HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 182 / 2005 vom 08.05.2005

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

Autoren:
Wolfgang van Gels, DL5EDA (wvg)
  Hermann Schulze, DL1EEC (hfs)
  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

LEITARTIKEL: PLC – DIE HERAUSFORDERUNG

(wvg) Haben wir in der vergangenen Woche über die Mannheimer Entscheidung berichtet, soll es heute mal nicht abstrakt zugehen. Am 25. April tagte die Nationale Gruppe zur Vorbereitung der nächsten Weltfunkkonferenz der ITU – der WRC-2007 – in Bonn beim Bundeswirtschaftsministerium. Unter dem Tagesordnungspunkt "Informationsaustausch über Vorbereitungen in anderen Gremien" kam auch Powerline Communication zur Sprache. Übereinstimmend wurde PLC als nicht hinnehmbar bezeichnet. Die Nutzungsbestimmung 30 müsse aufgehoben werden. Soweit die Auffassung der anwesenden Frequenznutzer.

Interessant war dann schon, was das BMWA darüber denkt: Man ist über die NB 30 nicht glücklich, denn es handelt sich um einen politischen Kompromiss. Schlimmer noch: Die NB 30 ist in ihrer jetzigen Fassung keineswegs in trockenen Tüchern. Auf europäischer Ebene soll PLC sogar ausgeweitet werden, aus Sicht der Brüsseler EU-Kommission ist die NB 30 ein rechtswidriger deutscher Alleingang, die Frequenzordnung das falsche Mittel der Wahl.

Und was bedeutet das für uns Funkanwender? Wir müssen mobil machen, und das auf allen Ebenen. "Frau Meier" muss wissen, warum ihre liebgewordenen Geräte in der Küche, im Bad oder am Bett nicht mehr richtig funktionieren – eben weil "Herr Meier" im Internet surft – und das mittels PLC. Und was ist mit dem Babyfone? Is' nich' mehr: Denn Vater surft im Internet und das über PLC. Und wenn das dann auch noch der Nachbar macht, ist der Krach vorprogrammiert.

Alle Frequenznutzer bis 1000 MHz sind aufgerufen, in geeigneten Aktionen die Politik auf allen Ebenen zu bedrängen. Es geht hier nicht um PLC selbst, sondern um dessen Auswirkungen, die jeden treffen werden, der sich drahtloser Kommunikation bedient. Und das tun schließlich alle. Also heran an alle Entscheidungsträger mit allgemein verständlichen Beiträgen, die Tageszeitungen in Leserbriefen löchern, wenn es die Sache zulässt. Wir sollten uns für nichts zu schade sein:

Auf auf – Ihr Kurzwellenamateure!

Vy 73 de
Wolfgang, DL5EDA
Vorsitzender der AGZ e.V.


MAILBOXEN UND GATEWAYS ABSCHALTEN

(hfs) und zwar auf Kurzwelle – so lautet einer der Anträge, den ein Delegierter des DARC, nämlich DF5UG, während der diesjährigen IARU-Region-1-Konferenz vom 11. bis zum 15. September in Davos in der Schweiz stellen wird, und zwar in der HF-Arbeitsgruppe mit Namen C4. Der genaue Titel: "Antrag zur Abschaffung von Packet-Mailboxen und Gateways auf Kurzwelle".

Ursache dieses Antrags sollen russische und italienische Funkamateure sein, die die Betriebsart Packet-Radio auf Kurzwelle mit 300 Baud Datenrate praktizieren. Die entspricht aber dem Standard auf diesen Frequenzen: statt mit 1200 Baud oder mehr eben nur mit 300 Baud zwecks besseren Datendurchsatzes und geringerer Bandbreite.

Eigentlicher Autor dieses Antrags ist dem Vernehmen nach Hellmuth Fischer, DF7VX, Referatsleiter VUS-Technik im DARC e.V. Die Begründung lautet, dass diese italienischen und russischen Stationen eine Mailbox angeschlossen hätten und dafür einen zu geringen Datendurchsatz realisierten. Es dauere zu lange. In Sachen "Gateways" würde eine Abschaltung die Anwender der Pactor-Geräte der Firma SCS entscheidend treffen: Das gesamte DA5-Netz mit Packet-Radio-Anschluss und Email-Gateway, das private Store-and-Forward-Netz der Individualanwender inklusive ihrer Pactor-Mailboxsysteme – und auch das Winlink-Netz wären reif für den Mülleimer.

Sollten Sie zu diesem Einzelthema Fragen haben, wenden Sie sich bitte an den Tagungsteilnehmer DF5UG in seiner Funktion als Mitglied des Exekutivkomitees der IARU-Region-1. Sie erreichen ihn unter:

Hans H. Ehlers, DF5UG
Telefon 08105-24381
Telefax 08105-776649
Email df5ug@t-online.de

Was bildet sich eigentlich ein privater Zusammenschluss von Funkamateuren ein, Betriebsarten auf Kurzwelle erlauben oder verbieten zu wollen? Das kann er höchstens seinen eigenen Mitgliedern aufs Auge drücken, und dies wohl auch nur nach ausgiebiger demokratischer Diskussion, nicht aber weltweit jedem Funkamateur. Das ist allein Sache des Staates. Oder schwingt sich der DARC in Deutschland einmal mehr zum Oberregulierer auf und will auf diesem Terrain seine verlorene technische Regulierungswut ausleben?

Hermann, DL1EEC


RUNDFUNKGEBÜHREN NICHT IM EU-EINKLANG

(red) EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hat Deutschland offiziell aufgefordert, Aufgaben und Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks klarzustellen. Brüssel sei zu der vorläufigen Auffassung gelangt, dass das gegenwärtige Finanzierungssystem nicht mehr im Einklang mit EU-Recht stehe.

Privatsender hatten moniert, dass die öffentlich-rechtlichen Sender die Rundfunkgebühren zu Unrecht für ihre Onlineauftritte verwendeten. Dadurch seien die privatwirtschaftlichen Rundfunkprogramme benachteiligt, so z.B. das Argument des Verbands VPRT. Bereits 2003 hatte die ARD eine Selbstverpflichtung geplant, die unter anderem Einschränkungen der Lokalberichterstattung, der Chatangebote sowie der Verlinkungen auf kommerzielle Angebote vorgesehen hat.

Quelle: www.anwalt-tv.net


DATENSCHUTZ

(rps) gilt auch im Amateurfunk – und zwar speziell bei der von der Regulierungsbehörde zu erstellenden Rufzeichenliste. Bis zum 31. Dezember dieses Jahres können Funkamateure teilweise der Aufnahme ihrer persönlichen Daten widersprechen. Auf jeden Fall und unabhängig von einem Widerspruch werden allerdings die zugeteilten Rufzeichen und die Namen ihrer jeweiligen Inhaber veröffentlicht. Der Veröffentlichung von Standorten fernbedienter und automatisch arbeitender Amateurfunkstellen kann ebenfalls nicht widersprochen werden.

Untersagt werden kann demnach lediglich die Veröffentlichung von angezeigten ortsfesten Standorten personengebundener Rufzeichen und von Clubstationscalls sowie von Anschriften bzw. Adressen der Inhaber. Wer dies will, der wende sich bis Ende des Jahres in Schriftform an die

Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
Referat 511
Canisiusstraße 21
55122 Mainz

Im nächsten Jahr gibt es dann – hoffentlich – nach langer Zeit wieder eine amtliche Rufzeichenliste; wir wünschen sie uns als Datenbank mit Webinterface, die so stets mit kleinen Kosten aktuell gehalten werden kann.

Quelle: Mitteilung 90/2005 im Amtsblatt Nr. 7 der RegTP vom 20. April


SCHWERPUNKT DER AMATEURFUNK-PRÜFUNG

(hfs) ist und bleibt der Prüfungsteil "Technische Kenntnisse". Mit 90 Minuten Prüfungsdauer und 50 Fragen dominiert dieser Prüfungsteil die Anforderung an die Klasse A. Mit je 60 Minuten Prüfungszeit und je 40 Fragen für "Betriebliche Kenntnisse" und für "Kenntnisse von Vorschriften" ist die Summe des Gesamtumfangs von dreieinhalb Stunden beachtlich. Die Umfangsanforderung für die Klasse E ist auf 50 Prozent der Zeugnisklasse A festgelegt.


ZUM GUTEN SCHLUSS

(red) … wie die ARRL auf ihrer Homepage berichtet, leben 80 Prozent ihrer Mitglieder in Eigenheimen auf großflächigen Grundstücken. Verstehen wir jetzt die Unterschiede in der technischen Ausrüstung der amerikanischen Funkfreunde?


Vy 73,
Hermann, DL1EEC