HamRadio 2day
Text Audio

HamRadio 2day

Ausgabe 154 / 2004 vom 17.10.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

dl0agz@agz-ev.de


MINISTERIUM WILL VERBESSERUNGEN IN DIE AFUV EINBAUEN

(rps) Dr. Alexander Tettenborn von Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit teilte der AGZ am 7. Oktober mit, dass er die erweiterten Nutzungsmöglichkeiten der neuen Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung in die novellierte Amateurfunkverordnung übernehmen will. Er bat in seinem Brief noch einmal um Verständnis, dass sich deshalb das In-Kraft-Treten der neuen AFuV verzögern wird. Ein konkreter Termin wurde allerdings nicht genannt.

Das Ministerium sicherte in diesem Zusammenhang der AGZ zu, den vorgetragenen Wunsch nach einer schnellen Erweiterung des 40-Meterbandes auf eine obere Bandgrenze von 7200 kHz prüfen zu lassen.


LANGWELLENANTENNEN

(rps) sind offenbar in Amateurfunkkreisen immer noch unverstanden. Uns erreichte nach der letzten Ausgabe von HamRadio 2day eine Leserzuschrift, die meinte, 20 Watt Senderleistung seien doch günstiger für uns als ein Watt effektive Strahlungsleistung: Der OM vermutete einen Fehler in unserer Berichterstattung.

Nein – uns ist kein Fehler unterlaufen. Langwellenantennen liegen – jedenfalls bei Amateuren – mit ihren Abmessungen in einem Bereich, der kleiner ist als ein Prozent der Wellenlänge, die bei 136 kHz etwa 2,2 km beträgt. Der Strahlungswiderstand ist somit extrem klein – er beträgt weniger als ein Ohm. Vor allem ist er aber klein gegenüber dem Ohm'schen Widerstand des Antennendrahtes. In Folge ist der Wirkungsgrad der Langwellenantenne ebenfalls kleiner als ein Prozent. Wegen der hohen Ströme, die nach der Impedanzanpassung fließen, wird das allermeiste der erzeugten Senderleistung in Wärme umgewandelt und leider nicht abgestrahlt.

20 Watt Senderleistung bedeutet also weniger als 0,2 Watt Strahlungsleistung, und daher ist ein Watt effektive Strahlungsleistung erheblich günstiger – und der neue Frequenzbereichszuweisungsplan verbessert unsere Situation. Ein Wert von einem Watt ERP kann z.B. mit 100 bis 1000 Watt Senderleistung erreicht werden.

Das alles gilt natürlich nicht, wenn der Funkamateur eine mindestens 300 Meter hohe Antenne errichten kann: Dann wären 20 Watt Senderleistung wieder günstiger ... Wer mehr wissen möchte, dem sei das Buch "Kurze Antennen" von Prof. Gerd Janzen, DF6SJ, ans Herz gelegt.


AKTIVITÄT

(cg) Gestern begann das 47. Jamboree On The Air. Es dauert bis heute Abend um 23:59 MESZ. Jedes Jahr, immer am dritten Wochenende im Oktober, treffen sich weltweit über 500.000 Pfadfinder an mehr als 15.000 Funkstationen. Dieses Funkwochenende nutzen die Pfadfinder, um weltweit neue Kontakte zu knüpfen und um bestehende Freundschaften zu pflegen.

Für uns Funkamateure ist es eine gute Möglichkeit, den Pfadfindern aktiv unseren Funkdienst näher zu bringen. Es ist möglich, die Pfadfinder zu interessieren, zu motivieren und zu animieren, Amateurfunk selber auszuführen und im nächsten Jahr mit eigener Lizenz am JOTA teilzunehmen. Die Idee des ersten JOTA entstand 1957 auf dem Worldjamboree in Sutton Coldfield in England. Die Beteiligung unter den Pfadfindern weltweit war so groß, dass das JOTA seitdem als jährliche feste Aktion veranstaltet wird.

Seit über zehn Jahren bietet das Grevenbroicher Scout Net – kurz GSN – anderen Pfadfindern die Möglichkeit, am weltgrößten Pfadfindertreffen teilzunehmen. Das Lager des GSN ist in diesem Jahr auf einer Abraumhalde in der Nähe von Grevenbroich aufgebaut.

Carsten, DM1CG


LESERBRIEFE

"Sehr geehrte Rundspruchredaktion,

zu Zeiten meiner Lizenzprüfungsvorbereitung in den 70er Jahren hörte ich viel von den Pionierleistungen unserer Altvorderen im Kurzwellenbereich, der damals von kommerzieller Seite ignoriert wurde.

Wenn damals schon ein ähnlicher Zerwaltungsapparat bestanden hätte wie heutzutage, dann wäre wohl nichts aus der amateurseitigen Erschließung neuer Bereiche des elektromagnetischen Funkwellenspektrums geworden. Gegen Ende der 70er Jahre richtete ich mit vielen anderen Kollegen eine gewisse Hoffnung auf eine Fortsetzung unserer Pioniertradition im infraroten Spektralbereich, ja vielleicht sogar im Lichtwellenbereich des roten bis gelben Spektrums. Auch dort lässt sich nämlich trefflich modulieren. Weil wir nun aber die Zerwaltung am Hals haben und nach den Verlautbarungen aus dem Wirtschaftsministerium der Lichtbereich nicht für Experimentalzwecke von Funkamateuren frei gegeben wird, droht die letzte Möglichkeit zu technischen Pioniertaten verlustig zu gehen.

Wie schön muss es für unsere Vorfahren gewesen sein, in die kurzwelligen Bereiche ohne Kontrolle und Gängelung durch den Amtsschimmel eindringen zu können. Wie man sieht, werden in diesem Land die Spielräume für Eigeninitiative und Aufbrüche zu neuen Ufern wegadministriert!

Bert Mayer, DK8CM"

Günther, DO5GTA, schreibt:

"Hallo Hermann,

ich wollte eigentlich diese Betriebsart – gemeint ist Echolink (die Redaktion) – bei uns im OV vorstellen und eure Anbindung dafür verwenden. Leider musste ich feststellen, dass eine Nutzung nicht möglich ist, da es Kollegen gibt, die dieses verhindern durch Störaussendungen, die solange anhalten, wie man ein QSO über diese Frequenz fahren möchte.

Ich habe gestern ein QSO über HF mit EB8CHG versucht zu fahren, welches aber durch permanentes Stören zerstört wurde, sodass der Funkkollege in Lanzarote sauer auf diese Störer reagierte und dementsprechend seine Aussagen machte. Diese Störer waren auch nicht bereit, ihre Calls bekannt zu geben. Eigenartigerweise ist auch kurz danach eure Anbindung abgeschaltet worden.

Ich finde es bedauerlich, dass die AGZ sich solche Mühe macht und diese Mühe von den Funkkollegen auf diese Art und Weise gedankt wird. Dieses ist für mich leider das Zeichen, dass unser Hobby mittlerweile das Niveau des CB-Funks erreicht hat!

73 de DO5GTA, Günther"


AUCH RICHTER UNTERLIEGEN DEM RECHTSSTAAT

(red) In einem Schreiben der Staatsanwaltschaft Bonn vom 27. September wurde Jürgen Walter, Sprecher und Gründer der Arbeitsgemeinschaft Regio-Net Deutschland, bestätigt, dass aufgrund seines Strafantrages ein Ermittlungsverfahren wegen des "Verdachts der Rechtsbeugung" gegen eine Richterin am Amtsgericht Bonn eingeleitet wurde. Der Richterin wird vorgeworfen, dass sie in einem Fall, in welchem sie den Vorsitz hatte, das Verfahren eingestellt hat.

Bei der Einstellung wäre der Staat bzw. die Regulierungsbehörde dahingehend begünstigt worden, dass nicht alle anfallenden Kosten die Staatskasse zu tragen hatte, sondern der zu Unrecht Beschuldigte, der auf seinen Kosten sitzen blieb. Die Richterin hätte die zugelassenen und auch anwesenden Entlastungszeugen hören müssen und sodann zu einem Urteilsspruch finden müssen. Eine Einstellung des Verfahrens sei nicht mehr zulässig bei diesem Stand der Verhandlung. Sie hat damit zum Vorteil anderer – nach der Meinung des Anzeigenerstatters – Rechtsbeugung betrieben.

Jürgen Walter hält dies für untragbare Zustände, die mit Konsequenzen für die Verantwortlichen sofort abgestellt gehören. Das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten würde hier von der RegTP nachhaltig missbraucht. Die RegTP verselbstständige sich zusehend zu einer Art Kommunikationspolizei. Die Richterin unterstütze die Verhaltensweise der Behörde, anstatt dies beim wiederholten Vorkommen ernstlich zu rügen.

Quelle: Newsletter Regio-Net Deutschland


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) … wer dem Identitätsmissbrauch im Amateurfunkdienst das Wort redet, schadet dem Amateurfunk grundsätzlich …


Vy 73
Hermann, DL1EEC