HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 158 / 2004 vom 14.11.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

dl0agz@agz-ev.de


THE NEXT ONE: IRLAND VERDOPPELT 40-METER

(rps) Mit sofortiger Wirkung hat die irische Regulierungsbehörde Ende Oktober den Frequenzbereich 7100 bis 7200 kHz für die Funkamateure der grünen Insel frei gegeben. Die maximale effektive Strahlungsleistung beträgt 100 Watt und der Zuweisungsstatus ist bis zum Jahr 2009 sekundär. Der britische Amateurfunkverband RSGB sendet seinen Rundspruch ab sofort sonntags um 10:00 UTC auf der neuen Frequenz 7150 kHz.


LEITARTIKEL: DENK MAL WIEDER

(hfs) In den späten Abendstunden des Montag vergangener Woche hob auf der Frequenz 145,450 MHz eine Diskussion darüber an, ob Echolink überhaupt und DB0AGZ im Besonderen für den Amateurfunk nützlich sei. Teilnehmer an der Diskussion waren die so genannten "Verteidiger" von Ortsfrequenzen.

Die über vier Stunden andauernde Diskussion zeigte eindeutig: Die Technik von DB0AGZ hatte bestimmungsgemäß funktioniert. Trotz sieben Connectversuchen aus dem Internet heraus hatte DB0AGZ auf der "Ausgabe" keinen Ton gesagt. Im Gegensatz dazu die Diskutanten selbst: Sie hatten sich gegenseitig des Öfteren geplättet und mussten ihren Durchgang teils mehrmals wiederholen. Das beweist einmal wieder, dass bei einer bestimmungsgemäßen Nutzung eines Echolink-Gateways es zu keiner Kollision kommen muss. Aber – gegen mutwillige Störer ist eben kein Kraut gewachsen, selbst kein noch so aufwendiger Software-Aufsatz.

Statt – wie auf der Kalmit – Störer zu jagen, könnten wir uns aber auch vom Selbstbau verabschieden und nur noch auf Rufzeichen zertifizierte Funkgeräte den Funkamateuren erlauben. Diese zertifizierten Blackboxes könnten dann eindeutig dem Rufzeicheninhaber zugeordnet werden und ihn während der Aussendung identifizieren; also so eine Art zertifizierter Fingerprint. Und ohne Key würde der Sendeempfänger dann auch nicht senden können.

Technisch ist das kein Problem, denn Yaesu und SCS haben diese Transpondertechnik ansatzweise schon implementiert und die dazu notwendigen Chips gibt es schon in der Automobilindustrie. Dort kann man mittels der elektronischen Fingerprintmethode geklaute Edelkarossen ziemlich sicher wieder finden.

Aber wollen oder sollen wir das wirklich anstreben? Sollten wir die Störer nicht einfach als den Preis ansehen, den wir für einen liberalen Amateurfunkdienst zahlen müssen? Ich meine, es lohnt sich, für einen liberalen Amateurfunkdienst mit dem Störer ohne dessen besondere Aufwertung zu leben. Der permanente Ruf nach der Behörde engt den Amateurfunkdienst langfristig bestimmt mehr ein als ein paar Störer.

Hermann, DL1EEC


BUNDESREGIERUNG NIMMT ZU "ELEKTROSMOG" STELLUNG

(rps) Mitte Oktober beantwortete die Bundesregierung eine kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion des Deutschen Bundestags, die sich mit der Belastung der Bevölkerung durch elektromagnetische Strahlung beschäftigte, wir berichteten. Der Antwort ist unter anderem zu entnehmen, dass es in Deutschland fast so viele Mobilfunk-Basisstationen gibt, wie wir Funkamateure haben: nämlich genau 70.844 Stück.

Insgesamt gibt die Bundesregierung Entwarnung: Mehrere Messkampagnen hätten gezeigt, dass die Exposition der Bevölkerung durch die elektromagnetische Strahlung der Mobilfunksendemasten zwar großen Schwankungen unterliegt, aber stets deutlich unterhalb der Grenzwerte der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung bzw. der BEMFV bleibt.

Die Auswirkungen so genannter nichtthermischer Wirkungen seien nicht reproduzierbar und ihr Entstehungsmechanismus bisher unbekannt. Ein gesundheitliches Risiko könne aus den heute vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnissen nicht abgeleitet werden. Es handele sich im Wesentlichen um behauptete Veränderungen des Elektroenzephalogramms – des EEG –, sowie um mutmaßliche Störungen der Blut-Hirn-Schranke und der Produktion des Schlafhormons Melatonin.

Bei der Festlegung der geltenden Grenzwerte sei der aktuelle Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu allen nachgewiesenen Wirkungen elektromagnetischer Felder berücksichtigt worden, so die Bundesregierung, und zwar unabhängig davon, bei welchen Feldstärken die Untersuchungen durchgeführt wurden; d.h., es wurden nicht nur die thermischen Wirkungen, sondern auch die nichtthermischen Wirkungen zugrunde gelegt. Die geltenden Grenzwerte gewährleisteten in Regierungssicht nach heutiger Kenntnis den Schutz der Bevölkerung vor nachgewiesenen Gesundheitsgefahren.

Für eine Absenkung der Grenzwerte sieht die Bundesregierung daher keinen Handlungsbedarf – auch bei der erwarteten Zunahme der Anzahl von Senderstandorten im Zuge des UMTS-Netzausbaus. Zudem beruft sich die Regierung auf eine Empfehlung des Europäischen Rates. Die dort für eine europaweite Harmonisierung genannten Grenzwerte seien unverändert in deutsches Recht übernommen worden.

Die Stellungnahme der Bundesregierung hat die Bundestagsdrucksachennummer 15/3744 und kann auf der Internetpräsenz des Parlaments geladen werden.


ERNEUT VERFAHREN WEGEN VERSTOSSES GEGEN DAS "ABHÖRVERBOT" EINGESTELLT

(red) Das Amtsgericht Paderborn hat am 5. November ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das so genannte Abhörverbot des Telekommunikationsgesetzes eingestellt. Dies berichtet die Neue Westfälische Zeitung.

Dem Pressebericht zufolge hatte der Angeklagte – ein 56-jähriger Journalist und Kameramann – Argwohn erweckt, weil er bei einem Unglücksfall sehr schnell zur Stelle war. Daraus schlossen die Behörden, dass er den Polizeifunk abhöre. Bei einer Durchsuchung fanden Ermittler in seinem PKW zwei so genannte Scanner-Empfänger. Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen Paragraf 86 des alten Telekommunikationsgesetzes ein, und so landete der Fall vor dem Amtsgericht Paderborn.

Der Angeklagte erklärte, er sei sich keiner Schuld bewusst. Er bestritt, dass er seine Informationen durch Abhören des Polizeifunks erlangt habe. Das Gericht sah sich "leichten Nachweisschwierigkeiten" ausgesetzt und stellte das Verfahren mit Zustimmung des Staatsanwalts ein. Die beschlagnahmten Scanner wurden dem Journalisten wieder ausgehändigt. Der Betroffene muss jedoch seine Auslagen für das Verfahren – in erster Linie die Anwaltskosten – selbst tragen. Der Staatsanwalt bezeichnete dies als "Denkzettel".
Auf die Frage, warum ein Journalist überhaupt solche Geräte besitzt, lieferte der Verteidiger des Betroffenen, der Kölner Rechtsanwalt Michael Riedel, eine bemerkenswerte Erklärung. Zitat Riedel: "Für Journalisten ist ein solcher Scanner ein Statussymbol und für Funkfreunde ist er ein notwendiges Instrument".

Quelle: Neue Westfälische Zeitung und FM – Das Funkmagazin


LESERBRIEF

(red) Heribert, DO7HSG, schreibt uns:

"Hallo liebes AGZ-Team,

mit großem Interesse habe ich wie jeden Sonntag euren Rundspruch gelesen. Leider scheint es so zu sein, dass die RegTP oder einige Mitarbeiter immer noch nichts begriffen haben. Denn man wird mit den alten Vorgehensweisen immer weniger "Erfolg" haben. Und das ist auch gut so.

Aber der Hammer könnte ja kommen. In was für einem Zustand werden die Geräte zurückgeschickt? Meine Erfahrung ist die Folgende. Drei Geräte wurden beschlagnahmt: ein Yaesu VX-5R, ein Yaesu FT-817 und ein Netzgerät.

Alle Geräte kamen in einem extrem verstaubten Zustand zurück und waren mit einem weißen Isolierband beklebt. Bei einem Gerät – dem FT-817 – wurde die Frequenzanzeige mit einem spitzen Gegenstand beschädigt. Auf Anfrage bei der RegTP wurde mir daraufhin gesagt, dass es sich um einen Transportschaden handelt und dass sie keine Verantwortung übernähmen. Leider war nur meine Frau bei der Öffnung des sehr gut verpackten Paketes dabei. Ich konnte nun leider nicht nachweisen, dass dieser Schaden bei der RegTP verursacht wurde. Es wäre vorteilhaft, bei von der RegTP zurückgeschickten Geräten immer ein Paketprotokoll anzufertigen – und zwar bei Anwesenheit glaubhafter Zeugen.

Heribert, DO7HSG"


AMATEURFUNK AUF SAT-TV

(hfs) Am 20. November wird über den Fernsehsatelliten Sirius-2 um 10:00 UTC ein Beitrag von S51KQ über Amateurfunk gesendet, und zwar unter dem Titel "Club-TV". Sirius-2 befindet sich auf der Position 5 Grad Ost. Die digitale Sendung wird vertikal polarisiert sein und die Übertragungsdaten lauten SR 4300 und FEC 3/4. Die Frequenz wird noch kurzfristig im Internet bekannt gegeben unter www.parabolic.se und dem Punkt "Club-TV / Ham Radio".

Quelle: RSGB


FÜNF MILLIWATT SIND GENUG

(red) Der diesjährige belgische "Candlelight Test" wird von Stationen bestritten, die gleichzeitig auf 80 m, 40 m und 30 m mit Leistungen zwischen lediglich 5 mW und 100 mW senden. Erstmals wird am 21. November gesendet, danach am 26. Dezember und am 16. Januar nächsten Jahres.

Quelle: RSGB


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) Takt ist die Fähigkeit, jemandem auf die Beine zu helfen, ohne ihm auf die Füße zu treten.

Vy 73
Hermann, DL1EEC