HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 153 / 2004 vom 10.10.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

dl0agz@agz-ev.de


DAS GING SCHNELL

(rps) Bereits diese Woche – am 6. Oktober – wurde im Bundesgesetzblatt die neue Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung veröffentlicht; sie trat damit am letzten Donnerstag in Kraft. Im Frequenzbereichszuweisungsplan werden die Frequenzbereiche den Funkdiensten und anderen Anwendungen elektromagnetischer Wellen zugewiesen. Dieses Regelwerk nimmt allerdings keine direkte Zuweisung an die jeweiligen Nutzer vor und ist vielmehr eine Art von übergeordnetem Rahmen.

Zur konkreten Frequenznutzung bedarf es entweder eines individuellen Zuteilungsaktes durch die Regulierungsbehörde wie z.B. beim Rundfunk oder Behördenfunk, einer Allgemeinzuteilung wie etwa beim CB-Funk oder aber einer Zuteilung durch Gesetzeskraft. Letzteres ist im Amateurfunk der Fall: Das Amateurfunkgesetz teilt uns diejenigen Frequenzen zu, die der Frequenznutzungsplan für den Amateurfunkdienst ausweist. Der Frequenznutzungsplan wird von der RegTP auf der Grundlage des Frequenzbereichszuweisungsplans und unter Beteiligung der Öffentlichkeit erstellt.

Auf welche Art und Weise wir die Frequenzen nutzen dürfen, also z.B. welche Leistungen und Bandbreiten erlaubt sind, das regelt dann schließlich die Amateurfunkverordnung: Ganz schön kompliziert also.

Die oberste Ebene namens "Frequenzbereichszuweisungsplan" ist nun neu gefasst. Hier gibt es einige Verbesserungen für Funkamateure zu berichten: Auf Langwelle haben wir nun erstmals eine effektive Strahlungsleistung: 1 Watt ERP ist erlaubt. Damit fällt die Beschränkung auf 20 Watt Senderleistung, die im Allgemeinen zu weit weniger als der nun möglichen Strahlungsleistung führt.

Auf 160 Meter hat sich einiges getan: Von 1810 bis 1850 kHz sind nun 750 Watt mit Primärstatus möglich, von 1850 bis 1890 kHz sind es sekundäre 75 Watt und von 1890 bis immerhin erstmals 2000 kHz sind es maximal sekundäre 10 Watt. Damit steht dieser Teilbereich nun in der ganzen Bundesrepublik zur Verfügung.

Zur optischen Kommunikation: Versuche mit Licht bzw. mit Frequenzen oberhalb von 444 GHz sind nun endlich wieder Amateurfunk und können losgelöst von vielen einengenden Bestimmungen von FTEG und EMVG durchgeführt werden – natürlich jetzt wieder mit Amateurfunkrufzeichen.

Damit diese positiven Änderungen für uns als Nutzer Geltung erlangen, dazu bedarf es – wie gerade erklärt – noch der Übernahme in den Frequenznutzungsplan und in die Amateurfunkverordnung. Hoffen wir, dass es schnell geht. Schade ist nur, dass die Funkamateure bei der Aufstellung des Frequenzbereichszuweisungsplans nicht vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit angehört wurden: Schließlich handelt es sich um unsere wichtigste Ressource – nämlich den Frequenzraum. Nicht einmal von den Änderungsabsichten haben wir – und auch andere Amateurfunkvertreter – früh genug erfahren. Ansonsten hätten wir nämlich rechtzeitig z.B. unseren Wunsch nach der vorgezogenen Erweiterung des 40-Meterbandes unterbringen können.


DITTELBRUNN II

(hfs) Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat am 30. September eine Kleine Anfrage zum Thema "Mobilfunk und Gesundheit" an die Bundesregierung gerichtet. Es ist die Bundestags-Drucksache Nr. 15/3744. Der CSU-Abgeordnete Dr. Hans-Peter Friedrich begründet die Anfrage damit, dass sich der Mobilfunk in Deutschland zu einer außergewöhnlichen Wachstumsbranche entwickelt habe. Ein Erfolg auch in der Zukunft setze voraus, dass diese Technik von den Bürgern akzeptiert wird. Dazu müssten auch die Auswirkungen der von den Mobilfunk-Basisstationen ausgehenden "Strahlung" kontrovers diskutiert werden, so berichtete FM – das Funkmagazin am 3. Oktober.

Hinterfragt man die Motivation des Beschwerdeführers Dr. Hans-Peter Friedrich und besucht seine Homepage, dann erfährt man, dass er in Naila wohnt und er seine persönliche Sache zu einer Bundessache macht. Er schreibt am 24. Juni dieses Jahres:

"Angesichts der Einlassungen von Ärzten in Naila sowie einer Beunruhigung der Anwohner durch Pläne zur Errichtung einer Mobilfunkantenne halte ich eine Befassung der für die Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes zuständigen Bundesregierung für erforderlich."

Der Unterschied zu Dittelbrunn und Marianne Blank ist nur der, dass hier kein Funkamateur in der Nähe ist. Ansonsten ist der gleiche "rote Faden" eindeutig zu sehen: So genannte Volksvertreter werden wach, wenn sie sich selbst betroffen glauben und machen daraus eine Luftnummer, die dann sogar noch Umweltminister Trittin auf den Plan ruft.

Hermann, DL1EEC


AMSAT-DL WURDE 30 JAHRE

(red) Am 25. September feierte AMSAT-DL in der Sternwarte Bochum im Institut für Umwelt- und Zukunftsforschung, kurz IUZ, offiziell das 30-jährige Bestehen. Im November 1974 hat der Verein mit einem Transponder an Bord von AMSAT-OSCAR 7 seinen Weg ins All begonnen. Einige Monate zuvor wurde AMSAT-DL offiziell als Organisation mit Sitz in Marburg gegründet.

Die Feier war ein guter Anlass, einmal zurück und gleichzeitig in eine aufregende Zukunft zu blicken. Welcher Ort könnte sich besser für diesen Blick eignen als das Radom der Bochumer 20-m-Parabolantenne, die für den Kommandobetrieb der Marsmission P5A dienen soll und durch den Einsatz von AMSAT-DL wieder Deep-Space-tauglich wurde.

Rund 150 geladene Gäste aus dem In- und Ausland sind der Einladung gefolgt, darunter auch ein Vertreter von Arianespace. Für viele Gäste war es eine besondere Gelegenheit, die imposante 20-m-Parabolantenne und den Empfang einiger Raumsonden live zu erleben. Durch das Engagement von AMSAT-DL wurde die Antenne, die über Jahre nicht eingesetzt wurde, für den Amateurfunk wieder nutzbar gemacht.

Quelle: AMSAT-DL


DISTRIKTVERSAMMLUNG NORDRHEIN IST INNOVATIV

(hfs) und schmettert einen Antrag der Funkamateure Eckhard Beien, DL2GP, und Fritz Metzger, DC1JAO, ab. Dem Antrag nach sollte die Echolinkstation DB0AGZ auf 145,450 MHz aus dem Verkehr gezogen werden.

Die Beschwerdeführer rügten die zunehmende Aktivität und den Spieltrieb derjenigen Funkamateure, die die neuen Möglichkeiten ausprobieren wollen. Weiter forderten Sie, dass die von der AGZ e.V. betriebene Echolinkstation sich auf vom DARC koordinierten Frequenzen niederlassen oder aber einen Repeater mit angeschlossenem Echolinksystem in der Region aufbauen solle.

Die Distriktsversammlung belehrte die Beschwerdeführer darüber, dass es keine geschützten Frequenzen und es auch keinen Anspruch auf das eigene private weiße Rauschen gibt und bat die Verbindungsbeauftragte zur RegTP – Margret Raukohl, DF8JJ –, sich bei der Behörde sachkundig zu machen. Über die Ergebnisse dieser Posse werden wir Sie weiter informiert halten.

Quelle: Distriktsversammlung Nordrhein in Velbert am 2. Oktober 2004

P.S.: Am 23. September verfügte der DARC e.V. allerdings seinen Mitgliedern ein Sendeverbot, wenn der Deutschlandrundspruch via Echolink im Konferenzsystem abgestrahlt wird. Ist das alles nicht etwas sehr unverschämt?


LOBBYLISTE DES BUNDESTAGES AKTUALISIERT

(red) Die im Internet abrufbare "öffentliche Liste" der beim Deutschen Bundestag registrierten Verbände ist im Oktober 2004 erstmals seit längerer Zeit wieder aktualisiert worden. Aus dem Amateurfunkbereich sind in der "Lobbyliste" derzeit die folgenden Vereinigungen eingetragen:

 
Arbeitsgemeinschaft Amateurfunkfernsehen (AGAF)
  1.250 Mitglieder
 
Arbeitsgemeinschaft Zukunft Amateurfunkdienst (AGZ)
  37 Mitglieder
 
Deutscher Telegrafie Club (DTC)
  143 Mitglieder
 
Interessen-Gemeinschaft Amateurfunk in Dorsten (IGAF)
  keine Angabe
 
Runder Tisch Amateurfunk (RTA)
  61.000 Mitglieder in 16 angeschlossenen Organisationen

Die Eintragung in die "Lobbyliste" besitzt keine rechtliche Relevanz und gewährt den eingetragenen Vereinen keine bevorzugte Behandlung. Die Einträge werden vor der Aufnahme nicht überprüft. Allerdings dient die Liste den Abgeordneten, Ministerien und Behörden dazu, um Ansprech- und Diskussionspartner zu finden.

Quelle: Deutscher Bundestag und FM – das Funkmagazin

Anmerkung der Redaktion:

Da es sich bei den 16 Organisationen des RTA sehr oft um Doppel- und sogar Dreifachmitgliedschaften handelt – beste Beispiele sind der VFDB und die DIG –, liegt die tatsächliche Mitgliederzahl bei weniger als 50.000. Zieht man Mitglieder im Ausland und Clubstationen auch noch ab, dann sind das weniger als 48.000 natürliche Personen, die im RTA gebündelt sind.


ZUM GUTEN SCHLUSS

(red) Die 26. HAMEXPO öffnet vom 16. bis zum 17. Oktober in Auxerre in Frankreich ihre Tore. Sie ist nach der Hamradio in Friedrichshafen die zweitgrößte Amateurfunkmesse Europas. Auxerre liegt etwa 160 km südöstlich von Paris an der Autobahn A6.


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Hermann, DL1EEC