HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 156 / 2004 vom 31.10.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

dl0agz@agz-ev.de


LEITARTIKEL –
ODER: DAS KAMEL, DAS VOM APFEL DER ERKENNTNIS FRISST

(wvg) Vergangene Woche wurde die RegTP als Kamel beschrieben, auf dem zwei Vereine durch die Amateurfunkwüste reiten. Vielleicht ist es bei einigen Hörern bzw. Lesern so rübergekommen, als sei die Behörde ein Kamel. Ist sie natürlich nicht! Schon deshalb ist sie es nicht, weil eine Behörde etwas Unfassbares darstellt, ein Kamel aber nun einmal sehr fassbar ist.

Könnte die Behörde doch ein Kamel sein, es wäre um den Amateurfunk als Reiter um einiges besser bestellt; denn dem Kamel sagt man nach, schnell zu sein, sich seiner Umgebung gut anpassen zu können, sich nach einem langen Ritt durch die Wüste in kurzer Zeit regenerieren zu können. Nicht zuletzt deshalb stellt das Kamel in Teilen der Welt ein besonders hochwertiges Kulturgut dar. Die Menschen in seiner Umgebung wissen seine Fähigkeiten zu schätzen.

Aber es würde ja schon reichen, wenn die RegTP kamelhafte Züge hätte. Ich hätte dann Grund, ihre Fähigkeiten zu schätzen.

vy 73 de Wolfgang, DL5EDA
Vorsitzender der AGZ e.V.


40-METERBAND ERWEITERT

(rps) Seit heute Morgen um 01:00 UTC steht britischen Funkamateuren ein verdoppeltes 40-Meterband zur Verfügung: Das Band reicht im Vereinigten Königreich nun für alle Genehmigungsklassen bis 7200 kHz. Der Nutzungsumfang: Sekundärstatus auf Non-Interference-Basis sowie 400 Watt PEP Senderausgangsleistung für die Full License, 50 Watt für die Intermediate License und 10 Watt für die Foundation License. Das ging wirklich schnell. Herzlichen Glückwunsch!

Quelle: RSGB


IARU WILL EINSTEIGER AUF DIE KURZWELLE BRINGEN

(rps) Die "Radio Regulations Working Group" der internationalen Amateurfunkvereinigung IARU hat auf ihrer Sitzung in Dublin Mitte September deutliche Worte zur künftigen Struktur von Einsteigergenehmigungen gefunden: Die Prüfungsvorbereitung soll kurz sein, der Prüfungsschwerpunkt soll auf praktischen betriebsorientierten Kenntnissen liegen, und der Zugang zu allen Frequenzen – auch zur Kurzwelle – sowie die Nutzung aller Sende- und Betriebsarten muss gestattet werden.

Als Einschränkung bzw. Unterscheidungsmerkmal regt die IARU eine Beschränkung auf 10 Watt Senderausgangsleistung an. Bemerkenswert ist, dass der Amateurfunkverband erstmals ausdrücklich akzeptiert, dass Einsteigern nur die Benutzung nicht modifizierter industriell hergestellter Geräte erlaubt werden könnte. Einige europäische Staaten machen dies nämlich zur Voraussetzung, um überhaupt einen internationalen Konsens zu erzielen. Die Einbeziehung der Einsteigerklasse in das CEPT-Abkommen – also eine europäische Harmonisierung mit gegenseitiger Anerkennung – sieht die IARU in diesem Zusammenhang als vorrangig an.

Somit unterscheiden sich die Positionen von IARU und AGZ hinsichtlich der Einsteigerklasse nicht. Hoffen wir, dass es auch in Deutschland gelingt, der zukünftigen Klasse E die Kurzwellennutzung zu ermöglichen. Dies wird um so dringlicher, sollten dem CB-Funk tatsächlich vom Betriebsfunk freigemachte Frequenzen bei 150 MHz zugewiesen werden: Dann nämlich würde die Attraktivität und Akzeptanz der Amateurfunk-Einsteigerklasse drastisch sinken, sollte es bei 2-Meter und 70-Zentimeter und bei 10 Watt EIRP bleiben.

Quelle: IARU Region 1


PARIS IST EINE REISE WERT

(hfs) Paris ist für die neue Generation kleiner Handfunken ein Paradies. Neben der Deutschen Welle auf Kurzwelle und dem lokalen FM-Radio kann man überall in der Stadt – natürlich nicht in der Metro – weltweiten Kontakt zu Funkamateuren knüpfen oder einen Klönschnack mit den Funkfreunden in der Heimat halten. F6GLS – ein Echolinkgateway – steht auf dem Montparnasse und sendet auf 430,3625 MHz. Der Empfänger hört auf 439,7625 MHz und ist mit einem Subaudioton von 123 Hz durch schlichtes Tasten zu öffnen. Auf dem Eiffelturm steht ebenfalls ein Echolinkgateway. Es sendet und hört auf 439,525 MHz und ist ebenfalls trägergesteuert.

Die Feldstärke beider Gateways ist in jedem etwas höher gelegenen Stockwerk eines Hotels meist über S9 und man kann über sie selbst in der Nähe des Gare du Nord noch mit ein bis zwei Watt arbeiten. Auffallend ist die Disziplin, mit der französische und englische Funkamateure F6GLS bedienen. Sobald man sich aber bei deutschen Gateways aufschaltet, hört man deutlich das Störpotenzial, mit dem Individualstationen dort Echolinkverbindungen gegenübertreten.

Was die beiden Teilnehmer am Amateurfunkdienst DH2RTW aus R13 und DH2ML aus R14 sich ab 10:45 MESZ am 24. Oktober auf 145,450 MHz – also auf der Frequenz des Gateways DB0AGZ – leisteten, das jedoch war für den Amateurfunkdienst in Deutschland eine Blamage erster Güte. Durch zwanghaftes Dauer-QSO unter Beschimpfung der Echolinktechnik und den danach nahtlos gestarteten DARC-Rundspruch blockierten sie 60 Minuten lang das Gateway F6GLS in Paris.

Nicht nur auf den Kanaren, nicht nur in Südtirol, jetzt also auch in Frankreich outen sich deutsche Funkamateure und vermitteln im Ausland ein Bild vom deutschen Amateurfunkdienst, das dieser bestimmt nicht verdient hat.

Hermann, DL1EEC


SCHWEIZER RUNDFUNK STELLTE KURZWELLENSENDUNGEN EIN

(rps) Nach 70 Jahren stellte das "Schweizer Radio International" am 30. Oktober seine Kurzwellensendungen vollständig ein. Für Europa und Nordamerika wird schon seit 2001 nicht mehr gesendet. Der Schweizer Auslandsdienst auf Kurzwelle gehörte seit dem Zweiten Weltkrieg international zu den angesehensten Radioprogrammen.

"Fast 70 Jahre lang haben unsere Kurzwellenprogramme eine bedeutende Rolle gespielt, um die Realität und die Rolle der Schweiz im Ausland bekannt zu machen", betont Nicolas Lombard, Direktor von Swissinfo, der neuen Bezeichnung vom Schweizer Radio International seit der Umstellung auf eine multimediale Internet-Plattform.

"Eine veraltete Technologie wie die Kurzwelle ist am Ende, dafür kommt eine neue, digitale Technologie. Wir müssen die Qualität der alten Technologie immer so lange wie möglich aufrecht erhalten, ohne den Anschluss an die neuen Technologien zu verpassen", meint dazu Giovanni Conti, der Direktor von Swisscom Broadcast.

Quelle: Swissinfo


DANKE

(hfs) sagen wir zu selten. Zu leicht fällt einem die Kritik an Dingen, die mal nicht so laufen. Eine Email von Günter, DL4MEA, hat mich diese Woche daran erinnert, Danke zu sagen. Seit vielen Jahren benutze ich den Internetzugang von DB0ZKA, um von unterwegs nachzusehen, was im deutschen Packet-Radio-Netz los ist. Auch spiele ich dort die sonntäglichen Ausgaben von HamRadio 2day ein. Allzu oft nimmt man den Service gedankenlos als normal hin und denkt mit keiner Phase seines Gehirns an den Einsatz, den die Betreiber finanziell und ideell einbringen.

Lieber Günter, stellvertretend für alle, die bei DB0ZKA mitarbeiten: Danke für euren Einsatz im Amateurfunkdienst.

Hermann, DL1EEC


DARC KÜRT KANDIDATEN

(red) für die Vorstandsnachwahl im November. Der Wahl stellen sich:

Heinz-Günter Böttcher, DK2NH
Peter Roselieb, DL9KBM
Dr. Walter Schlink, DL3OAP
Steffen Schöppe, DL7ATE
Norbert Kschiewan, DM3EF

Quelle: Funktelegramm


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) Es ist schlimm, in einem Land zu leben, in dem es keinen Humor gibt. Aber noch schlimmer ist es, in einem Land zu leben, in dem man Humor braucht.

Quelle: Bertolt Brecht


Vy 73
Hermann, DL1EEC