HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 178 / 2005 vom 10.04.2005

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

Autoren:

Hermann Schulze, DL1EEC (hfs)

  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

LEITARTIKEL

(hfs) Ich hatte am Freitag, dem 8. April mit einem Mitarbeiter der Regulierungsbehörde gesprochen und ihn nach den zu erwartenden neuen Amtsblattverfügungen für die AFuV-2005 gefragt. Er berichtete von einem Problem, das sich offensichtlich zu einer großartigen Fehleinschätzung ausweitet: dem Rufzeichenmissbrauch aus dem Internet heraus.

An sich ist die Eindämmung des Rufzeichenmissbrauchs ein löblicher Ansatz; nur die Begründung ist abenteuerlich: Verantwortlich soll Echolink sein und das auch noch besonders bei den Repeatern. Ich versuchte in der Kürze der Zeit klarzustellen, dass in neunzig von hundert Fällen der Identitätsmissbrauch auf den Amateurfunkfrequenzen seinen Ursprung hat und in den restlichen zehn von hundert Fällen bei Telnet-Einstiegen im Internet – und dass Echolink daran überhaupt nicht beteiligt ist, weil dort eine "Gesichtskontrolle" stattfindet wie nirgendwo sonst im Amateurfunkdienst.

Zwischen den Zeilen schwang durch, dass das Amateurfunkreferat in Mainz die Internetanbindung im Amateurfunkdienst schlechthin unterbinden – und wenn man schon des Amateurfunkgesetzes wegen nicht anders könne, Echolink auf "Frequenz-Inseln" fixieren wolle. Die Begründung dazu ist auch abenteuerlich: Die Funkamateure wären bei Echolinkanbindungen ja auf ihren angestammten Frequenzen nicht mehr unter sich. So viel soziale Fürsorge ehrt die RegTP, verstößt aber gegen das Amateurfunkgesetz.

Ich meine, dass mit solchen Gedankengütern die RegTP sich in die 80er Jahre zurückkatapultiert und sich neuerlich zum Erfüllungsgehilfen des Vereinsfunks machen lässt. Das Amateurfunkgesetz von 1997 und die neue AFuV-2005 wären demnach für die Katz!

Es gibt aber einen Lichtblick: Die betroffenen Kreise müssen gehört werden. Die AGZ wird sich bestimmt laut und deutlich dazu artikulieren.

Hermann, DL1EEC


5-MHZ-AKTIVITÄTSWOCHENENDE

(red) war am 8. und 9. April. Seit Sommer 2003 bereits dürfen Funkamateure in den USA und in Großbritannien auch auf einigen Frequenzen im 5-MHz-Bereich funken. Finnland folgte 2004 und Norwegen erlaubt seit Anfang April den Funkbetrieb für Clubstationen. Kanada hat ebenfalls einigen Stationen den Testbetrieb auf Kanälen um 5,2 MHz freigegeben.

60 m ist eine auch für Funkamateure sehr interessante Wellenlänge, weil sie die Probleme ausgleicht, die am Tage auf 80 m und in der Nacht auf 40 m entstehen. Auf Frequenzen um 5 MHz ist ein kontinuierlicher Funkbetrieb über längere Distanzen von typisch 1500 km möglich, wie Notfallübungen in Norwegen bereits gezeigt haben. Auch für deutsche Funkamateure können diese Frequenzen interessant sein. Es empfiehlt sich, einmal reinzuhören. Hier nun die Details in der Länderübersicht:

Großbritannien:

5260, 5280, 5290, 5400 und 5405 kHz bei 100 W und einer Bandbreite von höchstens 3 kHz; erlaubt sind ur CW und USB.

USA:

5332, 5348, 5368, 5373 und 5405 kHz bei 50 W in einen 0-dB-Halbwellen-Dipol, maximale Bandbreite 2,8 kHz, nur USB.

Finnland – nur für Clubstationen auf Antrag:

5280, 5290, 5300, 5332, 5348, 5368, 5373 und 5400 kHz bei 100 W, maximale Bandbreite 2,8 kHz und USB.

Norwegen – hier dürfen alle Clubstationen:

5280, 5290, 5332, 5348, 5368, 5373, 5400 und 5405 kHz bei 100 W, maximale Bandbreite 3 kHz und die Modi CW und USB.

Und schließlich Kanada:

Hier sendet zur Zeit nur die Station VO1MRC in CW und USB auf 5260, 5269, 5280, 5290, 5319, 5400 und 5405 kHz mit 100 W.

Noch mehr Informationen finden Sie im Internet unter www.netronic.co.uk.

Quelle: Funkportal.de


DEN WELT-AMATEURFUNKTAG

(hfs) zelebriert die IARU am 18. April eines jeden Jahres. Für den dazu gehörigen Award zeichnet 2005 die polnische Verbandzeitung MK QTC verantwortlich. Das Polish Radio Amateurs' Journal wird vom polnischen Verband PZK, der Polish National Amateur Radio Society, gesponsort. Das diesjährige Diplom fordert mindestens zehn QSOs auf Kurzwelle oder fünf QSOs auf 144 MHz. Die Wettbewerbszeit am 18. April liegt zwischen 00:00 und 24:00 UTC.

Quelle: RSGB


DF0AGZ, DB0AGZ und DM0AGZ

(hfs) sind automatische Stationen der AGZ e.V. Das Stiefkind DB0AGZ – die Echolinkstation der AGZ auf 145,450 MHz – leidet derzeit noch immer unter dem Mobbing der Funkamateure DL1EBQ, DL2GP, DD3JI, DF1EO, DL7FH und DH1OR. Man muss kein Freund von Echolink sein, aber Funkamateure zu beschimpfen, die einfach auf 145,450 MHz nur mitreden wollen, ist keine Werbung für den sonst gepredigten Ham-Spirit.

DF0AGZ arbeitet derzeit auf 144,900 MHz als SSTV-Repeater und erfreut sich regen Zuspruchs. Sobald der Autor von JVcomm32 aus dem Urlaub zurück ist, werden wir die lizenzierte Version dieser Software einsetzen.

DM0AGZ wird – sobald uns die Genehmigung vorliegt – mit einem neuen Service antreten; lassen Sie sich überraschen.


ELEKTROMAGNETISCHE HYPERSENSIBILITÄT

(red) Ziel dieser Provokationsstudie war es zum einen zu untersuchen, ob Menschen, die sich als hypersensitiv gegenüber schwachen elektromagnetischen Feldern bezeichnen, unter Blind- oder Doppelblindbedingungen leichter solche Felder erkennen als nicht-hypersensitive Personen. Zum anderen sollte getestet werden, ob sie bei der Anwesenheit von Feldern über vermehrte Symptome berichten.

Schlussfolgerung der Autoren: Die von den unter elektromagnetischer Hypersensitivität leidenden Personen beschriebenen Symptome können schwerwiegend sein und manchmal die Menschen stark beeinträchtigen. Allerdings hat es sich als schwierig erwiesen, unter Bedingungen einer Blindstudie zu zeigen, dass die Feldexposition diese Symptome ursächlich hervorrufen kann. Dies weist darauf hin, dass elektromagnetische Hypersensitivität nicht mit der Anwesenheit von Hochfrequenzenergie in Verbindung steht, wobei allerdings mehr Forschung zu diesem Phänomen gefordert wird.

Quelle: Forschungsgemeinschaft Funk


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) Die Nachfrage nach der Distribution von HamRadio 2day in "funknahen" Medien steigt ständig. Wir sehen das als diejenige Öffentlichkeitsarbeit an, die woanders nicht geleistet wird.


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Hermann, DL1EEC