HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 134 / 2004 vom 23.05.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


LEITARTIKEL

(hfs) Diese Woche gab es eine kleine Revolution, als die Repeaterkette um DB0FT auf dem Feldberg/Taunus im Echolink-Netz auftauchte. DB0FT gehört zu der Sysop-Organisation, die den Raum Rheinmain über Ostwestfalen mit dem Raum Hamburg/Bremen via Fonie-Repeater vernetzt.

Liest man Heise-Online aufmerksam, dann stellt man im Konsumenten- und im Geschäftsbereich eine zunehmende drahtlose Vernetzung auf lokaler Ebene fest, die im Hintergrund via Internet oder Satellit verbunden ist. Obwohl Funkamateure diese Vernetzungstechnik bereits seit zwei Jahrzehnten in der Hand haben, lassen sie diese sich jetzt aus der Hand nehmen.

Aber – sie lassen das nicht nur auf der technischen Seite zu, sondern vor allem auf der mentalen und ideologischen Seite. Sieht man sich etwa die "Schutzeinrichtungen" von DB0UA vor Echolink an, dann lugt dort mehr die Angst vor der internationalen Kommunikation hervor, denn die dem Funkamateur angeblich angeborene Neugier auf neue Technik.

Wenn Funkamateure auf ihrer "Ortsfrequenz" Alleinnutzungsrecht verlangen und damit neue Technologien verteufeln, dann haben sie den Anspruch auf Amateurfunk allumfassend verwirkt.

Hermann, DL1EEC


US-TECHNICIAN LICENSE IN DL NICHT MEHR ANERKANNT

(rps) Die Regulierungsbehörde hat unlängst den Antrag eines deutschen Funkamateurs auf Zuteilung eines Rufzeichens der Zeugnisklasse 2 abgelehnt, obwohl er schon vor Jahren die Prüfung für die amerikanische Technician License bestanden hat und Inhaber eines KC-Rufzeichens ist. Im Gegensatz dazu wurde seine Lizenz durch die schweizerische Regulierungsbehörde BAKOM als Amateurfunkkonzession der CEPT-Klasse 2 ohne weiteres anerkannt. Ein entsprechendes HB9-Rufzeichen wurde ihm zugeteilt.

Die RegTP begründet ihre Ablehnung damit, dass der Funkamateur keine HAREC-Prüfungsbescheinigung vorlegen konnte – diese wird in den USA allerdings prinzipiell nicht ausgestellt – und dass ansonsten die Prüfungsinhalte der US-Technician License in Bezug auf diejenigen des deutschen Amateurfunkzeugnisses der Klasse 2 nicht gleichwertig seien. Nach Auffassung der Behörde sei allenfalls eine Gleichwertigkeit mit der deutschen Einsteigerklasse 3 gegeben. Die US-Fernmeldebehörde FCC bescheinigt dagegen ihren Funkamateuren in einer Public Notice, dass die Technician License der CEPT-Klasse 2 entspricht. Schließlich ist deren Prüfung anspruchsvoll, umfasst auch die Kurzwelle und führt in den USA zu Betriebsrechten auf allen Bändern oberhalb von 50 MHz mit Senderleistungen bis zu 1500 Watt – kein Vergleich also mit unserer DO-Lizenz, die daneben geradezu kastriert erscheint.

Die AGZ e.V. hält dieses Vorgehen der deutschen Verwaltung für eine eklatante und rechtswidrige Ungleichbehandlung – und für einen politischen Skandal: Einerseits wurde nämlich früher anders gehandelt – und andererseits nimmt die Regulierungsbehörde die Gleichwertigkeit von Technician-Lizenzen und unserer Klasse 2 für amerikanische Staatsangehörige tatsächlich an, solange diese sich kurzfristig in der Bundesrepublik aufhalten, dafür keine Gastlizenz benötigen und Funkbetrieb unter den CEPT-Bestimmungen machen. Will man in Zukunft nach diesen drei Monaten mit Klasse 2-Rechten Amerikanern mit Technician License in DL ernsthaft ein DO-Rufzeichen anbieten?

Wir bitten in diesem Zusammenhang darum, dass sich Funkamateure gleich welcher Nationalität, die die Technician-Prüfung nach den US-Bestimmungen abgelegt haben und die daraufhin in der Vergangenheit von der RegTP ein deutsches Rufzeichen der Klasse 2 erhalten haben, sich mit der Redaktion von HamRadio 2day in Verbindung zu setzen. Der Name des betroffenen Funkamateurs ist der Redaktion bekannt.


BREITBAND-REVOLUTION IM FUNKVERKEHR

(red) Das Forschungsprojekt der Europäischen Union namens "Pulsers" – das steht für "Pervasive Ultra-wideband Low Spectral Energy Radio Systems" – könnte schon bald das Verwirrspiel zwischen den einzelnen Kabeln verschiedenster technischer Geräte beseitigen. Die neue Ultrabreitband-Funktechnologie, die von 30 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus zwölf Ländern entwickelt wird, soll im unmittelbaren Nahbereich Übertragungsraten von weit über 100 MBit/s drahtlos ermöglichen.

Quelle: Forschungsgemeinschaft Funk


WEITERE ABGABEN FÜR FUNKAMATEURE BESCHLOSSEN

(rps) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit hat diese Woche eine neue so genannte "Frequenzschutzbeitragsverordnung" im Bundesgesetzblatt verbindlich veröffentlicht. Darin werden die Frequenznutzungsbeiträge und die EMV-Beiträge für die verschiedenen Frequenznutzer für die Jahre 2003 und 2004 festgelegt.

Funkamateure sollen demnach für das Jahr 2003 einen Betrag von 3,70 Euro für die Frequenznutzung zahlen; 2004 sind es nur 2,90 Euro. Für die Beseitigung von EMV-Kollisionen steht in 2003 ein Betrag von 20,90 Euro an, während es für 2004 18,90 Euro sein sollen. Die Beträge werden pro Person erhoben und nicht pro Rufzeichen. Zahlen müssen Sie erst, wenn Ihnen die Regulierungsbehörde entsprechende Beitragsbescheide persönlich zuschickt. Der CB-Funk bleibt beitragsfrei, solange es sich um Allgemeingenehmigungen handelt.

Auch dieses Mal wird nicht berücksichtigt, dass Inhaber der Zeugnisklasse 3 wegen der ihnen erlaubten nur äußerst geringen Leistung von 10 Watt EIRP praktisch überhaupt keine EMV-Störfälle verursachen können. Dennoch sollen sie denselben Geldbetrag zahlen – und damit die Störfälle ihrer 750-Watt-Kollegen subventionieren.

Ob die Beiträge – nicht nur aus diesem Grund – zu recht erhoben werden können, das entscheidet sich momentan in Musterverfahren, die vor dem Verwaltungsgericht Köln unter anderem vom Deutschen Aero Club e.V. geführt werden. Auch Widerspruchsverfahren von Funkamateuren, die nicht zurückgezogen wurden und die nach wie vor zur Entscheidung anstehen, ruhen bis zum Vorliegen der Urteile.


KEIN HEARING ZUR NEUEN AFUV

(rps) Am letzten Wochenende ging bei einem anderen Amateurfunkverein das Gerücht um, das Bundeswirtschaftsministerium plane ein öffentliches Hearing zur neuen Amateurfunkverordnung. Es ist in der Tat nur ein Gerücht: Es wird nämlich gar kein Hearing geben. Der zuständige Referatsleiter teilte der AGZ diese Woche auf Anfrage mit, dass der Verordnungstext bereits in der Ressortabstimmung sei und dass es mit den Funkamateuren nichts mehr zu diskutieren gäbe.


NEUE BAKE FÜR 50 MHZ

(red) Auf 50,069 MHz sendet jetzt rund um die Uhr W9VW/B mit 12 Watt Senderleistung. Die Bake ist in Indianapolis im Locatorfeld EM69WT zu Hause. Die Antenne ist eine horizontal rundstrahlende Turnstyle; die Kennung kommt in CW. Hörberichte senden Sie bitte an W9VW, P.O. Box 18495, Indianapolis, IN 46218, USA – oder per E-Mail an bdsmith@indy.net.


DRAHTLOSE HANDYS EROBERN HAUSHALTE

(red) In Haushalten junger Menschen ersetzen Mobiltelefone zunehmend das Festnetz-Gerät. Bereits in jeder vierten Wohnung von unter 25-Jährigen gibt es keinen festen Telefonanschluss mehr. Das hat eine Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ergeben. Der Anteil der ausschließlichen Handy-Nutzer nimmt mit steigendem Alter der Haushaltsvorstände ab.

Bei den 25- bis 34-Jährigen sind es acht Prozent der Haushalte, die nur mobil erreichbar sind. Bei den 55- bis 64-Jährigen sind es zwei Prozent und bei den 70- bis 79-Jährigen nur einer von 100 Haushalten. Insgesamt waren Anfang 2003 vier Prozent – das sind 1,6 Millionen – aller Privathaushalte in Deutschland mit Mobiltelefonen ausgestattet, ohne zusätzlich über einen Festnetzanschluss zu verfügen. Am höchsten war dieser Anteil bei den Arbeitslosen mit 13 Prozent, am niedrigsten war er bei den Selbstständigen mit 2 Prozent.

Quelle: Informationszentrum Mobilfunk – IZMF


ZUM GUTEN SCHLUSS: ENTWARNUNG VOR ELEKTROMAGNETISCHEN FELDERN

(red) Die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks haben keinen Einfluss auf die Produktion von Stressproteinen. Zu diesem Ergebnis kamen die Teilnehmer eines international besetzten Workshops in Helsinki, zu dem die Forschungsgemeinschaft Funk e.V. über 40 Experten eingeladen hatte. Im Rahmen der Veranstaltung, die am 28. und 29. April in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der europäischen Forschungsaktion COST 281 und der finnischen Strahlenschutzbehörde (STUK) stattfand, wurde der aktuelle Stand der Forschung zu diesem Thema diskutiert.

Quelle: Informationszentrum Mobilfunk – IZMF


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Hermann, DL1EEC

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