HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 183 / 2005 vom 15.05.2005

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

Autoren:
Hermann Schulze, DL1EEC (hfs)
  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

LEITARTIKEL

(hfs) Die Morgenröte am Technikhimmel der "Newsgroup-Funker" – das sollte die neue High-End-Gruppe "de.comm.funk.amateur" werden. Seit zwei Wochen existiert sie nun – und die Schlammschlacht in Hardcore-Sprache geht weiter. Auf eine "technische" Frage folgt entweder nichts oder spätestens nach der zweiten Antwort wird dem Fragesteller bescheinigt, dass er nicht richtig "quoten" könne. Die vor vierzehn Tagen gestellte unzweifelhaft technische Frage z.B., welchen Abstand eine 70-cm-Antenne und eine 2-m-Antenne an einem gemeinsamen Mast voneinander haben sollen, ist bis heute noch nicht eindeutig beantwortet.

Es hat sich also am Inhalt der alten Dose "d.c.h" nichts geändert. Sie hat nur eine neue Banderole bekommen.

Hermann, DL1EEC


PLC-GERICHTSBESCHLUSS WIRD ANGEFOCHTEN

(rps) Das Verwaltungsgericht Karlsruhe teilte in einer Presseerklärung mit, dass die Betreibergesellschaft aus Mannheim gegen die Entscheidung des Gerichts zu Powerline Communication – wir berichteten – mittlerweile Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg eingelegt hat. Damit ist der Gerichtsbeschluss, die PLC-Anlage konform zu den Auflagen der so genannten Nutzungsbestimmung 30 zu betreiben, nicht bestandskräftig geworden und wird angefochten.


REGTP BESSERT HURTIG NACH

(rps) Das ging aber schnell: In ihrem neuen Amtsblatt Nr. 8 vom 4. Mai korrigiert die Regulierungsbehörde nicht etwa – nein, sie ändert ihre Verfügung 12/2005 – also den so genannten "Rufzeichenplan". Ab sofort werden die Clubstationsrufzeichen der Einsteigerklasse E im DN0-Block nun doch unbefristet erteilt, nur DA0-Clubcalls der Klasse A und alle Rufzeichen mit einbuchstabigem Suffix sollen jetzt auf maximal fünf Jahre vergeben werden, letztere allerdings erst nach einer weiteren Amtsblattmitteilung.

Auch können – im Gegensatz zum Amtsblatt vom 20. April – personengebundene Rufzeichen der Präfixe DC0, DD0, DG0, DH0 und DJ0 ab sofort – und nicht erst nach einer weiteren Amtsblattveröffentlichung – vergeben werden. Und noch ein Erfolg: Rufzeichen mit vier- bis siebenstelligem Suffix gibt's auch ab sofort, und nicht erst nach dem 1. Juni, wie ursprünglich beabsichtigt.

Quelle: Verfügung 34/2005 im Amtsblatt der RegTP


TREFFPUNKT

(hfs) auf der HAM RADIO 2005 in Friedrichshafen vom 24. bis zum 26. Juni ist dieses Jahr zum fünften Mal der Stand der AGZ. Treffen Sie uns dort am Stand Nr. 617 in Halle A1, direkt gegenüber DIFONA und neben SWISSLOG. Eine besondere Einladung geht an die Newsgroup-Diskutanten von "de.comm.funk.amateur" im Allgemeinen und ganz besonders an OM Ralph A. Schmid! Wie letztes Jahr bekommt auch jeder Gast einen Lolly.


VATIKAN-FUNKER ZU ZEHN TAGEN KNAST VERURTEILT

(rps) Ein italienisches Gericht hat den Präsidenten von Radio Vatikan, Kardinal Roberto Tucci, und dessen Generaldirektor, den Priester Pasquale Borgomeo, zu je zehn Tagen Gefängnis verurteilt. Die Strafen wurden sofort zur Bewährung ausgesetzt.

Nach Auffassung des Gerichts sind die beiden Geistlichen dafür verantwortlich, dass die Sendeanlagen von Radio Vatikan in der Nähe der italienischen Ortschaft Cesano seit Jahren mit zu hoher Leistung arbeiten und damit gegen die Grenzwerte für elektromagnetische Strahlung verstoßen. Cesano liegt etwa 25 Kilometer nördlich von Rom und beherbergt den bekannten Senderstandort Santa Maria di Galeria. Hier betreibt Radio Vatikan Mittelwellensender mit bis zu 600 kW und Kurzwellensender mit bis zu 500 kW Leistung. Die Betroffenen weisen alle Schuld von sich und wollen in die Berufung gehen. Der Programmdirektor von Radio Vatikan, Federico Lombardi, sagte dazu, die Abstrahlungen lägen innerhalb der Grenzwerte internationaler Normen.

Hier ist anzumerken, dass das Sendegelände bei Cesano nicht zum italienischen Staatsgebiet gehört und dass in Italien deutlich schärfere Grenzwerte gelten als international – und auch in Deutschland – gemäß den Vorgaben von ICNIRP üblich ist. Daher sind die in Cesano auf italienischem Gebiet gemessenen elektrischen Maximalfeldstärken von etwa 20 V/m tatsächlich im Einklang mit internationalen Normen – und vor allem mit vatikanischem Recht. Der Berufungsprozess dürfte daher höchst interessant werden.

Quellen: Radio Vatikan, Radio Nederland, FM – Das Funkmagazin und "Elektrosmoginfo" von Ralf Woelfle


VERSTECKTE ANTENNEN

(red) Viele Menschen wollen keine Mobilfunkmasten in ihrer Nähe. Ein US-Mobilfunkbetreiber reagiert nun darauf und tarnt seine Masten – z.B. als Bäume. Anmerkung der Redaktion: Wäre das nicht was für Funkamateure?

Quelle: futurezone.orf.at


NEUE STUDIE ZU ELEKTROSMOG

(red) Die möglichen Risiken von Mobiltelefonen und Sendeanlagen werden von Experten unterschiedlich eingeschätzt. Ein Forschungsvorhaben der Programmgruppe "Mensch Umwelt Technik" des Forschungszentrums Jülich brachte 25 Spitzenforscher aus Deutschland und der Schweiz zu einem Risikodialog über die Bewertung neuerer Forschungsergebnisse zusammen. Das Projekt wurde jetzt abgeschlossen. Der in der Öffentlichkeit bestehende Verdacht auf gesundheitsschädliche Wirkungen des Mobilfunks wurde dabei nicht erhärtet.

Ein Dialogverfahren zur transparenten Risikobewertung im Bereich "Mobilfunk und Gesundheit" zu entwickeln, das war Ziel des Forschungsvorhabens, das im September 2003 begann und nun im April 2005 abgeschlossen wurde. Gleichzeitig sollten die für den Mobilfunk wichtigen aktuellen Forschungsthemen bewertet werden. In Auftrag gab das Projekt die Firma T–Mobile.

Die Programmgruppe gewann 25 Spitzenforscher aus Deutschland und der Schweiz dafür, den Stand der Forschung zur Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder zu begutachten. Je zwei Experten bearbeiteten eines der folgenden für den Mobilfunk wichtigen Forschungsgebiete: Krebs, erbgutschädigende Effekte, Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem, Befindlichkeitsstörungen und Blut-Hirn-Schranke. Die Gutachter wählten die wichtigsten Untersuchungen des Zeitraums der Jahre 2000 bis 2004 aus und bewerteten sie.

In den Bereichen "Blut-Hirn-Schranke" und "Tierversuche Krebs" ist für die Gutachter die Sachlage eindeutig: Es finden sich keine Hinweise auf Effekte. Für epidemiologische Untersuchungen zu Krebs widersprechen sich die Einschätzungen zum Teil, weitere Untersuchungen bleiben abzuwarten. In wieder anderen Bereichen lassen sich im Labor zwar Effekte beobachten, doch ist fraglich, ob diese gesundheitlich bedeutsam sind. So stellen die Gutachter fest, dass die experimentell gefundenen Wirkungen des Mobilfunks auf das zentrale Nervensystem ohne erkennbare Nachteile für die Gesundheit sind. Gleiches gilt für die Hinweise auf Erbgut-Schäden. Da daraus keine Schädigung der Zellen resultiere, kann nach Meinung der Gutachter aus den Ergebnissen auch keine Gefährdung der Gesundheit abgeleitet werden.

Zusammenfassend stellt der Leiter der Jülicher Programmgruppe, Dr. Peter Wiedemann, fest: "Die Forschungslage zu Mobilfunk und Gesundheit zu bewerten, ist sehr komplex". Doch in dem gewählten Verfahren sieht er eine gute Chance für einen strukturierten Diskurs. Das Projekt soll zu einer vergleichbaren und auch für Laien verständlichen Risikobewertung führen.

"Die im Risikodialog betrachteten Studien erhärten nicht den Verdacht, dass der Mobilfunk negative gesundheitliche Auswirkungen hat", sagt Wiedemann.

Die komplette Studie und weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.emf-risiko.de.

Quelle: Forschungszentrum Jülich


ZUM GUTEN SCHLUSS

(red) Peter, G8BCG, wird vom 13. bis zum 19. Mai von der Kanalinsel Jersey auf 50 MHz in SSB, mit WSJT-Meteor-Scatter, wenn möglich bei Sporadic-E und auch mittels EME als GJ8BCG/P aktiv sein. Skeds sind sehr willkommen: Schicken Sie dazu eine Email an sked@h-ww.co.uk.

Quelle: G8BCG


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