HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 138 / 2004 vom 20.06.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


DENK MAL

(wvg) Unsere Parlamente habens langsam gelernt. Sie verzichten auf aufwendige Reisen der Abgeordneten in die entlegendsten Regionen der Erde als Dankeschön für treues Abstimmungsverhalten. Die Notwendigkeit wurde oft damit begründet, dass die Kontaktpflege in touristischen Regionen unerlässlich sei, dass die Verwendung der Entwicklungshilfe einer parlamentarischen Prüfung unterliegen müsse, aber auch damit, dass man Erfahrungsaustausch betreiben müsse, um Fehler anderer zu vermeiden. Schöne Begründungen für überflüssige Dienstreisen. Handelt es sich hier doch um Aufgaben, die in erster Linie Sache einer funktionierenden Verwaltung sind. Dieses Verhalten ist dem Wähler heute nicht mehr zu vermitteln.

Das scheint sich beim DARC noch nicht herumgesprochen zu haben. Zeitgleich mit der HAM RADIO 2004 findet die Mitgliederversammlung statt. So spart man Reisekosten bei den Offiziellen und erspart Reisekosten den Amateurratsmitgliedern. Sie brauchen nämlich nicht auf eigene Kosten ihr Interesse am "aktuellen Weltmarktangebot für den Amateurfunk" zu dokumentieren.

Oder:

Sollte es ein Zugeständnis an die Messe sein, um deren Besucherzahl zu stützen?

Ich freue mich auf Ihren Besuch am Stand 615 der HAM RADIO 2004. Übrigens bin ich dort auf eigene Kosten!

vy 73 de
Wolfgang, DL5EDA
Vorsitzender der AGZ e.V.


DIE NEUE AFUV KOMMT

(rps) nun angeblich bis zum Herbstanfang – und damit etwas später als eigentlich geplant. Die von Deutschlands größtem Amateurfunkverein Ende Mai losgetretene Musterbrief-Aktion an Abgeordnete und den Petitionsausschuss des Bundestags bindet momentan entscheidende Personalressourcen im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit. Sie ist damit für die Verzögerung verantwortlich. Wie zu erfahren war, haben sowohl die Politik als auch die Verwaltung kein Verständnis für die dort vorgebrachten und als überzogen gewerteten Positionen, die im Wesentlichen die angehobenen Gebühren, die Störfallregelung und das Verlangen nach einer inhaltlichen Kontrolle der Amateurfunkaussendungen durch die Regulierungsbehörde adressieren. Ein Erfolg scheint nach aktuellen Recherchen der Redaktion von HamRadio 2day unwahrscheinlich.

Wie geht es weiter? Es gibt eine Vielzahl von Eingaben aus dem Nicht-Amateurfunkbereich. So gibt es z.B. Einwände aus dem Finanzministerium, das auf keinen Fall geringeren als den im Entwurf vorgesehenen Gebühren zustimmen will. Ferner gibt es Einwände aus Umweltkreisen, die sich gegen die weiterhin vorgesehene Senderleistung von 750 Watt wenden. Politische Kreise haben eingewendet, dass vor allem die vom "Runden Tisch Amateurfunk" vorgebrachte Störfallregelung eine nicht hinnehmbare Benachteiligung der Nachbarn – und damit nicht im öffentlichen Interesse – sei, und schließlich hat das Verteidigungsministerium noch wesentlich weiter gehende Bedenken vorgebracht, als sich dies bisher schon in den vorgesehenen Nutzungsrechten niedergeschlagen hat.

Konkret soll es Ende Juni nun eine abschließende Koordinierungssitzung im Rahmen der noch laufenden Ressortabstimmung geben. Danach ist ein gemeinsames Statement der beteiligten Ministerien und der RegTP vorgesehen, das begründen soll, warum die neue Amateurfunkverordnung in der dann vorliegenden endgültigen Form abgefasst wurde. Mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt ist bis spätestens Ende September zu rechnen.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Referat VII A 5


DER GASTKOMMENTAR

(nsch) Wie eigentlich geht es mit der Auseinandersetzung zwischen dem DARC und seinem fristlos entlassenen Geschäftsführer Bernd W. Häfner weiter? Und warum geht diese Frage alle Funkamateure an?

Sie geht uns deshalb alle an, weil der DARC sich als "Bundesverband" bezeichnet und damit – auch im RTA, den Behörden und der Öffentlichkeit gegenüber – den Anspruch erhebt, alle Funkamateure Deutschlands zu vertreten. Welche Auswirkungen der Fall DARC gegen Häfner hat, geht uns alle aber auch deshalb an, weil von diesem Ergebnis die Zukunft des DARC und damit die des Amateurfunks in Deutschland wesentlich beeinflusst werden wird.

Was war vorgefallen? Der DARC hat seinem Geschäftsführer gleich viermal und viermal erfolglos gekündigt. Das darauf von Häfner angestrengte Arbeitsgerichtsverfahren gewann dieser erstinstanzlich.

Er hat als Geschäftsführer allen Erfolg gehabt, den ihm ein Vorstand nur wünschen kann. Und er soll sich qualifiziert über die "Öffentlichkeitsarbeit" des DARC-Vorstandes ausgelassen haben. Genau dieser Text war dem DARC wohl so wichtig, dass er in der Gerichtsverhandlung zur Gaudi des Publikums über diese Binsenwahrheiten komplett verlesen wurde.

Häfners Wiedereinstellung wäre das Vernünftigste. Denn im Vorfeld des Prozesses hatte der DARC einige "Beschuldigungen" über Häfner zusammengestellt, die zwar das Gericht nicht übermäßig interessierten, aber uns zeigen, auf welchem Niveau hier die Leistung eines Geschäftsführers madig gemacht werden soll. Diese Rückkehr wäre wohl nur unter einem neuen DARC-Vorstand möglich.

Wie dem auch sei – jeder Betrag schwächt den DARC. Jede Summe schadet dem Verein und dem Amateurfunk. Meiner Ansicht nach sollte der Vorstand – der diesen Schaden sehenden Auges verursacht hat – die Konsequenzen übernehmen und nicht den Mitgliedern in die Tasche greifen. Er sollte selbst für den von ihm angerichteten Schaden aufkommen.

Die DARC-Mitglieder sollten auf der kommenden "Offenen Mitgliederversammlung" in Friedrichshafen ihren Vorstand ultimativ dazu aufzufordern, die allein von ihm verursachten Kosten zu tragen. Sie könnten so nachhaltigen Schaden nicht nur vom DARC, sondern vom Amateurfunk insgesamt abwenden.

Nils Schiffhauer, DK8OK


IARU: MAN TRIFFT SICH

(red) Anlässlich der Ham Radio in Friedrichshafen hält die Internationale Amateurradio-Union mehrere Zusammenkünfte ab. Man trifft sich zu den folgenden Zeiten und hat folgende Themen: Am Freitag, dem 25. Juni geht es um 12:00 Uhr um die elektromagnetische Verträglichkeit beim "EMC Working Group Meeting". Das Eurocom-Meeting findet um 14:00 Uhr statt. Weitere Sitzungen wird es am Samstag, den 26. Juni und am Sonntag, den 27. Juni geben. Die Themen stehen noch nicht fest. Die Tagungspapiere können Sie sich von der Homepage der IARU laden.

Quelle: IARU


AGZ AUF DER HAM RADIO 2004

(red) Wie jedes Jahr, so ist auch diesmal wieder Gelegenheit, mit den Aktiven der AGZ auf der Ham Radio am Bodensee live zu diskutieren. Sie finden uns vom 25. bis zum 27. Juni in Halle A1 am Stand 615 der Messe Friedrichshafen. Wir sehen uns am nächsten Wochenende!


FÜR DIE DAHEIM GEBLIEBENEN

(rps) die nicht nach Friedrichshafen fahren, gibt es in Nordrhein-Westfalen und dem benachbarten Ausland ein schönes Trostpflaster: Am kommenden Sonntag, den 27. Juni gibt den schon angekündigten "Tag der offenen Tür" im Forschungszentrum Jülich. Von 11:00 bis 20:00 Uhr stehen die wissenschaftlichen Institute und eigens angebotene populärwissenschaftliche Attraktionen unter dem Motto "Action und Technik" jedermann offen. Gerade für technisch interessierte Funkamateure wird dieser Hightech-Sonntag ein Leckerbissen sein. Das umfangreiche Programm, Hintergrundinformationen und den Anfahrtplan finden Sie im Internet unter

www.tagderneugier.de

Ach ja: Gerüchte, dass es sich beim "Umweltkasper", der gleich dreimal auftreten wird, um DL1EEC handelt, konnten vom Veranstalter nicht bestätigt werden. Funkamateure treffen sich am nächsten Sonntag im Nahbereich auf der Frequenz 430,400 MHz.


IN EIGENER SACHE: HAMRADIO 2DAY

(hfs) fällt nächste Woche am 27. Juni aus. Die Akteure sind während der HAM RADIO in Friedrichshafen präsent oder sie kommen ihren beruflichen Verpflichtungen nach. Bitte haben Sie dafür Verständnis. HamRadio 2day hören Sie mit der Ausgabe 139 erst am 4. Juli auf den bekannten Frequenzen.


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) Querdenker sind deswegen so unbeliebt, weil sie den Etablierten zeigen, wie man geradeaus denkt.


Vy 73
Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@aol.com im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.