HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 144 / 2004 vom 08.08.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


WATT ISS NE KLUBSTATION?

(hfs) So ähnlich fängt auch die Feuerzangenbowle an. Erinnern Sie sich an den Leitartikel der Ausgabe 142 von HamRadio 2day und an die Frage, was DA0HQ hat, was andere Klubstationen nicht haben? Eigentlich ging es in HamRadio 2day 142-2004 nur um die Klubstation einer kleineren Vereinigung, die den Präfix DA0 ebenfalls benutzt, eine befristete Genehmigung hatte und deren Zulassung nicht verlängert werden sollte. Zwangsläufig geriet dabei DA0HQ als Referenz ins Visier. Der verantwortliche Funkamateur für DA0HQ - DL5YY - Dr. Horst Weissleder schrieb daraufhin der AGZ:

"Lieber Hermann,

ich habe deinen Rundspruch 142/2004 gelesen und mitbekommen, dass du über DA0HQ schreibst. Ich möchte dazu Stellung nehmen: DA0HQ (ich bin Inhaber der Lizenz) muss leider jährlich den Lizenzantrag stellen und auch löhnen. Da ich dies jährlich tue, habe ich einen Kalender, der mich immer wieder an diese Pflicht erinnert. Leider habe ich nicht den RegTP-Bonus, von dem du berichtest.

Ich bitte dich, diesen Sachverhalt zu verbreiten, damit weder das Ansehen der Wettkämpfer von DA0HQ noch die Zusammenarbeit mit der RegTP beschädigt werden.

vle 73 Horst"

Ich sprach am vergangenen Freitag mit dem Referatsleiter für Amateurfunkfragen bei der RegTP in Mainz und bekam die eindeutige Antwort, dass sich alle Klubstationen mit dem Präfix DA0 von den übrigen Klubstationen nur dadurch unterscheiden, dass sie jährlich neu beantragt werden müssen und dafür derzeit 40 Euro löhnen dürfen. Ansonsten unterlägen sie der allgemeinen Auflage, dass Klubstationen an unterschiedlichen Standorten zur gleichen Zeit nur auf verschiedenen Bändern und innerhalb des Bandes NUR EINMAL QRV sein dürfen. Es ist also nicht zugelassen, dass eine Klubstation in Hamburg mit dem Operator Mustermann im 80-m-Band-Betrieb macht und unter dem gleichen Klubrufzeichen mittels des Operators Musterfrau im 80-m-Band von München aus auch, selbst wenn andere Betriebsarten genutzt würden. Ich war mit der morgendlichen Antwort seitens der RegTP zufrieden.

Umso erstaunter war ich aber, als ich am frühen Nachmittag mit Dr. Horst Weissleder - DL5YY - in seiner Eigenschaft als verantwortlichem Funkamateur für DA0HQ telefonierte. Er erzählte mir selbstbewusst, dass für DA0HQ diese Einschränkung nicht gelte und dass das von der IARU vorgegeben sei, damit eben DA0HQ im Contest eine "gerechte" Chance habe; was auch immer das heißt. Er berichtete, dass die IARU der Behörde vorgegeben hätte, dass für den Contest der IARU-Kenner als gesamter Raum anzusehen sei; vergleichbar mit der OV-Wiese beim Fieldday. Und deswegen könne DA0HQ genau das machen, was der Klubstation von OM Waldheini versagt ist.

Hätte die Behörde also ihre eigenen Vorschriften 1:1 umgesetzt, hätte DA0HQ sich mit der Antennenplantage in Ilmenau begnügen müssen und hätte nicht in jedem Band mit zwei Stationen gleichzeitig in der Luft sein können. Das aber steht im Widerspruch zu seinem eigenen Statement:

"Leider habe ich nicht den RegTP-Bonus, von dem du berichtest."

Ich frage nicht mich, ich frage Sie: Ist die vorgesetzte Dienstelle der RegTP - das BMWA - durch die IARU und/oder deren Dependance DARC ersetzt worden? Ich gönne dem DARC sein DA0HQ, fordere aber dann diese Spielregel auch für alle anderen Klubstationen.

Und übrigens: Ich bleibe bei meiner Meinung, dass das Amateurfunkgesetz den Amateurfunkdienst regeln soll und nicht den Spieltrieb von Amateurfunkvereinigungen, die damit auch noch Steuergelder verbraten.

Hermann, DL1EEC


REGTP BIETET EX B-NET-FREQUENZEN

(hfs) und sucht Vorschläge für neue Nutzungen. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) sucht im Rahmen einer sogenannten "Frequenzbedarfsabfrage" Vorschläge für neue Nutzungen der Frequenzen des ehemaligen B-Mobilfunknetzes. Es handelt sich dabei um die Frequenzbereiche

148,40 bis 149,14 MHz,
153,00 bis 153,74 MHz,
157,44 bis 158,34 MHz und
162,04 bis 162,94 MHz.

Diese Frequenzbereiche sind derzeit im Frequenznutzungsplan unter den Nummern 194004, 196012, 198003 und 198027 für Betriebsfunk bzw. Datenfunk mit einer max. zulässigen Strahlungsleistung von 6 Watt ERP ausgewiesen. Sie werden jedoch für diese Zwecke kaum noch genutzt. Im erstgenannten Frequenzbereich liegt außerdem die Jedermannfunkanwendung "Freenet" (149,025 bis 149,050 MHz), deren Frequenzzuteilung am 31.12.2005 ausläuft. Die RegTP weist darauf hin, dass die bisherigen Frequenznutzungsbedingungen nicht als Festlegung für künftige neue Nutzungen zu verstehen sind.

Interessenten können ihre Vorschläge für neue Nutzungen dieser Frequenzbereiche bis zum 22. September 2004 schriftlich per Post oder Fax an die RegTP senden. Zur "Vereinfachung der Auswertung" bittet die RegTP darum, die Vorschläge zusätzlich zur schriftlichen Eingabe auch per E-Mail an Wolfgang.Becker@regtp.de zu senden.

Die Vorschläge sollen mindestens folgende Angaben enthalten.:

  • Art der Frequenznutzung(en);
  • Einzelfrequenzen, Frequenzteilbereiche oder Frequenzbandbreiten;
  • Kanal-, Duplex- und Schutzabstände sowie Modulations-, Übertragungs-, Zugriffs- und Fehlerschutzverfahren;
  • erforderliche äquivalente Strahlungsleistung;
  • vorgesehene(s) Einsatzgebiet(e) (lokal, regional oder bundesweit);
  • erwartete Anzahl an Teilnehmern bzw. Frequenznutzern;
  • zukünftige Entwicklungen.

Alle Vorschläge werden auf der Internet-Homepage der RegTP unter www.regtp.de veröffentlicht.

Quelle: FM – das Funkmagazin


BRÜCKE ZUR HEIMAT

(rps) Echolink wird immer beliebter: als Verbindung nach Hause im Sommerurlaub. Hier in Südtirol - IN3 - dient dazu das fast überall zu arbeitende Relais auf dem Rittner Horn in 2270 m Höhe über dem Meeresspiegel. Der Locator ist JN56RO, die Frequenz ist 145,700 MHz und das Call ist IR3W. Den Link ins System macht Thomas in Bozen: Suchen Sie in der Echolink-Software nach IW3AMQ-R oder benutzen Sie on Air die Nodenummer 12500.

Leider offenbart die Verbindung zu deutschen Luftschnittstellen - vor allem zu DB0AGZ - oftmals die frontale Ablehnung des aus dem Ausland rufenden OMs. Es ist schon ziemlich peinlich, wenn ganz Südtirol die Anmache einzelner Lokalstationen auf 145,450 MHz mit anhören muss: keine gute Visitenkarte für den deutschen Amateurfunkdienst in einem Land, wo es noch Anstand und Sitte auf den Frequenzen gibt.

Auch die Hühner spielen wieder: Nach dem Ersatz einer defekten 70-cm-Endstufe funktioniert der FM-Transponder auf dem Hühnerspiel nahe Brennerpass seit einigen Tagen wieder einwandfrei.

Hier sind die Details: Die Frequenzen sind 145,3875 und 431,9875 MHz. Was der eine Empfänger hört, wird auf den anderen Sender umgesetzt - und umgekehrt. Die Sendeart ist FM, das Call ist IR3UAQ und die Höhe ist 2745 m über NN.

Der Hühnerspiel-Transponder reicht weit nach Bayern hinein – aus diesem Grund wurde der Standort schon in den 70er und 80er Jahren für erste private Rundfunksendungen für den Großraum München benutzt. Versuchen Sie es einfach einmal; auch diese Brücke nach DL geht einwandfrei.

Ach ja, fast alle Relais und Transponder in Südtirol lassen sich mit einem Subaudioton von 123 Hz öffnen. Das ist einfach und bequem – und vor allem richtungsweisend für DL-Relais.

Vy 73,
Ralph, IN3/DC5JQ


USER VERKLAGT PROVIDER NACH BOARD-GELÄSTER

(red) In den USA hat ein Nutzer der Message-Boards von Yahoo das Unternehmen in Los Angeles verklagt. Dies folge einer Weigerung des Internet-Anbieters, die Namen und Adressen von anderen Foren-Nutzern herauszugeben, die den Kläger beleidigt hatten. Nach einem Bericht der BBC hatte der Kläger auf eine im Board hinterlassene Nachricht eine ganz Reihe von Reaktionen bekommen, durch die er sich beleidigt und diffamiert fühlte. Der betroffene Stephen Galton, selbst Rechtsanwalt, wirft Yahoo nun vor, sich schützend vor solche Nutzer zu stellen, die andere beleidigen. Auf BBC-Nachfrage antwortete eine Yahoo-Sprecherin lediglich, dass es unklug wäre, wenn sich das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt äußere.

Der Kläger forderte unterdessen andere Geschädigte auf, sich seiner Klage auf Offenlegung anzuschließen.

Quelle: Heise-Online


STRECKENREKORD MIT WLAN

(red) Anlässlich der zwölften Defcon, einem nicht mehr ganz so undergroundigen Hackertreffen, das jährlich in Las Vegas abläuft, fand auch dieses Jahr ein WLAN-Wettbewerb statt. Dabei steigen pro teilnehmendem Team zwei Gruppen auf Berge und versuchen, zunehmend größere Strecken per WLAN zu überbrücken. Dabei hilft nicht nur die Höhe des Basis-Camps von 1550 Metern über Normalnull, die vom Sichthorizont gezogene Grenze zu erweitern, auch - teils selbst gebaute - Richtantennen mit hohem Gewinn steigern die Reichweite.

In diesem Jahr schaffte ein Team von 18 und 19 Jahre alten Teenagern aus Ohio, die vom Schiedsrichter vorgegebene verschlüsselte Nachricht über 55,1 Meilen (rund 88,6 km) zu transportieren. Weiteren Strecken schoben die lokalen Gegebenheiten einen Riegel vor: "There was no road left."

Ben Corrado, Andy Meng und Justin Rigling setzten für ihren Versuch Parabolspiegel mit drei Meter Durchmesser ein. Dieser Antennentyp kommt in kleinerer Bauform beim Satelliten-TV zum Einsatz. Für 2,4-GHz-WLAN verspricht er bei 3 m Durchmesser und sachgerechtem Aufbau rechnerisch einen Gewinn von etwa 35 dBi. Mit der typischen Ausgangsleistung einer WLAN-Karte von 30 Milliwatt dürfte die auf einen isotropen Strahler bezogene, effektive Strahlungsleistung knapp 100 Watt betragen haben. Das liegt erheblich über den hierzulande erlaubten 100 mW EIRP.

Quelle: Heise-Online


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) Erinnere Dich, dass wir keine Erwählten sind, sondern die Gewählten.


Vy 73
Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@agz-ev.de im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.