisstationen mitnutzt, ließen sich laut Wiesbeck 24 oder sogar 48 terrestrische Funk- und Fernseh-Programme bundesweit mit insgesamt nur 400 Kilowatt Sendeleistung verbreiten – und das sogar zu deutlich geringeren Kosten.

Quelle: Heise Online


NOCH EIN GEBURTSTAG

(red) 40-jähriges Jubiläum feiert die IOTA-Organisation anlässlich der Hamradio 2004 in Friedrichshafen am Bodensee. Die Organisatoren haben für die Geburtstagsparty standesgemäß ein Schiff gemietet und zelebrieren ihren Tag am 26. Juni mit einer Dinner-Kreuzfahrt. Los geht es um 19:30 MESZ. Nach dem Dinner geht es zur schweizer Seite und nach einer Stunde Aufenthalt wieder zurück nach Friedrichshafen. Die Ankunft wird gegen 22:30 MESZ sein.

Quelle: RSGB


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) Liest man die Kommentierung einer der Amateurfunkvertretungen zum Thema "Zusatzeinrichtungen", so könnte man glauben, dass es zwei grundsätzlich unterschiedliche Entwürfe zur AFuV-2004 gibt.

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Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.