HamRadio 2day
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HamRadio 2day

Ausgabe 198 / 2005 vom 04.09.2005

Redaktion: Hermann Schulze, DL1EEC

Autor:
Hermann Schulze, DL1EEC (hfs)
   
Kontakt:
dl0agz@agz-ev.de

 

LEITARTIKEL

(hfs) Grundsätzlich vermeidet die Redaktion von HamRadio 2day, sich in die Interna des DARC einzumischen. Wir respektieren auch, dass die Veranstalter der Werler Polittreffs uns dort nicht sehen möchten, wir könnten ja den Familienfrieden stören. Wir können als Redaktion aber auch nicht umhin, Dinge zu veröffentlichen, die alle Funkamateure in Deutschland betreffen. Denn auf der Basis seiner 46.000 zahlenden Mitglieder repräsentiert der DARC e.V. die stärkste Lobby im deutschen Amateurfunkdienst, zumal er in den Medien die Vertretung aller Funkamateure in Deutschland für sich reklamiert.

Also: Offensichtlich gibt es beim DARC Probleme mit der Gemeinnützigkeit – und zwar wegen der steuerlichen Behandlung von Erträgen und – damit eng zusammenhängend – wegen der Struktur des Vereins. Bis zum Jahresende will die Vereinszentrale eine Entscheidung, ob eine zentrale oder ob eine dezentrale Struktur den Club stärken oder schwächen könne. Offensichtlich sind Ungereimtheiten in der buchhalterischen Behandlung der Vermögens- und Ausgabenhaushalte der – wie wir vom Flurfunk hören – interne Auslöser. Wir hoffen allerdings, dass das alles keinen negativen Einfluss auf andere gemeinnützige Vereine innerhalb des Amateurfunkdienstes in Deutschland haben wird.

Der DARC als größter Lobbyvertreter kämpft derzeit mehr mit inneren Kostenproblemen und mit rückläufigen Umsätzen bei seinen Produkten, speziell bei seiner Tochter DARC-Verlag, denn mit der eigentlichen Aufgabe, den Amateurfunkdienst in Deutschland und Europa langfristig zu zementieren. Vermehrte Hausmessen in Baunatal lösen solche Probleme nicht; und auch das Zurückpfeifen der Verantwortlichen für die Öffentlichkeitsarbeit ist das falsche Signal für den Amateurfunkdienst, und eine Majorisierung des Printmarktes führt nur zur Eintönigkeit der Produkte. Es ist bereits heute schlimm genug, dass das ehemals kritische "Funktelegramm" und der vormals konträre "Funkamateur" inhaltlich zur Eins-zu-eins-Kopie der CQ DL wurden. Da reklamieren wir von der Redaktion HamRadio 2day schon für uns, den Großteil des Enthüllungsjournalismus der letzten zwei Jahre selbst recherchiert zu haben.

Hermann, DL1EEC


ARRL PFEIFT FUNKAMATEURE ZURÜCK

(red) ARRL-Präsident Jim Haynie, W5JBP, rief am 1. September die US-amerikanischen Funkamateure auf, Ruhe zu bewahren, sich den örtlichen Behörden unterzuordnen und nichts auf eigene Faust zu unternehmen. Ursache sind die Zustände in New Orleans nach der verheerenden Zerstörung durch den Hurrikane Katrina.

Quelle: ARRL


ISS-TOURIST IST NEUERLICH HAM

(red) Auch der nächste Tourist auf der Internationalen Raumstation ISS – das ist Greg Olsen aus Princeton – wird eine Amateurfunklizenz haben. Sein Rufzeichen ist KC2ONX und er beabsichtigt, Funkverkehr mit seinen Schülern zu tätigen.

Quelle: RSGB


AMERIKANISCHE FUNKAMATEURE IN ZAHLEN

(hfs) Aus dem amerikanischen Amateurfunkumfeld habe ich für Sie die interessantesten statistischen Eckdaten heraus gesucht. Quelle ist www.hampoll.com. Hier sind sie:

Ausgeübte Betriebsarten:
CW: 43% Fonie: 30% Digital: 20%

Rechnerbetriebssysteme:
Windows: 81% Linux: 15% Apple Macintosh: 4%

Transceivermarken:
Kenwood: 38% Yaesu: 25% Tentec: 13% Selbstbau: 25%

Packet-Radio:
TNC2: 21% TNC: 8% Soundkartenlösung: 21% gar kein Packet: 31%

benutzte Frequenzbänder für digitale Betriebsarten:
40-80-160 Meter: 11% 17-20-30 Meter: 44% VHF: 44%

Soundkartenmodi:
PSK31: 80% PSK31-Derivate: 20%

Alter der benutzten Kurzwellengeräte:
1-2 Jahre: 12% 2-5 Jahre: 52% 5-10 Jahre: 20% 10-20 Jahre: 12%

benutzte Kurzwellenbänder:
20 Meter: 48% 40 Meter: 20% 30 Meter:16% 80 Meter: 12% 10 Meter: 4%

Anzahl der VHF-UHF-Duobander pro Ham:
4 Stück: 56% 3 Stück: 24% 2 Stück: 8% 1 Stück: 4%

VHF-UHF-Antennen:
Yagi: 37% 5/8-Vertical: 28% Collinear: 14% andere: 13%

CW-Prüfung:
Pro: 75% Contra: 25%

Bandeinteilung nach belegter Bandbreite:
Pro: 40% Contra: 60%

Wegen der nur geringen Zahl der Befragten ist diese Analyse bestimmt nicht der letzte Apfel der Erkenntnis. Trotzdem zeigt sie den Trend und die Position der Funkamateure in den USA – und eine frappierende Ähnlichkeit mit der Situation in Deutschland:

Überalterter HF-Gerätepark, simple und billige Soundkarten-Lösungen und die Tendenz, unreflektiert am Althergebrachten festzuhalten ...

Auch in den USA teilt sich der Amateurfunk also in die Fundamentalisten und in diejenigen, die einfach nur Kommunikation machen wollen.


NACHRUF

(hfs) Am 24. Juni 2005 verstarb Bernd von Bojan, DJ7YE. Bernd war Funkamateur der "alten Schule" und ging mit der AGZ nicht immer sehr positiv gestimmt um und wir mussten uns zeitweise einiges anhören und auch gefallen lassen. Gerade deswegen möchten wir Bernd ein ehrendes Gedenken wahren, denn er trat für seine Sicht des Amateurfunkdienstes allumfassend ein und stand immer zu sich selbst.

Hermann, DL1EEC


IN EIGENER SACHE

(hfs) Am kommenden Wochenende hören und lesen Sie ausnahmsweise einmal keine Ausgabe von HamRadio 2day. Ralph, DC5JQ, ist in Weinheim bzw. Bensheim und das Sendeteam weilt in Mainz. Außerdem fallen die Sendungen aus Wassenberg unter DK0AGZ wegen Urlaub die nächsten Wochen aus. Wiederaufnahme ist am 2. Oktober. Wir bitten Sie um Verständnis.


TERMIN

(hfs) Anlässlich der 50. Weinheimer UKW-Tagung in Bensheim treffen sich engagierte Funkamateure nächsten Samstag, den

10. September 2005

um 13:00 Uhr Ortszeit zu einer Podiumsdiskussion und schauen unter der Moderation von Michael Link, DK7EO, gemeinsam in die Zukunft des Amateurfunkdienstes. Mit dabei im Hörsaal 1 der Karl-Kübel-Schule ist unser Redaktionsmitglied und Sprecher von HamRadio 2day, Dr. Ralph Schorn, DC5JQ.


ZUM GUTEN SCHLUSS

(hfs) ... hinter einem Wasserfall schöngeistiger Plattitüden verstecken sie ihr Unwissen.

Quelle: unbekannt


Vy 73,
Hermann, DL1EEC