HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 159 / 2004 vom 21.11.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

dl0agz@agz-ev.de


LEITARTIKEL: DAS 7-MHZ-BAND NACH DER WRC 2003

(rps) – so lautet diese Woche die Überschrift einer Vorstandsinformation bei Deutschlands größtem Amateurfunkverein. Glaubt der geneigte Leser an dieser Stelle noch, der Club würde – ganz wie es in seiner Satzung steht – die Interessen von Funkamateuren gegenüber der Bundesregierung vertreten, so wird er sehr schnell bitter enttäuscht: Nichts als Vorbehalte werden in den Vordergrund gestellt: ein bedenkenschwangerer Text. Jeder Ministeriale muss und wird den Eindruck bekommen, deutsche Funkamateure wollten eine vorzeitige Erweiterung des 40-Meterbandes nicht wirklich. Sie ziehen offenbar die heutige drangvolle Enge vor, so jedenfalls ihr größter Verband.

Natürlich wird der Frequenzbereich von 7100 bis 7200 kHz in einigen Ländern – auch in Deutschland – noch für Rundfunksendungen genutzt. Natürlich sind die Rechte der Primärnutzer zu wahren – und zwar durch die Funkamateure, die dort konkret senden wollen, wohlgemerkt, und nicht durch eine so genannte Interessenvertretung, die sich in vorauseilendem Gehorsam zu perfektionieren versucht.

Aber halt – worum geht es eigentlich in der Sache selbst? Hat sich der Autor besagter Vorstandsinformation z.B. einmal mit der Physik der ionosphärischen Wellenausbreitung bei 7 MHz befasst? Wohl kaum, denn ansonsten wüsste er, dass sich diese Frequenzen in erster Linie zur Versorgung der europäischen Nachbarländer eignen, nicht aber zur nationalen Rundfunkversorgung. Und die gibt es Deutschland und den allermeisten anderen Ländern der EU sowieso nicht mehr.

Unsere Nachbarn Großbritannien, Irland, die Schweiz und andere Länder erlauben ihren OMs und YLs mittlerweile das erweiterte 40-Meterband. Umgeben die ihr Staatsgebiet mit einem frequenzselektiven Abschirmgeflecht, das zudem Diodenwirkung hat? Wie sonst kann man erklären, dass deren Amateurfunkaussendungen auf deutschem Territorium anscheinend keine Rundfunksendungen stören, deutsche Funkamateure dagegen genau diejenigen Länder stören sollen, in denen der Bereich 7100 bis 7200 kHz ohnehin schon freigegeben ist.

Der DARC setzt am Ende seiner Info auf eine so genannte "europäisch abgestimmte Lösung", sagt aber gleich am Anfang, dass nicht alle europäischen Länder zustimmen können. Das war's dann – diese Lösung steht wohl in den Sternen: insgesamt ziemlich unglaubwürdig – und kein guter Einstand für das neue Vorstandsmitglied. Die AGZ hat bereits vor einigen Wochen das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit gebeten, die Erweiterung von 40-Meter auch in Deutschland kurzfristig möglich zu machen. Referatsleiter Dr. Alexander Tettenborn hat zugesichert, diesen Wunsch zu prüfen.

Ralph, DC5JQ


NEUE NORMEN ZUR STÖRFESTIGKEIT VON TV-ANLAGEN

(red) Das europäische Normungsinstitut ETSI hat zwei Normen-Entwürfe zur Störfestigkeit von Fernsehanlagen herausgebracht. Sie haben die Bezeichnungen ES 202 056 und ES 202 127. Hier ist unter anderem die elektromagnetische Verträglichkeit von Aktivantennen und von Antennenverstärkern für Fernsehempfangsanlagen im Frequenzbereich 47 bis 860 MHz geregelt.

An der Schaffung beider Normen waren die CB-Funk-Organisation ECBF (European Citizen's Band Federation) und der französische Funkgeräte-Hersteller President maßgeblich beteiligt. Beide möchten langfristig erreichen, dass die zulässige Senderleistung für SSB im CB-Funk europaweit auf 12 Watt PEP festgelegt wird. Sie vertreten die Auffassung, dass durch die neuen Normen die Störfestigkeit von TV-Antennenanlagen so weit verbessert wird, dass es möglich ist, künftig SSB-CB-Geräte mit dieser Leistung ohne Störung des Fernsehempfangs zu betreiben.

Quelle: FM – Das Funkmagazin


VORSICHT VOR WURM IN BILDERN!

(red) Die Hersteller von Antivirensoftware haben einen Wurm gesichtet, der sich in Bildern versteckt. Der Golten.A oder Aler getaufte Schädling nutzt einen Buffer Overflow unter Windows bei der Ansicht von Grafiken im EMF- und WMF-Format aus, um darin eingebetteten Code in den Rechner zu schleusen und zu starten. Golten.A wurde nach Angaben von Virenspezialisten zuerst als Massen-Mail mit dem Betreff "Latest News about Arafat!!!" und einem präparierten Bild verschickt.

Von infizierten Systemen verbreitet sich Golten aber nicht per Mail weiter, sondern versucht sich über das lokale Netzwerk in andere Windows-Rechner einzuloggen. Dazu verwendet er unter anderem Benutzernamen, die er auf dem befallenen System gefunden hat. Damit scheint er allerdings nicht allzu erfolgreich zu sein – seine Verbreitung ist bislang sehr gering. Laut F-Secure ist im Wurm ein Proxy enthalten, um Rechner etwa als Spam-Relais zu missbrauchen.

Um sich vor präparierten Bildern zu schützen, genügt die Installation des von Microsoft im Security Bulletin MS04-032 beschriebenen Updates. Vor den Login-Zugriffen über das lokale Netz kann eine Desktop-Firewall schützen. Weitere Hinweise zum Schutz vor Viren und Würmern und zum sicheren Umgang mit E-Mail finden Sie auf den Antiviren-Seiten von heise Security.

Quelle: Die Welt vom 17. November


REGTP SUCHT NUTZUNGEN

(red) Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post sucht Vorschläge für neue Nutzungen des Frequenzbereichs 2010 bis 2019,7 MHz.

Dieser Frequenzbereich war ursprünglich für spezielle UMTS-Anwendungen vorgesehen, wurde dafür aber bisher nicht genutzt. Deshalb wird in den zuständigen EU-Gremien darüber diskutiert, ob dieser Frequenzbereich in Zukunft nicht anderen Funkanwendungen zur Verfügung gestellt werden sollte. Als Grundlage für diese Diskussion auf europäischer Ebene ist die RegTP an Vorschlägen und Anregungen für neue Nutzungsmöglichkeiten dieser Frequenzen interessiert. Sie hat deshalb im aktuellen Amtsblatt Nr. 22 vom 10. November 2004 eine Frequenzbedarfsabfrage für diesen Frequenzbereich veröffentlicht. Sie kann im Internet abgerufen werden unter

www.regtp.de/imperia/md/content/reg_tele/frequenzen/frequ_bedarfsabfrage/FBA2GHz.pdf

Dort gibt es auch weitere Informationen zu dem genannten Frequenzbereich und zu den technischen Parametern, die in den Vorschlägen für neue Nutzungen enthalten sein sollten. Einsendeschluss ist der 30. November 2004. Alle Einsendungen werden auf der Homepage der RegTP veröffentlicht.

Quelle: FM – Das Funkmagazin


NEUES VON ROGER PIEP

(anonymus) Kürzlich traf ich Roger Piep mal wieder in den unendlichen Weiten der Radiowellen. Roger Piep – ihr erinnert euch – erfreut sich als Nur-Packet-Radio-Leser der DPBOX immer wieder an den Dauer-Beiträgen von DK7JZ und DL5DKW. Was haben die bloß gemacht, als es noch keinen AGZ-Rundspruch "HamRadio 2day" und noch keine DO-Hilfsfunker gab? Im stillen Kämmerlein geweint? Und die bösen, bösen CB-Funker ...

Ich schlage die Herausgabe eines Jahrbuchs mit gesammelten Sprüchen dieser Herren vor. Findet bestimmt einen reißenden Absatz. Den Erlös könnte man z.B. zur Gesundung des deutschen Amateurfunkwesens einsetzen – wie immer die auch aussehen mag.

Anonymus – ein unbekannt bleibender Funkamateur


DB0AGZ IN EIGENER SACHE

(hfs) Das Wermelskirchener Echolink-Gateway DB0AGZ auf der Frequenz 145,450 MHz wird seit einigen Tagen zu Testzwecken mit dem Software-Aufsatz "Echolink+" der Autoren DK6XH und DC4FS betrieben. Zusätzlich kann DB0AGZ seitdem von der Hochfrequenzseite aus nur noch gearbeitet werden, wenn ein Subaudio-Ton von 123 Hz mit ausgesendet wird.

Wie sehr sich der DARC mit DB0AGZ beschäftigt, das zeigt der folgende Auszug eines OV-Rundschreibens des Distriktsvorsitzenden Nordrhein, Peter Kern:

"Liebe Funkfreundinnen, liebe Funkfreunde,

es gibt viel Trouble mit AGZ-Echolink, aber keine neuen Erkenntnisse: Die RegTP in Mainz erklärt: Das Genehmigungsverfahren für besagten Gateway ist ordnungsgemäß verlaufen, für eine Veränderung der momentanen Situation sieht man keinen Handlungsbedarf.

Peter, DL1EIP"

Hat der DARC derzeit nicht selbst genug Trouble?


APROPOS: ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) … wenn der Amateurrat des DARC Schnupfen hat, dann leidet der Amateurfunkdienst in Deutschland an Lungenentzündung.

Vy 73
Hermann, DL1EEC