HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 167 / 2005 vom 23.01.2005

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

dl0agz@agz-ev.de


LEITARTIKEL

(hfs) Was kommt nach HamRadio 2day? Natürlich HamTech 2day und – so Sie wollen – HamLex 2day. Vorerst mache ich aber den dritten Schritt nicht vor dem zweiten. Wie in den Anfängen von HamRadio 2day stand zuerst die Idee, und zwar als frotzelnde Antwort auf die diskutierte Löschung der Internet-Newsgroup de.comm.ham, im Vordergrund.

Die Resonanz auf die erste Ausgabe von HamTech 2day, die ich heute als erfolgreiche Nullnummer erkenne, war unerwartet gut, obwohl ich mit der Vermittlung des Inhaltes nicht ganz zufrieden bin. Ausgerechnet in der Rubrik Technik ist die Auslesequote am geringsten. Mir schwebt vor, an die Erfolgsserie "Weekender" anzuschließen, um den jungen Funkamateuren auch ein praktisches Erfolgserlebnis zu ermöglichen.

HamRadio 2day wird so bleiben, wie Sie es kennen: Ein Informationsangebot, das sich mit den Strömungen, Hintergründen und gesetzlichen Regelungen des Amateurfunkdienstes auseinander setzt und ganz bestimmt keine Schönfärberei praktizieren wird. Wenn HamRadio 2day erreicht, dass der IARU-Vertreter in Deutschland am vergangenen Mittwoch aus seiner 40-Meter-Zauderecke herauskommt und – der AGZ gleich – die zusätzliche Nutzung von 7100 bis 7200 kHz in Deutschland fordert, dann habe ich für Sie und für die AGZ eines der gesteckten Ziele erreicht.

Hermann, DL1EEC


175 JAHRE UNABHÄNGIGKEIT BELGIENS

(red) In 2005 feiert man den 175. Jahrestag der belgischen Unabhängigkeit. Deshalb können alle belgischen Funkamateure den Präfix OO anstatt ON während des ganzen Jahres benutzen. Die belgischen Funkamateure geben auch ein entsprechendes Diplom heraus, das die QSOs mit OO-Stationen wertet. Details dazu gibt es bei ON4CAS per Email-Zuschrift an

egbert.hertsen@panorama.be


FAHRZEUGRADAR IM 24-GHZ-BAND

(rps) Wieder geht es einem Mikrowellen-Amateurfunkband an den Kragen – und mehr und mehr mischt sich Brüssel direkt in die – auf dem Papier noch bestehende – Funkhoheit der Mitgliedsländer ein: Die EU-Kommission hat am 17. Januar eine befristete Einführung des Kraftfahrzeug-Kurzstreckenradars im 24-GHz-Band beschlossen. Die Entscheidung trägt die Nummer C(2005)34.

Spätestens zum 1. Juli dieses Jahres dürfen Automobilhersteller europaweit Fahrzeuge mit so genannten Fahrerassistenzsystemen zur Kollisionsvermeidung und -abschwächung in den Markt bringen, die Frequenzen bei 24 GHz nutzen. Das Konsortium SARA – das steht für "Short Range Automotive Radar Frequency Allocation" –, ein Zusammenschluss von Automobilherstellern und Zulieferern, hatte sich schon seit längerem dafür eingesetzt, eine länderübergreifende Frequenzregulierung für 24-GHz-Breitband-Autoradaranwendungen zu erreichen. Dies war nun erfolgreich.

Während der Bereich 22,2 bis 24,0 GHz wegen der dort angesiedelten Radioastronomie tabu ist und oberhalb von 24,5 GHz Störungen fester Funkdienste befürchtet werden, trifft es wieder einmal den Amateurfunk in besonderem Masse: Justament im uns sekundär zugewiesenen Bereich 24,05 bis 24,25 GHz wird ein Schmalband-Sendemodus mit hoher spektraler Leistungsdichte angesiedelt, der aus einem unmodulierten Trägersignal mit einer maximalen Spitzenleistung von 100 Milliwatt EIRP bestehen darf. Dabei dürfen maximal sieben Prozent aller zugelassenen Automobile über ein solches Fahrzeugradar verfügen. Im Bereich 24,15 plus/minus 2,5 GHz steht zusätzlich ein Ultrawideband-Modus zur Verfügung, der eine effektive isotrope Strahlungsleistung von einem Milliwatt bezogen auf 50 MHz Bandbreite aufweisen darf.

Hoffen wir, dass die Schmalheit der Richtkeulen unserer Parabolspiegel die Anzahl und die Nähe von Automobilen mit Radar an Bord kompensieren kann. Ausführliches finden Sie bei Heise-Online und auf den Internetseiten der Europäischen Kommission.


LITERATUR-HINWEIS

(red) Das Thema "Sicherheit von Sendeantennen" aus unserer ersten Ausgabe von HamTech 2day hat für einigen Wirbel gesorgt: Wurde doch noch einmal klar und unmissverständlich ausgesprochen, dass ein Antennensystem auf jeden Fall normgerecht geerdet werden muss, sobald es sendefähig ist. Für reine Empfangsanlagen gilt dies nicht ohne weiteres.

Zum Thema ist in den letzten Tagen in der VDE-Schriftenreihe ein interessantes Buch in vierter Auflage neu erschienen, das bei keinem Amateurfunk-Antennenbauer im Regal fehlen sollte. Es trägt den Titel "Sicherheitsanforderungen für Antennen und Kabelnetze". Autor Manfred Loidiller, vor seiner Pensionierung Entwicklungsleiter bei der Firma Kathrein in Rosenheim, geht unter anderem sehr ausführlich auf die uns direkt betreffende Sicherheitsnorm DIN VDE 0855 Teil 300 ein. Das Buch kann bezogen werden beim VDE-Verlag in Berlin und Offenbach bzw. im Buchhandel oder über die bekannten Internet-Versender.


MIT DEM KLEIDERBÜGEL UM DIE ECKE GUCKEN

(red) Ein simpler Stahldraht leitet Wellen im Terahertz-Bereich gut und verlustlos, berichten US-Physiker. Sie stießen zufällig auf diese Tatsache, nachdem Forscher lange Jahre mit kompliziertesten Materialien und Aufbauten experimentiert hatten. Über einfache Drähte lässt sich diese gesundheitlich unbedenkliche, aber bislang vernachlässigte Wellenart künftig vielfältig einsetzen – für medizinische Bildgebung ebenso wie für die Suche nach versteckten Sprengstoffen, für die Nachkontrolle in der Lebensmittelproduktion wie für Kommunikation bei Nebel. Die Forscher bewiesen die Machbarkeit gleich an einem simplen Endoskop, mit dessen Hilfe sie auch um Ecken und in Behälter blicken können.

"Unser Wellenleiter eröffnet eine ganz neue Klasse von Möglichkeiten, weil er einen Weg bietet, Terahertz-Energie an Orte zu bringen, die man nie zuvor erreichen konnte", so Daniel Mittleman, Professor für Elektro- und Computertechnik an der texanischen Rice University. Mittleman und sein Doktorand Kanglin Wang stießen aus purem Zufall auf ihre Entdeckung: Beim Versuch, Terahertz-Wellen auf eine neue Art zu produzieren, bemerkten sie, dass eine kurze Metallstange die Wellen gut leitete und am anderen Ende unverzerrt wieder abstrahlte. Dies beendet die Suche
nach einem guten Leitungsmedium für Terahertz-Wellen. Alle Versuche mit Metallröhren, Koaxialkabeln oder speziellen Kunststoff-Bändern waren gescheitert: Diese Leitungen dämpfen oder verzerren die Wellen zu stark.

Im simplen Metalldraht wandern die Terahertz-Wellen ähnlich wie Radiowellen in einer Antenne: Sie setzen Elektronen in Schwingungen, was zu Bereichen niedriger und hoher Elektronendichte führt, die den Draht entlang wandern. Am Ende des Drahtes entsteht daraus wieder eine Welle. Mittleman und Wang konstruierten ihr Terahertz-Endoskop aus zwei Drähten und einer Metallplatte. Die Wellen wandern den einen Draht hinab bis in eine verborgene Ecke, dort werden sie von der gewinkelten Platte und von der direkten Umgebung reflektiert und wandern den zweiten Draht entlang wieder zurück. Wie Röntgens Wellen können Terahertz-Wellen durch Pappe, Kunststoff, trockenes Holz und Glas "blicken"; anders als Röntgenstrahlen sind sie für den Körper ungefährlich.

Quelle: Die Welt

Anmerkung der Redaktion: Unter "Terahertz-Bereich" ist hier nicht das sichtbare oder infrarote Licht zu verstehen, sondern das Segment 100 GHz bis 3 THz, also das "Niemandsland" zwischen fernem Infrarot und den Mikrowellen. Wissenschaftliche Information in englischer Sprache zum sehr interessanten Thema finden Sie im Internet unter http://www-ece.rice.edu/~daniel/.


EINSTEINS JUBILÄUM

(hfs) 100 Jahre existiert die spezielle Relativitätstheorie – und in zehn Jahren werden wir 100 Jahre allgemeine Relativitätstheorie feiern. Ich hoffe, dass dann im Sinne von Lorentz, Minkowski, Hilbert und Einstein die Funkamateure ihre Relevanz für die Kommunikation gefunden haben werden.


ZUM GUTEN SCHLUSS: PARIS UND TROJA

(hfs) ante Portas? Man könnte es meinen. Da verlieren Rechtsanwälte ihre Terminkalender, wenn es gegen das Wohl des IARU-Vertreters geht. Da werden Gutachterhonorare nur dann in Aussicht gestellt, wenn man nicht dieser oder jener Vereinigung angehört. Da wird von Identitätspiraten versucht, Kommunikationsplattformen zu be- oder zu verhindern.

An dieser Stelle will ich nur schlicht berichten, dass ich das alles sehr wohl bemerkt habe und keinem Trojaner weder biologisch noch elektronisch eine Chance geben werde. Mein Markenzeichen ist das geöffnete Visier.


Vy 73
Hermann, DL1EEC