HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 165 / 2005 vom 02.01.2005

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

dl0agz@agz-ev.de

J A H R E S R Ü C K B L I C K    2 0 0 4


JANUAR

Die AFuV-2004 steht vor der Tür – und dort steht sie heute noch. Klasse 3 soll entrechtet werden und der neue Entwurf wird zum Rückfall in den "Kalten Krieg". Die AGZ widerspricht und ist später damit erfolgreich. Die IARU hält immer noch an dem alten Zopf fest, dass jedes Land nur eine einzige Vertretung haben soll. Kroatien ist das erste Land, das seine Funkamateure auf das erweiterte 40-Meterband lässt. Der Lions-Club funkt unter dem Call G4BLC, die ARRL folgt in Sachen Einsteigerklasse der AGZ und DL1EEC verschwindet mal wieder nach EA8.

FEBRUAR

Die neue Standortdatenbank der RegTP ist chronisch überlastet: Jedermann will gucken, wo denn die ach so gefährlichen Sendemasten stehen. Die Weinheimer UKW-Tagung wirbt gleich mit zwei Terminen. PLC eskaliert in Österreich: Der OEVSV wird vom Stromversorger Linzstrom beklagt. Die AGZ schaufelt das Amateurfunkhören im neuen TKG mittels DK7DQ – Friedrich Merz – frei. Anlage 1 zur DV-AFuG aus 1985 benutzt die RegTP nach ihrem eigenen Gusto: Geht es um die AGZ, gilt sie. Geht es um den VFDB oder den DARC, dann gilt sie nicht. Amsat Oscar 40 schweigt und der Amateurfunkdienst in Deutschland schrumpft erstmalig um 1268 Teilnehmer. Österreich öffnet endlich die Kurzwelle für CEPT-2.

MÄRZ

Joachim Berns, DL1YBL, meint, dass HamRadio 2day eine Störung sei. Der Bundestag befasst sich mit dem neuen TKG. Hoffnung für Amsat Oscar 40: Er gibt ein schwaches Signal auf seiner 2,4-GHz-Bakenfrequenz ab. Die Mitglieder-Statistik des DARC zeigt seit 1996 einen stetigen Abschwung. Jetzt sind schon drei Länder im erweiterten 40-Meterband – nämlich Kroatien, Norwegen und San Marino. Der DARC versucht, Klasse 3 von Crossbandrelais und Echolink fern zu halten. Die RegTP in Mainz führt über die AGZ und deren Mitglieder ein Dossier. Digitales ATV in der NRW-Presse: Professor Uwe Kraus, DJ8DW, lobpreist sein Institut und vergisst den Amateurfunk.

APRIL

Die novellierte AFuV lauert noch immer vor den Türen der zu beteiligenden Ressorts. Der Bundesrat lehnt den TKG-Entwurf wegen Schwierigkeiten mit dem Datenschutz ab. Die ESA-Raumsonde Rosetta wird von Funkamateuren gehört und DB0VR wird als Jamming-Station geschaltet. Das 23-cm-Lötseminar des AATiS feiert das Jubiläum seines hundertsten Bausatz-Exemplars. Die Mars-Roboter fahren Sonderschichten und bleiben zwei Monate länger aktiv. Von einem eigenverschuldeten 23-cm-Band-Schlamassel wird auf der Packet-Radio-Tagung in Darmstadt berichtet: AGAF und AMSAT-DL mobben gegen den DARC. Der Erfinder des World Wide Web erhält als Erster den neu gestifteten Millennium-Technologiepreis. Der bekannte Contester Bill Fisher, W4AN (ex KM9P), aus Alpharetta/Georgia, verstirbt unerwartet.

MAI

Das NRW-Echolink-Gateway DB0AGZ geht auf 145,450 MHz in die Luft. Die ATV-Nutzer dieser QRG auch. Mit dem jetzt vorliegenden Ministerentwurf einer AFuV-2004 gibt das BMWA den Funkamateuren erstmals eine Rechtsverordnung an die Hand, die auf dem Amateurfunkgesetz von 1997 aufbaut. Mit Zustimmung des Bundesministeriums veröffentlicht die AGZ den neuen Entwurf im Internet. Die ARRL feiert den 90. Geburtstag. 40-jähriges Jubiläum feiert die IOTA-Organisation auf der Ham Radio in Friedrichshafen. Das BMWA veröffentlicht eine neue so genannte "Frequenzschutzbeitragsverordnung".

JUNI

Die Novellierung der Amateurfunkverordnung löst beim DARC e.V. hektische Aktivitäten aus. Wir berichten, dass es ein vorläufig vollstreckbares Gerichtsurteil gibt, das die Mitwirkung aller Betroffenen bei "elektromagnetischen Unfällen" einfordert. Die Änderung der Lizenzbedingungen in Europa geht weiter: Frankreich bewegt sich endlich in Sachen Morseprüfung. Europa wählt sein neues Parlament. Eine Gruppe koreanischer Funkamateure entzündet einen Jahrhunderte alten Konflikt neu, indem sie eine Station auf einer umstrittenen Inselgruppe aktiviert. G3VZV plant einen ATV-Umsetzer an Bord der ISS.

JULI

Die HAM RADIO 2004 schließt ihre Tore mit einer durchweg positiven Bilanz. Dem Kurzwellen-Amateurfunk droht neues Ungemach: Ein japanisches Startup-Unternehmen hat gemeinsam mit der Oki-Tochter "Oki Communication" eine neue Technologie für die Datenübertragung innerhalb von Gebäuden entwickelt. Andorra können Sie jetzt auch auf 50 MHz arbeiten. Funkamateurs Knallerbsenstrauch wächst in Bayern: in Dittelbrunn. Der DARC versiebt den Präzedenzfall und die FDP-Grüne Marianne Blank naseweist die Funkamateure. Die AGZ interviewt dazu die FDP-Frontfrau. Der Rechtsstreit DL8DAV gegen DARC e.V. nimmt Formen an: Die Satzung des DARC steht auf dem Spiel.

AUGUST

Anlässlich der zwölften Defcon, einem nicht mehr ganz so "undergroundigen" Hackertreffen, das jährlich in Las Vegas abläuft, findet ein WLAN-Wettbewerb statt, der von Funkamateuren gewonnen wird. Nur eine Veranstaltung in Weinheim wird es doch schon in diesem Jahr geben. Der ATW e.V. teilt mit, dass er seine Veranstaltung "im Interesse der Sache sowie des Amateurfunks" nicht stattfinden lassen wird. Während eines tropischen Sturms und anlässlich des Hurricanes Charley arbeiten Funkamateure in den USA freiwillig unter Einsatz von Echolink-Servern. Die größte Interessenvertretung der Funkamateure in Deutschland holt sich mit dem jetzt auf dem Tisch liegenden Entwurf einer neuen AFuV in allen Punkten eine blutige Nase. "... ich habe den ersten Prozess gewonnen, warum sollte ich den zweiten verlieren?" so Bernd Häfner, freigestellter Geschäftsführer des DARC e.V., am 19. August im Gespräch mit HamRadio 2day.

SEPTEMBER

Dieser Monat sieht die 150. Ausgabe von HamRadio 2day und startet mit der Frage: Ist Echolink Amateurfunk? Sie ist schlicht mit JA zu beantworten. Das Amtsgericht Kassel bescheinigt dem Funkamateur Roland Neumann, DL8DAV, dass die Mitgliedschaft im DARC keinen Rechtsanspruch genießt. Zwei Funkamateure in Südafrika haben auf Kurzwelle einen Kontakt in digitaler Sprachübertragung unter Nutzung der HamDream-Software. Der Chef der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Matthias Kurth, wehrt sich gegen den Verdacht der Amtsmüdigkeit.

OKTOBER

Im Bundesgesetzblatt wird die neue Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung veröffentlicht. Großbritannien scheint ein Amateurfunkparadies zu sein: Nach der nun kurz bevorstehenden 40-Meterband-Erweiterung schlägt der britische Verband RSGB seiner Behörde auch vor, den Amateurfunkdienst zwischen 501 und 504 kHz oder zwischen 508 und 515 kHz zuzulassen. Die IARU will Einsteiger auf die Kurzwelle bringen. Nach 70 Jahren stellt das "Schweizer Radio International" am 30. Oktober seine Kurzwellensendungen vollständig ein.

NOVEMBER

Irland verdoppelt das 40-Meterband. Am 20. November wird über den Fernsehsatelliten Sirius-2 ein Beitrag von S51KQ über Amateurfunk gesendet. Der diesjährige belgische "Candlelight Test" wird von Stationen bestritten, die gleichzeitig auf 80 m, 40 m und 30 m mit Leistungen zwischen lediglich 5 und 100 mW senden.

DEZEMBER

Das BMWA teilt der AGZ e.V. mit, dass es in Deutschland keine Möglichkeit gibt, das 40-Meterband kurzfristig zu erweitern. Der Fall Häfner endet mit einem Vergleich und kostet die Mitglieder des DARC mehr als eine halbe Million Euro und eine Menge Reputation. Der Bundesrechnungshof geht hart mit der Regulierungsbehörde ins Gericht. Die Behörde bringt in ihrer Reihe "regtp facts" eine neue Broschüre mit dem Titel "Funk und Umwelt" heraus. In knapp drei Jahren findet die nächste World Radio Conference der Internationalen Fernmeldeunion ITU statt: Die AGZ ist wieder in der Nationalen Gruppe. Der rekordverdächtige niederländische UKW-Rundfunkpiratensender "Koning Keizer Admiraal" wird von den Behörden ausgehoben, er ist eine Posse der besonderen Art. Auch der neue Duden in der Version "August 2005" enthält den Begriff "Amateurfunk" nicht.

Ein gutes neues Jahr 2005 wünschen wir Ihnen – und bleiben Sie uns bitte eine treue Hörer- und Leserschaft!


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Hermann, DL1EEC