HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 176 / 2005 vom 27.03.2005

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

Autoren:

Hermann Schulze, DL1EEC (hfs)

  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
 
 
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

DER WEG DES GERINGSTEN WIDERSTANDES

(hfs) ist nur am Anfang bequem gepflastert. Zuschauen oder wegsehen ist eben nur am Anfang leicht und endet meist mit unlösbaren Problemen. Insofern ist die Forderung des DARC-Ortsverbands Willich (R17) an seinen Bundesvorstand, nämlich abzutreten, ein legitimes demokratisches Mittel. Wir alle müssen uns wirklich fragen, wie die Auflösungskosten eines Arbeitsvertrags von mehr als 500.000 Euro zur Ablehnung der Gebührensätze der neuen Amateurfunkverordnung oder zur ständig bejammerten "Armut" der Funkamateure passen.

Vergangene Woche erhielt ich aus Hessen gleich mehrere Anrufe wegen des Themas "Häfner-Abfindung". Wenn Sie diesbezüglich ein Problem mit der Verantwortung der Kosten haben, wenden Sie sich bitte direkt an Johannes Heep, DJ5DM, unter der Telefonnummer 02161-661994 oder unter der Emailadresse dj5dm@aol.com.

Hermann, DL1EEC


MOBBING UND STALKING

(red) gibt es nicht nur nicht nur im Amateurfunk. Wegen Lehrerbeleidigungen in ihren Weblogs sind mehrere französische Schüler von ihren Schulen geflogen. Wie die Tageszeitung "Liberation" in ihrer Donnerstagausgabe am 24. März berichtete, wurden allein seit Anfang März neun Schüler vom Unterricht ausgeschlossen. In kürzester Zeit entwickelte es sich bei den Schülern zur Mode, neben Reiseerlebnissen und Privatfotos auch abfällige Bemerkungen über ihre Lehrer ins Internet zu stellen.

Zu den Einträgen, die mit Schulverweisen geahndet wurden, gehörten nicht nur harmlose Ausdrücke wie "Angsthase" und "glückliche Idiotin". Über eine Lehrerin hieß es, sie lasse sich "gerne den Arsch begrapschen" und über einen anderen Lehrer: "Er ist ein Mistkübel auf Füßen, er stinkt nach Wein."

Es sei nicht beabsichtigt, Blogs zu verbieten, so der Internetbeauftragte des Pariser Bildungsministeriums, Benoit Sillard, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Schüler müssten allerdings "Regeln beachten". In 99 Prozent der Fälle könnten die Probleme durch Gespräche zwischen Schülern und Lehrern ausgeräumt werden.

Quelle: ORF


EIN KOMMENTAR DAZU

(hfs) Viele Einspielungen im Packet-Radio-Netz des deutschen Amateurfunks und in den entsprechenden Newsgroups – allen voran de.comm.ham – entsprechen in weiten Teilen den gerade geschilderten französischen Vorkommnissen. Auch die führenden deutschen Amateurfunkverbände hätten die Möglichkeit, ihren in öffentlichen Foren über die Stränge schlagenden Mitgliedern zu zeigen, wo es lang geht. Ich habe allerdings den Eindruck, dass der Marktführer in Deutschland diese eher unfeine Art hinnimmt, um eine Marktbereinigung herbeizuführen. Nicht anders ist die Bemerkung des DARC-Funktionärs Hilsinger, DH0GHU, zu verstehen, man solle die Rufzeichen von Funkamateuren, die nicht Mitglied im DARC e.V. sind, im Internet in einer "Black List" veröffentlichen, weil man ihnen keine QSL-Karte via Büro schicken kann.


NEUE KURZWELLENBÄNDER FÜR KENIA

(red) Das Gegenstück der deutschen RegTP, die kenianische Lizenzbehörde CCK, widmete den dortigen Funkamateuren die Nutzung zweier neuer Bänder: 160 m und 30 m. Die Kenianer können jetzt von 1810 bis 1850 kHz und von 10100 bis 10150 kHz Betrieb machen.

Quelle: RSGB


DIE KOORDINATIONSSTELLE

(hfs) des DARC versteht sich anscheinend eher als Inquisition, denn als Förderer des Amateurfunkdienstes. Jörg Delvos, DG1JC, beantragte letztes Jahr eine FM-Relaisfunkstelle auf 70 cm. Prompt bekam er vom DARC-Funktionär Frank-Oliver Kessebrock, DD3JI, mittels seines Anwaltes eine strafbewehrte Unterlassungserklärung in Höhe von 335,82 Euro zugeschickt. Jörg soll sich abfällig über eine Anzeige bei der Regulierungsbehörde wegen angeblicher Verletzung der Amateurfunkbestimmungen beim Testbetrieb seines Relais geäußert haben. Die Anzeige stammte von Frank-Oliver Kessebrock. Zeitgleich bekam DG1JC dann auch von der RegTP eine Abmahnung, dass er unter seinem personengebundenen Rufzeichen keinen Testbetrieb für eine automatische Station tätigen dürfe.

Darf er aber doch, zumindest solange er daneben sitzt. Das musste auch die RegTP lernen und zog mittels der Genehmigungsurkunde Nr. 14409477 die Kuh vom Eis.

Am vorletzten Samstag – auf der Distriktsversammlung Nordrhein – wurde der Vorsitzende von Jörgs Ortsverband im DARC schließlich gefragt, warum er einen "Vorbestraften" aufgenommen hätte. Finden Sie nicht, dass das doch etwas sehr unverschämt ist? Gelten im DARC e.V. Adressaten von abgeschmetterten Verwaltungsverfahren jetzt schon als vorbestraft? Selbstredend hatte der DARC Jörgs Relaisantrag natürlich nicht zugestimmt.


AM-INTERESSEN-GRUPPE GEGRÜNDET

(red) Eine AM-VHF-Gruppe unter dem Dach von Yahoo hat sich mit 100 Mitgliedern gegründet. Die Teilnehmer der Gruppe treffen sich in Amplitudenmodulation auf 29,05, 50,57, 70,26, 144,57 und 432,57 MHz. Sollten Sie Interesse haben, senden Sie eine Email an:

VHFam-subscribe@yahoogroups.com

Quelle: RSGB


FUNKAMATEUR FÜHRT NASA

(red) Präsident George W. Bush schlug den amerikanischen Funkamateur Michael Griffin, NR3A, als Vorstand der National Aeronautics and Space Administration (NASA) vor.

Quelle: ARRL


DAS BMWA SCHREIBT ZUR AFUV 2005

(red) "Mit der vorgelegten Verordnung werden für die Zukunft bestandskräftige und moderne Regelungen geschaffen, die den internationalen und nationalen Erfordernissen genügen und im Einklang mit der Umwelt den Funkamateuren hinsichtlich ihrer experimentellen, technischen und teilweise wissenschaftlichen Tätigkeit in der Freizeit weite Spielräume gewähren und dabei gleichzeitig mehr Rechtssicherheit für alle Beteiligten gewährleisten".

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit


DAS BONMOT DER WOCHE

(red) stammt von Jacques, F2MM: "Ein Funkamateur, der sich mit EMV und EMVU nicht auskennt, entspricht einem Automobilisten auf der Autobahn, der die Beschilderung nicht kennt."

Quelle: REF


ZUM GUTEN SCHLUSS: DIE JÄHRLICHE MITGLIEDERVERSAMMLUNG

(rps) der AGZ e.V. fand am 19. März in Heusenstamm bei Frankfurt statt. Mehr als ein Drittel unserer Mitglieder waren aus fast ganz Deutschland angereist – bis herunter zum fernen Oberbayern. Da diesmal keine Vorstandswahlen auf dem Programm standen, konnten sich die AGZ-Mitglieder eingehend vereinsbezogenen Themen widmen wie etwa der Verschlankung und Modernisierung der Satzung und Strategien zur zukünftigen Lobbyarbeit für den Amateurfunk. Der Vorstand wurde schließlich einstimmig entlastet und die Verlegung des Tagungsorts mehr in die Mitte von Deutschland wurde allgemein begrüßt.

Ganz zum Schluss – wünschen wir Ihnen natürlich ein frohes Osterfest!


Vy 73,
Hermann, DL1EEC