HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 193 / 2005 vom 31.07.2005

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

Autoren:
Hermann Schulze, DL1EEC (hfs)
  Dr. Ralph P. Schorn, DC5JQ (rps)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

BNETZA IST HANDLUNGSUNFÄHIG

(hfs) – zumindest solange, bis die neuen Siegel und Stempel eintreffen. Das kann nach eigenen Angaben allerdings noch bis zur dritten Woche im August dauern. Offensichtlich wurden die neuen Behördenstempel zu spät bestellt. Das bedeutet, dass die neue Bundesnetzagentur derzeit keine offiziellen Verwaltungsakte vollziehen kann, und das heißt für Sie persönlich, dass Sie bis mindestens Ende August z.B. auf Ihre Genehmigungsurkunde warten dürfen.


BAYERISCHES VOLKSBEGEHREN ZU MOBILFUNKANTENNEN GESCHEITERT

(rps) Das von der ÖDP – der Ökologisch-Demokratischen Partei – und einer überparteilichen Bürgerinitiative getragene Volksbegehren, in Bayern für die Errichtung einer jeden Sendeantenne – auch wenn sie kleiner als 10 Meter ist – unabhängig von der abgestrahlten Leistung eine Baugenehmigung zu verlangen und die Pflicht zur Minimierung der so genannten Strahlenbelastung in das Baurecht aufzunehmen, ist gescheitert.

Die Landeswahlleiterin des Freistaates Bayern, Brigitta Brunner, teilte vergangene Woche in München mit, dass das Volksbegehren mit dem Titel "für Gesundheitsvorsorge beim Mobilfunk" nach dem bisher vorliegenden vorläufigen Ergebnis im angesetzten Zeitraum vom 5. bis zum 18. Juli nur von 4,4 Prozent der stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger in Bayern unterstützt wurde. Notwendig für die Einbringung dieses Gesetzgebungsvorhabens in den Landtag wären dagegen mindestens 10 Prozent gewesen.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung


US-REGULIERER FCC WILL CW-PRÜFUNG ABSCHAFFEN

(rps) Bisher wird in den Vereinigten Staaten im Amateurfunk für einige Genehmigungsklassen noch eine Morsetelegrafieprüfung mit 25 Zeichen pro Minute verlangt. Dies soll nun für alle Klassen abgeschafft werden. Ein entsprechender Vorschlag der FCC steht seit dem 20. Juli zur öffentlichen Kommentierung.

Quelle: FCC


BUNDESNETZAGENTUR PROMOTET WIRELESS ACCESS

(red) Die seit kurzem Bundesnetzagentur genannte Regulierungsbehörde unternimmt einen weiteren Schritt zur Verteilung von Frequenzen im Bereich um 3,5 GHz. Die Agentur will die mit der Widmung "Fixed Wireless Access" – kurz FWA – bezeichneten Frequenzen ab Ende 2005 bereitstellen. Die Regulierungsbehörde RegTP, Vorläuferin der Netzagentur, hatte zum letzten Jahreswechsel interessierte Marktteilnehmer zur Kommentierung eingeladen.

Namentlich Wimax wird als drahtlose Alternative zum Festnetzanschluss, beispielsweise in Gebieten ohne DSL-Versorgung – etwa auf dem flachen Land, diskutiert. Inzwischen hat die Bundesnetzagentur die Stellungnahmen vom Jahresanfang ausgewertet und die damals von der RegTP formulierten Eckpunkte weiter ausgeführt und teilweise modifiziert. Dabei bleibt der Regulierer bei seiner Absicht, FWA-Frequenzen technologieneutral zu vergeben. Zwar hatten Interessierte in ihren Stellungnahmen verlangt, das Spektrum nur für Funksysteme mit hohen Datenraten zu vergeben. Mit Bezug auf den vom deutschen Telekommunikationsgesetz und durch europäisches Recht gegebenen Rechtsrahmen sieht sich die Netzagentur allerdings zur strikten Technologieneutralität verpflichtet – Wimax bezeichnete der Regulierer als "nur eine der möglichen Technologien".

Details finden sich im aktuellen Amtsblatt Nr. 14/2005 der BNetzA in Mitteilung Nr. 181. Vorgesehen ist unter anderem der Frequenzbereich 3410 bis 3452 MHz, der mitten in das sekundär zugeteilte 9-cm-Amateurfunkband fällt, das in Deutschland von 3400 bis 3475 MHz reicht.

Quelle: Heise Online und BNetzA


BUNDESNETZAGENTUR MIT NEUEM INTERNETAUFTRITT

(rps) Die Bundesnetzagentur ist seit Mittwoch letzter Woche nicht nur über die neue Webadresse www.bundesnetzagentur.de zu erreichen, der Internetauftritt wurde zudem unter Einsatz eines neuen Content-Management-Systems renoviert, jedenfalls wirkt er jetzt zumindest rein optisch deutlich moderner. Alle Emailadressen der Behördenmitarbeiter sind bereits auf die ebenfalls neue Domain bnetza.de umgestellt worden. Vor dem "Klammeraffen" bleibt alles beim Alten: also meist Vorname.Nachname. Die alte Adresse regtp.de wird nur noch einige Monate existieren. Sie wird unterdessen weiter geleitet. Bitte aktualisieren Sie bei Bedarf Ihre digitalen Adressbücher und Bookmarks.


NOCH BIS ZUM 3. AUGUST

(red) können Sie die Boy Scouts von Fort A.P. Hill, Virginia, anlässlich des National Scout Jamboree 2005 hören. K2BSA, die offizielle "Amateur Radio Station of the Boy Scouts of America", können Sie als K2BSA/4 für die Dauer der Veranstaltung arbeiten.

Quelle: ARRL


WEITERE HÜRDEN FÜR AMATEURFUNK-GERÄTEHERSTELLER

(rps) hat der Gesetzgeber aufgebaut. Gemäß dem im Frühjahr beschlossenen "Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten" – kurz ElektroG – sind Verbraucher – also auch Funkamateure – vom 24. März 2006 an verpflichtet, Geräte, die sie nicht mehr nutzen möchten, je nach Gemeinde entweder zu den kostenlosen Abgabestellen zu bringen oder die Altgeräte abholen zu lassen. Vom gleichen Tag an müssen alle Hersteller und Importeure bzw. Inverkehrbringer gemeinsam die finanzielle Verantwortung für die Logistik, die Verwertung und die Entsorgung der von den Kommunen aus privaten Haushalten gesammelten Altgeräte übernehmen. Für die praktische Durchführung von Abholung und Recycling muss jeder Hersteller individuell rechtzeitig Verträge mit Logistik- und Entsorgungsdienstleistern schließen.

Bereits ab dem 24. November 2005 besteht für Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten die Verpflichtung, sich bei der zur Mengenerfassung, zur Koordination der Abholung, zur Führung der Nachweise und zur Teilnahmebeobachtung geschaffenen Stiftung "Elektro-Altgeräte-Register" – kurz "Stiftung EAR" – registrieren zu lassen, bevor sie Elektro- und Elektronikgeräte in Verkehr bringen. Hersteller, die ab diesem Stichtag keine Registrierung besitzen oder deren Registrierung widerrufen ist, dürfen Elektro- und Elektronikgeräte nicht in Verkehr bringen.

Das Gesetz gilt nicht für Geräte, die den militärischen Sicherheitsinteressen der Bundesrepublik dienen. Geräte des Amateurfunkdienstes sind dagegen nicht ausgeschlossen und unterliegen den Bestimmungen des Gesetzes in vollem Umfang.

Und es gibt eine Menge von neuen Pflichten – vor allem für die Hersteller. Neben ziemlich verschärften Umweltauflagen – Stichwort bleiarmes Löten – darf ein Hersteller von Geräten für die Verwendung in Privathaushalten nur dann registriert werden, wenn er jährlich eine insolvenzsichere Garantie für die Entsorgung seines Equipments vorlegt. Diese Situation gilt z.B. auch für die gewerbsmäßigen Hersteller von elektrischen bzw. elektronischen Amateurfunkgerätschaften – und zwar nicht nur für die Großen, sondern für jeden, der seine Endstufen, Vorverstärker, Interfaces, Modems, Controller und sonstigen Baugruppen auf dem Markt anbietet – und zwar unabhängig von der Verkaufsmethode.

Vom Gesetz erfasst sind unter anderem ausdrücklich "sonstige Produkte oder Geräte zur Übertragung von Tönen, Bildern oder sonstigen Informationen mit Telekommunikationsmitteln" und "sonstige Produkte und Geräte zur Erfassung, Speicherung, Verarbeitung, Darstellung oder Übermittlung von Informationen mit elektronischen Mitteln". Das ElektroG sollte sich also ausnahmslos jeder Hersteller von Amateurfunkgerät sehr sorgfältig durchlesen. Es könnte ansonsten teuer werden.

Quelle: Heise Online und Stiftung EAR


ZUM GUTEN SCHLUSS: EINE OFFENSICHTLICHE HÖRSCHWÄCHE

(hfs) hatte der Autor eines uns zugegangenen Leserbriefes. Er schrieb uns mit dem Adressaten Ralf-Dieter Schorn. Da dem Autor offensichtlich in die Feder diktiert wurde und er statt "Ralph Peter" "Ralf-Dieter" verstand, verzichten wir auf die Veröffentlichung. Lieber OM Wolfgang, wenn Sie selbst uns etwas mitteilen möchten, werden wir das gerne veröffentlichen.


Vy 73,
Hermann, DL1EEC