HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 160 / 2004 vom 28.11.2004

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

dl0agz@agz-ev.de


LEITARTIKEL: DAS GEHT UNS ALLE AN!

(hfs) besonders dann, wenn der Ruf des Amateurfunkdienstes in Deutschland auf dem Spiel steht. Die Redaktion von HamRadio 2day lehnt es grundsätzlich ab, interne Interessenkonflikte öffentlich breitzutreten. Wir sehen es aber als unsere Pflicht an, Strömungen zu veröffentlichen, die den Amateurfunkdienst in seiner Gesamtheit gegenüber dem Bürger oder gegenüber der Politik wesentlich beeinflussen können.

Dazu gehört, dass Ingo Dittrich – als Profi für die EMV/U-Problematik beruflich bekannt – innerhalb seines Vereins das Werben für den Amateurfunkdienst aufgeben musste. Laut seiner eigenen Aussage wollte er sich dem Druck der Straße nicht länger aussetzen, zumal er von seinem Amateurrat und auch von seinem Vorsitzenden keine Rückendeckung mehr bekam.

Dazu gehört auch, dass ein mit dem Bundestagsabgeordneten Dieter Wiefelspütz bereits fest vereinbarter Lobbytermin von der juristischen Verbandsbetreuung dieses Vereins am 19. November eiskalt storniert wurde. Das Sekretariat von Dieter Wiefelspütz verstand den Anruf der juristischen Verbandsbetreuerin so, dass der Gesprächspartner nicht mehr Mitglied seines Vereines DARC sei. Der war aber lediglich von seinem Amt zurückgetreten worden und ist noch immer Mitglied in seinem Verein – zumindest bis zum 31. Dezember 2005.

Welches Bild gibt ein Verein in der Öffentlichkeit und vor allem in der Politik ab, wenn er Termine mit Außenwirkung ersatzlos streicht, nur weil eine Personalie sich ändert? Welches Bild gibt ein Verein in der Öffentlichkeit ab, wenn seine Führungskräfte das Schiff verlassen, weil sie dem Mobbing fundamentalistischer Mitglieder nicht mehr ausgesetzt sein wollen? Welches Bild gibt schließlich ein Verein in der Öffentlichkeit ab, wenn er konträre Meinungen seiner Vorstandmitglieder und Referatsmitarbeiter unterdrückt, indem er ihnen eine strafbewehrte Unterlassungserklärung zustellt?

Ich fürchte, dass der Amateurfunkdienst in Deutschland am Spagat des DARC zwischen technisch-wissenschaftlichem Anspruch einerseits und Hartz-IV-Förderung andererseits auf der Strecke bleiben wird. Der alte Traum vom Amateurfunk, der Handwerker und Industriemanager unter einem Dach eint, der ist in Deutschland offensichtlich ausgeträumt – da helfen auch keine noch so süßen Worte des Vorsitzenden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Funkamateur".

Hermann, DL1EEC


KEIN KREBSRISIKO IN HOCHFREQUENZFELDERN

(rps) Vom 15. bis zum 17. November veranstaltete die Forschungsgemeinschaft Funk (FGF) in Schriesheim bei Heidelberg einen Workshop zur Frage "erhöhen Hochfrequenzfelder das Krebsrisiko?" Die teilnehmenden Forscher und Krebsspezialisten kamen dabei zu dem Ergebnis, dass schwache hochfrequente elektromagnetische Felder keinen Krebs hervorrufen können.

Bei der Beurteilung der Frage, ob bereits bestehende Krebserkrankungen durch die Felder gefördert werden können, konnten die Teilnehmer jedoch zu keiner abschließenden Aussage kommen. Einige wenige Projekte geben schwache Hinweise auf eine mögliche Förderung und stehen damit im Widerspruch zur Mehrzahl der aktuellen Forschungsergebnisse. In naher Zukunft werden einige wichtige Forschungsprojekte abgeschlossen, die zu einer weiteren Klärung beitragen können.

Quelle: Forschungsgemeinschaft Funk


REGTP JETZT MIT GEBÜHREN-FREIBRIEF?

(red) Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post darf künftig bestimmte Rechtsverordnungen selbst erlassen. Dies geht aus der so genannten "TKG-Übertragungsverordnung" hervor, die am 24. November im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde.

Betroffen sind die Frequenzgebührenverordnung sowie die Verordnung, in der der so genannte Telekommunikationsbeitrag festgelegt wird. Letzterer hat für den Hobbyfunk und den Amateurfunk keine Bedeutung. Die Frequenzschutzbeitragsverordnung, in der unsere jährlichen Beiträge für Frequenznutzung und EMV festgesetzt werden, ist von der neuen Regelung nicht erfasst.

Rechtsverordnungen im Telekommunikationsbereich durften bisher nur vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit erlassen werden. Eine Klausel im neuen Telekommunikationsgesetz macht es möglich, dass das Ministerium diese Befugnis auf die untergeordnete RegTP übertragen darf.

Quelle: FM – Das Funkmagazin


UK’S ERSTES ECHOLINK-GATEWAY AUF 10-METER

(red) ist jetzt auf 29530 kHz in Frequenzmodulation QRV. Sysop ist Ian, M0CJY, in Rotherham, South Yorkshire. Ian möchte gerne Empfangsberichte erhalten. Der Link arbeitet in Simplex und ist trägergesteuert.

Quelle: RSGB


KB5UAC WIRD TOP-MANAGER BEI DER NASA

(red) Der gebürtige Brite und Astronaut Mike Foale, KB5UAC, ist designierter NASA Deputy Associate Administrator for Exploration Operations. Mike Foale blickt auf sechs Raumflüge zurück und hielt sich über 374 Tage im Weltall auf – einschließlich vier Außen-Exkursionen. Mike hält den amerikanischen Rekord für Weltraumaufenthalte.

Während seiner Aufenthalte auf der Internationalen Raumstation ISS war er unter dem Rufzeichen NA1SS qrv und hatte mehr als ein Dutzend Verbindungen zu Schulstationen der ARISS, der Vereinigung namens "Amateur Radio on the International Space Station".

Quelle: RSGB


AMATEURFUNK-INTERNET-KOPPLUNG IM INTERVIEW

(red) Am 21. November gab Ian Abel, G3ZHI, dem Südafrikanischen Rundfunk ein einstündiges Interview. Thema war die Verbindung von Amateurfunkdienst und Internet. Das in der Welt einzigartige Programm namens "Intechnet" wird in Südafrika über zahlreiche 2m- und 70cm-Umsetzer zusammen mit Stationen auf dem 80- und 40-Meterband verbreitet. Zusätzlich sendet eine 100-kW-Rundfunkstation im 90-Meterband das Programm, die in weiten Teilen Afrikas zu hören ist.

Sie können das Programm weltweit auch via Echolink hören: Die Node-Nummer ist 185459. Es ist ebenfalls über den Repeater ZS6FCS in Pretoria anwählbar. Die nächste Sendung startet am 19. Dezember um 18:00 UTC.

Quelle: RSGB


AUCH RADIO VLAANDEREN INTERNATIONAL NUR NOCH IM INTERNET?

(red) Das Management des flämischen Auslandsdienstes Radio Vlaanderen International plant zum Ende der Wintersendeperiode am 26. März 2005 die Einstellung sämtlicher Hörfunk-Aktivitäten und eine komplette Verlagerung des Auslandsdienstes in das Internet.

Seit vielen Jahren ist Radio Vlaanderen International mit seinen beiden täglichen Programmen in deutscher Sprache die allererste Informationsquelle für all diejenigen, die sich auf unkomplizierte Weise per Radio über Kultur, Wirtschaft und Politik aus Flandern und Belgien informieren möchten. Als Ergänzung zur Programmverbreitung via Kurz- und Mittelwelle wurden vor einigen Jahren zusätzliche zeitgemäße Verbreitungswege über eigene Satelliten-Kanäle sowie über das World Radio Network (WRN) eingeführt und vom Hörer auch gerne angenommen. Doch nun soll zum allseitigen Erstaunen der gesamte Auslandsdienst ins Internet verlagert werden.

Quelle: ADDX e.V.


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) … eine Amateurfunkstation ist Dantes Inferno in der Inszenierung von Willy Millowitsch.

Quelle: Frei nach Herbert John

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Hermann, DL1EEC