HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 145 / 2004 vom 15.08.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC


NUR EINE VERANSTALTUNG IN WEINHEIM

(tu) wird es doch schon in diesem Jahr geben. Der ATW e.V. teilt mit, dass er seine Veranstaltung "im Interesse der Sache sowie des Amateurfunks" nicht stattfinden lassen wird. Diese Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, schreibt der ATW e.V. weiter. Die Veranstaltung des FACW e.V. am 11. und 12. September findet wie angekündigt statt. Wir wünschen den Veranstaltern viel Erfolg und die Unterstützung aller Aktiven.

Auch der Terminkonflikt mit den Deutsch-Niederländischen Amateurfunktagen ist nun aufgelöst. Vom 26. - 29. August heißt Sie Siegfried, DC9XU, in Bad Bentheim willkommen.

Till, DL9JT


LESERBRIEF

(hfs) Hans - DB3EJ - schrieb uns am 6. August 2004:

"Hallo zusammen!

Seit etwa drei Wochen ist auf der Frequenz 145,995 das gleiche Signal wie auf 145,750 zu hören. (S 6). Nachdem mir der Kragen geplatzt war, habe ich die RegTP mobilisiert. Sie erschien auch am 5.8.04 ohne Anmeldung bei mir und ließ sich das Problem vorführen. Da die Störung in das Satellitenband fällt, war ich der Meinung, hier handeln zu müssen. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass offenbar die Störung nicht aus schadhaften Nachbarleitungen kommt, sondern schon durch die Telekom falsch eingespeist wird. Bis jetzt habe ich keine weiteren Informationen durch die RegTP bekommen. Das war mir versprochen worden. Bitte hakt mal nach! Ich hoffe auf Nachricht!

55 + 73 Hans"

OK, Hans, das hatten wir am Mittwoch, den 11.8.2004 mit der RegTP erledigt. Der Messbeamte versicherte uns, dass an zwei Übergabepunkten die privaten BK-Anlagen den Auflagen nicht entsprechen und die Betreiber bereits angeschrieben seien. Also in diesem Falle "summa cum laude" für die RegTP, denn wenn der zweite Tonkanal des TV-Stereo-Signals bei 145,995 hörbar ist, dann ist die BK-Anlage wirklich hochgradig daneben.


WLAN-REKORD

(hfs) war vermutlich kein Alleingang unerfahrener User, sondern basierte auf der wissenschaftlichen Tätigkeit von Funkamateuren. Jedenfalls schrieb uns das in der Newsgroup de.comm.ham ein anonymer Autor unter dem Synonym "es reicht(nospam@spam.org":

"Wenn die AGZ mal etwas weiter recherchiert hätte, statt nur bei "heise.de" abzuschreiben, dann hätte sie auch festgestellt, dass es sich um Ben Corrado KC8RKO, Andy Meng N8MX, Justin Rigling KC8OIO und Brandon Schamer KG4NVK ... handelte."

Danke lieber Leser von HamRadio 2day für diese Information.


LPD-FUNK AUS DER STRATOSPHÄRE

(red) Murphy flog mit! Zwar "in der Luft", aber nicht "on the Air" war der Stratosphärenballon, den der DARC-Ortsverband Taubertal-Mitte am 7. August auf die Reise schickte. Kurz nach dem Start verweigerten alle an Bord befindlichen Sender ihren Dienst.

Der Start des Stratosphärenballons war der Höhepunkt des diesjährigen Sommerfestes der Taubertaler Funkamateure. Es handelte sich um einen mit Helium gefüllten Wetterballon, der unter anderem mit Funkgeräten, einer Kamera und einem GPS-Empfänger bestückt war. Als Besonderheit sollten Bilder vom fliegenden Ballon aus in der Betriebsart SSTV zum Boden gefunkt werden. Dafür war unter anderem die Frequenz 433,400 MHz vorgesehen, damit auch Nicht-Funkamateure mit handelsüblichen LPD-Geräten diese Daten empfangen und am heimischen Computer auswerten können.

Leider versagte unmittelbar nach dem Start der Zentralprozessor, der die an Bord befindlichen Geräte steuern sollte. Somit waren weder die geplante Bild- und Datenübertragung noch die Aussendung der Positionsdaten des Ballons möglich. Nach 15 Minuten wurde automatisch ein Notsender aktiviert, der auf der Frequenz 433,400 MHz ein Bakensignal ausstrahlte.

Nach ca. zwei Stunden Flugzeit ging der Ballon rund 10 Kilometer vom Startort entfernt nieder. Trotz der ausgefallenen GPS-Navigation konnte die Landestelle relativ schnell ermittelt werden, weil zahlreiche Funkamateure sich an der Verfolgung und Standortbestimmung des Ballons beteiligt hatten. Die Bergung dauerte allerdings noch ca. drei Stunden, weil der Ballon ausgerechnet in einem großen Maisfeld niedergegangen war.

Trotz der Panne lobten die Teilnehmer die hervorragende Vorarbeit und die ausgezeichnete Informationspolitik vor Ort, mit deren Hilfe es auch funktechnischen Laien möglich war, die mitunter komplizierten technischen Abläufe zu verstehen.

Quelle: FM - Das Funkmagazin


DAS INTERNATIONALE LEUCHTTURM- UND FEUERSCHIFF-WOCHENENDE

(red) findet dieses Jahr vom 21. bis zum 22. August statt. Mehr als 240 Stationen aus 34 Ländern werden in der Luft sein, meldet Mike Dalrymple, GM4SUC, als Event-Ausrichter.

Nicht der Contest, sondern die Begegnung im QSO und die Demonstration des Amateurfunkdienstes ist Ziel der Veranstaltung. Mit dem Contest soll das Bewusstsein für Leuchttürme und Feuerschiffe gestärkt werden.

Quelle: www.arrl.org


3000 EURO GELDSTRAFE FÜR POLIZEIFUNK HÖREN

(red) "Das Amtsgericht Homberg-Efze hat am 19. Juli 2004 einen türkischen Staatsangehörigen aus dem Raum Homberg-Efze wegen Abhören des Polizeifunks in zwei Fällen zu einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro verurteilt. Nachdem bei einer Hausdurchsuchung der betriebsbereite, mit BOS-Frequenzen programmierte und an eine Breitbandantenne angeschlossene Scanner vorgefunden wurde, gestand der nicht vorbestrafte Angeklagte, im Jahre 2003 in einem Zeitraum von etwa zehn Monaten zwei Mal Polizeifunk gehört zu haben. Der Angeklagte wurde in der Hauptverhandlung anwaltlich nicht vertreten. Das Urteil ist rechtskräftig. (AG Homberg-Efze 2620 Js 38051/03 Ds)."

Quelle: FM - Das Funkmagazin

(red) Wir haben in diesem Fall die Mitteilung des Funkmagazins gekürzt, weil die Gefahr bestand, dass wir damit gegen das AfuG 97 verstoßen könnten. Wir möchten aber dringend anraten, im Falle gerichtlicher Auseinandersetzungen mit der RegTP vor der Willenserklärung fachanwaltliche Beratung einzuholen.


NEUERLICH BUSSGELDVERFAHREN EINGESTELLT

(red) Das Amtsgericht Bonn hat erneut ein Bußgeldverfahren gegen einen Hobbyfunker eingestellt, dem vorgeworfen wurde, mit einem PMR446-Funkgerät Datenfunk betrieben zu haben. In einer Pressemitteilung des Kölner Fachanwalts für Telekommunikationsrecht, Michael Riedel, heißt es dazu:

"Die Regulierungsbehörde warf dem Funkfreund aus dem Raum Homberg-Efze vor, er habe am 02. Juli 2003 mit einem PMR-Funkgerät unbemannt Packet-Radio-Funkbetrieb durchgeführt. Gegen den Bußgeldbescheid der RegTP legte er fristgerecht Einspruch ein und erklärte in der Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Bonn, dass er keinerlei Funkbetrieb auf den PMR-Frequenzen durchgeführt habe, nicht einmal ein solches Funkgerät besitzen würde.

Das Gericht stellte das Verfahren auf Kosten der Staatskasse u.a. deswegen ein, weil einfache Vermutungen der Verfolgungsbehörde für einen Tatnachweis nicht ausreichend sein können und der von der Behörde vorgelegte und aufgezeichnete Auszug des Datenverkehrs (Packet-Radio) mit dem Datum 02. Juli 2001 versehen war (AG Bonn 73 OWi 246/04)." Soweit die Pressemitteilung.

Erst im vergangenen Monat hatte das Amtsgericht Bonn in einem ähnlich gelagerten Fall das Verfahren gegen einen Packet-Radio-Sysop eingestellt (das Funkmagazin berichtete). Auch in dem Falle hatte sich die Regulierungsbehörde bei ihrem Tatvorwurf lediglich auf Vermutungen gestützt und konnte keinen konkreten Tatnachweis erbringen.

Quelle: FM - Das Funkmagazin


FUNKAMATEURE HELFEN

(red) Während des tropischen Sturms am 12. August 2004 in Nacogdoches, Texas, und anlässlich des Hurricanes Charley, der an der Küste von Florida sein Unwesen trieb, arbeiteten Funkamateure freiwillig unter Einsatz von ECHOLINK-SERVERN für die Deep East Texas Skywarn Organisation. Sie vernetzten die Kommunikationssysteme mit denen der Funkamateure, die von Danny Musten, KD4RAA in Raleigh, North Carolina gepflegt wurden.

Die Funkamateure Kent Tannery, KD5SHM, Jeff Clark, K5NAC, und Kevin Anderson, KD5WX, wurden unlängst vom Nationalen Hurricane Center für ihren Einsatz während der vergangenen Hurricane-Saison ausgezeichnet.

Quelle: www.qrz.com


US-AMERIKANISCHES RUNDFUNK-WARNSYSTEM UNSICHER

(red) Das US-amerikanische Emergency Alert System (EAS), das in nationalen oder regionalen Krisensituationen dafür gedacht ist, das laufende Radio- und Fernsehprogramm für wichtige Informationen zu unterbrechen, weist Sicherheitslücken auf. Unbefugte könnten in das System eindringen und gefälschte Meldungen verbreiten, heißt es in Medienberichten. Die Federal Communications Commission (FCC) hat gestern eine Überprüfung eingeleitet, um zu ermitteln, wie das System verbessert werden kann.

Als das EAS 1997 gestartet wurde, hätten Sicherheitsaspekte nicht im Vordergrund gestanden, heißt es. Es gebe beispielsweise keine grundlegenden Authentifizierungsfunktionen. Es seien aber noch keine Fälle des Missbrauchs bekannt geworden. Die Untersuchung der FCC folgt einem Bericht der Organisation Partnership for Public Warning (PPW) vom Februar. Darin wird das Department of Homeland Security aufgefordert, das EAS zu verbessern. Es gibt in den USA aber auch Kritiker, die meinen, angesichts der Nachrichtenversorgung durch Medien rund um die Uhr sei das EAS zumindest auf nationaler Ebene überflüssig.

Quelle: Heise-Online


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) In Politik, Kultur und Wirtschaft erleidet Schiffbruch, wer verkennt, dass alle Probleme im Kern Kommunikationsprobleme sind. Also können Funkamateure nicht richtig kommunizieren, denn sie haben untereinander zu viele Probleme.


Vy 73
Hermann, DL1EEC

Dieser Rundspruch ist zur persönlichen Nutzung und zur Nutzung durch Amateurfunk-Medien bestimmt. Vervielfältigungen und Zitate mit Quellenangabe sind in diesem Rahmen grundsätzlich gestattet und erwünscht. Rückfragen und Anregungen adressieren Sie bitte an dl0agz@agz-ev.de im Internet oder an dl1eec@db0zka in Packet Radio.