HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 169 / 2005 vom 06.02.2005

Redaktion: Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ

dl0agz@agz-ev.de


LEITARTIKEL: NICHTS DAZUGELERNT

(hfs) haben die Kommunikationsschützer in Deutschland seit der Wilhelminischen Zeit. Die Verwaltungen verbieten selbst im aktuellen TKG immer noch lieber das Abhören einer Frequenz, anstatt sicherheitsrelevante Aussendungen zwingend digitalisiert und verschlüsselt vorzuschreiben. Aktuell kann man dazu in der "Welt" lesen, dass die Polizeibehörden in Deutschland bis 2006 bestimmt noch keine abhörsicheren Kommunikationsgeräte einsetzen können, die im europäischen Ausland mittlerweile selbstverständlich sind. Die organisierte Kriminalität wird sich bis dahin vom TKG ebenso bestimmt nichts vorschreiben lassen.

Des Weiteren machte diese Woche Bill Gates den Deutschen klar, dass niemand anderes als sie selbst für die Sicherheit ihrer Computer sorgen müssen. Wer seinen Computer offen und ungepatched oder sogar ohne Virenschutz im Netz rumstehen lässt, der muss damit rechnen, von elektronischen Langfingern Besuch zu erhalten. Selbst die einfachsten Regeln, z.B. wichtige vertrauliche Daten auf nicht freigegebenen Laufwerken abzulegen, werden nicht eingehalten. Geradezu hysterisch reagierte sogar die Linux-Gemeinde, als Bill Gates behauptete, dass im Verhältnis zur Distributionstiefe das Betriebssystem Linux in gleicher Weise bedroht sei wie seine Windows-Betriebssysteme.

Wichtig ist gerade für Funkamateure, dass sie sich nicht auf Gesetze und Vorschriften verlassen dürfen, wenn es um ihre persönlichen Daten geht. Wenn Sie den Zugang zu Ihren Daten offen lassen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Sie Besuch erhalten, denn die Gauss'sche Verteilungskurve macht auch vor der kriminellen Energie einiger Funkamateure nicht halt.

Hermann, EA8/DL1EEC


VON DEN KANARISCHEN INSELN

(red) wird HamRadio 2day auch heute ausgestrahlt. Wegen der schlechten Ausbreitungsbedingungen und der Verwendung von Behelfsantennen verzichten wir auf SSB und senden heute Abend um 18:00 UTC statt dessen den Text in PACTOR 1 und hier speziell in 200 Baud FSK. Anschließend um 18:30 UTC erfolgt dann eine Aussendung in RTTY mit den üblichen Parametern 45 Baud und 170 Hz Shift. Die Frequenz wird 7038 kHz sein, bezogen auf eine Markaudiofrequenz von 1400 Hz.


BRITISCHE STRAHLENSCHUTZBEHÖRDE FASST WELTWEITEN WISSENSSTAND ZUSAMMEN

(rps) Das britische National Radiation Protection Board (NRPB) hat in Ergänzung zu seinem jüngst veröffentlichten Review eine Übersicht von Bewertungen wissenschaftlicher Forschungsarbeiten erstellt. Es wurden insgesamt 26 Berichte von besonders hohem wissenschaftlichem Wert unter die Lupe genommen, welche Erkenntnisse aus der In-vitro-Forschung, aus experimentellen Untersuchungen und aus epidemiologischen Studien beinhalten. Alle Berichte, die zusammen eine international aktuelle Wissensbasis umfassen, heben hervor, dass bisher keine gesundheitlichen Schäden durch Mobilfunk festgestellt wurden.

Quelle: Forschungsgemeinschaft Funk


NACHBARN MÜSSEN MOBILFUNKSENDER DULDEN

(rps) Es gibt ein neues Urteil in Sachen Sendeanlagen in Wohngebieten: Bürger in Braunschweig müssen Strahlungen einer Mobilfunksendeanlage dulden. Zu diesem Ergebnis kam das Landgericht Braunschweig und wies die Klage einer Frau ab, die einen Sender auf dem Dach des Nachbarhauses verbieten lassen wollte. Die Klägerin hatte sich auf Medienberichte bezogen, nach denen Gesundheitsgefahren bestünden. Die Studien könnten solche Gefährdungen nicht wirklich belegen, teilte das Gericht am Donnerstag letzter Woche mit. Zudem würden die Strahlengrenzwerte eingehalten. Das Aktenzeichen lautet 6 O 1373/03.

Quelle: Forschungsgemeinschaft Funk


DER GROSSE IRRTUM

(hfs) zu Echolink ist in den DARC-Kadern erschreckend präsent. Wenig bekannt ist dort ganz offensichtlich laut "de.comm.ham", dass Echolink KEIN Repeater ist und dass das Zweimeterband allen Funkamateuren primär und exklusiv zugewiesen ist. Es ist dabei allerdings nicht einem bestimmten einzelnen Funkamateur und auch keiner Betriebsartengruppierung und ganz bestimmt keinem Verein als so genannte Ortsfrequenz exklusiv gewidmet. Ebenso ist und bleibt SSTV natürlich eine analoge Betriebsart.

Wenig bekannt ist offenbar auch, dass das Simplex-Echolinkgateway DB0AGZ sehr wohl in Gestalt des Herrn Fischer vom DARC bei der RegTP in Mainz bekämpft wurde, und dass die AGZ schon sehr früh für die Kleinzellenstruktur von individuellen Echolinkstationen auf Direktfrequenzen plädiert hat und dies als Sympathiegeste der Öffentlichkeit gegenüber unterstützte.

Et en passant: Wer Duplex macht, der muss auch die dazu passende Betriebstechnik anwenden. Denn sonst muss sich der Anwender sagen lassen, dass er eben nur einen Träger setzt. Aber für eine solche Technik hat der Distriktsvorstand Rheinland-Pfalz ja unlängst erst 300 Euro springen lassen, damit DB0ZK im Jamming-Modus betrieben werden kann – vor allem, wenn HamRadio 2day dort läuft ...


DER KANARISCHE WETTERGOTT

(hfs) muss ein organisierter Funkamateur sein, denn er weint seit dem 28. Januar auf Gran Canaria Freudentränen bei 17 Grad Celsius ob der in Aussicht gestellten neuen AFuV. Und auch das Funkwetter ist diesmal besonders geizig und lässt nur in den frühen Abendstunden auf 40 Meter Verbindungen nach NRW zu. Auch die spanische Echolinkstation EA8EE glänzt durch permanenten Shutdown und treibt sich lieber im Konferenzserver Espana rum, als auf der ausgelobten QRG 145,475 MHz mit dem Subaudioton 88,5 Hz präsent zu sein.

Noch etwas wird dieses Jahr überdeutlich: Pactor als individuelle Betriebsart ist fast tot; es wird nur noch gemailboxt. In SSB sind die Bänder nach DL zu, wenn man von den Stationen mit hohem Output und Beams absieht. Gut zu hören in Fonie sind DK1MAX, DL2ARD und DK2MH. Wenn man etwas mehr Unterhaltung haben will, dann kommt man auf der 100-Watt-Basis mit Hotelantenne derzeit ohne CW und PSK31 nicht aus.

Nach diesen Erkenntnissen griff ich zum Telefon und rief mal den Funkfreund Werner, EB8CHG, an, sagte artig Hallo und las dann meinen Krimi "Die Vögel von Bangkok" zu Ende. Dabei fiel mir als Analogie die Version "Die Vögel vom DARC" ein, die sich offensichtlich jetzt ganz outen möchten. Wer lässt sich schon gerne erpressen, indem man die Brocken hinschmeißt; eine Bundesoberbehörde ganz bestimmt nicht. Offensichtlich will das Management des DARC die Behörde am langen Arm verhungern lassen, obwohl die als "Kurzarme" gescholtenen Mitarbeiter der RegTP-Außenstellen an der Basis wirklich eine gute Arbeit leisten. Für die zukünftige Zuteilung automatischer Stationen wird diese DARC-Entscheidung sicherlich ein Hindernis weniger darstellen.

Es ist wenig zielorientiert, wenn Funktionäre des DARC einerseits den "kleinen" Mitarbeitern in den RegTP-Außenstellen vorschreiben wollen, was sie zu tun oder zu lassen haben, um andererseits die ehrenamtliche Tätigkeit hinzuschmeißen, wenn sie nicht mehr zum eigenen Gewinn geeignet ist. An der Stelle wird sichtbar, dass die so genannte Vorkoordination des DARC mehr mit einer gewerblich-wirtschaftlichen Tätigkeit zu tun hatte, denn mit einem selbstlosen Einsatz für den Amateurfunkdienst insgesamt.

Die RegTP ist gut beraten, sich aus der Umarmung des DARC zu lösen, sich weiter selbstbewusst auf eigene Beine zu stellen und im Falle der Befangenheit auch einmal Mitarbeiter mit dem Amateurfunkstatus aus der Schusslinie zu nehmen. Ansonsten könnte man auch in der RegTP mutmaßen, dass die Freizeitgestaltung der dort angestellten Funkamateure gar keine ist, sondern eine Nebentätigkeit: Der Bundestag lässt grüßen!

Herzliche Grüße aus Playa del Ingles, Hermann, EA8/DL1EEC.


Vy 73, Alaaf und Helau,
Ralph, DC5JQ