HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 151 / 2004 vom 26.09.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

dl0agz@agz-ev.de


LEITARTIKEL

(hfs) Offensichtlich reduziert sich eine neue Qualität der Kommunikation innerhalb des DARC auf Abmahnung und Aussperrung. Gerade als unabhängige Redaktion muss man hier aufpassen, dass man sich nicht vor dem Karren einer Interessengruppe innerhalb dieses Vereins wiederfindet. HamRadio 2day hatte sich schon immer zur Regel gemacht, mit den Beteiligten vor der Veröffentlichung zu reden und Informationen aus den "gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen" durch eigene Recherchen zu verifizieren.

Ich maße mir nicht an, dem DARC Ratschläge zu erteilen; die müssen die verantwortlichen Protagonisten dort sich selbst erarbeiten. Ich möchte aber daran erinnern, dass ihr Handeln Politik und Behörden in einem weit größeren Umfang beeinflusst, als die Streithähne sich offensichtlich bewusst sind. In einer demokratischen Struktur ist es ein schlechter Stil, Kritik an der eigenen Leistung mittels hausinterner Abmahnungen abzuwürgen. Es macht sich auch nicht gut, investigative Ausschüsse ins Leben zu rufen, ohne mit allen Beteiligten vorher zu reden. Und es ist auch keine professionelle Öffentlichkeitsarbeit und obendrein ziemlich undemokratisch, wenn man als so genannter Bundesverband der Funkamateure so genannte Polit-Veranstaltungen mittels vermeintlich geschickter Einladungen auf Mitglieder zweier Vereine reduziert.

Ich denke, dass der IARU-Vertreter in Deutschland sich das nicht leisten kann. Oder aber – er gibt seinen Anspruch auf die alleinige Vertretung aller Funkamateure in Deutschland endgültig ab!

Hermann, DL1EEC


WO RAUCH IST,

(hfs) da ist auch Feuer, sagte Jean Kaminker – Cousin von Simone Signoret – stets, wenn Firmen vor dem Exitus standen. Recht hatte er, denn am Funkerhimmel tauchen zunehmend Rauchwolken auf. Es brodelt beim größten Lobbyisten Deutschlands. Die Gefahr, dass der Amateurfunkdienst bereits Lungenentzündung hat, wenn der DARC niest, die ist sehr groß.

Wir berichteten in den jüngsten Ausgaben von HamRadio 2day öfters von rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen Nutzern von Funkdiensten und der RegTP und mussten darlegen, dass die Behörde zwar einerseits vor dem Amtsgericht oft unterlag, andererseits aber vor dem Verwaltungsgericht auf recht hinterhältige Art versuchte, trotz oder gerade wegen dieser verlorenen juristischen Auseinandersetzungen dennoch an die Messeinsatzkosten zu kommen. Augenfällig war dabei allerdings auch, dass Funkamateure meist dann weniger erfolgreich waren, wenn sie sich ihrer juristischen Club-Resourcen bedienten und nicht der Kräfte des freien Marktes.

Eines der besagten Rauchzeichen war, dass ein Referatsmitarbeiter im DARC diese Situation seinem Vorstand aufzeigte und mehr juristischen Erfolg für die Mitglieder einforderte. Prompt handelte der im Ehrenamt tätige Funkamateur sich seitens der angestellten Justiziarin seines Clubs eine Abmahnung ein.

Ein weiteres Rauchzeichen erschien ebenfalls in der vergangenen Woche. Der Vorsitzende des RTA kündigte seine Mitarbeit auf und zog sich auch von allen anderen Aufgaben im DARC zurück. Von HamRadio 2day über die Hintergründe befragt titelte er, dass er dem DARC mit seiner Handlungsweise und seiner Ansicht der Dinge nicht schaden möchte. Er meinte, dass er seine eigenen selbst gesteckten Qualitätsziele im DARC-Umfeld nicht erreichen konnte. Schließlich zeigte er sich bestürzt darüber, mit welcher Energie Funkamateure seine Arbeit als DARC-Vorstandsmitglied tagtäglich torpedierten.


DRAUSSEN VOR DER TÜR

(hfs) des CQ-DL-Ausschusses des Amateurrates musste laut der Zeitschrift "Funktelegramm" der Vorstand des DARC bleiben. Sprecher Günter König, DJ8CY, solle die Meinung vertreten haben, dass Vorständler dort keinen Zutritt hätten. Die Vorständler blieben aber resistent und bildeten eine Art Sitzblockade. HamRadio 2day fragte am 24. September per Telefon beim betroffenen Vorstandsmitglied Jürgen Bartels, DL1YFF, nach und bekam sofort den Hinweis, dass er nur auf Fragen in Schriftform antworten wolle. Das roch schon wieder nach Angst vor einer Abmahnung.

Etwas auskunftsfreudiger war Günter König mit der deutlichen Aussage, dass der Bericht im Funktelegramm 10/2004 auf Seite 7 inhaltlich "seine eigene Person betreffend" nicht stimme. Auch empfahl er allen, die Satzung des DARC zu studieren und sich darüber ins Klare zu kommen, welche Rechte der Amateurrat habe und welche Pflichten der Vorstand. Wer das wisse, brauche den Bericht im Funktelegramm nicht.


RTA TRIFFT BMWA

(hfs) Am letzten Freitag traf der Nochvorsitzende des RTA – Ingo Dittrich – sich mit BMWA-Referatsleiter Dr. Tettenborn. Inhalt des Gesprächs war neuerlich die kommende Amateurfunkverordnung 2004. Schwerpunkt bzw. die grundlegende Infrastruktur dieser neuen Rechtsverordnung soll nach den Vorstellungen Dittrichs die technische Ausbildung, neue Kommunikationstechnologien und die Völkerverständigung sein. Bravo, wenn ihm eine Zementierung dieser alten AGZ-Philosophie in letzter Minute noch gelänge.


WERLER POLIT-AMATEURE BLEIBEN UNTER SICH

(hfs) Dem Packet-Radio-Netz entnehmen wir, dass die Einladung zum diesjährigen Polit-Treff in Werl sich erstmals nicht an alle Funkamateure, sondern ausschließlich an die Mitglieder des DARC und des VFDB richtet. In einem Telefongespräch am 22. September mit dem Gastgeber Kurt Meerkötter, DL8DMA, haben wir das verifiziert: Zutritt haben nur die Mitglieder besagter Vereine.

Es kann natürlich jeder einladen, wen er möchte. Nur – damit hat der DARC wieder einmal den Alleinvertretungsanspruch für alle Funkamateure in Deutschland verwirkt. Ob das bei einem Organisationsgrad von lediglich 60 Prozent ein kluger Schachzug gegenüber den teilnehmenden Politikern ist, das wird sich in Bälde zeigen.


SÜDWESTRUNDFUNK STELLT KURZWELLENSENDUNGEN EIN

(rps) Der SWR beendet seine Programmverbreitung über Kurzwelle am 19. Oktober. Eine spätere Wiederaufnahme im digitalen DRM-Mode ist nicht geplant. Die Einstellung der Sendetätigkeit auf den Frequenzen 6030 und 7265 kHz an den Standorten Mühlacker und Rohrdorf erfolgt aus Kostengründen und auch im Hinblick auf neue, zwischenzeitlich eingeführte Verbreitungswege für den Hörfunk, wie etwa Satellit und Internet. Damit endet nun der über 50-jährige Betrieb von zwei Kurzwellensendern im Südwesten Deutschlands. Offenbar hört niemand mehr Kurzwellenrundfunk – und diese Argumentationsschiene gegen PLC bricht zunehmend weg.

Quelle: Südwestrundfunk


PROBANDEN GESUCHT

(hfs) Für eine Studie zum Thema Elektrosensibilität suchen Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft in Karlsruhe geeignete Testpersonen. Sie wollen mit einer wissenschaftlichen Untersuchung der Frage nachgehen, ob es für Menschen möglich ist, elektromagnetische Felder wahrzunehmen. Dafür werden Personen gesucht, die sich als "elektrosensitiv" oder "elektrosensibel" gegenüber den Feldern des D-Netz-Mobilfunks einstufen. Die Studie wird von der Forschungsgemeinschaft Funk e.V. gefördert.

Den Teilnehmern der Studie wird die Gelegenheit gegeben, ihre Selbsteinschätzung bezüglich der bei dieser Studie eingesetzten elektromagnetischen Felder persönlich zu testen. Die gesamte Testreihe wird an einem Tag am Fraunhofer-Institut in Karlsruhe absolviert, die Reisekosten werden erstattet. Interessenten können unter der Telefonnummer 0228-72622-52 weitere Informationen erhalten.

Quelle: Forschungsgemeinschaft Funk


DEUTSCHE BAHN FUNKT BALD DIGITAL

(red) Die Bahn kann ein neues digitales Funksystem für den Zugverkehr Anfang 2005 zunächst nur schrittweise starten. Die ursprünglich geplante Umstellung von gleich 24.500 Kilometern solle dann nach und nach bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen werden, sagte ein Bahnsprecher am Dienstagabend gegenüber dpa. Ursache seien technische Gründe, über die die betroffenen Bahnunternehmen schon vor Monaten informiert worden seien.

Als Erstes sollten rund 1.300 Gleiskilometer statt der heute noch analogen Technik das neue System bekommen. Über eine langsamere Einführung von GSM-R (Global System for Mobile Communications Rail) hatte die Netzeitung berichtet; so habe man laut dieser Zeitung beispielsweise übersehen, dass im neuen digitalen System eine eindeutige Adressierung der Züge mit dem alten Nummerierungssystem aus analogen Zeiten wegen mehrfach vergebener Nummern nicht mehr gewährleistet sei.

Quelle: Heise Online


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) ... wer den Identitätsmissbrauch schönredet, schadet dem Amateurfunkdienst in Deutschland.


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Hermann, DL1EEC