HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 191 / 2005 vom 17.07.2005

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

Autoren:
Wolfgang van Gels, DL5EDA (wvg)
  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

LEITARTIKEL: "WEHRET DEN ANFÄNGEN"!

(wvg) Funktelegramm 7/2005 Seite 3: "... schließt Schwerbehinderten aus." Diese Schlagzeile im Funktelegramm ließ alle Alarmglocken in mir läuten. Nicht wer hier etwas tat, nein – was hier geschehen war, war Anlass, mich mit dem Thema Behinderung zu befassen. Plötzlich hatte ich das Wort "Es wird kalt in Deutschland" wieder in meinen Ohren. Es stand in einem Grußwort einer Broschüre. Ich weiß nicht mehr in welcher. Dass es eine solche Bedeutung für mich bekommen würde, hatte ich nicht erwartet.

Was sind die Worte unserer Repräsentanten in Staat und Kirche noch wert, wenn Menschen wegen einer Behinderung aus einem Verein ausgeschlossen werden können? Wo bleibt der Aufschrei der Massen? Haben wir hier eine neue Qualität von Weggucken?

In Sonntagsreden kann man leicht über Integration Behinderter, Gleichstellung von Behinderten und Nichtbehinderten schwafeln. In einem besonderen Gesetz haben wir den Grundstein für die Gleichstellung behinderter Menschen gelegt. Aber das alles ist Makulatur, ein Aushängeschild, ein Alibi. Wenn es zum Schwur kommt, ziehen wir uns doch lieber in unser Schneckenhaus zurück und gucken weg.

Ich kann nur sagen: Wehret den Anfängen, damit es in Deutschland nicht saukalt wird.

Vy 73 de

Wolfgang, DL5EDA
Vorsitzender der AGZ e.V.


LESERBRIEF ZU DIESEM THEMA

(red) Wolfgang, DL8UAA, schrieb uns:

"Ralf, hast Du prima hinbekommen; Deinen AGZ-RS. Halbwahrheiten zu verbreiten sind Dein Werkzeug? Als du noch mit mir im AR warst, hatte ich ein anderes Bild! So ändern sich die Zeiten! Also hab' Dank für die Unterstützung Deines Informanden. Hast mir geholfen darzustellen wer sich wo 'wohlfühlt'!

Viel Freude und viele Freunde wünsche ich Dir

73s
Wolfgang
dl8uaa

PS: ebrigens einer Deiner Freunde sagte mal, als er noch Vernunft in der Merheit hatte, 'was stört es uns, wenn welche sich profilieren wollen. Wir gehen unseren Weg auf den vorgezeichneten Bahnen (gemeint war die Satzung etc, die Du nicht kennen willst)' Übrigens, der Herr Kraft hat unsere Einwände akzeptiert! Er will ja auch ehrlich durchs Leben gehen! Und wenn Du mal Zeit hast, dann ließ die Vereinsdokumente langsam; Wort für Wort! Von vorn bis hinten; dann gehst du deinen Informanden auch nicht auf den Leim!"


INFODIENST

(red) Wer sich in Sachen "Behindertenschutz" äußern möchte, richtet seine Eingabe an den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, zu Händen Herrn Haack, 11017 Berlin.


REGTP WURDE ZUR BNETZA

(rps) Das am Mittwoch dieser Woche in Kraft getretene "Zweite Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts" gibt der Regulierungsbehörde einen neuen Namen und auch zusätzliche Aufgabenbereiche. Sie heißt jetzt "Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen" – kurz Bundesnetzagentur oder noch kürzer BNetzA. Zweck des neuen Gesetzes ist die Gewährleistung einer möglichst sicheren, preisgünstigen, verbraucherfreundlichen, effizienten und umweltverträglichen Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas. Hier ist nun ab sofort die Bundesnetzagentur gefordert.

Eine Vielzahl von Gesetzen und Rechtsverordnungen musste nun wegen des neuen Namens geändert werden. Dabei ist dem Gesetzgeber allerdings ein ziemlich peinlicher handwerklicher Fehler unterlaufen: Artikel 3 Absatz 12 des neuen Gesetzes zum Energiewirtschaftsrecht versucht, die Amateurfunkverordnung vom 23. Dezember 1997 zu ändern. Die gibt es allerdings seit Februar dieses Jahres nicht mehr; sie wurde vollständig aufgehoben und durch eine neue AFuV ersetzt: Der Versuch ist also fehlgeschlagen.

Offenbar ist dies sowohl dem federführenden Ministerium für Wirtschaft und Arbeit, als auch Bundestag und Bundesrat komplett entgangen – mit der Folge, dass in der geltenden AFuV eine nicht mehr existierende RegTP weiterhin für den Amateurfunk zuständig ist. Die rechtlichen Folgen sind unklar. Derselbe Fehler unterlief dem Gesetzgeber übrigens bei der Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung: Auch hier wird versucht, die alte – nicht mehr existente – Verordnung aus dem Jahre 2001 zu ändern: wie gesagt – einfach nur peinlich.


FUNKER DARF ANTENNE AUF MIETSHAUS ERRICHTEN

(red) Positives tut sich auf dem in Deutschland ansonsten ziemlich unerfreulichen Gebiet der Funkantennen bei Mietwohnungen. Dank der Hilfe eines bekannten Kölner Rechtsanwalts und der Boulevardzeitung "Express" darf ein CB-Funkerehepaar wieder eine Funkantenne auf dem Dach errichten.

Was war passiert? Der Vermieter des Ehepaars, eine bekannte Kölner Wohnungsgesellschaft, hatte den 63-jährigen Funker und seine schwerbehinderte Frau aufgefordert, ihre bereits seit Jahren auf dem Dach befindliche CB-Funkantenne zu beseitigen. Die Gesellschaft begründete dies damit, dass durch die Antenne der Fernsehempfang der Nachbarn gestört werde.

Der Funker baute die Antenne daraufhin ab, wandte sich aber gleichzeitig an einen bekannten Kölner Rechtsanwalt. Der Anwalt erläuterte der Wohnungsgesellschaft die Rechtslage und informierte außerdem die Tageszeitung "Express", die sich ebenfalls mit der Wohnungsgesellschaft in Verbindung setzte. Die Gesellschaft ließ daraufhin die gestörten Anlagen vom Kabelnetzbetreiber NetCologne untersuchen. Dabei stellte sich heraus, dass die TV-Störungen nicht von der Funkanlage des Ehepaars ausgingen. Die Wohnungsgesellschaft beschloss daraufhin, die CB-Funkantenne weiterhin auf dem Dach zu dulden.

Quelle: FM – Das Funkmagazin und Kölner Express vom 9. Juli


ELEKTROMAGNETISCHE FELDER LEICHT GEMACHT

(red) Ein neuartiges Internetportal soll Laien in verständlicher Form über die neuesten Forschungsergebnisse zu biologischen Wirkungen elektromagnetischer Felder informieren. Das Forschungszentrum für Elektro-Magnetische Umweltverträglichkeit (femu) der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) will mit dem EMF-Portal die tatsächlichen und vermeintlichen Risiken elektromagnetischer Felder durch verständliche wissenschaftliche Informationen objektiv beleuchten.

Kernstück des EMF-Portals ist eine durchsuchbare Literaturdatenbank mit mehr als 8000 Veröffentlichungen aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Mehr als 1000 von ihnen sind nach Angaben der Betreiber bisher mit Basisinformationen in deutscher Sprache aufbereitet. Informationen zu technischen und biologischen Grundlagen einschließlich Grenzwerten, ein Glossar sowie technische Kurzinfos zu einer Vielzahl im Alltag auftretender Feldquellen ergänzen das Angebot, das vom Bundesamt für Strahlenschutz, der Forschungsgemeinschaft Funk und der Forschungsstelle für Elektropathologie gefördert wird.

Sie erreichen das neue EMF-Portal im Internet unter http://www.emf-portal.de/.

Quelle: Heise online


ZUM SCHLUSS: DIE UNTERLAGEN

(red) für die im September stattfindende Tagung der IARU-Region-1 in Davos/Schweiz können Sie unter http://www.iaru-r1.org/index-davos.html nachlesen bzw. herunter laden.


Vy 73,
Hermann, DL1EEC