HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 143 / 2004 vom 01.08.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


LEITARTIKEL

(tu) Doch nur eine Veranstaltung in Weinheim wird es zumindest in diesem Jahr nicht geben. Eine Umfrage während der HamRadio 2004 ergab ein eindeutiges Bild. Die Besucher wünschen sich eine gemeinsame Veranstaltung.

Die Hersteller von Amateurfunkgeräten unterstützen ihre Händler für alle Veranstaltungen, diese aber können und wollen sich keine zwei Veranstaltungen in unmittelbarer räumlicher und zeitlicher Nähe leisten. Ein Schlichtungsversuch ergab denn, dass einer Kooperation beider Veranstalterteams lediglich personelle Befindlichkeiten in den Chefetagen entgegenstehen. Lassen sich denn Vereine auf ihre Vorstände reduzieren, oder sind es doch insbesonders die aktiven Mitglieder, die den Erfolg ausmachen.

Also aktive Funkamateure BEIDER Ausrichterteams, besinnt euch bitte auf euer gemeinsames Ziel: eine gemeinsame UKW-Tagung.

Till, DL9JT


FUNKÜBERWACHUNG

(wvg) oder: Wie man sich selbst im Weg steht. Neulich verfolgte ich ein QSO auf zwei Meter. Inhalt des QSOs waren Alltagsthemen und die Vorbereitung auf die fachliche Prüfung für Funkamateure. Die Qualität der Aussendungen ließ nichts zu wünschen übrig.

In dieses QSO meldet sich ein weiterer Funkamateur hinein mit der Forderung an einen der beiden QSO-Partner, doch sein Rufzeichen zu nennen. Dieser Aufforderung kamen beide QSO-Partner nicht nach, was ich als Zuhörer nachempfinden konnte. Offenbar waren ihm beide persönlich bekannt, wie der weitere Verlauf erkennen ließ.

Die Nennung des Rufzeichens ist im Regelwerk für den Amateurfunkdienst festgelegt. Niemand, mit Ausnahme der Funküberwachung, wenn sie sich als solche zu erkennen gibt, ist berechtigt, das Rufzeichen einer Amateurfunkstation abzufragen.

Ich machte mir so meine Gedanken, was den Funkfreund wohl bewogen haben könnte, sich mit dieser Frage einzumischen. Glaubte er, Schwarzfunker "erwischt" zu haben? Nun, dann hätte er sich gar nicht melden dürfen, denn er versuchte ja mit einem "Unlizenzierten" Funkverkehr aufzunehmen. Was soll ich als Zuhörer daraus schließen? Wir haben genug Hilfssherriffs, wir brauchen keine Funkpolizei. Ein Griff zum Telefon und das Angebot, bei der Vorbereitung auf das Ablegen der fachlichen Prüfung für den Funkamateur behilflich zu sein, wäre richtig gewesen. Aber soweit reichte die Einsatzbereitschaft des Hams dann doch nicht.

Ich hoffe, dass das nicht der Hamspirit ist, der immer wieder beschworen wird. So stehen wir uns nur selbst im Weg!

Vy 73 de
Wolfgang, DL5EDA
Vorsitzender der AGZ e.V.


DIE REAKTION

(hfs) auf den Beitrag EVENTFUNK AUGSBURG war seitens der RegTP sachlich und schnell. Bereits am Montag, also binnen 24 Stunden, meldete sich die RegTP bei der Redaktion von HamRadio 2day und bestätigte unsere professionelle Einschätzung.

Die AGZ bekam per Fax dann am 20.7.2004 die Zulassungsparameter für ein "Eventradio", die bereits unter dem BAPT ausgearbeitet wurden. Grundsätzlich ist es also so, dass jedem Bürger es freisteht, für Veranstaltungen ein Eventradio zu beantragen, z. B. auf 105,9 MHz. Die AGZ oder der DARC hätten also ohne Probleme für die HAMRADIO 2004 ein solches Eventradio betreiben können.

Aus den mir von der RegTP zugestellten Unterlagen geht eindeutig hervor, dass die technischen Anlagen dem FTEG, dem EMVG und der BEMFV unterliegen müssen. Ebenfalls steht unter dem Punkt 8 drin, dass ein Eventradio ausschließlich mit Geräten durchgeführt werden muss, die für den Betrieb in BRD vorgesehen sind und auch entsprechend gekennzeichnet sein müssen (§ 60 Abs. 1 S. 2 TKG).

Herr Hermann Böhm - DK6XH - wurde von der Staatskanzlei Bayern und von dem Fachreferat der RegTP in Mainz als technischer Ansprechpartner der Veranstaltung in Augsburg benannt. Es ist also keineswegs so, dass Funkamateure so einfach sich mal einen Sender zusammenbasteln können, um damit Eventradio zu machen.

Quelle: RegTP


DENK MAL

(hfs) Verpasste Gelegenheiten wollen wir vermeiden. Moderne neue Betriebs- oder Kommunikationsarten haben es im Amateurfunkdienst oft schwer. Offensichtlich gelingt es Funkamateuren auch selten, für Sympathien bei der Bevölkerung zu werben. "Dittelbrunn" zeigt deutlich, dass es dem Amateurfunkdienst an Ansehen mangelt und dass er zunehmend in die Ecke der Freizeit-Egoisten gedrängt wird. Der Schritt zur Wegnahme des Amateurfunkgesetzes und die Umwidmung des Amateurfunkdienstes ist nur noch ein klitzekleiner.

Mit der Technik von Echolink, die auch die breite Öffentlichkeit als Kommunikationsmöglichkeit (VoIP) bereits breitflächig versteht, hätten die Funkamateure allerdings einen solchen Sympathieträger.

Gehen wir mal davon aus, dass von 86.000 Funkamateuren in Deutschland 40.000 ständig am Internet hängen und auch rund um die Uhr Ihr Funkgerät mitlaufen haben. Nehmen wir dann nochmals an, dass 10.000 von den 40.000 willens wären, einen Echolink-Link zu installieren, hätten wir zwei Dinge gewonnen. Erstens könnten viel mehr Funkamateure während ihrer Deutschlandreisen mittels simpler Handfunke miteinander kommunizieren und zweitens könnten wir der Gesellschaft berichten, dass wir ein Notfall-Kommunikationsnetz vorhalten, für das Vater Staat Unsummen hinblättern müsste. Und zu Ende gedacht, bräuchten wir dann auch nicht mehr so viele Umsetzer, weil jeder der 10.000 Echolink-Links bereits ein Gateway darstellt.

Die RegTP hat mit der Empfehlung, Echolink auf drei Frequenzen ohne viel Bürokratie deutschlandweit zu installieren neuerlich eine Tür zur Förderung des Amateurfunkdienstes geöffnet. Ich hoffe, dass viele Funkamateure auch durchgehen wollen.


FEEDBACK

(red) in der Sache der Gemeinde Dittelbrunn - gegen den Amateurfunkdienst im Besonderen dort - bekamen wir von Frau Marianne Blank die folgende E-Mail:

"Sehr geehrter Herr Schulze,

mich erstaunte die Stimme des "Interviews". Dennoch, danke für die faire Vollständigkeit

Ein kleiner Hinweis: Der Vorgang und die rechtliche Vertretung hatte überhaupt nichts mit der FDP Bayern zu tun. Es war eine lokale Angelegenheit und zur Vertretung der Interessen der Gemeinde war der Rechtsanwalt der Gemeinde, der diese in allen Angelegenheiten vor Gericht vertritt, in München anwesend.

Viel Erfolg weiterhin für Ihre Arbeit. Es ist wichtig, dass es engagierte Leute wie Sie gibt, die sich für eine Sache einsetzen. Das ist etwas, was unsere Gesellschaft braucht und entspricht liberalen Grundsätzen; hier haben wir sicherlich etwas gemeinsam - auch wenn wir möglicherweise in der "Funkangelegenheit" nicht einer Meinung sind.

Mit freundlichen Grüßen
Marianne Blank"


NEUES AMSAT PROJEKT

(red) Am 30.7.2004 berichtete G3YJO - Martin Sweeting - über ein neues Projekt der Amsat UK in Zusammenarbeit mit der SSETI, respektive der ESA - European Space Agency. Der neue Transponder soll auf 2,4 GHz senden, der Empfänger auf 437 MHz hören. Die Frequenzen wurden deshalb gewählt, um die Nutzer von Oscar 40 technisch zu binden. Entwickler des Empfängers ist DF2FQ. Der 2,4-GHz-Sender, die Stromversorgung, die Schnittstellen und die Endstufe werden von G4DDK - Sam - entwickelt.

Der SSTI-Express wird im April 2005 von Russland aus im Orbit (680 km Höhe) platziert werden.

Quelle: RSGB


ZUM GUTEN SCHLUSS

(red) Ihre Meinung ist das genaue Gegenteil der meinigen, aber ich werde mein Leben daran setzen, dass sie sie sagen duerfen.

Quelle: Voltaire


Vy 73
Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@agz-ev.de im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.