HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 152 / 2004 vom 03.10.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

dl0agz@agz-ev.de


DAMPFPLAUDEREI

(hfs) sagt man gewöhnlich in Bayern zu so einem Ergebnisprotokoll, wie es der "Runde Tisch Amateurfunk" (RTA) aus seinem Gespräch vom 24. September mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit diese Woche extrahiert. Wie ich am Donnerstag per Email erfahren habe, nahm der fachlich zuständige Referatsleiter – Dr. Alexander Tettenborn – an dem freundlichen Geplaudere noch nicht einmal teil.

Verhandlungserfolge des RTA kann das Protokoll nicht vorzeigen und die Verhandlungspartner des Amateurfunkvertreters zeichnen sich durch schon nahezu asiatische Höflichkeit und der damit verbundenen Jovialität aus: Man versteckte sich eben hinter den übergeordneten Gremien.

Solange der RTA sich als Interessenvertreter aller Funkamateure in Deutschland ausgibt, erwarte ich, dass eine derart hochkarätige Delegation nicht mit leeren Händen vom Verhandlungstisch zurückkommt.

Hermann, DL1EEC


WO BLEIBT DIE AFUV?

(rps) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit hatte uns bis zum Ende des Sommers eine neue Amateurfunkverordnung versprochen. Nun haben wir seit einer Woche Herbst. Was ist los? Wir haben in Berlin für Sie recherchiert.

Zum einen hat das Bundesjustizministerium noch immer nicht die Rechtsförmlichkeitsprüfung beendet. Da scheint es "Knackpunkte" zu geben. Zum anderen beabsichtigt das Wirtschaftsministerium, schon in den nächsten Wochen eine neue Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung in Kraft zu setzen. Sie teilt das Frequenzspektrum in Deutschland unter den Funkdiensten auf und ist Grundlage für die Aufstellung des Frequenznutzungsplans, der seinerseits wiederum über das Amateurfunkgesetz unsere Frequenzen in Anlage 1 der kommenden AFuV vorgibt.

Bei diesem komplexen Zusammenspiel gibt es bekanntlich einige Schwierigkeiten: von der Nichtmachbarkeit einer Strahlungsleistungsgrenze für die Langwelle über den bisher nicht realisierbaren – früher im Osten aber verfügbaren – Frequenzbereich 1890 bis 1950 kHz und die im 160-Meterband festgeschriebenen 75 Watt bis hin zur Unmöglichkeit des Amateurfunkstatus für die optische Kommunikation: Die heute geltende Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung aus dem Jahre 2001 steht uns einfach im Weg. Grund genug also, mit der AFuV-Novellierung solange zu warten, bis oben alles klar ist, um es dann gleich richtig zu machen.

Die AGZ e.V. hat dem BMWA diese Woche ihre Vorstellungen dazu mitgeteilt. Man geht in Berlin davon aus, dass sich Verbesserungen für den Amateurfunkdienst realisieren lassen. Einen konkreten Zeithorizont für das In-Kraft-Treten der neuen Amateurfunkverordnung konnte man uns allerdings nicht nennen.


NEUE BESEN KEHREN GUT

(hfs) und lassen weniger liegen. Herzlichen Glückwunsch Heinz Plate, DL2DAP, zur neuen Aufgabe als Kopf des DARC-Referates für EMV und Umwelt.

Ich habe Heinz als Funkamateur kennen gelernt, der stets ein Auge für die Sache hatte und auch innerhalb seines Berufs bei der Regulierungsbehörde für den Amateurfunkdienst wirbt. Schon sehr oft hat er auch uns gezeigt, dass seine Behörde immer ein offenes Ohr für den Funkanwender im Allgemeinen und für den Funkamateur im Besonderen hat und mit den Funkamateuren stets auf Augenhöhe umgeht – zumindest in den Außenstellen.

Auf die Vereinbarkeit von Referatsamt, Freizeitgestaltung und Beruf befragt, antwortete Heinz schlicht: "Es gibt keine Interessenkonflikte, denn die internen Arbeitsanweisungen der Regulierungsbehörde zur neuen AFuV nehmen den Funkamateur ernst und sind eher unterstützender Natur."

Heinz, na dann viel Erfolg!

Hermann, DL1EEC


GROSSBRITANNIEN KÜNDIGT SCHNELLE 40-METERBAND-ERWEITERUNG AN

(rps) Die britische Regulierungsbehörde Ofcom schlägt lange vor dem offiziellen Termin im Jahre 2009 vor, im Vereinigten Königreich den Bereich 7100 bis 7200 kHz kurzfristig allen drei Genehmigungsklassen auf sekundärer Non-Interference-Basis zuzuweisen und bittet die einheimischen Funkamateure um Kommentare. Bereits Ende Oktober – nach Abschluss der Konsultationsperiode – könnte es soweit sein. Bravo, kann man da nur sagen.


NOCH EIN WORKSHOP

(red) Mit dem Ziel, den wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch zu der Fragestellung "Erhöhen Hochfrequenzfelder das Krebsrisiko?" zu fördern, veranstaltet die Forschungsgemeinschaft Funk vom 15. bis zum 17. November dieses Jahres in Kooperation mit der europäischen Aktion COST 281 und dem Land Baden-Württemberg in Schriesheim bei Heidelberg einen Workshop. Internationale Experten sind eingeladen, um einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zu geben und um neue Erkenntnisse sowie experimentelle Befunde zu diskutieren.

Quelle: Forschungsgemeinschaft Funk

Kommentar der Redaktion: Es wäre sicher sinnvoll, sachkundige Funkamateure an solchen Workshops als Beobachter teilnehmen zu lassen.


BULGARIEN GOES WRC-03

(red) und schafft die Morseprüfung ab. Es gibt nun nur noch zwei Lizenzklassen, wovon Klasse 2 maximal 5 Watt Ausgangsleistung machen darf und das ausschließlich auf 144 MHz in AM, FM, SSB und in Packet Radio. Sie hat nur nationale Geltung.

Klasse 1 – die einzige CEPT-konforme Klasse – darf mit 350 Watt Output auf die Kurzwelle, mit 100 Watt auf 144 MHz und mit 10 Watt auf 430 MHz und darüber. 1000 Watt sind für Conteste auf Kurzwelle erlaubt, jedoch nur für Funkamateure, die mehr als fünf Jahre Praxis nachweisen können.

Quelle: IARU


DIE WEITERE UMSETZUNG DER WRC-03

(red) regte die AGZ diese Woche beim Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit an. Auf die Meldung der britischen Fernmeldebehörde Ofcom reflektierend, dass sie den Frequenzbereich 7100 bis 7200 kHz zeitnah zuweisen wolle, haben wir daran erinnert, dass Deutschland auf der Weltfunkkonferenz WRC-03 auch diesem wichtigen Punkt für den Amateurfunkdienst zugestimmt hatte. Hoffen wir, dass sich jetzt auch bei uns bald etwas in Sachen der dringend nötigen 40-m-Erweiterung tut, zumal die anstehende Neufassung der Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung eine gute Gelegenheit dazu ist.


PRIVATE INITIATIVE FLIEGT ZUM MARS

(red) Ein Verein aus Wissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern plant bis zum Jahr 2009 einen Flug zum Mars. Bis dann will der Marburger Verein AMSAT einen Satelliten sowie eine Sonde zum Nachbarplaneten der Erde schicken. Der Verein hat rund 1200 Mitglieder bundesweit, die alle größtenteils ehrenamtlich an dem Projekt arbeiten. Die Forschungsmission soll rund zehn Millionen Euro kosten, heißt es bei der AMSAT.

Ziel der Mission sei es zu beweisen, dass auch private Organisationen Raumflüge in das Sonnensystem bewältigen können, sagte Karl Meinzer, Professor für Raumfahrttechnologie an der Universität Stuttgart. Die rund 500 Kilogramm schwere Sonde solle zunächst an Bord einer Ariane-Rakete in eine Umlaufbahn um die Erde gebracht werden. Die Raumfahrtorganisation wolle dazu Ladekapazität in einer Rakete kaufen, die mit anderen Satelliten nicht voll ausgelastet sei. Die Sonde solle dann in eine Umlaufbahn um den Mars gebracht werden und dort als Kommunikations-Relais dienen. "Wir könnten Signale von Sendern auffangen, die bereits auf dem Mars sind", sagte Meinzer. Als Empfangsstation werde die Sternwarte in Bochum dienen.

Quelle: dpa

Anmerkung der Redaktion: Wo bleibt hier die Öffentlichkeitsarbeit für den Amateurfunkdienst? Der Amateurfunkbezug der AMSAT wird in den Medienberichten nämlich nicht mit einem Wort erwähnt: Befürchtet man ein schlechtes Image?


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